Ein Hausmittel für die Nerven
27. Mai 2026Mit den Blüten der Weißen Lilie herstellen
Wir kennen das, wenn jemand eine gute Ausstrahlung besitzt und wir allein schon aus diesem Grund einem Menschen gerne begegnen. Dies lässt sich übrigens auch von den Pflanzen behaupten, die oft mit ihrer Schönheit das Edle verkörpern. Und ich denke, dass dies ganz besonders auf die Weiße Lilie (Lilium candidum) zutrifft. Wir finden sie übrigens oft als Attribut bei Heiligendarstellungen. In ihren Überlieferungen empfiehlt keine Geringere als die heilige Hildegard von Bingen jenen, die schlecht gelaunt sind, den Duft der Lilie einzuatmen, um damit auf die Seele gut einzuwirken und sich gleichzeitig positiver zu stimmen. Die Blütenblätter der Madonnenlilie, wie die Weiße Lilie ebenfalls genannt wird, sind zudem reich an Inhaltsstoffen wie ätherischem Öl, Flavonoiden, Saponinen und Schleimstoffen. In der traditionellen Naturheilkunde wird übrigens zur Verwendung dieser Wuchsteile bei Verletzungen der Haut und bei Verbrennungen derselben geraten. Im Zuge dessen wurden früher frische Blütenblätter der Weißen Lilie auf die Wunden aufgelegt oder mit einem Lilien-Ölauszug Einreibungen durchgeführt. Generell gilt bis heute, dass die Lilienblüten der Haut guttun. Nun geht es uns heute aber um eine Unterstützung unserer Nerven, die auch mithilfe der Weißen Lilien-Blütenblätter auf den Weg gebracht werden kann. Hierfür bedarf es aber einer speziellen Aufbereitung.
Aufguss durchführen
100 g frische und klein geschnittene Blütenblätter der Weißen Lilie (ohne Staubgefäße) als erstes in einem geeigneten Topf mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergießen. Hernach 8 Stunden lang zugedeckt stehen lassen. Dann erst abseihen und in eine braune oder grüne Glasflasche füllen, die 1 Liter fasst. Anschließend 1/2 Liter Obstbrand dazugeben. Die Flasche gut verschließen und kurz durchschütteln. Kühl und vor Licht geschützt lagern. Um die Nerven zu stärken, pro Tag höchstens 1 bis 2 Stamperl davon konsumieren – vorausgesetzt, dass eine Verträglichkeit gegenüber Alkohol vorliegt.

Weiße Lilie (Lilium candidum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum