Ein grünes Pflaster

30. Juni 2015

Auf den Alant zurückgreifen

Nur allzu vieles ist für jemanden, der eine gesicherte Lebensführung vollziehen darf, selbstverständlich. Ein Dach über dem Kopf, fließendes Wasser, das wahlweise kalt oder warm zur Verfügung steht, ein regelmäßiges Gehalt am Konto und ein gesicherte medizinische Versorgung. Manche sind dessen überdrüssig und besuchen so genannte Überlebens-Camps, um sich durch das Verwiesen-Sein auf die bloße Natur den anscheinend nötigen Kick zu verschaffen. Den Pflanzen ist ein derartiges Ansinnen von vornherein fremd. Der Alant wächst vor den Fenstern meines Klosters im wohlgestalteten Kräutergarten. Er lässt sich gern von den Besuchern bestaunen und versucht durch seinen Wuchs, uns Zweibeiner um mindestens eine Kopflänge zu übertrumpfen. Wenn sich jemand, wie oben geschildert, vermehrt auf ein Leben mit und in der Natur einlässt, so werden die Grundbedürfnisse laut, die uns zumindest die physische Existenz sichern. Die Ernährung samt dem Trinken steht da an erster Stelle. Und wer selbst Hand anlegt, um sich alles Übrige an Behausung und Werkzeug herzustellen, wird wohl kaum ohne Verwundung um die Runden kommen. In einem normalen Haushalt steht auf jeden Fall ein Erste-Hilfe-Koffer zur Verfügung, aus dem im Handumdrehen ein Verband, ein Pflaster und ein Desinfektionsspray genommen werden können. In Gottes freier Natur muss man auf derartiges selbstredend verzichten. Unsere Gedanken führen uns so automatisch zu den Pflanzen samt ihren heilenden Kräften, die ohnehin von vielen in Anspruch genommen werden. Dazu braucht man nicht in den Urwald zu flüchten, um sich diese Wirkungen zunutze zu machen. Im Alant haben wir ein Lebewesen, das anscheinend Mitleid mit den Menschen hat. Er unterstützt auf ganz natürliche Weise gewünschte Heilungsprozesse.

Blätter vom Alant auflegen:

Gerade im Monat Juli ist es ratsam, auf Alantblätter zurückzugreifen, wenn man sich bei der Arbeit die eine oder andere Wunde zugezogen hat. Die grünen Pflanzenteile nimmt man, nachdem diese gründlich gereinigt wurden, zerquetscht sie ein wenig und legt sie so auf bereits zuheilende Stellen auf. Nach 5 Stunden sollte man jedoch die Blätter wechseln. Dasselbe kann man bei nässenden Hautflechten durchführen, um eine Besserung zu beschleunigen. Alant ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya