Bis an die Grenze gehen

10. August 2013

Zumindest mit den Bäumen

„Im Frühtau zu Berge wir zieh’n, fallera, grün schimmern wie Smaragde alle Höh’n, fallera, …“. Ja, Ferienzeit ist Wanderzeit! Ohne irgendwelche akrobatischen Künste vollbringen oder die Höhenangst überwinden zu müssen, ist es jedermann möglich, in die luftigen Höhen unserer herrlichen Bergwelt zu wandern, um den Alltag hinter sich zu lassen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, gleich in aller Herrgottsfrühe unterwegs zu sein, um gar den Sonnenaufgang vom Gipfel eines Berges miterleben zu dürfen. Die Sonne scheint dann wärmend ins Gesicht und das Atmen erfüllt die Lungen mit der ungetrübt reinen Morgenluft. Die Würze der Almen schwingt doch im Äther spürbar mit. Verantwortlich dafür sind die vielen Gewächse voller Gehalt, die es sich nicht nehmen lassen, trotz aller wetterbedingten Herausforderungen gleich den Wanderern die Höhen zu erklimmen. Ein ganz bescheidener Baum aus der Gruppe der Kieferngewächse wagt sich da bis an die mögliche Höhengrenze vor, um diese gleichsam zu festigen. Es ist die Latsche (Pinus mugo), die auch Krummholzkiefer genannt wird. Die Bezeichnung als Legföhre für diesen kaum mehr als 3 Meter hoch wachsenden Bergbaum rührt daher, dass sich seine Äste aufgrund der hohen Schneelast im Winter auf den Boden legen, um nicht unter dem vorhandenen Druck abzubrechen. Obwohl die Latsche so hoch über den Tälern ihre Wurzeln schlägt, ist sie ein durchaus geerdetes Gewächs. In ihrem demütig erscheinenden Wuchs erhebt sie sich nicht über andere. Das hat sie auch nicht nötig. Sie beweist vielmehr ihre Stärke in der Ausdauer und in der Festigung der eben schon besprochenen Baumgrenze. Das aus den Latschen aufwendig gewonnene Öl verleiht ebenso dem Menschen den Zugang zu diesen Eigenschaften.

Latschenkiefern-Öl verwenden:

In den Legföhren ist wie in den verwandten Kiefernarten ein sehr wertvolles ätherisches Öl enthalten. Man kann es zur Verbesserung des Raumklimas heranziehen oder es vermischt mit anderen Substanzen im Zuge eines Badezusatzes für den Organismus nützen. Davon profitieren nicht nur die Atemwege, sondern u. a. die Harnwege bei schmerzlichen Entzündungen. Ätherisches Latschenkiefern-Öl und den aufbereiteten Badezusatz gibt’s im Naturladen der Freunde der Heilkräuter in Karlstein (Tel.: 02844 / 70 70 DW 11). Siehe auch unter: www.kraeuterpfarrer.at Foto: Flickr, Alois Staudacher