Die Nelkenwurz aufgießen
27. März 2026Fieber begleiten
Trotz des Vormarsches an Grün, mit dem jeder Frühling aufwartet, bleibt doch manches verborgen und unentdeckt. Ganz klar, dass die Wurzeln in der Regel die Pflanzen als ihr Fundament im Erdboden stützen und gleichzeitig für den Nachschub an Wasser sorgen. Zudem enthalten sie nützliche Kräfte, die uns etwa bei fiebrigen Phasen gut anstehen. Der Nelkenwurz (Geum urbanum) sieht man dies beispielsweise von außen nicht so sehr an. Geht man im Sommer spazieren, so steht sie an den Wald- und Wegrändern inmitten anderer kaum beachteter Individuen der Pflanzenwelt und gibt sich ganz bescheiden. Doch für die Kräuterkundigen stellt die Nelkenwurz einen wahren Schatz dar, nicht zuletzt aufgrund ihrer Inhaltssubstanzen wie Gerbstoffe, Phenolsäuren, Carotinoide und Eugenol. Blicken wir in diesem Sinne auf den berühmten Paracelsus, der bereits vor Jahrhunderten dieses Heilkraut seinen Zeitgenossen ans Herz gelegt hat. Sein Anliegen war es, für den Magen und den Darm eine Unterstützung aufzuzeigen. Auch bei Durchfall gilt damals wie heute, dass man auf die Nelkenwurz zurückgreifen kann. Wer trotz des Endes des Winters mit einem grippalen Infekt zu kämpfen hat, mag dankbar sein, in der fiebrigen Phase des Krankheitsverlaufes etwas Begleitendes zur Hand zu haben. Wenn es dann gilt, wohlweislich das Bett zu hüten, dann ist es zugleich lindernd und stärkend, die aufbereitete Kraft der Nelkenwurz für sich in Anspruch nehmen zu können.
Aufguss zur Linderung
2 Teelöffel von getrockneter und zerkleinerter Wurzel der Nelkenwurz mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen. Noch 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Während bei einer Grippe und dem damit verbundenen vorübergehenden Fieber das Bett gehütet wird, kann dieser Tee in der Menge von 2 bis höchstens 3 Tassen pro Tag schluckweise getrunken werden. Dies macht in der Regel die ganze Sachlage erträglicher.

Nelkenwurz (Geum urbanum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum