Bei zu viel Appetit 

10. April 2024

 Frischer Salbei und Majoran als Zügel

Das richtige Genießen ist eine hohe Kunst. Aber selbst dabei kann es ein Zuviel an Gutem Geben. Das wissen wohl alle, die wider alle Hoffnung von einem schlanken Körper träumen, der als Ideal in ihren Gedanken vor Augen steht. Nun gut, ein allzu sportliches Abnehmen ist auch nicht unbedingt gesund. Dennoch kann es gelingen, an sich mehr Disziplin in Bezug auf Essen und vor allem Naschen anzulegen. Salbei (Salvia officinalis) und Majoran (Origanum majorana) sind es, auf die ich heute unser Interesse lenken möchte. Sie können uns mit ihren ätherischen Ölen und ihren Bitterstoffen ein bisschen weiterhelfen, wenn wir darauf bedacht sind, unseren Gusto unter Kontrolle zu halten. Oft ist es lediglich der Stress, der einiges dazu beiträgt, um kaum auf eine vernünftige und ausgewogene Ernährung zu achten und die täglich notwendige Bewegung im Freien zu übersehen. Der Appetit ist wie ein Tier, das man zähmen muss. Und es ist nicht gut, sich tatenlos seinem Dirigat zu überlassen. Die Kräuter im Garten tragen nicht bloß etwas dazu bei, um das, was auf dem Tisch landet, noch schmackhafter zu machen. Sie geben über den Gaumen durchaus Stimulierendes an den Köper weiter, das sich steuernd und regulierend auswirken kann. Oft genügt ein kleines Blatt, um sich in der Selbstdisziplin auf einen guten Weg zu begeben. Diese Kräuter wachsen nun nach und nach vielfach vor der eigenen Haustür heran, so dass es lediglich die paar Schritte zum Kräuterbeet benötigt, um deren Unterstützung entgegenzunehmen.

 

Grüne Blätter kauen

Von einem Majoranzweig ein Blättchen abzuzupfen und in den Mund nehmen. Eine Weile lang durchkauen, damit die Inhaltsstoffe über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können und den Appetit zügeln. Ebenso bei Vorhandensein eines Salbeistöckerls im Garten öfter ein Blatt pflücken, um es mit den Zähnen gut zu zerbeißen und dann wieder auszuspucken. Das kann dazu beitragen, um den berühmten Heißhunger auf Naschereien oder Deftiges zu bremsen. Und es tut obendrein dem Zahnfleisch gut. www.kraeuterpfarrer.at

 

Majoran und Salbei © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya