Ein Fest der ganzen Schöpfung

Himmel und Erde sind eins

Manchmal hat man Glück und die Kamera steht griffbereit, um eine Stimmung bestmöglich einzufangen. Ein länger zurückliegender Besuch am steirischen Grundlsee ist mir noch in guter Erinnerung. Aufgrund der Windstille spiegelte sich die Landschaft im himmelwärts ruhenden Wasser. Für mich ist das genau die richtige Illustration einer Tatsache, die gerade heute sinnschwer zum Tragen kommt. Denn Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Familie, sondern vielmehr der ganzen Schöpfung. Wem haben denn die Engel Jesu Geburt als erstes verkündet? Das waren doch die Hirten auf dem freien Feld, also Menschen, die mit der Natur aufs Engste verbunden leben mussten. Sie machten sich auf, um das Geheimnis zu schauen, das für die ganze Welt die Erlösung bringen sollte. Die vielen liebevollen Krippendarstellungen zeigen meist nicht nur die Menschen Josef und Maria samt dem kleinen Christuskind allein und isoliert. Vielmehr wurlt es in und rund um den Stall, wenn Ochs, Esel, Schafe, Hühner und Hunde zu sehen sind. Das ist auch ein Hinweis dafür, dass mit Jesus und seiner Menschwerdung wieder ein Stück des Paradieses deutlicher sichtbar wird, aus dem sich der Mensch von selbst hinauskatapultiert hat, als er meinte, an die Stelle Gottes treten zu können. Wenn eine Weltklimakonferenz nach der anderen enttäuschend endet, dann wurde vielleicht der Blick auf die Krippe verabsäumt, die den Pflanzen und Tieren Jesus als den Ausweg aus allem Elend präsentiert.

Die Sprache der Natur verwenden:

Der Christbaum ist – egal, wo er gerade steht – ein Symbol für den Lebensbaum des Paradieses. Er erinnert uns daran, dass wir das Geschenk unseres zeitlichen Lebensraumes, die Welt, verantwortungsvoll hüten und bewahren sollen. Als Ergänzung dazu möge der gespiegelte Grundlsee das Vertrauen darin bestärken, dass der Himmel immer wieder die Erde berührt.

Grundlsee

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