Den Haarboden unterstützen

Brunnenkresse ist dafür geeignet

Durch den zurückliegenden Lockdown, der praktisch jedes Land unseres Kontinentes und somit auch Österreich erfasst hat, hat sich vieles bei jedem persönlich geändert. Ich meine, dass dazu auch eine andere Art des Wahrnehmens und der Wertschätzung in Gang gekommen ist, die sonst durch die hektische Geschäftigkeit leicht überspielt werden kann. Als es möglich war, wiederum länger und ausgiebiger spazieren zu gehen, entdeckten viele von neuem die wunderbaren Pflanzen entlang der Wege in Wald, Feld und Flur. So durfte ich bei so einer Gelegenheit die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) entdecken, die sich entlang eines Gerinnes mit klarem Wasser nahe der Thaya ganz prächtig ausbreitete und zu blühen begann. Dieses Heilkraut zählt zu den Kreuzblütengewächsen. In den Blättern sind Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten, zudem auch Vitamine und Mineralstoffe. Ihren scharfen Geschmack verdankt sie dem Vorhandensein an Senföl und schwefeligen Substanzen. Ganz klar, dass man daher die Triebe der Brunnenkresse auch kulinarisch verarbeiten kann. Ich möchte hingegen die Gedanken zu einer äußerlichen Anwendung des Krautes hinlenken. Des Öfteren werde ich gefragt, was man denn tun könnte, um die Kopfhaut mitsamt dem Haarboden zu pflegen und zu unterstützen. Immerhin kommt es gar nicht so selten vor, dass die Pracht auf dem Kopf mit der Zeit abnimmt. Das muss nicht immer nur hormonell bedingt sein, wie es viele Männer z. B. im Erwachsenenstadium erleben. Die Brunnenkresse hat dahingehend einige positive Eigenschaften und kann also auch dafür aufbereitet werden. Am besten ist es, wenn man sich dieses Gewächs im eigenen Garten ansiedelt, um es somit griffbereit zu haben, ohne damit die natürlichen Bestände zu beeinträchtigen. Im Fachhandel gibt es die Möglichkeit, an Samen und Pflanzen dieser Art zu kommen.

Brunnenkresse auspressen

Von den frisch abgeschnittenen Trieben der Brunnenkresse presst man den Saft aus, so gut es geht. Diesen mischt man dann mit 4-mal so viel hochprozentigem Alkohol (ca. 70 %). In Fläschchen füllen und kühl lagern. Dieses Hausmittel kann man zur täglichen Massage der Kopfhaut heranziehen. Dazu muss man es aber zuvor noch 1 : 1 mit Wasser verdünnen, ehe man es verwendet. Dient der besseren Durchblutung der Kopfhaut und somit der Festigung von Haarwurzeln und -boden. www.kraeuterpfarrer.at

Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Entspannung auf den Sohlen

Mit Fenchelöl herbeiführen

Der Einstieg in die neue Arbeitswoche hängt wohl von der jeweiligen Verfassung ab, die wir vom zurückliegenden Wochenende mitbringen. Ich hoffe, dass es heute allen gut geht und genug Energie für alles zu Erledigende vorhanden ist. Trotzdem kann es sein, dass auch die freien Tage voll von kräftezehrenden Tätigkeiten waren. Daher darf man ruhig auf einen ausgeglichenen Rhythmus von Aktivität und Ruhe achten, der letztendlich auch der Gesundheit zuträglich ist. Das ist natürlich oft leichter gesagt als getan. Meiner Meinung nach zählt es sowohl zur Klugheit und zum Hausverstand, sich der Ressourcen zu bedienen, die man ganz einfach zur Anwendung bringen kann. Der Fenchel (Foeniculum vulgare) zum Beispiel ist ein Heilkraut, das einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt. Gegenwärtig ist es schön, in den Kräutergärten seine feinstrukturierten grünen Triebe zu bewundern, die mit ihrem Wuchs die Luft zu durchweben scheinen. In der Küche findet normalerweise der so genannte Gemüse- oder Knollenfenchel mit seinen fleischigen Knollenblättern Verwendung, wenngleich auch hier genauso die Samenfrüchte des Doldenblütlers benötigt werden. Letztere enthalten wertvolle ätherische Substanzen, die sich günstig auf die Verdauung auswirken können. Dort unterbinden sie u. a. Gärungsprozesse und tragen somit dazu bei, dass sich Blähungen reduzieren. Vom Fenchel wird auch das ätherische Öl gewonnen, auf das man zurückgreifen sollte, um dessen beruhigende und entspannende Wirkung abzurufen. Wenn man nun also nach einer einfachen Weise sucht, um vor allem den nächtlichen Schlaf zum Auftanken neuer Kräfte zu nutzen, dann steht das Fenchelöl zur Verfügung, um besser zur Ruhe zu kommen.

Einreibung am Abend

Zuerst benötigt man ätherisches Fenchelöl, das man in der Regel vom Fachhandel (auch in Karlstein) bezieht. Zusätzlich braucht man ein kaltgepresstes Olivenöl oder ein anderes pflanzliches fettes Öl seiner Wahl. Davon nimmt man ca. 1 Esslöffel voll und gibt 3 Tropfen vom ätherischen Fenchelöl dazu. Mit dieser Mischung reibt man sich am Abend die Fußsohlen ein und belässt sie für 10 bis 15 Minuten in ruhiger Stellung, damit das Öl auf der Haut einziehen kann. Wirkt beruhigend und ausgleichend und unterstützt einen guten Schlaf. Das ätherische Fenchelöl erhalten Sie samt ausführlicher Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Fenchel (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Allgegenwärtiger Duft

Lindenblüten machen sich bemerkbar

Die vier Jahreszeiten, die wir gewohnt fast im Schlaf noch aufzählen zu können, stellen einen Kreislauf dar, der alle 12 Monate wiederkehrt. Zusätzlich machen wir die unterschiedlichen Phasen an verschiedenen Merkmalen wie Wetterphänomene und der damit verbundenen Temperaturen, der dafür nötigen Kleidung und dem Heizen der Wohnungen oder an anderen Erscheinungsformen fest. Wodurch wird nun der Sommer, der im Kalender bereits eingeschrieben ist, eindeutig eingeläutet? Nun, für mich gehört das Erblühen der Lindenbäume (Tilia) unbedingt dazu. Es genügt dann, einfach vor die Tür zu gehen oder bloß das Fenster aufzumachen, um den angenehmen Duft des zu den malvenartigen Gewächsen zählenden Baumes beim Einatmen zu bemerken und dementsprechend auszukosten. Sobald die Linden blühen, werden zudem Heerscharen von Bienen auf den Plan gerufen, um die reichliche Quelle an Nektar, die sich dadurch erschließt, für das Einlagern des Honigs in den Wabenzellen zu nutzen. Für uns Menschen hingegen sind die Inhaltsstoffe der duftenden Wuchsteile der Lindenzweige von Interesse. Pflanzlicher Schleim, Flavonoide, Gerbsäure sowie ätherisches Öl sind nämlich neben anderen Wirkstoffen dort zu finden. Wenn wir vor allem an die ländlichen Haushalte vergangener Generationen zurückdenken, so war es dort selbstverständlich, in der eigenen Kräuterkammer auch die getrockneten Lindenblüten eingelagert zu haben. Denn sobald man mit Erkältung oder gar mit Fieber im Bett lag, hat man das Schwitzen mithilfe eines Tees aus dieser Pflanzendroge forciert und somit mitgeholfen, die Krankheit auszukurieren. Dazu ist zu sagen, dass diese Anwendung bis heute seine Berechtigung hat. Zudem fördert das Trinken eines derartigen Aufgusses den gesamten Stoffwechsel, was dann auch bei Rheuma den Leidtragenden zugutekommen kann.

Lindenblütentee am Abend

Von getrockneten Lindenblüten nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und gut temperieren lassen. Diese Tasse des Aufgusses trinkt man am besten abends rechtzeitig vor dem Schlafengehen, ohne den Tee vorher zu süßen. Durch den somit angeregten Stoffwechsel ist es möglich, rheumatische Beschwerden zu begleiten und in der Regel auch zu mindern. Über eine längere Zeit durchführen. Bei Herzbeschwerden aber Vorsicht und den Arzt fragen! www.kraeuterpfarrer.at

Lindenblüten mit Blatt (Tilia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Raue und aufgesprungene Hände

Mit Weinlaub pflegen

Nimmt man das Wort „Kosmetik“ in den Mund, so tauchen vor dem geistigen Auge wahrscheinlich herausgeputzte Gesichter auf, die geschminkt sind und wo der Teint der Haut durch passende Lotionen aufgebessert wurde. Die gestylte Frisur kommt dann auch noch hinzu. Nun, ein gutes Aussehen ist sicher nicht zu verachten. Das verschönert wie von selbst den öffentlichen und privaten Umgang miteinander. Doch die Pflege der Haut ist vor allem dann angesagt, wenn diese durch verschiedenste Arbeiten und Tätigkeiten stark beansprucht wird. Meist sind es in erster Linie die Hände, die als erste darunter zu leiden beginnen. Die Weinreben (Vitis vinifera), die in ihrer seit Jahrtausenden kultivierten Form als Weinstöcke auch hierzulande zum Prägemerkmal vieler Landschaften dazugehören, sind nun in saftigem Grün anzutreffen und bereiten sich bereits auf ihre fruchtbringende Phase vor, die in der Lese ihren Höhepunkt hat. Ich denke, die meisten von uns sind schon gespannt, wie denn der heurige Jahrgang des Weines ausfallen wird. Doch bleiben wir vorerst bei den Blättern der Reben. Sie enthalten u. a. Flavonoide und Tannine. Die angewandte praktische Naturheilkunde weiß seit vielen Generationen um die Vorteile, die in den grünen Wuchsteilen der Weinkulturen gespeichert sind. Und davon profitiert vor allem die Haut. Es ist also daher möglich, die Hände, die eine raue Haut aufweisen oder deren Außenschicht aufgrund von übermäßigem Kontakt mit Wasser oder scharfen Substanzen aufgesprungen ist, mit pflanzlicher Hilfe zu pflegen und wiederum sanfter und geschmeidiger werden zu lassen. Dazu kann man das Weinlaub dementsprechend aufbereiten. Hat man einen direkten Draht zu Winzern oder wächst ein Weinstock im eigenen Garten, der groß genug ist, sollte diesem Ansinnen nichts im Wege stehen.

Weinblätter aufkochen

Von frisch abgeschnittenen Weinblättern und -ranken, die man zerkleinert, nimmt man 35 g und kocht sie in 1 Liter Wasser gut auf. Dann abseihen und die Hände bei möglichst warmer Temperatur darin gründlich baden. Anschließend die Nässe von alleine an der Luft trocknen lassen, damit die Wirkstoffe auf der Haut verbleiben. Hilft mit, eine raue und aufgesprungene Haut wieder weicher und geschmeidiger werden zu lassen. www.kraeuterpfarrer.at

Weintrauben weiß (Vitis vinifera) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Würzige Einreibung

Quendel hält den Kopf fit

Unterhält man sich über die Rüstigkeit und die Agilität von hochbetagten Menschen, dann darf man durchaus ins Staunen kommen, wie sehr sich manche von ihnen noch ganz tapfer schlagen, wenn es gilt den Alltag zu bewältigen. Und auch jene, die vielleicht schon gebrechlich sind, besitzen, was ihren Intellekt betrifft, eine nahezu jugendliche Frische. Gewiss ist das alles Geschenk und Gnade. Aber ohne ein eigenes Zutun kann ein derart guter Zustand auch leicht verspielt werden. Wenn ich daher heute den Quendel (Thymus serpyllum) als kräutermäßigen Darsteller in dieser Kolumne vor den Vorhang bitte, so möchte ich dazu animieren, nicht bloß auf ein gesundes und agiles Auskosten der Pension zu warten, sondern sich auch schon in jüngerem Alter mit der Kraft der Natur ein wenig weiterzuhelfen, um geistig wach zu bleiben. Im Wilden Thymian oder Feldthymian – so wird der Quendel auch gerne bezeichnet – sind ganz wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. Ätherisches Öl, Gerbstoff und -säure, Flavonoide, Bitterstoffe und Thymol sind neben anderen Substanzen in dem würzigen Grün des Lippenblütlers enthalten. Zum geschmacklichen Ergänzen von verschiedenen Fleischspeisen und Salaten ist der Quendel ebenso geeignet wie auch zur Pflege der Gesundheit und zum Begleiten von verschiedensten Krankheiten, wie etwa ein Infekt einer Erkältung. Wenige wissen jedoch um die belebende Wirkung, die von dem duftenden Gewächs ausgeht. Gerade dann, wenn es gilt, sich geistig wach zu halten, um die zahlreichen denkerischen Herausforderungen, die eigentlich permanent anstehen, gut und behände zu meistern, ist es nicht das Schlechteste, sich eine Erfrischung zu gönnen. Diese besteht in diesem Fall weder aus einem kühlen Getränk jedweder Art noch aus einer kalten Dusche. Vielmehr ist es dann der Quendel, der auch äußerlich zur Anwendung kommen kann.

Quendelkraut ansetzen

Von Quendel-Blütenspitzen, die man den Sommer über frisch abschneiden kann, nimmt man die Menge von ca. 150 g. Nach dem Zerkleinern übergießt man die Pflanzenteile in einem geeigneten Glasgefäß mit 1 Liter hochprozentigem Ansatzalkohol (75 %) und stellt es 14 Tage lang verschlossen an einen sonnigen Platz. Täglich einmal schütteln. Dann abseihen und mit 1/2 Liter destilliertem Wasser verdünnen. In kleine Fläschchen füllen und kühl lagern. Bei Abgespanntheit oder nach langem Sitzen am Schreibtisch reibt man die Stirn, den Hinterkopf und die Wirbelsäule damit ein. Das erfrischt den Leib und die Denkkraft gleichermaßen. www.kraeuterpfarrer.at

Quendel oder Wilder Thymian (Thymus serpyllum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gut für Blut und Nerven

Kiefernsprossen als Angebot

Ein Aufatmen geht durch die Natur! Der Regen im Flach- und Hügelland, der sich – abgesehen von manchen Massen im Zuge von Unwettern – als wahrer Segen herausstellt, stillt den Durst des Erdbodens und damit auch von allem, was darauf wächst und gedeiht. Und da haben die vergangenen Tage und Wochen eine Wende herbeigeführt, die bitter notwendig war und ist. Immerhin hatte der Wald bisher vergeblich auf diese Gabe des Himmels gewartet. Bei mir daheim im nordöstlichen Waldviertel kann man neben den vielen dürren Fichten, denen der Borkenkäfer den Garaus gemacht hatte, auch viele abgestorbene Föhren entdecken. Doch die Weiß- oder Rotkiefer (Pinus silvestris), die man in den Forsten vorfindet, sind sehr wertvolle pflanzliche Geschöpfe, die nicht nur dazu dienen, ein entsprechend beliebtes Bau- und Möbelholz zu liefern, sondern auch einen Beitrag zum Erhalt unserer Gesundheit bereitstellen können. Gott sei Dank gibt es gerade bei diesem Nadelbaum kaum Probleme, was die so genannte Naturverjüngung anbelangt. Damit ist gemeint, dass die Föhren mit dementsprechend viel Samen in den Zapfen für reichlich Nachwuchs in ihrer Umgebung sorgen. Und momentan schieben gerade die jungen Triebe der großen und kleinen Individuen so richtig an, weil es ja gilt an Größe zuzulegen und dem Himmel zuzustreben. Die weichen und hellgrünen Kiefernsprossen sind reich an Terpenen, ätherischem Öl, Mineralstoffen, Harzen und Bitterstoffen. Es liegt zwar nahe, dass man mit diesen Gaben der Natur vor allem die Atemwege unterstützen kann. Das ist aber nicht der einzige Vorteil, der in den frischen Trieben der Waldbäume zu finden ist. Wenn, es gilt, das gesamte Wohlbefinden unserer Physis zu festigen bzw. wiederherzustellen, sollte man an den Föhren und ihrem jungen Grün nicht achtlos vorübergehen. Man kann sich dahingehend auch Reserven für den Rest des Jahres anlegen, indem man die Sprossen trocknet.

Tee mit Kieferntrieben

Die frisch ausgetriebenen und weichen Sprossen der Kiefern kann man frisch oder getrocknet dazu verwenden, um sich einen Tee damit aufzugießen. Von den zerkleinerten Pflanzenteilen nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und schluckweise trinken. Jeweils in der Früh und am Abend eine Tasse davon zu sich nehmen. Das hilft mit, den Stoffwechsel anzuregen, die Nerven zu entspannen und das Blut zu reinigen. www.kraeuterpfarrer.at

Kiefern- oder Föhrenzweig (Pinus silvestris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Grüne Kraft für den ganzen Körper

Der Spitzwegerich hat’s in sich

Wenn wir nun der Sommersonnenwende zusteuern, so bedeutet das für viele von uns, dass der Sommer endlich da ist. Und damit auch die freie Zeit der Ferien bzw. des Urlaubs. Gewiss stehen diese Phasen der Erholung unter besonderen Vorzeichen, da sich der Arbeitsalltag und der schulische sowie der universitäre Betrieb seit Monaten in einer Ausnahmesituation befanden und sich erst wieder allmählich eine wie auch immer bezeichnete Normalität einzupendeln scheint. Von der nach wie vor währenden Pandemie zeigt sich der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ziemlich unbeeindruckt. Gottlob sind Pflanzen von dieser speziellen Erscheinung der gesundheitlichen Bedrohung ausgenommen, die jedoch uns Menschen umso mehr zu schaffen macht, sobald wir davon direkt betroffen sind. Das Gewächs vom Weg und von der angrenzenden Wiese weiß sich sehr wohl zu behaupten, auch wenn das Erdreich, auf dem es mit Vorliebe zu gedeihen scheint, vom Fahren und Gehen der Vorüberziehenden permanent komprimiert wird. In seinen Blättern speichert der Spitzwegerich viele wertvolle Glykoside, darüber hinaus Schleimstoff, Kieselsäure und auch die adstringierenden Gerbstoffe. In seinen Heilwirkungen erweisen sich Anwendungen mit dem Heilkraut als förderlich für die Atemwege. Aus der lang gehegten Praxis weiß man ebenso um seine entzündungshemmende Kraft im Zusammenhang mit Insektenstichen. Da reicht es oft, ein Blatt des Wegerichs abzuzupfen, ein wenig zu zerdrücken und dann auf die attackierte Stelle aufzulegen, um die Folge des meist schmerzenden Angriffs möglichst gering zu halten. Heute geht es mir aber um den ganzen Leib, der aus verschiedenen Gründen unter dem Gefühl bzw. dem tatsächlichen Vorliegen von Schwäche – etwa nach einer schweren Erkrankung – leiden kann. Dann ist es von Vorteil, den Spitzwegerich bei der Hand zu haben, um mit ihm quasi erneut Aufbauarbeit zu leisten.

Stärkender Tee

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Spitzwegerichs nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit etwas Honig süßen und schluckweise trinken. Fühlt man sich schwach und matt, so kann dieser Aufguss mithelfen, dass die ganze Physis wieder gefestigter wird und besser zu Kräften zu kommen vermag. Man sollte bis zu 3 Tassen Spitzwegerich-Tee verteilt über den Tag zu sich nehmen. Hat sich vielfach schon in Phasen der Rekonvaleszenz bewährt. www.kraeuterpfarrer.at

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Starthilfe für die Gesundheit

Bohnenkraut in Teeform

Wir dürfen uns nun Schritt für Schritt dem zuwenden, was es heißt, den Sommer zu genießen und durchaus auch in Anspruch zu nehmen. Konkret bedeutet dies, vermehrt im Freien unterwegs zu sein (zu Fuß oder mit dem Rad), vielleicht sich gemütlich beim Grillen zu treffen oder einfach nur die Seele unter einem schattigen Baum baumeln zu lassen. Eines möchte ich aber zusätzlich noch erwähnen, um die Aufzählung zu vervollständigen: das Auskosten der Kräuterwelt. Die Farbe Grün nimmt nämlich in den zahlreichen Pflanzen ganz konkrete Gestalt an. Im Bohnenkraut (Satureja) verbirgt sich überdies ein herrliches Aroma, das es geeignet macht, als Gewürz verwendet zu werden. Für gewöhnlich begegnen wir in unseren Haus- und Kräutergärten den beiden Arten, dem Bergbohnenkraut (Satureja montana), das auch Winterbohnenkraut genannt wird und dem Gartenbohnenkraut (Satureja hortensis), dessen Bezeichnung oft Sommerbohnenkraut lautet. Ursprünglich erstreckte sich ihre natürliche Verbreitung zwischen dem südöstlichen Mittelmeerraum bis hin zum Schwarzen Meer, ehe es seit langer Zeit v. a. durch den Handel auch weiter im Westen als Gartenpflanze kultiviert wurde. Das Bohnenkraut zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es in seinen grünen Wuchsteilen wie den Triebspitzen und den Blättern die Inhaltssubstanzen Bitterstoff, Gerbstoff, ätherisches Öl sowie Terpene aufweist. Der charakteristische Geschmack des heilsamen Gewächses wird gern dazu herangezogen, um das Bohnenkraut ähnlich wie Rosmarin, Lavendel und Thymian zum Würzen verschiedenster Fleischspeisen und Salate zu verwenden. Die entkrampfende, belebende und z. T. auch antiseptische Wirkung der Gartenfreude ist zusätzlich dazu angetan, um die gesamte gesundheitliche Verfassung zu stärken und mit einer ganz einfachen Anwendung zu untermauern. Gerade zu Beginn des Tages sollte man in dieser Hinsicht nicht lange zaudern, sondern einen konkreten Schritt setzen.

Getränk am Morgen

Von getrockneten und zerkleinerten Triebspitzen des Bohnenkrautes (beide Arten Sommer- wie Winterbohnenkraut taugen dafür gleichermaßen) nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und ungesüßt auf nüchternen Magen trinken. Das hat eine entkrampfende und gleichzeitig blähungswidrige Wirkung. Belebt die ganze Physis und fördert zusätzlich den Auswurf bei verschleimten Atemwegen. www.kraeuterpfarrer.at

Bohnenkraut (Satureja) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Leberfreundliches Kraut

Rotklee einmal äußerlich verwenden

Je mehr unsere Umwelt unter negative Einflüsse gerät, die oft durch ein unbedachtes und manchmal leider auch rücksichtsloses Handeln des Menschen kurz- oder langfristig ausgelöst werden, desto vorrangiger ist es meiner Meinung nach, die einzelnen Individuen der Schöpfung zu beachten. Das geht ganz einfach. Oft genügt ein achtsamer Blick auf eine Wiese, an der man vorübergeht, um spezielle Pflanzen zu entdecken. Und dazu zählen auch „alltägliche“ Erscheinungen wie etwa der Rotklee (Trifolium pratense). Er dient in der Landwirtschaft nach wie vor als Futterpflanze speziell für die Rinderhaltung. Immerhin benötigen diese Tiere einen adäquaten Proteinnachschub, um eine angestrebte Leistung zu erzielen. Aus dem Blickwinkel der Kräuterkunde wiederum ist der Rotklee auch von Interesse. In gar nicht so wenigen Präparaten befinden sich die Inhaltsstoffe der Blüten des Klees (Flavonoide, Isoflavone, Mineralstoffe, Glycoside), um z. B. den Hormonhaushalt zu regulieren. Ein anderes Thema ist die Entgiftung des Organismus, die hauptsächlich durch die Leber und deren Tätigkeit vollzogen wird. Diesen Prozess kann man übrigens ebenfalls mit dem Rotklee unterstützen. Dies geschieht jedoch nicht nur über eine innerliche Anwendung, sondern zusätzlich über die Haut. Wie verschiedene andere Kräuter auch kann der Rotklee der Leber eine pflanzliche Förderung zur Verfügung stellen. Durch ein wohltuendes Bad ist es möglich, diesen gewünschten Effekt herbeizuführen. Die Kraft der Natur liegt meist im Verborgenen in Form von liebenswerten Pflanzen, die uns buchstäblich zu unseren Füßen hin wachsen. Wer aufmerksam ist und gleichzeitig auch klug, wird an diesem Angebot nicht vorübergehen.

Rotklee im Badewasser

Man benötigt zuallererst voll entwickelte getrocknete Blüten des Rotklees. Von diesen nimmt man die Menge von etwa 150 g und gibt diese in ein Leinensäckchen. Beim Füllen einer Badewanne so an den Wasserhahn hängen, dass das heiße Wasser darüberfließen kann. Zum Abschluss das Säckchen ausdrücken, in die Wanne legen und das Badewasser temperieren. Es ist aber auch möglich, 3 Liter Tee mit den Rotkleeblüten aufzubrühen und diesen als Zusatz zu verwenden. 15 Minuten im Rotkleeblüten-Bad entspannen. Diese Methode hilft mit, die Leber zu entgiften und das Gemüt zu beruhigen. www.kraeuterpfarrer.at

Rotklee (Trifolium pratense) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verdauung beginnt im Mund

Basilikum zum Gurgeln

Gebraucht man den Begriff „Essensdisziplin“, so zuckt die Person, die diese Wort hört, innerlich zusammen. Denn in irgendeinem Winkel des Gewissens entdeckt man dahingehend etwas, das einen veranlasst, sich am Riemen zu reißen und womöglich die Mäßigung zum Zug kommen zu lassen. Die Versuchungen, es sich einfach nur gut gehen zu lassen, sind bekannter Weise nur allzu groß! Gerade, wenn ich nun das Interesse auf das Basilikum (Ocimum basilicum) hinlenke, kann es sein, dass die Gedanken sofort wieder in der Küche landen bzw. bei dem, was – in liebevoller Weise zubereitet – auf den Tisch kommen soll. In hervorragender Weise eignet sich das Basilikum als Gewürz, was ich wohl kaum extra betonen muss. Als in greifbarer Nähe vorhandenes Grün im Blumentopf erlebt es nicht erst gegenwärtig einen wahren Boom. Aber nun zu den Inhaltsstoffen des auch aus naturheilkundlicher Sicht brauchbaren Gewächses. Die Blätter enthalten ätherisches Öl, Kampfer, Menthol und Thymol sowie Flavonoide und Gerbstoff. Findet das Basilikum als Ergänzung von Salaten (etwa Tomaten) und sonstiger Speisen seine Verwendung, so fördert dessen Genuss von vornherein die Gesundheit im Bereich der Verdauung und des Nervensystems. Es ist auch darüber hinaus dazu geeignet, einen Beitrag zur Pflege der Mundhöhle zu leisten. Immerhin beginnt die Verdauung bekanntlich direkt beim Gaumen. Die dort angesiedelte Flora ist ganz wichtig für ein ausgewogenes Gleichgewicht des gesamten Verdauungsprozesses. Daher ist es u. a. wichtig, auf eine gute Wahl von Zahnpasten zu achten, die man für die tägliche Mundhygiene verwendet. Und das Basilikum ist unter diesem Aspekt ebenfalls eine empfehlenswerte Möglichkeit, auf das eigene Wohl und zugleich auf eine gute Verfasstheit der ersten Station der Nahrungsaufnahme zu schauen.

Basilikum-Tee für Mund und Magen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Basilikums nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen bevor man den Tee abseiht. Entweder nach den Hauptmahlzeiten schluckweise trinken oder am Abend zu sich nehmen. Dann ist es auch von Vorteil, den Mund mit dem Tee auszuspülen und zu gurgeln, um damit reinigend vorzugehen, ohne die Mundflora zu zerstören. www.kraeuterpfarrer.at

Basilikum oder Basilienkraut (Ocimum basilicum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya