Zwei würzige Kräuter

Ein beruhigender Effekt

Kräuter sind mehr als nur Gebrauchsgegenstände. Sie benötigen Zeit, Sonne, Wasser und den Erdboden, um gut heranwachsen zu können. Und sie haben mehr gemein mit uns Menschen als wir das oft meinen. Ihr Wesen, das ihnen innewohnt und vom Schöpfer für ihre irdische Existenz mitgegeben wurde, kann nicht nur betrachtet, sondern auch auf dem Weg einer Anwendung von den Bedürftigen aufgenommen werden. Dies gilt ebenso für die Melisse (Melissa officinalis) und die Pfefferminze (Mentha piperita). Es gibt wohl kaum jemanden, der diese beiden Heilpflanzen nicht schon irgendwann gesehen oder zumindest in irgendeiner Form verkostet hätte. Daher möchte ich heute einmal mehr die Einladung aussprechen, sich auf das Gute, das die Pflanzen zu geben bereit sind, einzulassen und so zu versuchen, im Leben zu ergänzen, was einem zumindest vorübergehend zu fehlen scheint. Dazu zählt auf jeden Fall die Stärke der Nerven oder des Gemütes. Hierfür kann es eine Reihe von rein physischen Gründen geben. Die wettermäßige Belastung, die sich z. B. durch die permanente Hitze in städtischen Gebieten seit Wochen hält, kann dafür eine Ursache sein. Aber auch vieles andere mehr. Die Melisse ist ein Heilkraut, das sehr ausgleichend zu wirken vermag. Die Pfefferminze wiederum erfrischt, hilft der Verdauung und kann dazu beitragen, einen erhöhten Blutdruck zu senken. Solange die beiden Kräuter frisch im Garten zu pflücken sind, bleibt noch Zeit, um sich ihrer zu bedienen.

Kräuterauszug herstellen

70 g frisch gepflückte Melissenblätter werden mit 30 g Pfefferminzblättern ergänzt und 14 Tage lang in einem verschließbaren Glasgefäß in 1 Liter Obstbrand angesetzt. Danach abseihen und mit 1/2 Liter destilliertem Wasser verdünnen. Nochmals 14 Tage stehen lassen. Zum Abschluss wird die so gewonnene Flüssigkeit in Fläschchen abgefüllt. Den Auszug kann man mit Wasser verdünnt esslöffelweise vor dem Schlafengehen einnehmen. Oder man reibt sich damit den Körper ab. Das beruhigt Leib und Seele.


Melissenzweiglein (Melissa officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Pfefferminze Blütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Kraft der Engelwurz

Durch ein Bad entgegennehmen

Die Familie der Doldenblütler kann sich sehen lassen. Unzählige Arten gehören diesem botanischen Sektor an. Zum Trost für alle, die erst beginnen, sich eingehender mit der Kräuterkunde zu befassen: selbst Fachleuten fällt es oft schwer, so manches Kraut dieser Spezies in freier Natur zu bestimmen. Gottlob gibt es eine mannigfaltige und gut bebilderte Literatur, die allen Interessierten weiterhelfen kann, eine auf den ersten Blick unbekannte Pflanze zu identifizieren. Die Echte Engelwurz (Angelica archangelica) sucht man für gewöhnlich nicht in Wald und Flur, obwohl gerade dort die Wald-Engelwurz zu Hause ist. Für den Hausgebrauch jedoch ist es besser, im eigenen Garten zu bleiben und dort auf den Beeten eine pflanzliche Apotheke anzusammeln, die mir garantiert, keiner Verwechslung zu erliegen. Immerhin gibt es auch bei den Doldenblütlern giftige Arten, wie z. B. den Gefleckten Schierling. Die Echte Engelwurz ist eine hohe stattliche Pflanze, wenn sie auf einem guten und regelmäßig gegossenen Boden steht. Der Geruch ihrer Wuchsteile wie Stängel und Blätter ist kräftig würzig, das Aroma der Blüten hingegen erinnert an Honig. Wenn nun die Hitze mehr als reichlich vorhanden ist, tut es einem gut, selbst zu Hause ins Wasser zu steigen und dort ein wenig zu verweilen. Diese sommerliche Entspannungsübung, zu der freilich eine Badewanne vonnöten ist, kann mit einer heilsamen und ableitenden Maßnahme in Verbindung gebracht werden, bei der die Engelwurz eine tragende Rolle spielt. Dies kann sich einerseits bei depressiven Stimmungslagen bezahlt machen und andererseits bei rheumatischen Schmerzzuständen. Die Wurzel der Engelwurz ist es, die mit ihren Wirkstoffen in diesen Anliegen eine Erleichterung in ihrem Gepäck bereithält.

Engelwurz-Bad

Um einen Badezusatz anzurichten, nimmt man am besten 100 g der zerkleinerten Wurzel der Echten Engelwurz und setzt diese 2 Stunden lang in 2 Liter kaltem Wasser an. Hernach gut aufkochen und schlussendlich abseihen. Dem temperierten Wasser in der Wanne hinzugeben und ca. 1/4 Stunde darin baden. Diese Anwendung übermittelt übrigens neben der stimmungserhellenden und schmerzlindernden Wirkung bei Rheuma zusätzlich einen hautstärkenden und entkrampfenden Effekt.


Echte Engelwurz oder Angelika (Angelica archangelica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sonnenbäder und die Folgen

Mit Lavendel die Haut festigen

Unlängst bekam der Mond noch die volle Aufmerksamkeit, als er zur Gänze in den Schatten der Erde trat. Dieses Schauspiel war vor allem von Europa aus sehr gut mitzuverfolgen und somit auch auf österreichischem Boden. Was aber nun im wahrsten Sinne des Wortes ein Dauerbrenner bleiben dürfte, ist der weit größere Himmelskörper namens Sonne. Im Umgang mit ihrer Energie haben uns Pflanzen wie der Lavendel (Lavandula angustifolia) Etliches voraus. Sie brauchen das Licht, um selber existieren zu können und im Zuge dessen einigen Profit für den Menschen zu erwirtschaften. Vergessen wir dabei nicht auf die Lieferung des lebensnotwendigen Sauerstoffes, die wir der Kraft des grünenden Wuchses auf Baumen und in Grasflächen zu verdanken haben. Der Umgang mit der Sonne will gelernt sein. Je nach Hauttyp kann man es mehr oder weniger lang nur spärlich bekleidet unter Gottes freiem Himmel aushalten. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass auch eine gut gebräunte Leibesoberfläche einen Schutz vor allzu intensiver Bestrahlung seitens der Sonne benötigt. Den Lavendel dürfen wir ruhig als Sonnenfreund bezeichnen. Aufgrund seiner mediterranen Herkunft genießt er es förmlich, wenn heiße Wetterphasen wie die momentane von Abkühlung keine Spur hinterlassen zu scheinen. Die Inhaltsstoffe des wohlduftenden Lippenblütlers sind dazu angetan, den Nerven und dem ganzen Organismus eine willkommene Unterstützung zu bieten. Vergessen wir dabei auch nicht auf die Haut. Bei reichlichem Sonnenbaden oder zu langem Arbeiten in der prallen Sonne kann es leicht sein, dass sich die Haut abzuschälen beginnt. Dies passiert vor allem dann, wenn es gar zu einem Sonnenbrand kommt. Mit dem Lavendel lässt sich hierbei etwas Stärkung der Schutzschicht ermöglichen.

Lavendeltinktur im Sommer

Um eine Tinktur mit Lavendelblüten zuzubereiten, nimmt man diese frisch oder getrocknet in der Menge von 120 g und setzt sie in 1 Liter hochprozentigem Alkohol 14 Tage lang an. Danach abseihen, mit destilliertem Wasser auf 30 % verdünnen, in Fläschchen füllen, kühl und dunkel lagern. Um sich vor dem Aufenthalt in der Sonne vor dem Abschälen der Haut zu schützen, kann man die Tinktur zum Einreiben verwenden. Zusätzlich ist es klug, nach dem Sonnenbad noch ganz fein eine qualitätsvolle Ringelblumensalbe aufzutragen.


Lavendel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verdauung der Vierbeiner

Der Dost kann helfen

Der Sommer bietet eine gute Gelegenheit, um Gottes Natur unter freiem Himmel zu genießen. Nur wenn Gewitter und Regen es vernünftig erscheinen lassen, den Schutz der Häuser in Anspruch zu nehmen, bleibt einem der Gang ins Freie verwehrt. Ansonsten spricht nichts dagegen, wenn wir so manches schattige Plätzchen auskosten oder mit Sonnencreme und Hut geschützt eine zumutbare Wanderung antreten. Es sind vor allem die Tiere auf Weiden oder in der Wildbahn draußen, die ins Blickfeld rücken. Der Dost (Origanum vulgare) zählt ebenfalls zu den Lebewesen, die zwar nicht beweglich sind, aber dennoch zum Gesamtbild der Flora und Fauna unserer Heimat dazugehören. Bienen und Schmetterlinge wissen seine Blüten zu schätzen, die nun den heiß begehrten Nektar liefern. Mit seinen Inhaltsstoffen wiederum, die vor allem aus ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Harz und Bitterstoffen bestehen, fördert er des Menschen Verdauung. Übrigens kann es durchaus sein, dass jene, die einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blutbild aufweisen, gerade im Dost einen guten Unterstützer besitzen. Heute soll aber das Augenmerk – wie schon gesagt – auf die Tiere gerichtet werden, die unser Leben so wunderbar bereichern können. Es ist doch so, dass all jene, die eine liebende Sorge für die Vierbeiner tragen, beunruhigt sein können, wenn die Verdauung der anvertrauten Geschöpfe nicht so recht funktioniert. Egal, ob es sich dabei um fleischfressende Individuen handelt oder um reine Vegetarier wie etwa das gesamte Weidevieh: der Dost tut auch ihnen gut. Oft findet man ihn ohnehin in nächster Umgebung auf trockenen Böschungen. Also sollte man dieses Angebot auch ruhig nutzen.

Magenkraut für Tiere

Das blühende und getrocknete Dostkraut lässt sich fein zerkleinert unter jegliches Futter mischen. So kann man Haustieren eine Erleichterung verschaffen, wenn sie etwa unter Durchfall oder anderen Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes leiden. Bei Kühen kann man so auch die Produktion der Milch unterstützen. Ein Dostabsud wiederum ist ein ausgezeichnetes Mittel, um den Rachen von Vierbeinern zu desinfizieren.


Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kühlende Kräuter

Am besten als Aufguss

Vernunft und Gesundheit sind Begriffe, die sich wie die zwei Seiten einer Münze fast selbstverständlich zusammenfügen lassen. Immerhin hat uns der Herrgott viel anvertraut, als er uns mit Leib und Seele zu den Menschen werden ließ, die heute auf der Erde leben. Das dürfen wir dankbar entgegennehmen und bedenken. Kräuter sind dazu da, um unsere Existenz zu ergänzen. Lavendel, Pfefferminze und Kamille zählen ebenso dazu wie etwa Melisse und Ysop. Es ist ja erstaunlich, wie diese allesamt gut mit der Hitze zurechtkommen, sofern ihnen auch das Wasser rund um ihre Wurzeln nicht gänzlich fehlt. Aber dafür trägt ohnehin derjenige die Sorge, der sich im Garten um die grünen Freunde kümmert. Apropos Sorge: Vernunft und Gesundheit sollten auch bei der Begleitung unserer Kinder ganz oben auf der Liste der Imperative stehen, die einfach zu einer verantwortungsvollen Erziehung gehören. So kann man durchaus gezielt darauf schauen, was die Heranwachsenden an Flüssigkeit in den Zeiten wie den gegenwärtigen sonnenüberschüssigen Tagen zu sich nehmen. Da ist es wohl nur recht und gut, die Kräuter aufzugießen und weiterzureichen. Und ein Tee muss nicht immer heiß sein! Für Groß und Klein habe ich eine Mischung anzubieten, die sich schon gut bewährt hat. Darin sind neben den oben erwähnten Heilpflanzen auch noch die getrockneten Blätter von Walerdbeeren, Himbeeren und Schwarzen Johannisbeeren enthalten. Im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein kann man zu den Geschäftszeiten den Tee verkosten oder die Mischung ganz einfach im Webshop bestellen. So wollen wir mithelfen, dass vor allem unsere Kinder etwas Naturgegebenes trinken, besonders, weil sich die Ferien wiederum Richtung Schulzeit neigen.

Kräuter-Eistee

Die abgestimmte Mischung aus Erdbeerblättern, Kamillen- und Lavendelblüten, Ysop, Melisse, Pfefferminze, Himbeerblättern und Blättern der Schwarzen Johannisbeeren werden im Heißaufguss zubereitet (2 Teelöffel mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen). 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und erkalten lassen. Morgens anrichten und tagsüber mit etwas Zitronensaft oder Honig angereichert trinken. Pro Person kann man ruhig 1 Liter davon an einem Tag einnehmen. Den fertig gemischten Kräuter-Eistee erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum (Tel. 02844/7070-11 od. 31, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at) oder im Webshop.


Pflanzenzweige ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Linderung in Blütenform

Mädesüß bei Schmerzen

Im Laufe eines Tages sollte man mehrmals innehalten. Das hilft dem Körper, sich zu regenerieren und der Seele, um neue Kraft zu tanken. Eine Zutat darf dabei noch hinzukommen: die Stille. Abseits von Handy, Telefon oder den Signalen, die das Eintreffen einer neuen Mailnachricht verkünden, tut es irrsinnig gut, einfach nichts zu vernehmen. Wer gerade auf einer Wanderung unterwegs ist, darf z. B. betrachtend vor einer Pflanze stehenbleiben, die einen ebenfalls wortlos willkommen heißt. Das Madesüß (Filipendula ulmaria) kann da sehr leicht in Ufernähe eines Gewässers und auf feuchtem Wiesengrund gefunden werden. Um sich dieser Pflanze ebenso mit dem Geruchssinn zu nähern, ist es ganz einfach, das eigentümliche Aroma der duftenden Blüten mit der Nase zu erkunden. Die einen finden es angenehm, manch andere werden vielleicht wiederum an eine Arztpraxis oder einen Apothekenraum erinnert. Apropos Medizin und Pharmazie: dort dockt man gerne an, wenn irgendein Schmerz symptomatisch auf einen Defekt oder ein Leiden verweist. Weiß man um die Ursache, die sich als nicht so gravierend herausstellt, so kann man die Kraft der Natur nutzen, um sich eine Besserung zu verschaffen. Dazu fallen mir die Stichworte wie Rheuma, Gelenksschmerzen oder zeitweise auftretendes Kopfweh ein. Die Wiesenkönigin, wie das Mädesüß auch gerne bezeichnet wird, hat hier konkret eine Hilfestellung anzubieten.

Tee im Heißaufguss

Von getrockneten und zerkleinerten Blüten des Mädesüß nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Am besten ungesüßt schluckweise trinken. Man kann dies bei Bedarf tun oder mehrere Tage hindurch jeweils in der Früh und am Abend eine Tasse zu sich nehmen. Dies lindert die oben genannten Schmerzen.

Mädesüß oder Wiesenkonigin ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reiner Gemüsesaft

Karotten haben eine gute Wirkung

Die Erde unter unseren Füßen ist etwas Wunderbares! Man merkt das ganz besonders gut, wenn wir in den gegenwärtigen Tagen z. B. in einen Keller gehen und die wohltuende Kühle dort auskosten können. Im Winter wiederum gewinnen viele das Wärmende aus den tiefen Schichten neben den Häusern, um mit so genannter Erdwärme ressourcenschonende Energie zu benutzen. Und manche Pflanzen wie eben die Karotten (Daucus carota) verstehen es ebenfalls, unterirdisch Kraft und Heilsames zu sammeln und zu speichern. Je mehr sich die Wochen nun bereits Richtung Herbst neigen, desto reicher wird all das Erntegut, das die eigenen Beete zum frischen Genuss preisgeben. So ist es nur recht und gut, sich gleich dieses Angebotes zu bedienen und dem ganzen Organismus zugänglich zu machen. Durch das bloße Schauen auf das Karottengrün wird dies nicht geschehen können. Die Möhren enthalten u. a. verschiedene Carotine, Vitamine, Fruchtsäuren und Mineralstoffe. Davon profitieren nicht nur der Sehsinn, sondern ebenso der Aufbau der Muskulatur und vor allem die Haut. Also kann man darangehen, die Karotten auf verschiedene Art aufzubereiten und regelmäßig zu konsumieren. Hat man eine große Menge zur Verfügung, deren vollständigen Verbrauch man für sich allein oder für die Familie in Frage stellt, ist es sinnvoll, eine Saftkur mit Karotten ins Auge zu fassen. Denn hier braucht man über eine längere Zeitspanne hinweg regelmäßig den nötigen Nachschub. Zusätzlich ist es ratsam, sich einen gut funktionierenden Gemüseentsafter zu besorgen.

Karotten entsaften

Erwachsene sollten zur Unterstützung ihrer Gesundheit 3 Esslöffel voll frischen Karottensaft pro Tag zu sich nehmen, bei Kleinkindern reicht hingegen 1 Teelöffel am Morgen und einer am Abend. Eine Kur, die mit der wertvollen Flüssigkeit durchgeführt wird, kann ruhig mehrere Monate lang dauern. Gründe dafür können die Pflege der Schönheit der Haut sein, Geschwüre und Abszesse sowie Folgen von Verbrennungen. Der Karottensaft unterstützt zudem eine gute Narbenbildung.

Karotten (Daucus carota) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Vom Wacholder profitieren

Unterstützt Haut und Mund

Ein medialer Dauerbrenner ist es nun, mit welchen Methoden man sich Kühlung und Erfrischung zukommen lassen kann. Ein Sprung ins mehr oder weniger kühle Nass kann dann durchaus angebracht sein. Doch das ist nicht jederzeit und vor allem nicht jedermann möglich. Über das reichliche Trinken durfte ich schon berichten. So möchte ich heute einem Gewächs das Augenmerk schenken, das wir im Normalfall kaum mit Sommer und Sonnenschein in Verbindung bringen. Es ist der Gemeine Wacholder (Juniperus communis), den wir noch in manchen Landstrichen sozusagen in freier Wildbahn vorfinden können. Leider ist er aber dort schon sehr selten geworden. Viel eher darf man ihn in den Gärten entdecken, wo er meist als Ziergehölz gepflanzt wird. Ich selbst darf in meinem Pfarrhofgarten ein mittlerweile stattliches Exemplar betrachten, das auch reichlich mit Beeren bestückt ist. Diese fallen zum Teil zu Boden, ehe sie genutzt werden können. Sobald die Wacholderbeeren eine blaue Färbung besitzen, kann man sie auch zur Herstellung verschiedener Hausmittel heranziehen. Gewiss kennt man sie in getrocknetem Zustand als Gewürz. Frisch von den Zweigen gepflückt, kann man 3 bis 5 Exemplare davon kauen, um so das Immunsystem zu unterstützen. Jedoch sollten auf jeden Fall die Nieren intakt sein, da sie durch die Wacholderbeeren zusätzlich gereizt werden könnten. Bei einer äußerlichen Anwendung spielt das eher eine zu vernachlässigende Rolle. Mit dem Wacholder kann man auf natürlich Weise den Mund und die Haut erfrischen. Dazu braucht man eine Flüssigkeit, die eigens hergestellt wird. Und so wird’s gemacht.

Wacholder-Wasser

Von frischen kleingeschnittenen Wacholder-Triebspitzen nimmt man 3 Esslöffel voll und ebenso viel von reifen Wacholderbeeren, die man zerdrückt. Beides zusammenfügen und 24 Stunden in 1 Liter kaltem Wasser ansetzen. Dann abseihen, den Rückstand auspressen und die Flüssigkeit dem Absud beifügen. Noch 5 Esslöffel hochprozentigen Alkohol hinzugeben. Gut verschlossen und kühl lagern. In einem lauwarmen Wasser 3 Esslöffel Wacholderwasser verdünnen, um den Mund auszuspülen. Ebenso kann man damit einen Waschlappen tränken und die Haut abreiben. Das erfrischt auf jeden Fall.


Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Massage mit Unterstützung

Efeublätter für Leib und Seele

Abseits des Alltags mit Berufsverpflichtungen und der täglich anfallenden Arbeit im Bereich der Familie und des Haushalts tut es gut, Pausen einzulegen und Kraft zu tanken. Wir können unmöglich rund um die Uhr funktionieren, weil wir schlicht und einfach nicht genügend Ressourcen dafür zur Verfügung haben. Neben einem erholsamen Schlaf gibt es auch noch andere Formen des Relaxens. Im Efeu (Hedera helix) lässt sich ein Partner entdecken, der das Seine dazu beitragen kann, damit wir gleich ihm aus der Niedergedrücktheit und einem Gefühl der Abspannung wieder emporsteigen können. Der Efeu verkörpert gleichsam die Selbstüberwindung. Zwar kann er durchaus entlang der Erdoberfläche gedeihen und als so genannter Bodendecker für eine grüne Schutzschicht das ganze Jahr über sorgen, aber dennoch strebt er, sobald er einen Baumstamm oder eine Mauer mit seinen Trieben erreicht, nach oben. Und so ist es nur recht und gut, dieses Zeichenhafte des kletternden immergrünen Gefährten wahrzunehmen und auch für das eigene Wohl zu nutzen. Obschon man eine innerliche Anwendung des Efeus vermeiden sollte, ist es möglich, über die Haut seine Wirkkraft entgegenzunehmen. Es gehört ohnehin zu den selbstverständlichen körperlichen Pflegemaßnahmen, sich bei Verspannungen oder dergleichen massieren zu lassen. Bei dieser Gelegenheit kommen nicht selten pflanzliche Öle zum Einsatz. Hier möchte ich eben einmal den Efeu all jenen empfehlen, die einen Weg suchen, der einem hilft, seelisch und körperlich gerade in einer entspannenden Phase wie einer Massage neue Kraft zu schöpfen.

Efeu-Massageöl

Wer sich regelmäßig massieren lässt, darf dabei auch natürliche Öle als Zusatz verwenden. Ein sehr wertvolles Öl gewinnt man, indem man 100 g frische Efeublätter mithilfe einer Fleischmaschine zerkleinert und in 1/2 Liter kaltgepresstem Olivenöl ansetzt. Das Ganze wird 14 Tage ins Fenster gestellt, bevor man es abseiht, auspresst und hernach im Dunkeln lagert. Am besten in kleine Fläschchen abfüllen, um das Öl gleich handgerecht verwenden zu können. Ein Efeu-Massageöl ist schon fertig im Kräuterpfarrer-Zentrum erhältlich.


Efeu ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kräuter bei Hitze

Den Durst sinnvoll löschen

Mittlerweile sollten wir uns bereits daran gewöhnt haben, dass der Sommer je neu dazu fähig ist, das Thermometer auf Spitzenwerte in die Höhe zu treiben. Europaweit sorgen Waldbrände für beunruhigende Nachrichten, die unser Verhalten der Umwelt gegenüber auf drastische Weise in Frage stellen. Vorrangig aber ist es nun, dem Bruder Leib zur Seite zu stehen, damit dieser gut durch die heißen Tage kommt. Die Blätter der Walderdbeeren und der Schwarzen Johannisbeeren sind ganz wertvolle Gaben der Natur, um gerade jetzt zur Anwendung zu kommen. Ebenso sind es vor allem die schön anzusehenden Hibiskusblüten, die dem Organismus eine Erfrischung zuführen können. Darüber hinaus hellen Lavendelblüten die Stimmung auf, die ja auch aufs Gemüt drücken kann. Kamillen wiederum schaffen es, einem gestressten Körper im Bereich der Verdauung und des Kreislaufes eine inhaltsstoffliche Unterstützung zu liefern. Es gibt so viele Heilkräuter und Gartenpflanzen, die uns die überschüssige Sonnenenergie und die Kraft der Erde „menschengerecht“ umwandeln, damit wir über deren wirkkräftigen Effekte unsere Agilität auf Vordermann halten. Am besten kann man das eben Geschilderte in einem einfach aufzugießenden Tee zusammenfassen, der fertig gemischt vom Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein an der Thaya bezogen werden kann. Die fachkundig abgestimmte Kräuterkomposition, die noch von Hermann-Josef Weidinger zusammengestellt wurde, der heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, bewährt sich bis zum heutigen Tag. Wenn wir den Flüssigkeitsbedarf des Körpers schon gewährleisten wollen, dann sollten wir das auf vernünftige Weise tun. Am besten eben mit Kräutern, die Hitze und Trockenheit oft besser meistern als unsereins.

Kräutermischung „Durstlöscher“

Die darin enthaltenen Kräuter wie Kamille, Lavendel, die Blätter der Schwarzen Johannisbeere, Erdbeerblätter und Hibiskusblüten werden folgendermaßen aufbereitet: 2 Teelöffel dieser Mischung übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser, lässt das Ganze 15 Minuten ziehen und seiht letztlich ab. Je nach Geschmack kann man den Tee mit Honig und Zitronensaft ergänzen. Den ausgekühlten Tee tagsüber als Durstlöscher trinken, indem man in der Früh bereits 1 Liter davon aufgießt.


Durstlöscher Kräuter-Teemischung ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya