Für die Atemwege

Die Alantwurzel nutzen

Manche Schätze muss man lange suchen, ehe man sie findet. Das Glück spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das lehren uns Erzählungen und Geschichten, die wir schon als Kinder vorgelesen bekommen haben oder selbst in den Büchern begeistert verfolgt haben. Die Mutter Natur ist reich an Vorzügen und Gaben, die nicht auf den ersten Blick entdeckt werden. So schön eine Blume auch blühen mag, ist es doch oft die Wurzel, die den eigentlichen gesundheitsfördernden Wert darstellt. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Alant (Inula helenium). Diese ursprünglich aus dem westlichen Asien stammende Heilpflanze zählt zur Familie der Korbblütler. Wie viele andere Heilgewächse hat jedoch auch der Alant eine lange Tradition der Kultivierung und der Verwendung in Europa. Und hier war und ist es hauptsächlich die Wurzel, die sich als brauchbar herausstellt. Vor allem jene, die mit der Verdauung Probleme haben, können sich der Vorzüge des unterirdischen Wuchsteiles der hoch wachsenden Pflanze bedienen. Denn in ihm sind unter anderem auch das leicht verdauliche Inulin, sowie ätherische Substanzen und Gerbstoffe enthalten. Aber die über Generationen geübte Praxis der Verwendung des Alants weiß noch um einen weiteren Nutzen. Ziel sind hierbei die Atemwege, die leider nur allzu leicht in Mitleidenschaft eines Infekts oder einer Erkältung geraten können. Gerade dann, wenn sich im Zuge der Erkrankung viel Schleim ansammelt, sollte man klug sein und den Alant als mögliche Abhilfe heranziehen. Wer dann einen Tee zubereiten möchte, achte darauf, dass man bei dessen Zubereitung anders verfährt als bei getrockneten Blättern und Blüten, die man für gewöhnlich ganz einfach mit heißem Wasser übergießen kann. Dies wäre bei der Wurzeldroge des Alants nicht entsprechend.

Tee bei Bronchialkatarrh

Von der feingeschnittenen frischen oder getrockneten Wurzel des Alants nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und 3 Stunden lang ziehen lassen. Dann bloß erwärmen und abseihen. 2 bis 3 Tassen pro Tag schluckweise trinken. Bei Bedarf kann man den Tee mit Honig süßen.

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zur Stärkung des Haares

Brennnessel ist gut geeignet

Heuer feiern wir die bemannte Mondlandung, die vor 50 Jahren die ganze Welt in den medialen Bann gezogen hat und bis heute bestaunt und bewundert werden darf. Die technischen Errungenschaften haben sich gewiss seit dieser Zeit verändert und verbessert, aber dennoch hat vieles von damals auch heute noch Gültigkeit. Angesichts eines sich rapid verschlechternden Klimas auf unserem Planeten Erde sollten wir jedoch verstärkt auf das achten, was uns hier das Leben ermöglicht. Aus diesem Grund möchte ich heute ein eher unspektakuläres Kraut behandeln. Es ist die Große Brennnessel (Urtica dioica). Sie wächst und gedeiht, ohne dass sich der Mensch groß um sie kümmern würde. Gerade dort, wo im Boden einiges an Stickstoff vorhanden ist, wächst sie besonders gut. Seit jeher wurde und wird dieses Gewächs in der Naturheilkunde geschätzt und auch dementsprechend oft verwendet. Sie unterstützt einen Reinigungsprozess des Körpers. Das merkt man daran, dass z. B. vermehrt Harn ausgeschieden wird, wenn man einen Brennnesseltee trinkt. Die Wuchsteile des Heilkrautes enthalten neben Vitaminen auch einen hohen Anteil an Mineralstoffen, was es dafür prädestiniert, um auch für die Kosmetik unseres Leibes herangezogen zu werden. Die Kopfhaut samt ihrer Haarpracht ist heute das Ziel meines konkreten Tipps. Denn oft sucht man nach einem geeigneten naturnahen Mittel, um diese Zone des Hauptes zu hegen und zu pflegen. Die Brennnessel ist einerseits leicht zu haben und andererseits gelingt es mit wenigen Schritten, ein Hausmittel mit den Vorzügen dieses Gewächses eigenhändig herzustellen. Also, bevor man sich über die Anwesenheit der Brennnessel ärgert, sollte man vielmehr dem Herrgott dafür danken und gleich für die eigenen Haare etwas damit unternehmen.

Haarwasser mit Brennnesseln

100 g feingeschnittene frisch geerntete und gesäuberte Blätter der Brennnessel werden mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergossen. Bis zum Erkalten ziehen lassen und dann abseihen. 1/2 Liter 5%igen Essig dazugießen. Bevor man die Kopfhaut am besten abends damit einreibt, kann man dieses Haarwasser noch ca. auf Körpertemperatur erwärmen. Um das Haar zu festigen und gleichzeitig geschmeidig und glänzend zu erhalten, sollte man diese Anwendung 10 Tage hintereinander durchführen.

Große Brennnessel (Urtica dioica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Kraut für den Bauch

Odermennig hat sich bewährt

Wer seinen Körper als ein Geschenk Gottes annehmen kann, hat sicher einen großen Vorteil gegenüber jenen, die sich schwer damit tun, sich so zu akzeptieren, wie man eben ist. Je weiter das Leben voranschreitet, umso schwieriger wird es oft, die Leibesmitte schlank und rank zu halten. Diese Veränderung hat mehrere Gründe und braucht uns nicht zu sehr Sorgen bereiten, sofern Herz und Gelenke diesen Zustand verkraften. Mit dem Odermennig (Agrimonia eupatoria) möchte ich jedoch weniger auf die äußere Kontur bzw. Linie der menschlichen Physis blicken, sondern vielmehr auf das, was in unserem Bauch verborgen liegt. Denn immerhin befinden sich dort die wesentlichen Zentren, die zu unserem Wohlbefinden einen großen Beitrag liefern bzw. uns generell am Leben erhalten. Ganz konkret seien damit der Magen, die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse und der Darm angesprochen. Im Odermennig finden sich genau die Substanzen, die eine geregelte Tätigkeit der Bauchregion fördern und unterstützen können. Es sind vor allem Gerbstoffe, Bitterstoffe, ein wenig ätherisches Öl und eine beachtliche Menge an Kieselsäure, die übrigens auch für Haare, Nägel und Haut von großem Wert ist. Aber bleiben wir vorerst einmal beim Bauch. Die Leber sollte generell mehr Beachtung finden als bloß beim Ablesen der erhöhten Werte eines angeforderten Blutbefundes. Ebenso bedarf auch die Galle einer Unterstützung. Sehr viele sind ja ohnehin mit chronischen Beschwerden der Gallenblase beschäftigt und dürfen dankbar sein, dass gerade ihnen die Natur den Odermennig zur Verfügung stellt. Im gesamten Verdauungskanal wiederum ist es gut, wenn dort eine geregelte Saftabsonderung gewährleistet wird. Also, es gibt genügend Gründe, um den Odermennig wertzuschätzen.

Tee als Fitmacher

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Odermennigs nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und ungesüßt schluckweise trinken. 3 Tassen pro Tag reichen vollkommen aus. Gerade in der Früh sollte man den Tee auf nüchternen Magen trinken. Leber, Galle, Magen und Darm werden dadurch positiv stimuliert. Das trägt zu einem erhöhten Wohlbefinden und einer gefestigteren Gesundheit bei.

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Wundheilung beschleunigen

Am besten mit Frauenmantel

Der Sommer ist die Zeit der Freiheit. Das zeigen die Reisen, die man gerade im Urlaub durchführt, um einmal einen Tapetenwechsel zu erleben und durchaus auch räumlich Distanz zum oft mühsamen Alltag zu gewinnen. Es ist aber auch die Zeit der Arbeit in Haus und Garten. Überall dort, wo man selbst manuell tätig wird, geht so manches nicht reibungslos vonstatten. Heute am Sonntag möchte ich daher gerne den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) vor den Vorhang bitten, damit wir uns einmal mehr die Gaben der Natur dankbar ins Gedächtnis rufen und ihre Hilfe ganz praktisch und konkret in Anspruch nehmen. Wie bei vielen anderen Kräutern, die wir gerade auch hierzulande auf Feld und Flur, im Wald oder eben im eigenen Garten entdecken dürfen, sind in den einzelnen Wuchsteilen bestimmte Inhaltssubstanzen enthalten, die beim Frauenmantel zu einem hohen Anteil in Form von Gerb- und Bitterstoffen vorhanden sind. Das haben schon die Kräuterspezialisten seit dem Mittelalter bemerkt. Übrigens kommt eine spezielle Art dieses Krautes in den alpinen Regionen vor und wird als Silbermantel (Alchemilla alpina) bezeichnet. Die Wirkung ist bei dieser Pflanze ähnlich wie beim Frauenmantel des Flachlandes. Wie der Name schon sagt, hat man dieses Gewächs vor allem bei Frauenleiden zum Einsatz gebracht. Im heutigen Tipp möchte ich jedoch lediglich die äußere Verwendung des Frauenmantels anempfehlen. Als Folge der eingangs angesprochenen häuslichen Tätigkeit können nämlich an den Händen ganz leicht Abschürfungen oder gar kleine Wunden entstehen, die der Versorgung bedürfen. Übrigens ist dies ebenso an den Füßen sehr leicht der Fall, wo bei Hitze ja gern auf ein schützendes Schuhwerk verzichtet wird. Wie auch immer: es ist nur recht und klug, die häufig nur kleinen Wehwehchen keimfrei und steril zu halten, damit keine größeren Entzündungsherde daraus werden. Und zum Abheilen kann der Frauenmantel etwas beitragen.

Hand- und Fußbäder

Um den Heilungsprozess bei kleineren Wunden an Händen oder Füßen zu beschleunigen, kann man regelmäßig Bäder durchführen. Um einen Zusatz dafür anzurichten, nimmt man 3 Esslöffel voll getrocknete und zerkleinerte Blätter des Frauenmantels und übergießt diese Menge mit 1 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Dem Badewasser beigeben und die betroffenen Zonen darin baden.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Marillen im Übermaß

Aktuelle Gesundheitsunterstützung

Österreich ist ein Land voller schöner Landschaften. Egal, ob hoch oben zu Berge oder dort wo sanfte Hügel oder gar weite Ebenen zu erblicken sind: wir dürfen überall die Heimat als großen Schatz erkennen, den es zu hüten und zu bewahren gilt. In einem touristischen Aushängeschild, nämlich der Wachau in Niederösterreich, gibt es momentan eine Erfolgsstory, in die man live einsteigen kann: die Marillen (Prunus armeniaca) sind heuer in einem Maß reif geworden und damit griffbereit vorhanden, wie dies selten der Fall ist. Gewiss gibt es diese Frucht auch andernorts zu haben und da und dort ist ihre Saison schon wieder vorüber. Dennoch ist es noch nicht zu spät, um mit dieser äußerst geschmackvollen und vor allem aus heimischer Produktion stammenden Köstlichkeit seiner Gesundheit das Fundament zu festigen. Schauen wir uns daher die Vorteile der gelborangen bis teilweise rötlich gefärbten Gabe von den Marillenbäumen einmal näher an. Die Mineralien wie Natrium, Kalzium und Phosphor sind es, die neben einem hohen Gehalt an Eisen und Kalium das süße Fruchtfleisch auszeichnen. Darüber hinaus sind es die Vitamine, die der Körper beim Genuss der Marillen willkommen heißen kann. Hierbei sticht der Anteil an Vitamin A besonders hervor. Am besten ist es daher, gleich das aktuelle Angebot zu nutzen und täglich frische reife Früchte zu essen. Damit werden dem Darm die stets notwendigen Ballaststoffe geliefert, die den Verdauungskanal fit und aktiv erhalten. Es zahlt sich also aus, die momentane Chance zu nutzen und sich in die heurige Erfolgsgeschichte der Marille einzuklinken. Übrigens: wer umweltfreundlich entlang des Donauufers reisen möchte, fährt am Wochenende am besten mit der Wachaubahn zwischen Krems und Spitz.

Obst bei Blutarmut

Um die Verfassung des Blutes bei Anämie (zu Deutsch Blutarmut) begleitend aufzubessern, kann es sinnvoll sein, vor allem zu frischem Obst – vor allem Marillen – zu greifen. Solange diese Früchte vorhanden sind, sollte man gleich zu Beginn des Tages ein paar davon essen und dann wiederum rund um die Mittagszeit. Das unterstützt die Gesamtverfassung des Körpers und bringt den Gewinn etlicher Mineralstoffe und Vitamine mit sich. Voraussetzung dafür ist, dass auch Magen und Darm dies vertragen.

Marillenzweig mit Früchten (Prunus armeniaca) ⓒ Pixabay





Die Widerstandskraft erhöhen

Eichenrinde stärkt die Haut

Das Erkennungsmerkmal für Firmen, Produkte und Dienstleistungen spielt in unserem Alltag eine große Rolle. Meist sehen wir es als so genanntes Logo auf den Waren oder den Seiten des Schriftverkehrs. In früheren Zeiten war es vor allem die Wappen, die gerne von Adelshäusern, Familien und Berufsständen angebracht oder gezeichnet wurden. Und „sich zu wappnen“ bedeutet einerseits einen Ausdruck der Identität zu finden und andererseits sich abzugrenzen und zu schützen. Da liegt es mir nahe, heute an die Eiche (Quercus) zu denken. Dieser Baum steht für Stärke und hohes Alter. Genau diese Tugend bzw. Gnade wünsche ich allen, die diese Zeilen lesen! Doch ist es nicht bloß die Symbolik, die wir von dieser holzliefernden Pflanze gleichsam ernten dürfen. In all seinen Wuchsteilen bergen sich wertvolle Gerbstoffe, die gleichzeitig einen adstringierenden Effekt mit sich bringen, sofern man eine Anwendung im Zusammenhang mit der Eiche durchführt. Am besten ist es, sich zu diesem Zwecke der Rinde der zarten – etwa fingerdicken – Zweige zu bedienen. Je älter ein Mensch wird, desto weicher und schwammiger erweist sich so manche Gewebsstruktur. Die Haut wird ebenso spannungsärmer. Und daher ist es nur recht und gut, wenn man sich der Hilfe der Natur bedient, um diesem Procedere entgegenzuwirken. Übrigens ist es förderlich, auch an die Schleimhautgefäße entlang des gesamten Ernährungs- und Verdauungstraktes zu denken. Dort bedarf es ebenso einer immer wieder erneuerten und gefestigten Widerstandskraft. In der Rinde der Eichenzweige finden wir eine geeignete Droge, um hier konkret etwas zu unternehmen. Der Tee, der damit zubereitet werden kann, ist sowohl innerlich als auch äußerlich von großem Nutzen.

Eichenrindentee anrichten

Von getrockneter und zerkleinerter Rinde der Stieleiche (Quercus robur) nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kaltem Wasser. Über Nacht stehen lassen und erst am nächsten Morgen gründlich aufkochen. Gleich danach abseihen. Auf nüchternen Magen schluckweise trinken, um sich gegen eine Entzündung der Schleimhäute zu wappnen. Bei sämtlichen Hautkrankheiten oder- reizungen kann dieser Tee auch als Waschung bzw. Umschlag Verwendung finden.

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Husten im Sommer

Drei Kräuter mischen

Auch wenn sich so mancher politische Bericht aus Großbritannien rund um die Art des Brexits dreht, die mit der Ernennung eines neuen Premiers massiv zur Diskussion zu stehen scheint, so war dies nicht der Beweggrund, einen Teil meines zurückliegenden Urlaubs auf der britischen Insel zu verbringen. Vielmehr durfte ich neben kulturellen Highlights die Schönheit so mancher Bahnstrecke auskosten, die es dort zu entdecken gibt. Leider habe ich mir auch eine Erkältung auf der Rückreise bei extremster Hitze eingeheimst. Ja, das kann gerade jetzt im Sommer passieren. Defekte Klimaanlagen, Zugluft und gleichzeitiges Schwitzen ermöglichen das im Handumdrehen. Die Pfefferminze, die den Briten bekanntlich sehr nahesteht, die Kamille und die Stockrose dürfen daher heute unsere Aufmerksamkeit erhalten. Bei den ersteren beiden Pflanzen sind es die ätherischen Öle, die sich sehr wohltuend auf die Atemwege auswirken können. In den Blüten der Stockrosen finden sich darüber hinaus wertvolle Flavonoide und vor allem Schleimstoffe. In den Malvengewächsen, zu denen die Stockrosen in der botanischen Klassifizierung zählen, bergen sich generell eine hohe Menge schleimiger Substanzen. Das ist bei Gebrauch nicht bloß für die Bronchien, sondern darüber hinaus für die Verdauungswege ganz wertvoll. Aber bleiben wir vorerst bei den Erkältungen. Gerade im Sommer, wenn es heiß und schwül ist, dauert es oft, um von diesen Beschwerden wiederum loszukommen. Mit Unterstützung von drei Kräutern kann dieser Umstand jedoch verkürzt werden. Es ist ohnehin sehr sinnvoll, aufgrund eines erhöhten Flüssigkeitsbedarfs dem Tee zuzusprechen. In der Kräuterpfarrer-Tradition gibt es mehrere Mischungen, die man verwenden kann. Es ist ganz einfach, sich darüber zu informieren. Vielleicht hat ja jemand aus dem eigenen Garten die Pfefferminze, die Kamille und die Stockrose zur Verfügung. Da darf man sich selbst dann damit weiterhelfen.

Teegemisch bei Hustenanfällen

Getrocknete Pfefferminzblätter und Stockrosenblüten werden vorerst zerkleinert und noch mit Kamillenblüten zu gleichen Teilen gemischt. Davon nimmt man dann 2 Teelöffel voll, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Aufguss 15 Minuten zugedeckt ziehen. Abseihen und schluckweise trinken. 3- bis 4-mal am Tag durchführen. Das ist eine gute Begleitung bei sommerlichen Erkältungen, die sich lindernd auswirken kann.

Pfefferminze, Blütenzweiglein (Mentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Kamillenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Stockrosenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Lindernde Früchte

Die Beeren der Eberesche

Die Schlagzeilen häufen sich. Immer wieder ist von Phänomenen die Rede, die ein Indiz für ein Ungleichgewicht in der Natur darstellen. Das betrifft Murenabgänge in gleicher Weise wie etwa das Auftreten von invasiven Arten bei Tier und Pflanze. Die sogenannten Neophyten machen gar manchen zu schaffen, da sie heftige allergische Reaktionen hervorrufen können. Da gewinnen meiner Meinung nach einmal mehr die Bäume wieder an Bedeutung, die so vieles in unserer unmittelbaren Umgebung stabilisieren, reinigen und ausgleichen können. Die Eberesche (Sorbus aucuparia) scheint auf den ersten Blick nicht unbedingt etwas Besonderes zu sein. Ich persönlich mag aber diesen Baum seit meiner Kindheit, da ich zur Winterszeit gerne vom Fenster aus die Vögel wie etwa Gimpel oder Seidenschwänze beobachten konnte, die sich an den dort noch befindlichen Früchten Sättigung verschafften. Gewiss sind diese rot gefärbten Gaben der Eberesche viel eher unter dem Namen Vogelbeeren bekannt, doch profitiert nicht bloß das gefiederte Volk davon. Seit langen Zeiten hat sich auch der Mensch die Vorteile des zu den Rosengewächsen zählenden Baumes zunutze gemacht. Die Blätter und die Blüten der Eberesche eignen sich getrocknet als Grundlage für einen Tee, der begleitend bei Atembeschwerden oder bei Verdauungsproblemen getrunken werden kann. Alte Aufzeichnungen empfehlen einen derartigen Aufguss ebenso bei Hämorrhoiden. Die getrockneten Beeren wiederum sind reich an Gerb- und Bitterstoffen und können daher desgleichen bei manchen Beschwerden dienlich sein. Vergessen möchte ich darüber hinaus nicht auf den Vitamingehalt sowie auf das Pektin, die diesen Früchten zudem eigen sind. Nicht wenige Menschen klagen über Migräne, die sich auf verschiedene Arten äußern kann. In den Ebereschen gibt es auch dafür eine lindernde Wirkung.

Getrocknete Beeren einnehmen

Von Kräuterpfarrer Weidinger stammt folgender Tipp: Bei Migräne zweimal täglich 1 Teelöffel voll getrocknete Ebereschenfrüchte zu sich nehmen. Vorher jedoch kurz in Wasser einweichen, dann gut kauen. Die Menge auf keinen Fall überschreiten. Das kann man kurmäßig bis zu 3 Wochen durchführen. Nur anwenden, sofern der eigene Magen dies auch verträgt.

Eberesche oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Blutreinigung im Sommer

Am besten mit Salbei

Die freie Zeit bringt viele Vorteile mit sich. Man kann hinfahren, wo man möchte, darf sich Zeit nehmen für das, was das Jahr über nicht durchgeführt werden konnte und schenkt uns die Möglichkeit, nicht zuletzt auch für die Gesundheit etwas zu tun. Immerhin geht dieses Thema ganz leicht im Getriebe des beruflichen Alltags nur allzu oft unter. Im Salbei (Salvia officinalis) finden wir einen Partner, der uns gerade in den warmen Wochen und Monaten begleitet. Er gedeiht in vielen Kräuterbeeten, die auch in Parkanlagen gerne gepflegt und hergezeigt werden. Ein Grund mehr, um sich seines Nutzens zu bedienen. Das Thema Blutreinigung scheint meist nur in der Frühlingszeit auf dem Tablett zu liegen. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass gerade im Sommer der Körper sehr vielen Herausforderungen gegenübersteht, die einerseits aufgrund hoher Außentemperaturen vorliegen und andererseits ebenso mit der oft deftigen und genussvollen Ernährung einhergehen. Die Gerb- und Bitterstoffe des Salbeis können dahingehend viel bewirken. Darüber hinaus erweisen sich auch die ätherischen Öle in den Blättern des einst mediterranen Lippenblütlers gerade für unser Blut als wertvoll. Übrigens möchte ich weiters auf die Vorteile hinweisen, die der Salbei parat hält, wenn es darum geht, die hohe Aktivität der Schweißdrüsen zu drosseln. Aber darauf kann ich ein andermal näher eingehen. Heute möchte ich vor allem das Innere unserer Physis betrachten. Funktioniert der Stoffwechsel gut und kann das Blut seine Arbeit im Versorgen der einzelnen Glieder und Organe ordnungsgemäß vollziehen, so führt dies zu einem Wohlbefinden, das wir uns durchaus im Urlaub gönnen sollten. Nur so können wir letzten Endes für all das Kraft schöpfen, was danach wiederum ansteht.

Salbei in Wein

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Echten Salbeis nimmt man 1 Esslöffel voll. Diese Menge übergießt man mit 1/4 Liter qualitätsvollen Weißweins. 1 Stunde lang ziehen lassen und dann abseihen. Schluckweise vor der Hauptmahlzeit trinken. Das trägt dazu bei, dass der Reinigungsprozess des Blutes unterstützt wird und der Umlauf in den Adern besser vollzogen werden kann.

Salbei blühend (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Tag einrahmen

Mit Rosen-Blütenblättern

Ein schönes Bild kommt meist dann erst zur Geltung, wenn es auch in einem dementsprechenden Rahmen sitzt. Diesen Sachverhalt dürfen wir beim Besuch berühmter Museen feststellen, da wir über die Meister vergangener Jahrhunderte staunen. Für die Maler jeder Zeit wurden Blumen ein Gegenstand der künstlerischen Betrachtung, der in ihren Werken auf verschiedenste Weise seinen Niederschlag fand. Gewiss waren es die Rosen (Rosa), die es den meisten angetan hatten. Daher möchte ich heute diese edlen Gewächse aus dem kostbaren Kunstwerk der Schöpfung Gottes herausgreifen und uns allen bewusst vor Augen stellen. So sehr sie dazu angetan sind, die Gärten und Parks zu schmücken, den Liebhabern in züchterischen Formen die Sommerszeit mit Freude und Arbeit zu füllen oder einem lieben Menschen die Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, so gut sind sie auch als gesundheitliche Hilfe zu verwenden. Zu ihren Inhaltsstoffen zählen nicht nur Gerbstoffe und Gerbsäuren, sondern auch ätherisches Öl, Flavonoide und Saponine. Um diese Wirkkräfte abzurufen, konzentriert man sich vor allem auf das Sammeln der Blütenblätter. Der günstigste Zeitpunkt des Pflückens derselben ist jener, da sich die Blüten öffnen. Nach dem Abzupfen legt man sie locker in einen Korb, ohne sie zu zerdrücken. Danach gibt man sie am besten auf einen Rahmen gespannten Baumwollstoff, um diese wertvolle Droge an einem schattigen und luftigen Ort trocknen zu lassen. Übrigens sollte man sich vorzugsweise der Blütenblätter der roten Sorten bedienen. Der beruhigende Effekt, der von Rosenblüten ausgeht, kann insbesondere bei Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen eine Minderung der Beschwerden mit sich bringen. Am besten gießt man sich dann einen Tee mit diesen Gaben aus dem Garten auf, mit dem man morgens und abends gleichsam den Tag einrahmt.

Teeaufguss mit Rosen-Blütenblättern

2 Teelöffel mit getrockneten Blütenblättern roter Rosensorten werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Diesen Tee kann man eine Zeitlang täglich morgens nach dem Aufstehen trinken und dann am Abend eine 3/4 Stunde vor dem Schlafengehen jeweils 1 Tasse davon. Das trägt zur Blutreinigung bei und hat überdies eine beruhigende sowie ausgleichende Wirkung.

Rote Rose ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya