Den Essig verfeinern

Goldmelisse als Zusatz

Es zählt meines Erachtens zur hohen Kunst, wenn ich bei jemandem zu Tisch geladen werde, der selber auch die Speisen zubereitet. Denn jedes Kochen, Braten und Dünsten ist ja nicht ein rein technischer Vorgang, der mittels Kochbuchanleitung vonstatten geht, sondern es wird erst richtig köstlich, wenn man mit den Zutaten maßvoll umgeht und mit Gefühl einiges ausprobiert. Ganz offen gesagt: mir fehlt da das nötige Talent dazu. Dennoch traue ich mich drüber, um heute mit der Goldmelisse (Monarda didyma) einen praktischen Hinweis für Küche und Gesundheit zu liefern. Immerhin freue ich mich alljährlich, wenn ich im Kräutergarten die schönen Blüten bestaunen kann, die sich auf den Trieben dieses Gewächses entfalten. Und dann zupfe ich mir ein paar von den länglichen rot oder violett gefärbten Schönheiten ab, um sie im Mund zu zerkauen. Das schmeckt gut und bringt auch dem Leib einen Vorteil. Die ätherischen Öle und die Flavonoide der Goldmelisse wirken sich nämlich beruhigend und ausgleichend auf die Nerven aus. Darüber hinaus ist das Aroma der Blätter des Lippenblütlers, der einst auf dem Amerikanischen Festland seine Heimat hatte, nicht zu verachten. Sie enthalten übrigens auch den wertvollen Wirkstoff Thymol, den wir schon vom Thymian her kennen. Es ist möglich, neben den Blütenblättern auch die grünen Wuchsteile der Goldmelisse als Zusatz zu Salaten oder Desserts zu verarbeiten. Oder man kombiniert sie mit Essig und macht sich so die Vorteile des Heilkrautes für längere Zeit haltbar. Wie gesagt, ein findiger Chef oder eine phantasievolle Chefin in der Küche weiß ganz bestimmt etwas damit anzufangen. Darüber hinaus stellt ein Goldmelissen-Essig auch ein Hausmittel dar, das bei Entzündungen des Mund- und Rachenbereichs herhalten kann. Viel Spaß beim Erkunden dieser Vorzüge!

Goldmelisse und Essig

Von den grünen und frischen Blättern der Goldmelisse nimmt man eine Menge von 100 g. Die Blätter zerdrückt man zusätzlich noch leicht, bevor man sie in einem geeigneten Glasgefäß mit 1 Liter Apfelessig übergießt. 8 Tage verschlossen im Zimmer stehen lassen. Dann abseihen, in kleinere Flaschen füllen und – wenn vorhanden – noch ein kleines blühendes Zweiglein der Goldmelisse hineingeben. Dieser Ansatz kann zum Verfeinern von Salaten herangezogen werden, ebenfalls verdünnt als Gurgelwasser bei Entzündungen im Mund oder Rachen. www.kraeuterpfarrer.at

Goldmelisse oder Indianernessel (Monarda dydima) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Schlafen erleichtern

Eisenkraut hat dabei Vorteile

Inmitten eines sogenannten verlängerten Wochenendes ist es wohl ein Leichtes darüber nachzudenken, was mir und uns Ruhe und Entspannung verschafft. Immerhin wurden wir in den letzten Monaten ja vor allem geistig und mental gefordert, mit einer Ausnahmesituation gut und beherrscht zurechtzukommen. Und das hinterlässt auch Spuren. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Zukunft vieler Betriebe etwa gilt es momentan vieles abzuwägen, um den Bestand des Unternehmens nach Möglichkeit zu sichern. Aber auch vieles andere belastet das Nervenkostüm von gar nicht wenigen. Kein Wunder, wenn dann auch der Schlaf darunter leidet. Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ist eine Pflanze, die seit jeher dem Menschen sehr nahestand. Es kann durch forschende Archäologie schon in der Antike nachgewiesen werden, wo es nicht nur eine naturheilkundliche Verwendung erfuhr, sondern auch bei kultischen Handlungen eine Rolle spielte. Ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe und ein Quäntchen an Kieselsäure befinden sich in den grünen Wuchsteilen des Eisenkrautes. Für gewöhnlich zieht man es heran, um den Verdauungstrakt und die Atemwege damit zu stärken. In der Wirkpalette des Gewächses kommen darüber hinaus auch die Nerven auf ihre Rechnung. Aus meiner Sicht ist es sicher eine vernünftige Strategie, in angespannten, gestressten und aufreibenden Zeiten vor allem auf pflanzliche Hilfsmittel zurückzugreifen, die einerseits der ganzen Physis wohl tun und die zudem unsere leiblich-seelische Gesamtkonstitution festigen können. Und das Eisenkraut zählt hierbei zu den konkreten Möglichkeiten, wenn es darum geht, in ein für die Nerven ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Ich wünsche allen in diesen Tagen entspannende Stunden!

Eisenkraut aufgießen

Um die Nerven zu beruhigen und einen erholsamen Schlaf zu fördern, kann man auf das Eisenkraut zurückgreifen. Für gewöhnlich verwendet man das getrocknete und zerkleinerte Kraut, es lassen sich aber auch die grünen frischen Triebe dafür verwenden. Von der zerkleinerten Droge nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei guter Trinktemperatur schluckweise trinken. Am besten tut man das am frühen Abend, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kleine Mengen vorhanden

Der Saft aus Thymian bringt großen Gewinn

Wenn ich an dieser Stelle Tag für Tag die Heilkräuter einem geschätzten Leserkreis nahebringen darf, so geht es vor allem darum, auf wertvolle Lebewesen hinzuweisen, die einerseits für sich allein gesehen kostbar sind, die aber auch dazu gedeihen, damit sie unserer Gesundheit auf die Sprünge helfen, vor allem dann, wenn diese einen Mangel bzw. eine Schwäche aufweist. Auf verschiedene Art lassen sich die ganzen Pflanzen oder ihre speziellen Wuchsteile nutzbringend aufbereiten. Der Thymian (Thymus vulgaris) ist sicher ein Gewächs, das uns allen vertraut ist, dessen Namen zumindest alle schon einmal gehört haben. Er zählt in der botanischen Klassifikation zur Familie der Lippenblütler (Labiaceae). Mit seinen Inhaltsstoffen, die sich vor allem aus ätherischem Öl, Thymol, Gerb- und Bitterstoffen sowie aus Flavonen zusammensetzen, kann er in hervorragender Weise die Tätigkeit der Lunge unterstützen. Das macht sich insbesondere dann bezahlt, wenn eine starke Erkältung jemanden in Schach hält und auch, da man sich in der Phase der Rekonvaleszenz befindet, die sich gar nicht selten über lange Zeit hinziehen kann. Heute möchte ich auf die Gewinnung eines frischen Saftes aus den Trieben hinweisen. Wie geht das überhaupt? Auf mehrere Teller legt man die abgeschnittenen Zweiglein, die man aus dem Garten holt. Ganz fein übersprüht man das Kräutergrün mit kaltem Wasser, das sich über 3 Stunden lang mit dem Thymian verbinden kann. Zum Schluss zerschneidet man den Thymian und dreht die angefeuchteten Pflanzenteile durch eine Fleischmaschine oder einen geeigneten Entsafter. Wie gesagt, die Ausbeute wird dabei äußerst gering sein. Mit einem haltbaren leicht alkoholischen Thymian-Auszug, der im Kräuterpfarrer-Zentrum zur Verfügung steht, kann man den Bronchien ebenso eine Hilfe zukommen lassen. Übrigens tut der Thymian auch dem Magen gut.

Thymiansaft für die Bronchien

Von einem frisch aus den grünen Trieben des Thymians gepressten Saft (Vorgang siehe im ausführlichen BLOG) nimmt man pro Tag höchstens 3 Esslöffel voll zu sich, Kinder bloß 3 Teelöffel. Um verschleimte Bronchien nach einer Erkrankung zu stärken, sollte man diese Anwendung 3 Wochen lang durchführen. Bei Anzeichen einer wie auch immer gearteten Unverträglichkeit derselben ist aber unverzüglich Abstand davon zu nehmen. Einen haltbaren Thymian-Auszug (20 % Alkohol) erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum samt kostenloser Beratung: Tel. 02844/7070 oder per E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Thymian, Echter oder Gartenthymian (Thymus vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Kraut für die Haut

Der Erdrauch ist dafür geeignet

Oft fährt oder geht man durch wunderschöne Landschaften und freut sich über die Schönheiten, die sich da vor dem Auge ausbreiten. Wir haben hierzulande das Glück, an vielen Orten diesen Segen auskosten zu dürfen. So sehr auch der Blick ins Weite gut tut, zahlt es sich ebenso aus, auf all die Kleinigkeiten zu achten, aus denen sich die von mir angesprochene Pracht zusammensetzt. Die Pflanzen spielen dabei eine immense Rolle, egal, ob sie nun groß gewachsen sind oder ganz bescheiden klein am Boden ihren Standort mit Leben erfüllen. Zu den äußerst Bescheidenen dieser Art zählt wohl der Erdrauch (Fumaria officinalis). Ich persönlich mag seine Wuchsform und somit seine Art des Erscheinens. Vor allem die zarten Blüten mit ihrer ganz eigenen Farbe, die meines Erachtens zwischen einem zarten Rosa und einem tiefen Purpur anzusiedeln ist, haben es mir angetan. Dieses sehr wohl ästhetisch anmutende botanische Individuum zählt übrigens zu den Mohngewächsen (Papaveraceae). Obwohl die historische Erfahrungsgeschichte mit dem Erdrauch davon Auskunft gibt, dass man das Heilkraut früher vor allem innerlich verwendet hat, um damit die Verdauung und da vor allem die Galle zu unterstützen, ist es aus heutiger Sicht sicherlich besser, sich auf einen äußerlichen Gebrauch zu beschränken. Das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe wie Harze, Kalisalze und Bitterstoffe bringt einen Profit für die Konsistenz unserer äußeren physischen Schutzschicht. Vor allem spröde und trockene Haut kann ruhig mit dem aufbereiteten Erdrauch in Berührung kommen. Mit regelmäßigen Waschungen unterstützt man begleitend und letztendlich pflegend das größte Organ auf unserem Leib.

Tee als Waschung

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Erdrauchs nimmt man 4 Esslöffel voll und übergießt es mit 1 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit einem Waschlappen, den man wiederholt in den angenehm warmen Erdrauchaufguss taucht, benetzt man die gesamte Körperhaut oder einzelne Partien davon, die man speziell pflegen oder in einem Heilungsprozess unterstützen möchte. Am besten lässt man den Tee auf der Haut von selbst eintrocknen, ohne ihn mit einem Handtuch abzureiben. www.kraeuterpfarrer.at

Erdrauch (Fumaria officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Vorzüge vom Baum

Kastanienblüten zum Einreiben

Es ist schon gut, wenn man Sachkenntnis und dazu noch eine abgeschlossene Ausbildung oder eine Lehre in einem bestimmten Berufsbereich aufweisen kann. Denn dann hat man die Chance, auch eine dementsprechende Anstellung zu bekommen. Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) etwa erfüllt unter anderem die Aufgabe, Straßen, Plätze und Parks zu schmücken und den Menschen, die sich dort aufhalten, Schatten zu spenden. Leider hat die bekannte Miniermotte dem Laubkleid der Kastanien schon über Jahrzehnte zugesetzt, so dass man nur hoffen kann, dass sich dieser Schädling auch irgendwann einmal vertschüsst. Nichtsdestotrotz stehen aber nun die Blüten des pflanzlichen Riesen im Vordergrund. Daran wollen wir uns ganz besonders erfreuen. Immerhin sind in den herrlichen Erscheinungen nicht nur eine Menge an Nektar für die Bienen und anderen fliegenden Insekten gespeichert. Saponine, Flavonoide und das vom Namen abgeleitete Aesculin sind in diesen zeitlich begrenzt auftretenden Wuchsteilen auch zu finden. In der angewandten Naturheilkunde hat man gute Erfahrungen mit äußerlichen Anwendungen gemacht, speziell im Hinblick auf Rheuma- und Krampfadernleiden. Und diese Kenntnis kann man sich auch heute noch zunutze machen. Mein heutiger Tipp zielt auf die persönliche Herstellung einer Tinktur ab, bei der die Rosskastanienblüten die Grundlage bilden. Im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein gibt es übrigens noch weitere Hinweise auf die Verwendungsweise dieser wertvollen Kräuterdroge. Also, verpassen wir auch im heurigen Jahr nicht die Saison der blühenden Rosskastanienbäume.

Tinktur für die Haut

150 g von weißen oder roten Blüten der Rosskastanien werden mit 1 Liter höchstprozentigem Ansatzalkohol in einem Glasgefäß übergossen. 2 Wochen verschlossen an einen sonnigen Platz stellen und täglich einmal durchschütteln. Dann abseihen, den Rückstand mit 1/2 Liter abgekochtem und ausgekühltem Wasser übergießen, durchrühren und 3 Stunden stehen lassen. Danach filtrieren, der ersten Flüssigkeit beimengen und nochmals 14 Tage stehen lassen, bevor man die Tinktur abfüllt und kühl lagert. Zum Einreiben bei Krampfadern, Rheuma- und Gichtschmerzen. Im Kräuterpfarrer-Zentrum erhalten Sie ein fertiges Rosskastanien-Hautwasser und einen Rosskastanien-Ölauszug samt kostenloser Beratung: Tel. 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Rosskastanie mit Blüten und Früchten (Aesculus hippocastanum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine heilsame Zierde

Bergflockenblumen stärken die Leber

Was im täglichen Umgang miteinander mehr denn je gefragt und außerordentlich hilfreich ist, um Pläne und Vorhaben umzusetzen, ist ganz einfach der bloße Hausverstand. Es ist einfach eine Gnade, wenn jemand denselben besitzt und somit die jeweiligen Wege des Möglichen aufzeigen kann. Bei den Gewächsen unter Gottes freiem Himmel gibt es auch eine ganze Reihe an Individuen, die einerseits anspruchslos sind und dennoch eine wahre Pracht darstellen. Eine ganz einfach zu ziehende Pflanze, die uns im Garten über Jahre die Treue hält und weder leicht angerührt noch anspruchsvoll ist – um den Vergleich zu uns Erdenbürgern zu strapazieren – ist die Bergflockenblume (Centaurea montana). Wie man es an ihrer Blüte leicht ablesen kann, steht dieses Gewächs in einer engen verwandtschaftlichen Beziehung zur Kornblume, die momentan gerade dabei ist, die Getreidefelder landauf und landab an ihren Rändern zu schmücken. Die Bergflockenblume ist ebenfalls wie die Kornblume ein Kraut, das ein geringes Maß an Bitterstoffen enthält. Für das Gesunderhalten des Körpers ist es von hoher Bedeutung, je neu mit der Nahrung diese Inhalte aufzunehmen. Die ganze Zellstruktur im gesamten Organismus wird in der Konfrontation mit Bitterstoffen schlanker und agiler. Das wiederum unterstützt die stete Einsatzbereitschaft des Immunsystems, das ja täglich auf viele Herausforderungen stößt. Nicht zuletzt braucht die Leber die pflanzlichen Bitterstoffe, um gut arbeiten zu können. Und wir wissen doch alle aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass wir selber leichter für andere zu ertragen sind, wenn uns eine ausgeglichene und gut funktionierende Physis die nötige Gelassenheit vermittelt, mit denen wir besonnen und freundlich auf so manche Problemlösung zusteuern können. Irgendwie strahlt die Bergflockenblume ihr unkompliziertes Wesen an ihre Umwelt aus. Daran dürfen wir ruhig partizipieren.

Flockenblumen-Tee

Die Blütenblätter der Bergflockenblume kann man frisch oder auch getrocknet verwenden. Um einen Tee damit aufzugießen, nimmt man 2 Teelöffel davon und überbrüht sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann den Tee abseihen. Um die Leber und das Gemüt zu stärken, trinkt man davon für eine Dauer bis zu 6 Wochen jeweils in der Früh eine Tasse. www.kraeuterpfarrer.at

Bergflockenblume (Centaurea montana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beruhigende Blüten

Entspannung mit Schlüsselblumen

Wahrscheinlich kennen Sie das Gefühl, das einen befällt, wenn man etwas Wichtiges sucht und trotz aller Akribie des Suchens und Durchstöberns nicht findet. Das kann einen fast bis zum Wahnsinn treiben. Ganz tragisch ist es, wenn einem nicht bloß die Brille oder das Mobiltelefon abhandenkommt, sondern besonders schlimm kann sein, wenn ein wichtiger Schlüssel wie vom Erdboden verschluckt worden zu sein scheint. Umso erlösender wirkt sich dann sein Auftauchen aus. Um an Ruhe und Entspannung heranzukommen, möchte ich mit der Schlüsselblume (Primula veris oder Primula officinalis) einen Weg eröffnen. Dieser Frühlingskünder hat uns heuer bereits durch sein Blühen viel Freude gemacht. Immerhin bedeutet im Frühjahr das erneute Wachsen eines so liebenswerten Geschöpfes gleichzeitig auch, einen Anlass zu haben, um Hoffnung auf eine gute Zukunft schöpfen zu dürfen. Und so ist es wohl äußerst wichtig, auch unsererseits dafür zu sorgen, dass in der Vielfalt des Waldbodens ebenso die Schlüsselblume ihren fixen Platz hat. Als sehr günstig kann es sich erweisen, wenn wir die Himmelschlüssel sogar im eigenen Garten zur Verfügung haben, wo wir dann auf verantwortungsvolle Weise zugreifen können, um sich der heilsamen Wirkungen des Heilkrautes zu bedienen. In den verschiedenen Wuchsteilen sind Saponine, Gerb- und Schleimstoffe sowie ätherische Öle als Inhalte vorhanden. Vor allem in den Blüten lassen sich zudem Flavonoide nachweisen, die nicht bloß auf die Physis einen guten Einfluss haben, sondern darüber hinaus der Seele und dem Gemüt eine Festigung ermöglichen können. Und zu dieser Tatsache brauchen wir nun einen geeigneten Schlüssel, um auch eine dementsprechende Wirkung abschöpfen zu können. Mit meinem konkreten Tipp möchte ich daher heute ein Bad empfehlen, das mit den Blüten der Schlüsselblumen angereichert wird. Diese entspannende Anwendung sollte uns die Zeit und die wenige Mühe, die das Anrichten kostet, wert sein.

Badezusatz mit Schlüsselblumen

Eine Menge von 150 g getrockneter Blüten der Schlüsselblumen gibt man in ein Leinensäckchen oder in einen anderen geeigneten Stoff und bindet dies gut zu. In die bereits mit ziemlich warmem Wasser gefüllte Wanne geben und eine Weile darin weichen lassen. Erst hineinsteigen und ca. 15 Minuten darin baden, wenn das Wasser die verträgliche und annehmbare Temperatur erreicht hat. Dies ist von beruhigender Wirkung bei Schlaflosigkeit, lindert auch Neuralgien oder Rheumaschmerzen. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Schlüsselblume (Primula veris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der Sammlerleidenschaft frönen

Sich mit Birkengrün eindecken

Heute am Sonntag dürfen viele von uns hoffentlich aufatmen und ein wenig zur Ruhe kommen. Natürlich weiß ich auch um anstehende häusliche Arbeiten und Erledigungen, die aufgrund der Berufsarbeit während den zurückliegenden Tagen zu kurz gekommen sein mögen. Trotz der Coronakrise gibt es ja vieles abzuarbeiten bzw. mehr noch zu überdenken und zu planen. Da tut es dann schon gut, sich mit ganz anderen Tätigkeiten eine Entspannung zu verschaffen. Es gibt nicht wenige, die Gegenstände und Dinge, zu denen sie einen Bezug in Form von Liebhaberei haben, sammeln. Diese Leidenschaft lässt sich übrigens auch in Richtung Natur hinlenken. Die Hängebirken (Betula pendula od. Betula alba) sind jetzt am Grünen. Sie bilden ihr Laubkleid aus, um weiter zu wachsen und eben das Sonnenlicht zu nutzen, um Sauerstoff für alle und Energie quasi für den Eigenbedarf zu produzieren. Wie allen anderen Baumarten sorgen sie auch mit, um die Luft mithilfe der Verdunstung von Wasser mit Feuchtigkeit anzureichern. Aber die Blätter können noch mehr. Sie beinhalten u. a. ätherische Öle, Gerbstoffe und auch Flavonoide. Immer schon wurde das Laub der Birke auf verschiedene Art und Weise gebraucht und herangezogen. Und jetzt ist eben die beste Zeit, um ans Sammeln zu gehen. Solange die Blätter noch weich und eben nicht verhärtet sind und sich derb anfühlen, ist es angezeigt, sie von Ästen großer Birken abzuzupfen und im Schatten aufzulegen. Ganz wichtig ist es, darauf zu achten, dass sich auf der heimgeholten Ware kein Schimmelpilz bildet. Denn dann wären die Birkenblätter unbrauchbar. Um die eigene Gesundheit mit den Birkenblättern zu pflegen, kann man in Betracht ziehen, dass sich diese Kräuterdroge als harntreibende Hilfe dazu eignet, die Adern in ihrer Gefäßstruktur zu unterstützen und sich bei Arteriosklerose eine natürliche Hilfe zu verschaffen. Es ist ganz einfach, eine konkrete Maßnahme dahingehend zu unternehmen.

Tagesgetränk mit Birkenblättern

2 Esslöffel voll zerschnittener und gut durchgetrockneter Birkenblätter werden mit 1/2 Liter kaltem Wasser übergossen. Dann kurz aufkochen und anschließend 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen, mit etwas Honig süßen und auskühlen lassen. Über den Tag verteilt trinken. Damit kann man mithelfen, dass sich die Adern nicht verhärten und hat gleichzeitig eine begleitende Unterstützung bei Arteriosklerose zur Verfügung. www.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Quäntchen Gesundheit

Im Lungenkraut steckt aufbauende Kraft

Nicht nur in finanziellen Angelegenheiten, sondern vor allem auch im Zusammenleben mit anderen Mitmenschen und nicht zuletzt in der spirituellen Pflege des eigenen Herzens gibt es eine Dimension, die sogar die Qualität einer Tugend besitzt: es ist das rechte Maß bzw. das Maß-Halten. Zumindest kennen wir wohl alle die Deadline, die es am eigenen Konto gibt. Wenn nichts mehr da ist, ist auch nichts mehr zu holen. Warum sage ich das? Mir ist es heute ein Anliegen, den rechten Umgang mit Heilkräutern wieder einmal hervorzuheben. Auch hier gibt es ein Zuviel oder ein Zuwenig. Im nun schon auslaufenden Frühling hat in den Wäldern und Auen das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) den Boden mit seinen Blättern und vor allem mit seinen unterschiedlich gefärbten Blüten geziert und ist mancherorts noch jetzt anzutreffen. Es zählt zur Pflanzenfamilie der Raublattgewächse und kommt praktisch in ganz Europa vor. Der Vorzug dieses Heilkrautes liegt im Vorhandensein an Kieselsäure, die in den Blättern als Inhaltsstoff eingelagert ist. Darüber hinaus befinden sich Gerbstoffe, Gerbsäuren und Saponine sowie Schleimstoffe und eine hohe Menge an Flavonoiden im Lungenkraut. Das bedeutet, dass man mit dieser Heilpflanze z. B. die Atemwege unterstützen kann. Die Bandbreite der guten Effekte, die von diesem Gewächs ausgeht, reicht jedoch noch weiter. Bei Entzündungen der Nieren, des Darmes bzw. der Blase kann es ebenso angebracht sein, das Lungenkraut begleitend anzuwenden. Wichtig ist dabei die Rücksprache mit den Medizinern, die uns bei solchen Leiden therapieren. Bei Hämorrhoiden ist es auch wohltuend, wenn man aus der getrockneten Droge einen Tee aufgießt und trinkt, desgleichen beim Auftreten von Pickeln auf der Haut. Aber soweit muss man es ja meist nicht kommen lassen. Ab und zu ist es einfach für die Gesundheit und für vorbeugende Maßnahmen förderlich, in kleinen Mengen zwischendurch dem Bruder Leib und in weiterer Folge auch der Seele etwas Gutes zu tun. Und das kann man gleich für die ganze Familie praktizieren.

Tee für den ausklingenden Frühling

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern und Blüten des Lungenkrautes nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und schluckweise trinken. Man kann etwas Honig oder Zitronensaft dazugeben. Teemischungen kann man das Lungenkraut ebenfalls beifügen. Ab und zu den Tee für sich selber aufbrühen oder gleich der ganzen Familie kredenzen. Unterstützt den Gesamtorganismus im Erhalt der Gesundheit. www.kraeuterpfarrer.at

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigung der Blase

Mit Holunderblüten forcieren

Hat jemand viel Besitz oder finanzielle Rücklagen in hoher Summe, so verwenden wir gerne die Redewendung, dass diese Person steinreich sei. Ich selber weiß noch aus Kindertagen, was es hieß, einen Acker per mühevollen Abklaubens mit den bloßen Händen von Steinen zu befreien, indem die an der Oberfläche liegenden Brocken eingesammelt und abtransportiert wurden. Diese Tätigkeit ist ein fixer Bestandteil der Landwirtschaft im Waldviertel. Wenn sich im Leib kristalline Ablagerungen bilden, so sollte man sicher ebenso darauf achten, dass diese Beeinträchtigungen zu keinen größeren Problemen führen. Da der Holunder (Sambucus nigra) bald zu blühen beginnt, ist es wohl an der Zeit, um wieder einmal die Vorzüge dieses kulturbegleitenden Gewächses hervorzukehren. Er gibt sich mit wenig Standortbedingungen zufrieden und wächst daher an vielen Stellen entlang von Scheunen und Zäunen. Er taucht auch dort auf, wo man ihn nicht unbedingt haben möchte, da über den Kot der Singvögel, die gerne die Holunderbeeren verzehren, automatisch für dessen Verbreitung gesorgt wird. Doch bis die begehrte Frucht erneut in den Mägen der gefiederten Geschöpfe landen kann, dauert es bis zum ausklingenden Sommer. Wie gesagt, für uns Menschen sind ja auch die Blüten des Schwarzen Holunders von Interesse. Sie enthalten ein wenig ätherisches Öl, aber vor allem eine hohe Menge an Flavonoiden und pflanzlichen Säuren. Gerade dann, wenn man u. a. an einem grippalen Infekt leidet, ist es wichtig, im Bett zu bleiben und gut zu schwitzen. Das kann man unterstützen, indem man einen frisch aufgebrühten Tee aus Holunderblüten trinkt. Ein ganz anderes Problem stellen Harnblasensteine bzw. so genannter Grieß dar, die nach Möglichkeit abgeführt werden sollten. Die Behandlung derartiger Symptome steht zu allererst der ärztlichen Kunst zu. Doch wenn man mit einem Hausmittel eine erleichternde Therapie ergänzen möchte, kann auch der blühende Holunder einen wertvollen Beitrag leisten. Wie gesagt: immer mit dem Arzt dahingehend Rücksprache halten.

Harntreibender Trunk

Von frischen Holunderblüten, die man direkt vom Strauch pflückt und danach kleingeschnitten hat, nimmt man 5 Esslöffel voll. Mit 1/2 Liter Apfelessig übergießen und 8 Tage lang in einem verschlossenen Glasgefäß ansetzen. Letztlich abseihen und abfüllen. Täglich nimmt man davon 2 Esslöffel voll, die in 1/8 Liter lauwarmem Wasser verdünnt werden. Mit etwas Honig süßen und dann trinken. Das kann sich als unterstützend erweisen, um überschüssige Harnsäure aus dem Körper zu leiten und zudem kleinste Steinchen oder Grieß aus der Blase abzuführen. www.kraeuterpfarrer.at

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya