Die Atemwege stärken

Mithilfe der Alantwurzel

Wer die rein physischen Lebensvollzüge ein wenig genauer betrachtet, wird draufkommen, dass in vielem ein stetiger Austausch stattfindet. Und irgendwo ist alles so geregelt, dass immer ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen besteht. Die Atmung ist wohl ein sehr gutes Beispiel dafür, um diese Tatsache zu verdeutlichen. Gute Luft samt Sauerstoff wird aufgenommen, genutzt und verwandelt, das für den Körper Unbrauchbare wieder freigesetzt. Die Pflanzen sind es vor allem, die dafür sorgen, dass es genügend Sauerstoff auf unserer Welt gibt. Der Alant (Inula helenium) ist zwar nur ein winziges Mosaiksteinchen dessen, was ich eben anzudeuten versuchte, doch steckt in ihm noch mehr Kraft als bloß während seiner vegetativen Phase die Photosynthese durchzuführen. Immerhin ist es ihm möglich, ganz hoch zu wachsen und mit seinen leuchtend gelben Korbblüten die ganze Umgebung zu verschönern. Der eigentliche Schatz jedoch, den es aus diesem Gewächs zu heben gibt, liegt in den Wurzeln verborgen. Dazu zählen ein stark duftendes ätherisches Öl, Inulin, eine geringe Menge an harzigen Substanzen sowie Pektin und Bitterstoffe. Diese Kombination kann sich einerseits sehr förderlich und unterstützend auf den Verdauungstrakt auswirken, andererseits aber profitieren vor allem die Atemwege von deren Vorhandensein. Angesichts der Tatsache, dass ein schnell „eingefangener“ Husten das Leben ziemlich negativ beeinträchtigen kann, ist es nur recht und gut, um geeignete Auswege aus diesem Leiden zu wissen. In diesem Sinne möchte ich einmal mehr auf den Alant verweisen, der Jahr für Jahr im Kräuterbeet seinen fixen Platz einnehmen darf, damit von ihm das Heilende entnommen und gezielt zum Einsatz gebracht werden kann. Wie gesagt, in den Wurzeln des Alants steckt seine gute Kraft.

Ein Tee aus der Wurzel

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel des Alants nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kaltem Wasser. 1 Stunde lang stehen lassen und dann kurz aufkochen. Noch 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Den Tee ungesüßt schluckweise trinken, um damit die Atemwege bei einem Infekt zu stärken. Nicht mehr als 3 Tassen davon pro Tag zu sich nehmen. Das kann sich darüber hinaus auch positiv bei Magenschwäche und Darmentzündung auswirken.

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Tee für viele Fälle

Mit Spitzwegerich aufgießen

Immer wieder werden Erwartungen gehegt und geschürt, dass es doch jemandem möglich sein könnte, alles zu wissen und viele Fertigkeiten zu besitzen. Doch die Zeit der mittelalterlichen Universalgelehrten ist längst dahin. Und einen Mann für alle Fälle – den gibt es wohl nur als reißerische Überschrift für Fernsehserien wie einst mit Harald Juhnke in Deutschland. Im Reich der Kräuter verhält es sich ganz ähnlich. Bei der Fülle an Arten und Variationen ist es übrigens gar nicht nötig, dass eine Pflanze alles zu bewirken vermag. Beim Spitzwegerich (Plantago lanceolata) sehen wir aber, dass er viele Möglichkeiten aufweist, die ihn als guten Begleiter in den verschiedensten Anliegen in Frage kommen lassen. In erster Linie kennt man ihn als Spezialisten für Husten, Erkältung und Heiserkeit. Das liegt wohl an dem nicht geringen Anteil an Schleimstoffen, die sich in den Blättern des wegbegleitenden Gewächses befinden. Sie helfen u. a. mit, dass ein festsitzender Schleim in den Bronchien sich leichter verflüssigt und somit wieder besser abtransportiert werden kann. Ein anderer Effekt wird ebenfalls gerne entgegengenommen, der mit dem Spitzwegerich in Verbindung steht. Konkret meine ich hier die entzündungshemmenden Eigenschaften, die man mithilfe seiner Blätter an die Physis weitergeben kann. Am besten gelingt das momentan, indem man auf die getrocknete Droge zurückgreift und einen Tee damit aufgießt. Und ein Absud dieser Art muss nicht immer nur getrunken werden. Natürlich kann Spitzwegerichtee als Getränk äußerst gute Dienste erweisen. Doch gibt es auch für andere Fälle alternative Anwendungsmöglichkeiten.

Zum Spülen und Auflegen

Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Spitzwegerichs nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Der fertige Aufguss eignet sich sehr gut für Spülungen, die man mehrmals am Tag bei Mund- oder Zahnfleischentzündungen als lindernde Maßnahme durchführen kann. Bei Geschwüren und Entzündungen auf der Haut stellt man damit Auflagen her, die man spätestens nach 5 Stunden wechseln und erneuern sollte.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Heilsames Hausmittel

Ein Öl mit Schafgarbenkraut

Einfach nur Fassade zu sein – das ist eindeutig zu wenig. Dies gilt für ein Produkt, das wir erwerben sollen wie noch viel mehr bei Menschen, denen wir begegnen. Bei den Heilpflanzen dürfen wir ebenso diesen Maßstab ansetzen und dabei werden wir wohl kaum eine Enttäuschung erleben. Denn nimmt man sich z. B. die Schafgarbe (Achillea millefolium) genauer unter die Lupe, kommt man wohl aus dem Staunen nicht heraus. Allein die grazil und geradezu ziselierte Konstruktion ihrer Blätter sind schon ein Fingerzeig dafür, dass wir es wie bei allen Pflanzen mit einem wundersam gewachsenen Individuum zu tun haben, hinter dem auf keinen Fall ein menschlicher Konstrukteur stecken kann. Um wiederum zum Praktischen zurückzukehren, dürfen wir feststellen, dass sich die Schafgarbe im Laufe der Geschichte als durchaus brauchbare Unterstützung im Hinblick auf die menschliche Gesundheit erwiesen hat. Eine ganze Reihe von Heilwirkungen lassen sich hier aufzählen, die in Verbindung mit dem populären Korbblütler zu nennen sind, so z. B. stoffwechselanregend, adstringierend, entzündungshemmend bei Verletzungen und Wunden, daher auch antiseptisch, narbenbildend, krampflösend, verdauungsfördernd und bei den Frauen menstruationsregulierend. Gewiss lässt sich daraus schließen, dass man die Schafgarbe auf verschiedene Weise verwenden bzw. aufbereiten kann, um je nach Bedarf den gewünschten Effekt abrufen zu können. Um ein Hausmittel herzustellen, das einfach und praktisch zum Einsatz kommen kann und nicht viel an Aufwand benötigt, ist wohl ein Öl ein gangbarer Weg, um die Schafgarbe zur Geltung zu bringen. Dieses lässt sich auch mehrfach verwenden.

Ölauszug mit Schafgarbe

Für eine äußerliche Anwendung leistet ein Kräuteröl gute Dienste, das folgendermaßen angesetzt werden kann: in einem Verhältnis 1 : 4 übergießt man getrocknete und zerkleinerte Blüten und Blätter der Schafgarbe mit kaltgepresstem Olivenöl. 2 Wochen bei Zimmertemperatur in einem verschlossenen Glasgefäß stehen lassen und dann abseihen. Den pflanzlichen Rückstand auspressen und das dadurch gewonnene Öl dem Rest beimengen. Kühl und dunkel lagern. Eignet sich ganz gut für Einreibungen bei Hautirritationen, Venenentzündungen und selbst bei Kopfschmerzen.

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ausgleichskost im Winter

Edelkastanien stärken die Nerven

Frisches Obst und Gemüse stehen allen, die einen eigenen Garten besitzen, wohl ab dem frühen Sommer in reichem Maß zur Verfügung. Es kommt lediglich darauf an, welche Bäume dort in der grünen Oase wachsen und wie aufwendig die Beete hergerichtet und mit Saatgut und Setzlingen bestückt worden sind. Davon kann jedoch wohl in den gegenwärtigen kalten Monaten kaum die Rede sein. Jetzt kommt es auf die Reserven an, die man abrufen kann, um auch aktuell den Leib gesund zu ernähren. Die Edelkastanien (Castanea sativa) gehören zwar nur in den äußerst milden Regionen unseres Bundeslandes zu den Bäumen, die man in Siedlungen wachsen sehen kann, doch sind ihre Früchte wohl jedermann zumindest unter dem Namen Maroni bekannt. Wenn man in den Städten auf den belebten Straßen unterwegs ist, dann hat man ohnehin die Gelegenheit, mit einem Stanitzel dieser frisch gerösteten Köstlichkeiten ein wenig Wärme in den Körper zu bringen. Doch damit nicht genug. In den schmackhaften Früchten birgt sich nämlich auch das für die Physis so wichtige Kalium, darüber hinaus noch Phosphor und Magnesium. Ebenso finden sich Vitamine der B-Gruppe in der mehligen Mahlzeit. Alles in allem gesehen, bereitet der Genuss der gerösteten Edelkastanien fast nur Vorteile. Dennoch ist auch hier ein gesundes Maß angebracht, da die Maroni durch ihren hohen Gehalt an Kohlehydraten einen dementsprechenden Nährwert besitzen. Darauf sollten natürlich vor allem Diabetiker aufpassen, die aber im Normalfall in dieser Hinsicht gut begleitet werden bzw. selbst geschult sind. Wer unter einer nervlichen Anspannung leidet, dem kann es unter den eben erwähnten Rahmenbedingungen nur empfohlen werden, den Speisezettel mit Edelkastanien aufzubessern, um so ebenso etwas für eine Festigung der Nerven beizutragen.

Maronimehl selbst gemacht

Bei Gicht und Rheumabeschwerden ist es angezeigt, die basischen Maroni öfter aufzubereiten. Das kann auch dadurch geschehen, dass man ein Mehl herstellt und zum Kochen und Backen verwendet. Von ganzen Edelkastanien entfernt man vorerst mit einem Messer die Schalen. Danach legt man die Fruchtkerne kurz in ziemlich heißes aber nicht kochendes Wasser. Wieder herausnehmen, die Fruchthaut ablösen und kalt abspülen. Gründlich trocknen und dann wie Nüsse oder Getreide schroten oder mahlen. Das Ergebnis ist übrigens frei von Gluten.

Edelkastanie oder Maroni (Castanea sativa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Darm stärken

Vogelknöterich bietet sich an

Einen Einblick in das seelische Innere zu nehmen, das bleibt bei einem Menschen wohl nur wenigen gewährt. Denn wer gibt sich und seine Gedanken, Regungen und Gefühle schon gerne preis? Die Gefahr, dabei äußerst angreif- bzw. verletzbar zu werden, ist dann nur allzu groß. Und beim Leib verhält es sich ähnlich. Gottlob hilft einem da die Technik, die Physis zu durchleuchten und auf das eine oder andere Leiden draufzukommen. Der Darm ist z. B. so ein Bereich, den wir wohl ohne medizinische Hilfe nur schwer abchecken können. Der Vogelknöterich (Polygonum aviculare) ist jedoch ebenso eine Möglichkeit, um in den Bereich der Verdauung zumindest eine Unterstützung entsenden zu können. Dieses Gewächs wird landläufig leider immer noch als „Unkraut“ bezeichnet, weil es einfach häufig vorkommt und gern brachliegende Flächen besiedelt, ebenso Äcker und Wegränder. Die Pflanze ist einjährig. Ihr meist am Boden liegender Stängel hat rötlich-braune Knoten, die wie verdickte Gelenke aussehen. Aus den Blattachseln der kleinen elliptischen ungestielten Blätter wachsen die unscheinbaren weißen bis blaßrötlichen Blüten. Für die Leute früherer Generationen hatte der Vogelknöterich natürlich mehr Bedeutung als sie ihm heute zugewiesen wird. Denn durch seine Wirkstoffe erweist er sich durchaus für unsere Gesundheit als unterstützend. In den Pflanzenteilen dieses Heilkrautes finden sich Falvonoide, Gerbstoff und Harz, darüber hinaus ein wenig ätherisches Öl und eine Spur an Saponin sowie auch Schleimstoffe. Wenn nun das Innere des gesamten Darmtraktes durch eine Entzündung beeinträchtig ist, so kann es ratsam sein, sich des Vogelknöterichs zu bedienen und somit die guten Effekte, die in dem unter seinem Wert geschlagenen Kraut stecken, an die richtige Adresse heranzubringen. Viel Aufwand braucht man nicht dafür.

Tagesgetränk für den Darm

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Vogelknöterichs nimmt man 2 bis 3 Esslöffel voll und übergießt sie mit 1 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Beim Abseihen gleich in eine Thermosflasche abfüllen. Somit hat man den ganzen Tag über den Tee griffbereit. Bei einer Entzündung sowohl des Dünn- als auch des Dickdarms tut es gut, diesen Aufguss immer wieder schluckweise zu sich zu nehmen, um damit den notwendigen Flüssigkeitsbedarf abzudecken und einen heilsamen Prozess zu unterstützen.

Vogelknöterich (Polygonum aviculare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gut bei Husten

Stockrosen & Co zeigen Wirkung

Heilkräuter sind etwas Wunderbares. Wer sich z. B. einmal Zeit nimmt, um sich eine Teemischung genauer anzusehen und den Duft der getrockneten Pflanzenteile ganz bewusst zu riechen, der fühlt sich automatisch beschenkt. Für mich sind diese Gaben ein zeichenhafter Erweis der Sympathie des Schöpfers. Abseits dieser hehren Betrachtung gibt es aber auch das banale Bedürfnis, auftauchende leibliche Beschwerden in kurzer Zeit wieder los zu werden. Bei der momentanen Witterung ist es bei vielen angesagt, sich die Stockrosen (Alcea rosea) ins Gedächtnis zu rufen, um ganz konkret dem Körper eine Hilfe zukommen zu lassen. Der Name dieses Heilgewächses ist etwas irreführend. Denn bloß die Blüten erinnern an ihre prominenten Kolleginnen in Gärten und Parks. Die Stockrosen zählen nämlich zu den Malvengewächsen (Malvaceae). Aus dieser Pflanzenfamilie kennen wir einige Mitglieder, die im Laufe der Geschichte der Naturheilkunde schon viel Gutes bewirkt haben. In diesem Zusammenhang möchte ich nur auf den Eibisch und die Käsepappel verweisen. All diese Gewächse haben eines gemein: sie beinhalten einen hohen Anteil an Schleimstoffen. Diese gereichen nicht bloß dem Magen und dem Darm zum Vorteil, sondern erweisen sich auch als hilfreich, wenn man die Atemwege während oder nach einem Infekt wieder heil und frei bekommen möchte. Über Nacht kann sich ein starker Husten einstellen. Jeder davon Betroffene weiß wohl, wie unangenehm die Folgen einer solchen Erkältung sein können. Daher ist es nur allzu verständlich, möglichst rasch wieder eine intakte Lunge sein Eigen nennen zu können. Die Stockrosen sind eine probate Möglichkeit, um genau dorthin zu gelangen. Man darf sie allerdings dabei auch mit anderen Kräutern „zusammenspannen“, die ebenfalls einen heilsamen Prozess unterstützen.

Teemischung mit Stockrosen

Bei starken Hustenanfällen kann man die Heilkräuter nutzen. Dazu mischt man getrocknete Stockrosenblüten, Kamillenblüten und Pfefferminzblätter in zerkleinertem Zustand zu gleichen Teilen miteinander ab. Von dieser Mischung nimmt man dann 2 Teelöffel voll, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Tee 15 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen und sehr warm schluckweise trinken. Zwei- bis dreimal am Tag durchführen. Das kann sich bald lindernd auf die Atemwege auswirken.

Stockrosenblüten und Wurzel (Alcea rosea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Aperitif selbst gemacht

Kümmel fördert die Verdauung

Schaut man in die Lebenskultur der verschiedenen Völker und Stämme, die bisher die Humangeschichte unseres Planeten geprägt haben, so können wir diverse Gemeinsamkeiten entdecken. Eine hierarchische Ordnung und Verfasstheit etwa, eine je eigene Weise, die Toten zu bestatten oder eben die Art, das tägliche und das außerordentliche Essen zu gestalten. Zu verschiedenen Anlässen hat man ein Mahl abgehalten. Die Aufnahme der Nahrung hatte und hat einen hohen Stellenwert. Mit dem Kümmel (Carum carvi) möchte auch ich mich heute der Fähigkeit zuwenden, wie wir mit Speisen umgehen. Und ein bisschen möge dabei auch die Kultur mitschwingen, die das Essen nicht bloß zu einer puren Nahrungsaufnahme herunterstuft, sondern durchaus zu einem Vollzug werden lässt, bei dem auch zwischenmenschliche und gesellschaftliche Komponenten mitschwingen. Aber vorerst zu dem Guten, das der Kümmel imstande ist, im Leib zu bewirken. Dieses Gewürzkorn birgt u. a. eine Menge an ätherischem Öl, das mithilft, die Drüsen rund um Magen, Leber und Darm zur Produktion ihrer Sekrete anzuregen. Ferner wissen wir, dass dieses Samenkorn eines zur Familie der Doldenblütler zählenden Gewächses imstande ist, Gärungsprozesse zu minimieren bzw. ganz zu unterbinden. Ähnlich wirken ja ebenso Anis und Fenchel. Um nun den Kümmel auf eine ganz eigene Weise aufzubereiten, so dass er in Form eines Aperitifs eingenommen werden kann, braucht es weder viele Zutaten noch eine komplizierte Vorgehensweise. Es ist lediglich ein bisschen Geduld angesagt, ehe man zum Genuss desselben schreiten kann. Wessen Verdauung gut funktioniert, der hat damit auch bessere Chancen, ein ausgeglichenes Gemüt zu bewahren. Und in der Folge wird man wiederum für die Mitmenschen im wahrsten Sinne des Wortes genießbarer. So möchte ich heute dazu einladen, ein altbewährtes Hausmittel selbst herzustellen.

Kümmel ansetzen

Eine leere Glasflasche füllt man zu einem Viertel mit Kümmelkörnern, die man zuvor in einem Mörser leicht angestampft hat. Den Rest ergänzt man mit einem guten Obstbrand oder Kornbrand. 4 Wochen in der Wärme stehen lassen und täglich einmal gut durchschütteln. Danach alles abseihen und zusätzlich filtrieren. Den fertigen Kümmelgeist lässt man am besten noch 3 Monate lang in einem Keller lagern, ehe man ihn verwendet. Geeignet als Aperitif zum Anregen des Appetits und zur Stärkung der Verdauung.

Carum carvi ⓒ wikimedia.commons





Ein Sonnenliebhaber

Der Ysop als guter Begleiter

Ferienstimmung ist etwas Feines. Nach den anstrengenden Zeiten der Schularbeiten und Prüfungen auf allen möglichen Bildungsinstitutionen tut es doch gut, alles hinter sich zu lassen und ein wenig auszuspannen. Als Draufgabe auf das Ganze kann man sich nur noch gutes Wetter mit viel Sonnenschein wünschen. Das hat man wohl in letzter Zeit sicherlich vermisst. Von Wolken, Schnee- und Regenschauer unabhängig scheint der Ysop (Hyssopus officinalis) zu sein, der sich anscheinend von vornherein dazu entschieden hat, dort zu gedeihen, wo winterliche Zeiten schon seit vielen Jahrhunderten die Ausnahme sind. Er liebt die steinigen Hügel und Berge sowie die sonnigen Felswände Südeuropas als seinen natürlich angestammten Standort. In unseren Gärten ist er ebenfalls seit Langem kein Fremder mehr, wo er aber zu seinem Gedeihen eine sorgsame Pflege braucht. Der Ysop ist ein sehr aromatisches Heilkraut und riecht auch getrocknet noch angenehm aromatisch. Er enthält viel ätherisches Öl und Gerbstoffe. Daher gilt er in der naturgemäß angewandten Heilkunde als leicht anregendes, belebendes und stärkendes Mittel. Er wirkt überdies zusammenziehend und keimabwehrend. Im Bezug auf unser Gemüt vermag er die allgemeine Stimmung aufzuhellen. Diese wird ja nicht nur getrübt, wenn man sich z. B. über jemanden ärgert oder seine Pläne nicht verwirklicht werden können. Es kommt meist viel mehr darauf an, welche Krankheiten und Leiden man im wahrsten Sinne mit sich herumträgt, wo es lange dauert, dagegen wirkungsvoll vorzugehen. Das trifft sicherlich bei rheumatischen Beschwerden zu. Für dieses Anliegen kann der Ysop quasi aufgerufen und zum Einsatz gebracht werden. In diesem Fall handelt es sich um eine äußerliche Anwendung.

Lindernde Umschläge

Vom getrockneten und zerkleinerten blühenden Kraut des Ysops nimmt man 2 Esslöffel voll und übergießt sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Ein geeignetes Material damit tränken und erträglich warm als Umschlag auf die schmerzenden Bereiche auflegen. Nach 2 Stunden erneuern.

Ysop (Hyssopus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dem Magen zuliebe

Die Brennnessel aufgießen

Immer wieder meinen wir, einzig und allein das Schicksal unseres Planeten bestimmen und im besten Falle zum Guten wenden zu können. Die momentanen Vorzeichen stehen aber eher in Richtung Verschlechterung der Lebensbedingungen angesichts steigender Erwärmung. Die Frage der Energiegewinnung sowie deren Nutzung stehen daher groß im Raum. Im eigenen Körper müssen wir auch von irgendwoher Kraft beziehen. Daher möchte ich heute wieder einmal die Brennnesseln (Urtica) aufgreifen und sie mitnehmen auf die gedankliche Reise zum Magen hin. Gerade durch die Aufnahme von Nahrung und deren Verwertung können wir die nötige Kraft schöpfen, um unsere kognitiven und bewegungsmäßigen Funktionen für eine Zeitlang ausführen zu können. Da wir keine Maschinen sind, brauchen wir auch Pausen. Im Falle einer Erkrankung wendet sich die Aufmerksamkeit dann ohnehin mehr dem zu, was sonst wie selbstverständlich arbeitet, wie eben der Magen. Die so genannte Gastritis kann sich dort aus unterschiedlichen Gründen festsetzen und für Probleme sorgen. Die Verwendung von Brennnesseln bewirkt seit jeher eine Reinigung des Blutes. Darüber hinaus können sie auch mithelfen, um entzündliche Prozesse zu lindern und schädliche Keime aus dem Körper auszuleiten. Für einen beeinträchtigten Magen kann man diese Erkenntnisse ebenso nutzen wie für den Rest unserer Physis. Wer also unter Gastritis leidet, darf durchaus auch die Kräuter als begleitende Unterstützung in Anspruch nehmen, sofern der ärztliche Rat nicht dagegenspricht und keine Unverträglichkeit gegenüber dem verwendeten Heilkraut besteht. Und es bedarf keines großen Aufwandes, sich der Brennnesseln und ihrer Kräfte zu bedienen. Ein daraus resultierender besserer Magen lässt einen die Welt gleich in einem helleren Licht sehen.

Regelmäßig trinken

Für einen Brennnesseltee nimmt man 2 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Blätter der Pflanze und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Im Falle einer Gastritis ist es ratsam, jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse davon ziemlich warn und ungesüßt zu sich zu nehmen, am besten 3 Wochen lang.

Große und Kleine Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Frühstück für die Haut

Mit Sellerie und Apfel

Mit dem Stichwort „Diagnose“ verbinden wir meist einen Besuch in einer Ordination oder einem ambulanten Aufenthalt in einem Krankenhaus, der z. B. nach einer schwerwiegenden Verletzung vonnöten ist. Mithilfe hochsensibler Technik und präziser Laboranalysen kann man den Körper ganz gut durchleuchten. Dennoch bleibt es meiner Meinung nach notwendig, die Sensibilität für den Bruder Leib nicht ganz auszulagern, um eben vieles selbst ablesen zu können. Die Haut gibt so manches preis, was sich im Inneren abspielt. Die Sellerie und den Apfel möchte ich daher heute vor Augen stellen und sogar auftischen. Nicht nur im Blick auf die Beschaffenheit der äußeren Schutzschicht der Physis, sondern auch in aufmerksamer Zuwendung zum allgemeinen Wohlbefinden, aus dem schließlich eine mehr oder weniger stabile Gesundheit resultiert, ist es von Vorteil, so manches erspüren zu können. Die Ernährung spielt letztendlich eine wesentliche Rolle, wenn es gilt, aus einem Leiden oder einer Krankheit heraus erneut einen heilvollen Weg anzutreten. Mit der Sellerie sind wir bei einem Gemüse gelandet, das wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente enthält. Darüber hinaus finden sich darin Vitamine und Ballaststoffe. Deren Genuss trägt wiederum zu einer erhöhten Harnabgabe bei, was sich förderlich auf die Reinigung des Blutes auswirkt. Beim Apfel können wir sehr ähnliche Vorteile entdecken. Um die Beschaffenheit der Haut zu stärken und ihr darüber hinaus bei einer Erkrankung derselben unter die Arme zu greifen, sollte gleich die Morgenstunde genutzt werden. Nichts liegt näher, als das Frühstück als willkommene Gelegenheit wahrzunehmen, um konkret über die Verdauung dem ganzen Körper und im Speziellen der Haut etwas Gutes angedeihen zu lassen.

Gesundes Frühstück

Eine günstige Diät bei Hauterkrankungen kann es sein, tierisches Fett zu meiden und sich eine leichte Kost zu gönnen. Dazu raspelt man ein Stück Selleriewurzel und genauso viel von einem Apfel und durchmischt beides. Zusätzlich gibt man noch 1 Esslöffel voll geriebener Nüsse hinzu und etwas Honig. Gleich nach dem Aufstehen zubereitet, nimmt man diese frische gesunde Mahlzeit als Frühstück ein.

Apfelhälfte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Sellerie ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya