Zeit zum Teetrinken

Kräuter in der Fastenzeit

Der Aschermittwoch bringt eine willkommene Zäsur mit sich. Ich persönlich bin sehr froh darüber, wenn nach dem fröhlichen Feiern und den vergnüglichen Anlässen wie Bällen, einem Gschnas oder pfarrlichen Fasching wieder ein wenig mehr Ruhe und Ernst einkehren. Schließlich darf das Leben erneut in ausgeglichenen Bahnen verlaufen. Dabei sollte sich ebenso der Organismus von einem Zuviel an Gutem und Köstlichem, das über den Gaumen wanderte, erholen dürfen. Ein extra dafür gemischter Fastentee mit den Zutaten Birkenblätter, Fenchel, Heidekraut, Löwenzahnblätter, Malvenblüten, Melisse und Salbei ist ganz besonders gut geeignet, weil es in der Natur der Sache liegt, dass eine pflanzliche Unterstützung auch mehr Qualität in unseren Alltag bringt. Die Tradition der Kräuterpfarrer, der in Karlstein an der Thaya weitergegeben wird, weiß eben um den leberstärkenden Effekt, der dem Löwenzahn innewohnt, die harntreibende Wirkung, welche die Birkenblätter besitzen, die Ruhe, die die Melisse ausstrahlt und die verdauungsstärkende Kraft, die der Gebrauch des Fenchels mit sich bringt. Das Heidekraut wiederum unterstützt den Nieren- und Blasenbereich und erhellt darüber hinaus das Gemüt, wenn es eine depressive Schlagseite hat. Malvenblüten liefern wertvolle Schleimstoffe für die Atemwege und gleichzeitig für Magen und Darm. In diese Richtung zielt zudem der Salbei mit seinen ätherischen Ölen. Um eben nicht mit den einzelnen aufgezählten Heilkräutern kompliziert agieren zu müssen, fügt eine Teemischung vieles zusammen und lässt uns im Ansinnen, Leib und Seele gerade im Verzicht aufleben zu lassen, ein gutes Stück vorwärtskommen. Es kann bei einem vernünftigen Fasten ja nicht bloß ums Purzeln überzähliger Kilos an Körpergewicht gehen. Das Erhellen und Entlasten des ganzen Menschseins hat dabei mehr Vorrang.

Fastentee als Kur

Eine erprobte und geeignete Mischung aus Birken- und Löwenzahnblättern, Fenchel, Melisse, Malvenblüten, Heidekraut und Salbei kann die Fastenzeit begleiten. Von dieser bewährten Teemischung nimmt man 2 Teelöffel, übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser und lässt ihn 15 Minuten lang zugedeckt ziehen. Danach abseihen und auf eine trinkbare Temperatur auskühlen lassen. 3 Wochen hintereinander entweder jeweils mit 1 Tasse am Morgen und am Abend den Tag einrahmen. Oder über den Tag verteilt 3mal ungesüßt trinken. Hilft mit, den Körper gesünder zu erhalten, zu entgiften und zu entschlacken und das Gemüt aufzuhellen. Den fertig gemischten Fastentee erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum unter Tel-Nr. 02844/7070, per E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Fastentee ⓒ Foto: Reinhard Podolsky





Begleitung von Zahnschmerzen

Nelkenwurz als Überbrückung

Heute ist wohl noch eine Menge an Schabernack und Amüsement angesagt. Der Fasching erreicht seinen Höhepunkt, ehe er mit dem morgigen Aschermittwoch gleichsam eine Vollbremsung hinlegt. Also, viel Spaß bei allem, was mit dem bunten Treiben oder einem kulinarischen Genuss in Verbindung steht. Es gibt aber trotz aller Belustigungen auch jene, die gar keinen Anlass sehen, um ausgelassen zu sein. Krankheit und Trauer sind durchaus zu respektierende Gründe dafür. Oder eine plötzlich auftretende Einschränkung durch Zahnprobleme. Die Nelkenwurz (Geum urbanum) ist daher wohl genau das Richtige, das ich diesbezüglich heute hervorheben darf. Dieses bescheidene Gewächs liebt lichte und sonnige Wälder und ist ohnehin sehr häufig an Wegrändern zu entdecken. Aber man muss schon genau hinsehen, um es von seiner pflanzlichen Nachbarschaft unterscheiden zu können. Die Nelkenwurz zählt zur großen Familie der Rosengewächse. Seit jeher hat man die Wurzel dieses Heilkrautes geschätzt und verwendet. Die heilige Hildegard von Bingen schrieb der Pflanze sogar eine liebesstärkende Kraft zu. Aber wer von Zahnschmerzen gequält wird, der hat sicher andere Sorgen. Die Nelkenwurz ist reich an dem Glykosid Gein, an Eugenol, Bitterstoffen, Pflanzensäuren und weist auch einen geringen Anteil an ätherischem Öl auf. All diese Stoffe befinden sich vor allem in der Wurzel, die dann bei Bedarf aufbereitet werden kann. Die schmerzreduzierende und gleichzeitig zusammenziehende Kraft ist auf jedem Fall von Vorteil. Bei einer Pein, die z. B. eine Entzündung der Zahnwurzeln mit sich bringt, gilt es natürlich so bald als möglich die Zahnarztpraxis aufzusuchen, um dem Problem wirklich auf den Grund zu gehen und einen heilsamen Eingriff über sich ergehen zu lassen. Manchmal kann es aber einige Zeit dauern, ehe man auf dem Stuhl in der Ordination landet. Da kann vielleicht ein Hausmittel helfen, diese Wartefrist zu überbrücken.

Spülmittel für den Mund

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Nelkenwurz nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit dem Aufguss gut den Mund durchspülen. Bei Zahnschmerzen mehrmals am Tag anwenden. Wenn man keine Möglichkeit zum Teekochen hat, kann man auch jeweils 1 Stück der getrockneten Wurzel der Nelkenwurz in der Nähe der schmerzenden Stelle gut durchkauen und einwirken lassen. Ein Hausmittel zur begleitenden Überbrückung bis zum zeitnahen Besuch in der Zahnarztpraxis. www.kraeuterpfarrer.at

Nelkenwurz (Geum urbanum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein belebendes Bad

Mit Fichtennadeln anrichten

Was lassen wir alles an unsere Haut heran? Nun, diese Frage stellen wir uns wohl kaum, wenn wir täglich die gewohnte Wäsche wechseln oder uns unter die Dusche stellen, wo ein bestimmtes Seifenmittel bereitsteht. Erst wenn wir davon wieder Nachschub brauchen und Dementsprechendes einkaufen, schauen wir sowohl auf Qualität als auch auf den Preis. Vieles davon wurde künstlich und mit synthetischen Substanzen versetzt hergestellt. Gott sei Dank gibt es gerade auf diesem Sektor bereits ein großes Umdenken. Bei Fichtennadeln (Picea abies) gehen wir verständlicher Weise wohl auf Distanz, wenn wir nur spärlich oder gar nicht bekleidet sind. Denn wer von uns möchte sich den zahlreichen Stichen aussetzen, die man automatisch beim Berühren derselben abbekommt? Da ist es schon klüger, Handschuhe zu verwenden und eine feste Jacke anzuziehen, sollte man das Reisig dieser Nadelbaumart versorgen wollen. Oder man beschreitet noch einen anderen Weg. Als Dekoration kommt nun das forstliche Grün eh immer weniger infrage. In den Fichtennadeln ist eine Menge wertvollen ätherischen Öls enthalten. Das lässt sich auch für die eigene Gesundheit nutzen, da dieser Inhaltsstoff nicht bloß den Atemwegen eine Unterstützung bietet. Es ist gleichzeitig stoffwechselanregend und belebend. Und wenn man diese spitzen Wuchsteile dementsprechend aufbereitet, soll dann auf jeden Fall die Haut damit in Kontakt treten. Und es besteht kein Grund zur Sorge, von einer Pflanze gepiesackt zu werden. Ganz im Gegenteil: gerade bei Niedergeschlagenheit und Erschöpfung kann die wohlige Wirkung der Fichtennadeln genutzt werden.

Badezusatz aufkochen

Fichtennadeln kann man das ganze Jahr über von den Zweigen der Bäume durch Abzupfen ernten. Eine Menge von 150 g gibt man in einen Topf, übergießt die Nadeln mit 2 Liter kaltem Wasser und kocht sie danach gut auf. Dann abseihen und dem warmen Badewasser in der Wanne beifügen. 20 Minuten darin baden, ehe man wieder heraussteigt und sich abtrocknet. Diese Anwendung tut besonders bei Übermüdung, Erschöpfung und auch bei Wechselbeschwerden gut. Es stärkt zudem die Atemwege. www.kraeuterpfarrer.at

Fichtennadeln und Zapfen (Picea abies) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Unaufdringlich und natürlich

Veilchen für besseren Körpergeruch

Die ausgelassene Zeit des Faschings ist wohl jene, wo man noch am ehesten bereit ist, ein Auge zuzudrücken und so manchen Mangel nicht sofort auf die Waagschale zu legen. Gerade hinter einer Verkleidung und gut maskiert kann man all das, was einem Schwierigkeiten bereitet und somit schwächt, zumindest vorübergehend ad acta legen. Ich wünsche somit allen einen guten Karneval und lustige Stunden! Mit dem Wohlriechenden Veilchen (Viola odorata) kann man übrigens auch auf einen bunt-fröhlichen Ball gehen. Dazu muss man sich den Frühlingskünder aber nicht unbedingt ins Haar stecken, da es noch eine Weile dauern wird, bis er erblüht. Die Veilchen zählen zu den wirkungsvollen Pflanzen, die sicher mehr können, als bloß etwas zu dekorieren und so schön auszusehen. Die Wuchsteile der Pflanze enthalten viele gute Inhaltsstoffe wie etwa Schleimstoffe, Saponine, Salicylsäureverbindungen, Eugenol und auch Duftstoffe, wie es ja der adjektivische Name ohnehin zum Ausdruck bringt. Die praktizierte Naturheilkunde hat das Veilchen seit eh und je dafür verwendet, um damit verschiedenste Leiden der Haut zu begleiten. Darüber hinaus zählt das Gewächs zu den wertvollen Hilfen für die Atemwege, die gerade im ausgehenden Winter herausgefordert werden. Heute jedoch möchte ich mehr in den Bereich der kosmetischen Fürsorge gehen. Eine der persönlichen Schwächen, die eingangs angeklungen sind, besteht darin, die eigene Ausdünstung des Körpers nicht für so wichtig zu erachten. Es darf einen in der Folge aber nicht wundern, wenn jene, denen man begegnet, auf Distanz gehen. Um sich in der eigenen Haut wohler zu fühlen und ein sichereres Auftreten zu haben, ist es gewiss nicht das Schlechteste, den guten Duft der Kräuter zu nutzen, um sich eine angenehme Wohligkeit zu verschaffen.

Veilchenblüten aufbrühen

Von frischen oder getrockneten Blütenköpfen des Wohlriechenden Veilchens nimmt man 1 gehäuften Esslöffel voll und übergießt diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Nach dem Auskühlen 2 Esslöffel hochprozentigen Alkohol dazugeben. Mit diesem Veilchenwasser kann man den ganzen Körper einreiben, um unangenehme Gerüche hintanzuhalten. Somit betreibt man Kosmetik auf eine ganz natürliche Art. www.kraeuterpfarrer.at

Veilchenstock blühend und mit Wurzel (Viola odorata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Besänftigung mit Kräutern

Labkraut als Unterstützung

Wir trennen sehr gerne verschiedene Bereiche voneinander: Privates und Öffentliches, Beruf und freie Zeit, übermäßigen Genuss und beschwichtigende Fastenkuren. Diese Reihe könnte man noch lange fortsetzen. Doch entspricht dies wirklich der Realität? Hermann-Josef Weidinger hat einmal folgendes niedergeschrieben: „Lebensfreude und Gesundheit hängen von einem nicht ohne weiteres durchschaubaren Wechselspiel zwischen den Nähr- und Wirkstoffen in unserem Organismus ab.“ Wenn ich darum heute das Echte Labkraut (Galium verum) beschreibe, dann hat das u. a. den Grund, um die Zusammenhänge von Leib und Seele wieder einmal aufzuzeigen und die wichtige Rolle zu betonen, die Heilkräuter dabei zukommen kann. Schauen wir uns daher die Wirkstoffe des wertvollen Geschöpfes, das die sommerlichen Wiesen und Fluren ziert, näher an. Cumarine, Flavonoide, verschiedene Glykoside, Gerbstoff, Kieselsäure und Spurenelemente sowie ätherische Substanzen zählen zu den Inhalten des Echten oder Gelben Labkrautes. Die Volksheilkunde hat es seit jeher verwendet, um vor allem Probleme mit der Verdauung zu begleiten wie z. B. Magen-Darm-Katarrhe, Leber- und Milzleiden oder auch bei Auftreten von Steinen bzw. Grieß in den Nieren. Es profitiert aber auch die Psyche von der Verwendung des Heilgewächses. Ganz leicht ist es möglich, dass ein äußerer Umstand uns innerlich aufwühlt. Wir sind dann eben aufgekratzt und finden kaum zu einer ausgeglichenen Balance. Das trifft ebenfalls zu, wenn unliebsame Eindrücke verarbeitet werden müssen, die sich negativ auf unser Gemüt auswirken können. Tu also dem Leib etwas Gutes, damit die Seele wiederum Freude hat, darin zu wohnen. Dies geschieht am besten, indem die Geschenke, die in der Schöpfung vorhanden sind, verwendet werden. Im Echten Labkraut ist genau so etwas zu finden.

Tee für die Nerven

Von getrockneten und zerkleinerten Triebspitzen des blühenden Echten Labkrautes nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Bei Zuständen der nervlichen Anspannungen trinkt man am besten ein paar Tage hintereinander jeweils am Abend 1 Tasse von diesem Tee. So kann man besser zu einer ausgeglichenen Ruhe finden. www.kraeuterpfarrer.at

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Augen pflegen

Salbei kann dabei helfen

Unser Körper ist ein lebendiger Organismus, der ständig mit seiner Umwelt kommuniziert. Wir wissen selbst nur allzu gut, wie es sich anfühlt, wenn es entweder in einem Raum zu heiß oder draußen vor der Tür sehr kalt ist. Und gerade dann, wenn das Wetter nass, kalt oder windig ist, setzt etwas ein, was wir kaum steuern können. Ich meine damit, dass die Nase rinnt oder auch die Augen unweigerlich zu tränen beginnen. Als Kind und Jugendlicher macht man sich über derartige Symptome wohl kaum Gedanken. Aber je reifer man wird, umso vermehrt muss man sich damit abfinden. Der Salbei (Salvia officinalis) darf daher heute wieder einmal aus dem Kräuterregal geholt werden. Dieser liebenswerte Lippenblütler befindet sich auf den Beeten in den Gärten noch in der wohlverdienten Ruhephase. Werden die Wochen und Monate jetzt wärmer und reicher an Sonnenschein, dann beginnt der Salbei erneut die wertvollen Blätter auszutreiben und damit eine heilsame Hilfe bereitzustellen. Kaum jemand wird wohl nicht ihr typisches Aroma kennen. Man braucht ja bloß mit den Händen darüberzustreichen, um es auf die Finger zu bekommen. In den grünen Wuchsteilen des Salbeis befinden sich ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe, die man zur Begleitung von Krankheiten und Leiden nutzen kann. In dem Heilkraut steckt eine adstringierende und zusammenziehende Kraft, die mithilft, so manchen Infekt wieder zu verringern. Übrigens erweist sich dieser Effekt ebenso als nützlich, wenn die Schweißdrüsen allzu aktiv sind. Diesmal möchte ich jedoch die Aufmerksamkeit auf die Augen lenken. An den Lidrändern kann es nämlich aufgrund eines vermehrten Tränenflusses angesichts eines kalten Wetters auch zu einer Krustenbildung kommen. Dann ist es gut, den Salbei zur Hand haben zu können. Immerhin möchte man ja – wie die Redewendung es trefflich formuliert – wieder gut aus der Wäsche schauen.

Die Augen auswaschen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Salbeis nimmt man bloß 1 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und abkühlen lassen. Bei einer Krustenbildung rund ums Auge nimmt man einen Waschlappen, tränkt ihn mit dem lauwarmen dünnen Tee und wäscht damit ganz sanft die Augengegend aus. So kann man die Sehorgane in kalten Zeiten gut pflegen. www.kraeuterpfarrer.at

Salbeizweig (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beruhigende Unterstützung

Die Weidenkätzchen aufgießen

Immer wieder flattern Prospekte in den Briefkasten, die um die Gunst der Konsumenten werben. Darauf werden jeweils aktuelle Angebote beworben, die es aber nur zu einer bestimmten Zeit gibt. Machen wir einen Blick in die vorzeitig aus dem Winterschlaf erwachende Natur, so dürfen wir beachten, dass dort vergleichbare Fristen gesetzt sind. Gerade im Frühling kann man auf Etliches blicken, das aus dem Boden sprießt bzw. auf den Zweigen aufbricht. Damit können wir von neuem das Leben ergänzen und die Gesundheit fördern. Wer praktisch jedes Mal den Kalender „ignoriert“, das sind die Weiden (Salix) entlang unserer Gewässer. Denn obwohl es bis zum Palmsonntag noch lange dauert, brechen die Kätzchen auf und beginnen bereits zu blühen. Da muss man schnell sein, um sie abzuschneiden und in einem kühlen Keller in dem momentanen Zustand zu halten, um für die Osterzeit gerüstet zu sein. In den Blüten der Weiden sind übrigens entzündungshemmende und schmerzstillende Inhaltsstoffe wie etwa verschiedene Salicylsäure-Verbindungen enthalten. Das bringt ebenfalls einen Vorteil für die Neven mit sich, wenn man die Palmkätzchen dementsprechend aufbereitet. Gerade dann, wenn das Wetter wechselhaft ist oder eine bestimmte Mondphase unser Gemüt zu beeinflussen scheint, kann uns die Gabe von den Weidenzweigen weiterhelfen. Dazu ist es angesagt, die aufgesprungenen Kätzchen einzeln abzupflücken und gut durchzutrocknen. Danach stehen sie als beruhigende und ausgleichende Droge zur Verfügung, die man auch in späterer Zeit noch brauchen kann. Beim Ernten sparsam umgehen, damit auch den Bienen noch genug als erste Stärkung übrigbleibt!

Tee aus Weidenkätzchen

Von getrockneten Weidenkätzchen nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser. Dann 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Bei Nervenschwäche oder bei Schlafstörungen kann man am besten jeweils abends 1 Stunde vor dem Schlafengehen 1 Tasse voll davon trinken, um besser zur Entspannung und Ruhe zu gelangen. Den Tee kann man auch zusätzlich mit Honig süßen. www.kraeuterpfarrer.at

Weide (Salix) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Einreibung für den Rücken

Heidekraut bei Ischiasschmerzen

Der Frühling kommt heuer anscheinend früher als wir das in den zurückliegenden Jahrzehnten gewohnt waren. Manchmal war es sogar so, dass der Winter erst in seinem Ausklingen mit Schnee, Eis und Kälte auffuhr und somit für manche Überraschungen sorgte. Es gibt Pflanzen, die der einen sowie auch der anderen Seite des Februars ziemlich gelassen gegenüberstehen. Zu ihnen zählt ganz sicher das Heidekraut (Calluna vulgaris), das auch Besenheide genannt wird. Dieses Gewächs verlegt nämlich die Zeit des Blühens sicherheitshalber in den Spätsommer bzw. in den Herbst, wo man kaum mit Frost oder anfrierendem Nebel rechnen muss. Wie der Name des Heilkrautes es besagt, liebt es karge Landstriche mit sandigen Zonen und mageren Böschungen. Das Heidekraut rechnet eher mit der Energie der Sonne, die es als Pflanze gut auszuschöpfen weiß. Zudem enthalten die Wuchsteile Saponine, Gerb- und Mineralstoffe sowie auch verschiedene Enzyme. In der Wirkung wiederum erweist es sich als antiseptisch, harntreibend und schmerzstillend. Und so hat man das Heidekraut auf vielfältige Weise in den Haushalten vergangener Jahrhunderte und Jahrzehnte verwendet, um einerseits die Gesundheit zu festigen und bei Leiden die Physis zu einem Ausweg aus den Beschwerden zu begleiten. In unserem Körper verlaufen verschiedenste Nervenbahnen. Ein besonders groß ausgebildeter Strang stellt der so genannte Ischiasnerv dar, der u. a. auch im Bereich der Lendenwirbel zu lokalisieren ist. Ändert sich dort etwas an der Form bzw. der Konstitution der Wirbelsäule und wird dadurch ein Druck auf den Nerv verursacht, ruft das die berühmt- berüchtigten Schmerzen hervor, die den Betroffenen sämtliche Bewegungen des Körpers erschweren. Neben der ärztlichen Diagnose und Therapie kann man dann auch versuchen, mit dem Heidekraut die Lage zu entschärfen.

Den Tee ergänzen

Von getrockneten und zerkleinerten Triebspitzen des Heidekrautes nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, bis zum Auskühlen zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Ein Gemisch vom lauwarmen Heidekrauttee mit 1/16 Liter Kornbranntwein (oder Obstbrand) herstellen und vor allem abends den unteren Rücken, über das Gesäß bis zur Kniekehle damit einreiben. Das kann mithelfen, die Schmerzen bei einem beleidigten Ischiasnerv zu reduzieren. www.kraeuterpfarrer.at

Heidekraut oder Besenheide (Calluna vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wenn der Husten quält

Eibischwurzel lindert

Die Zeit schreitet voran. Mit ihr erwarten wir nicht nur das wärmere Wetter, das Zurückkehren der Zugvögel und das Sprießen der ersten Frühlingsblumen. In den Schlagzeilen findet sich immer noch ein Verweis auf das Ansteigen der Grippewelle in Österreich. In diesem Jahr sind offenkundig vor allem Kinder und Jugendliche davon betroffen. Ich denke, es gehört einfach zum ausgehenden Winter dazu, dass sich diese Art der Erkrankung mehrt. Aber dennoch wünsche ich sie keinem von uns. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man die Grippe richtig auskuriert. Im Echten Eibisch (Althaea officinalis) finden wir einen guten Begleiter vor, wenn es gilt, die Folgen einer derartigen Infektion zu lindern. Meist sind es die Atemwege, die dann ganz besonders herausgefordert werden. Der Eibisch zählt zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und wird recht häufig in den Kräutergärten angepflanzt. Seit jeher wird die Wurzel des Heilkrautes geschätzt. Sie enthält neben pflanzlichen Schleimstoffen auch Saponine, Cumarin und Gerbsäuren. Wie die anderen Malvenarten nutzt man den Eibisch schon seit Langem, um Probleme mit entzündeten Schleimhäuten in der Magen- und Darmgegend besser in den Griff zu bekommen. Immerhin besitzt er auch eine entzündungshemmende Kraft. Aber er ist ebenso geeignet, um den Unannehmlichkeiten beizukommen, die im Zuge eines harten und anhaltenden Hustens auftreten. In diesem Fall ist es angezeigt, jede Art von Zugluft oder den Aufenthalt in einer nass-kalten Umgebung zu meiden. Und der Eibisch, der angesetzt wird, kann das Seine dazu beitragen, die Lage zu bessern. Gott sei Dank gibt es die Gaben der Natur, die schon unsere Vorfahren in ihrem gesundheitsfördernden Wert hoch eingeschätzt haben. Die guten Erfahrungen, die sie bei deren Verwendung gesammelt haben, sind auch heute noch gültig.

Eibischtee richtig zubereitet

In 1/4 Liter kaltem Wasser setzt man 2 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Wurzel des Echten Eibisch unter gelegentlichem Umrühren 1 Stunde lang an. Danach abseihen und leicht anwärmen, ohne den Ansatz zu kochen. Mit etwas Honig süßen und dann schluckweise trinken. Das ist vor allem bei starkem Husten von Vorteil. Linderung bringt es ebenfalls, wenn man mit diesem Tee bei Halsschmerzen auch gurgelt. In diesem Fall lässt man den Honig weg. www.kraeuterpfarrer.at

Eibisch Blütenzweig (Althea rosea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verdauungsvorgänge ankurbeln

Der Ingwer hat es in sich

Viele Produkte, die aus dem Fernen Osten zu uns importiert werden, finden reißenden Absatz. Egal, ob es sich dabei um preiswerte technische Geräte oder um Kleidungsstücke handelt. Manches davon wird allerdings auch mit Skepsis betrachtet, was mehrere Gründe haben kann. An dieser Stelle darf ich mich jedoch dem jeweils Naturgegebenen widmen. Sehr früh gab es schon rege Handelsbeziehungen zwischen der pazifischen Küste und dem europäischen Kontinent. Im Zuge dieser Kontakte dürfte auch der Ingwer (Zingiber officinale) aus dem Fernen Osten nach Europa gekommen sein. Jedenfalls gibt es einige sehr alte historische Quellen, nach denen der Ingwer bereits bekannt war und Verwendung fand. Er zählt zu einer eigenen botanischen Familie, wächst mit seinen Trieben etwa hüfthoch und bringt sehr anmutige kleine Blüten hervor, die entfernt an Schwertlilien erinnern. Von besonderem Interesse sind jedoch die Rhizome, die sich knapp unter der Erdoberfläche bilden. Sie sind wohl den meisten bekannt, die diese stückweise im Handel erwerben, um sie zu Hause zu verwenden. In den Wurzelstöcken ist ein hohes Ausmaß an Mineralstoffen und ätherischem Öl enthalten sowie der Scharfstoff Gingerol und nicht zuletzt auch Vitamin C. Sehr gerne nützt man den Ingwer, um vorbeugende Maßnahmen gegen Erkältungen und grippale Infekte zu ergreifen. Da tut der ganzen Physis vor allem seine keimwidrige und wärmende Wirkung gut. Was aber darüber hinaus noch zu den Vorteilen des Ingwers zählt, ist die Tatsache, dass er die Verdauung positiv beeinflussen kann. So gesehen ist es sicherlich sinnvoll, den Ingwer bei Problemen mit dem Magen und dem Darm vermehrt als Zutat zu verwenden. Voraussetzung ist nur, dass man ihn auch verträgt und mit seinem charakteristischen Geschmack zurechtkommt.

Ingwerwürze als Ergänzung

Wer sich die Mühe macht, um zu Hause noch Gemüse wie etwa Gurken oder Kürbisse einzumachen, kann den Ingwer dabei in aufgeschnittenen Scheibchen integrieren. Er schmeckt auch gut im Apfelkompott. Die scharfe Wurzel eignet sich weiters noch als Aufbesserung für Suppen, Soßen, Geflügel und Reisspeisen. Passt auch zu Wildgerichten. Das hilft einem schwachen und nervösen Magen, wirkt zudem appetitanregend und keimtötend. www.kraeuterpfarrer.at

Ingwer (Zingiber officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya