Rosen auf dem Tisch

In Form von Blütenblättern

Das Willkommen-Sein ist uns in Zeiten wie diesen wohl sehr wichtig. Denn nach und nach betreten wir die Bereiche im privaten und öffentlichen Leben wieder, die uns allen nach ihrer Öffnung erneut zugänglich sind, wohl achtend auf die geltenden Sicherheitsanweisungen. Gott sei Dank ist es möglich, auch die Gastronomie als Gast wieder in Anspruch nehmen zu dürfen. Mit gezielt platzierten Blumen wirkt dort dieses Ambiente noch um eine Spur freundlicher. Heute möchte ich daher empfehlen, Rosen auf den Tisch zu stellen. Gewiss machen sie uns in einer Vase viel Freude, vor allem dann, wenn sie uns persönlich überreicht wurden. Doch geht es mir in dieser Kolumne vor allem um die Blütenblätter der Gartenrosen, die unter dem Sammelbegriff Kulturrosen zusammengefasst werden. Diese kennzeichnenden Wuchspartien der prächtigen Ziergewächse sind nämlich auch für die praktizierte pflanzliche Naturheilkunde von Interesse. Rosenblütenblätter enthalten Gerbsäure, Gerbstoff, ätherisches Öl, Harz und Saponine. Man kann also durchaus darangehen, sie zu dem Zeitpunkt, da sich die Blüten an einem sonnigen Tag öffnen, einzeln abzuzupfen, sie locker in einen geeigneten Korb zu legen und danach an einem schattigen, gut durchlüfteten Platz im Haus zum Trocknen aufzustellen. Spätestens nach 4 Tagen sollten sie ganz durchgetrocknet sein. Um ein Schimmeln der Ware zu vermeiden, ist es auch möglich, mit künstlicher Wärme im Backrohr abschließend nachzuhelfen. Dabei aber nicht mehr als 50 °C verwenden. Danach lichtgeschützt und trocken lagern. Um nun diese Art der aufbereiteten Rosen auf den Tisch stellen zu können, genügt es sie im Heißaufguss als Tee aufzubereiten. Die beruhigende und entspannende Wirkung hilft mit, die Gesamtverfassung der Physis und der Psyche positiv zu unterstützen. Denn Herz und Nerven können dadurch gestärkt werden.

Zum Frühstück und zum Abendessen

Von getrockneten Blüten roter Gartenrosen nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und mit ein wenig Honig süßen. Schluckweise trinken. Das hat eine entspannende und zugleich herzstärkende Wirkung. Kann auch bei Schwindel und Kopfschmerzen begleitend durchgeführt werden. www.kraeuterpfarrer.at

Rote Rose ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verjüngendes Grün

Der Lavendel für die Küche

Der Wonnemonat Mai ging meines Erachtens schneller vorüber als gedacht. Die Uhr bleibt eben nun einmal nicht stehen und alles schreitet zumindest im Alter voran. In der Natur draußen lässt sich aber noch vieles bewundern und auskosten, das auch schon in den hinter uns liegenden Wochen aktuell war. Immerhin sind die Beete bestellt, die Felder besät und die jungen Bäume für den Forst gepflanzt. Was jetzt ansteht, ist das Pflegen und im Garten das Gießen, um dem Wachsen zuzusehen. Das gilt auch für den Lavendel (Lavandula angustifolia). Immerhin boomt der Lippenblütler Jahr für Jahr, wenn er von den gärtnerischen Fachgeschäften nach Hause geholt wird, die auch imstande sind, den Kunden die richtigen Ratschläge zum Ziehen von Blumen und Kräutern mitzugeben. Gerade heuer war die Freude groß, sich nach der Zeit der schützenden Einschränkungen in den Garten aufmachen zu können, um sich dort gestalterisch auszutoben. Der Lavendel ist ja nicht nur schön anzusehen, sondern er kann auch einen Beitrag für unsere Gesundheit leisten. Gewiss stehen da wohl die Blüten im Vordergrund, auf die es aber noch ein bisschen zu warten gilt, um sie abzuschneiden und für den späteren Gebrauch zu trocknen. Sie enthalten wertvolle ätherische Substanzen und u. a. auch Gerbstoffe. Sie wirken sich positiv auf unser Nervenkostüm aus, weil von ihnen eine entspannende und gemütserhellende Wirkung ausgeht. Wir dürfen aber zusätzlich bedenken, dass ebenso das Grün des Lavendels genutzt werden kann. Immerhin profitiert die Verdauung davon und über diesen Vorgang wird auch etliches an Unterstützung an die gesamte Physis weitervermittelt. In ganz kleinen Rationen kann dies passieren, wenn man sich ab nun den Lippenblütler in die Küche holt. Und wer sich gesund ernährt, der fühlt sich auf jeden Fall fitter und jünger als jene, die meinen nicht darauf achten zu müssen.

Lavendel als Würze und Beigabe

Die jungen Blattspitzen des Lavendels, die von den Trieben fortwährend abgezupft werden können, stellen ein schmackhaftes und zugleich verdauungsförderndes Gewürz in der Küche dar. Man kann sowohl Fleischspeisen und Braten damit anreichern, aber genauso Fisch, Soßen und Eintopfgerichte. Wie viel man davon nimmt, muss wohl jeder Koch und jede Köchin selbst abschmecken und entscheiden. Der Organismus wird dadurch auf jeden Fall gestärkt und in gewisser Weise verjüngt. www.kraeuterpfarrer.at

Lavendel, grüner Buschen mit Einzelblüte (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Spannungen ableiten

Blutweiderich hilft dabei

Das verlängerte Pfingstwochenende ist nun endgültig vorüber. Der Ernst des alltäglich zu bestreitenden Lebens fordert uns alle an unserem Arbeitsplatz in der Firma, an den Institutionen des schulischen und universitären Lehrens oder schlicht und einfach daheim mit all den anstehenden Erledigungen. Immerhin gilt es die kostbare Zeit zu nutzen. Vielleicht blicken wir dabei mit ein wenig Neid in die Natur, wo andere Regeln gelten. Was können wir z. B. von einer konkreten Pflanze ablesen? Der Blutweiderich (Lythrum salicaria) ist keinem derartigen Druck ausgesetzt, wie ich ihn eben geschildert habe. Er liebt es, an Bach- und Flussufern zu wurzeln und das Wasser – egal ob schnell oder langsam – an sich vorüberziehen zu lassen. Fast mag man meinen, er sei ein wahres Abbild der Gelassenheit. In der Volksheilkunde galt der Blutweiderich seit langer Zeit als beliebtes Heilkraut. Heute besinnt man sich erneut seiner keimtötenden Eigenschaften und benützt ihn wieder vermehrt. Das erweist sich z. B. bei infektiösen Krankheiten des Magen- und Darmtraktes als durchaus nützlich. Ein Tee, den am im Heißaufguss aus den frischen oder getrockneten Blüten und Blättern zubereitet, kann dazu beitragen, einen hartnäckigen Durchfall wieder abklingen zu lassen. Mit weiteren Kräutern gemischt, können auch andere Aufgüsse dazu verhelfen, übermäßige Menstruation oder stark auftretende Hämorrhoiden zu lindern. Aber bleiben wir diesmal bei den eingangs erwähnten Anforderungen, die der gewöhnliche Alltagsstress an uns stellt. Eine Abgespanntheit, die man etwa nach dem Nachhausekommen an sich selbst feststellt oder eine Gereiztheit der Nerven dürfen durchaus dazu veranlassen, um mit dem Blutweiderich die innere Ruhe und Ausgeglichenheit anzustreben und somit lockerer in Richtung Nachtruhe zu gehen. Dann kann die wohlverdiente Erholung mit einem guten Schlaf fortgesetzt werden.

Blutweiderich fürs Bad

Nach getaner Arbeit und erledigtem Tagwerk ist es sinnvoll, eine Form der Entspannung auszukosten. Hier ein Tipp für ein Bad: Bevor man die Wanne mit warmem Wasser füllt, bereitet man sich folgenden Zusatz zu: 70 g frisches oder getrocknetes Blüten-Blätter-Gemisch des Blutweiderichs werden mit 3 Liter kochendem Wasser übergossen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen und ins Badewasser leeren. Den pflanzlichen Rückstand in ein Stoffsäckchen füllen und zugebunden ebenfalls in die Wanne legen. 15 bis 20 Minuten im Wasser bleiben und sich entspannen. www.kraeuterpfarrer.at

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Radfahren zwischen frischem Grün

Mit Kräutertee und Lotion

Allen Lesern dieser Zeilen wünsche ich ein frohes Pfingstfest! Haben Sie den heurigen Urlaub schon geplant? Ich nehme an, dass dieser größtenteils im eigenen Land stattfinden wird. Immerhin kann man dann sicher besser abschätzen, wie sich die gegenwärtige Situation rund um die Gastronomie weiter entwickelt. Zudem gibt es so viele schöne Orte und Landschaften in Österreich. Ganz sicher wird das Radfahren wieder hoch im Kurs stehen. Touren dieser Art kann man ja auch ganz kurzfristig auf die Tagesordnung setzen. Inspiriert davon, dass auch in Karlstein eine eigene Kräuter-Radroute am Kräuterpfarrer-Zentrum vorbeiführt, sollen heute Brombeerblätter, Lavendel und Ysop neben pedaltretender Muskelkraft den Ton angeben. Dazu kommen noch Pfefferminze, Thymian, Goldmelisse und die wunderschönen Kornblumenblüten. Bei jeder sportlichen Tätigkeit bzw. erholsamer Bewegung (das E-Bike macht’s möglich! :-) sind schließlich die Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen. Die gewährleistet man u. a. durch das Pflegen der ganzen Physis. In der aufgezählten Anzahl an Heilkräutern, die man in getrockneter und zerkleinerter Form zu einem Tee mischen kann, stecken natürlich eine Menge an guten Substanzen. Die Gerbstoffe der Brombeerblätter aktivieren die Zellen, die ätherischen Öle des Lavendels hellen die seelische Stimmung auf und der Thymian stärkt die Atemwege. Ysop und Pfefferminze sorgen ebenfalls mit ätherischen Ölen dafür, dass die Verdauung in guter Form ist. Die Gold- und die Zitronenmelisse wirken beruhigend und ausgleichend, mit den Kornblumenblüten samt deren Bitterstoffen wird die Sehkraft unterstützt. Gerade wenn man in der eingangs geschilderten Weise in Bewegung ist, sollte man die Kraft der Pflanzen begleitend und stärkend zum Einsatz bringen. Eine Teemischung für die innerliche Fürsorge und so manche Lotion (z. B. mit Weihrauchharz) zur äußerlichen Anwendung zugunsten von Muskeln und Gelenken stehen im Kräuterpfarrer-Zentrum bereit.

Teekur fürs Radfahren

Eine Mischung aus Brombeerblättern, Melisse, Lavendel, Thymian, Ysop, Goldmelisse, Kornblumen- und Hibiskusblüten sowie Pfefferminze können getrocknet und zerkleinert miteinander gemischt werden. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 3-mal pro Tag ein Tasse trinken, als Vor- und Nachsorge eines Radfahr-Urlaubes. Oder man kann ihn auch kühl in der Trinkflasche mit sich führen. Stärkt und erfrischt den ganzen Organismus. Zur Freude der Radlfahrer! Im Kräuterpfarrer-Zentrum erhalten Sie die Teemischung „Radlfahrer-Freud“ sowie eine Massagesalbe und eine Weihrauch-Lotion zur Pflege von Muskeln und Gelenken. Das ganze Set samt einem Kräutertee zum Verdünnen namens „Fettbörner“ schicken wir Ihnen versandkostenfrei zu: Tel. 02844/7070 oder via Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Tee “Radlfahrer-Freud” ⓒ Reinhard Podolsky





Aufbauender Ansatz

Die Alantwurzel in Wein

Eben noch ging ich durch die Ausstellungszimmer unseres Stiftes, die wir nun auch wieder unseren Besuchern unter den gegenwärtigen Bedingungen zugänglich machen dürfen. Die Abtei Geras ist in allen Himmelsrichtungen von Gärten umgeben, die der klösterlichen Anlage einen besonderen Reiz verleihen. Im Süden liegt der Kräutergarten, der für die kommende Saison von Kundigen auf Vordermann gebracht wird. Im Zuge meines Schlenderns reichte ein kurzer Blick aus den Fenstern der so genannten Bischofszimmer, um zu sehen, wie prächtig der Alant (Inula helenium) auf seinem angestammten Platz im Kräuterbeet bereits gediehen ist. Mit seinen kräftigen und behaarten Blättern ist er schließlich neben den anderen oft kleiner gewachsenen grünen Individuen auch schwer zu übersehen. Der Alant zählt zu den Korbblütlern und hat – wie schon gesagt – eine stattliche Gestalt, die mehr als mannshoch ausfallen kann. Wenn man schon eine derartige Größe besitzt, darf auch das stützende und tragende Element nicht fehlen. Kein Wunder, dass die Wurzel des Heilgewächses dementsprechend kräftig ausgebildet ist. Zu den Inhaltsstoffen des unterirdischen Wuchsteiles zählen u. a. das leicht verdauliche Inulin, ätherische Öle, Harze, Bitterstoffe, Kampfer und Pektin. Generell hat man in der Tradition der pflanzlichen Naturheilkunde den Alant vor allem verwendet, um einerseits die Lunge bei Entzündungen zu unterstützen und ebenso dem Magen- und Darmtrakt eine Hilfe zukommen zu lassen. Für mich versinnbildlicht der Alant vor allem Stärke und Festigkeit. Daher möchte ich heute dazu einladen, diese Pflanze dazu zu verwenden, um sich selbst aufrichten und stärken zu lassen, wenn man sich schwach und erschöpft fühlt. Eine Möglichkeit ist es, ihn zusammen mit Wein anzusetzen und ihn so in äußerst geringen Dosen zu konsumieren.

Zubereitung von Alantwein

Von gut gereinigter Alantwurzel nimmt man ein Stück und schneidet dieses in Scheiben. Davon benötigt man die Menge von 40 g, übergießt diese Wurzeldroge mit 1/16 Liter 70%igem Ansatzalkohol. 24 Stunden lang zugedeckt ziehen lassen. Dann das Ganze in 1 Liter Weißwein in einem Glasgefäß 8 Tage ansetzen. Zuletzt abseihen, die Wurzelstücke auspressen, die gesamte Flüssigkeit filtrieren und abfüllen. Kühl lagern. Bei Schwächezuständen und Phasen der Erschöpfung jeweils 1 Stamperl voll vor der Hauptmahlzeit einnehmen, um neue Kraft zu schöpfen. www.kraeuterpfarrer.at

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Hautstärkende Einreibung

Auf Grundlage des Frauenmantels

Es bedeutet für uns eine gewisse wiedergewonnene Freiheit, wenn das Wetter es ermöglicht, sich nicht mehr schützend vermummen und gut einpacken zu müssen. Mit einer Redewendung benennen wir es, dass wir den Mantel zu Hause lassen können. Nun, es ist wirklich höchst an der Zeit, die Wintergarderobe für hoffentlich lange verstauen zu können. Gleichzeitig sollten wir im Hinblick auf eine angebrachte Bekleidung nicht leichtsinnig sein. Draußen auf unseren Wiesen gibt es hingegen ein Gewächs, das wir sehr wohl beachten und ins Blickfeld unseres Interesses rücken dürfen. Es handelt sich dabei um den Gemeinen Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), der auch aufgrund seiner Blattform als Spitzlappiger Frauenmantel bezeichnet wird. Dieses Rosengewächs zeichnet sich vor allem durch einen hohen Gehalt an Flavonoiden und Gerbstoffen aus. Es wächst sehr gern an eher feuchten Standorten in Ufernähe von Gewässern, auf Wiesen und an Wegrändern sowie auch eher kargem Areal wie z. B. so genannten Ruderalflächen. Im Garten hingegen findet man meist gezüchtete Formen, die sich als Bodendecker bewähren und größere Blätter aufweisen als die ursprüngliche Art im freien Gelände. Mit meinem heutigen Tipp möchte ich erneut dazu aufrufen, das eigene Äußere zu pflegen. Denn die Haut, die beim wärmeren Wetter ja umso mehr beansprucht wird, da sie das Sonnenlicht und die Luft in gesteigertem Maße entgegennimmt, sollte auch eine Unterstützung mithilfe der natürlichen Ressourcen, die in den Pflanzen wie eben dem Frauenmantel stecken, erfahren. Und eines möchte ich dazu noch betonen: eine gestärkte Haut schützt auch alles besser, was darunter liegt, wie etwa Muskeln und Gelenke. Grund genug, um den Frauenmantel für Einreibungen heranzuziehen.

Öl ansetzen

Frisch zerkleinerte und zuvor gereinigte Blätter des Frauenmantels werden in einem Verhältnis 1 : 4 mit naturbelassenem kaltgepresstem Olivenöl in einem geeigneten Glasgefäß übergossen und 14 Tage lang verschlossen an einem sonnigen Fensterplatz angesetzt. Man kann auch ein anderes pflanzliches Öl seiner Wahl dazu verwenden. Zum Schluss abseihen, den pflanzlichen Rückstand extra auspressen und dem anderen Öl hinzufügen. Kühl und lichtgeschützt lagern. Durch die entzündungshemmende und straffende Kraft des Frauenmantels stärkt eine Einreibung der Haut dieselbe und macht sie widerstandsfähiger. www.kraeuterpfarrer.at

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Pflegehilfe und Hauttonikum

Die Kalmuswurzel

Angesichts der hinter uns liegenden und bisher gemeisterten Wochen und Monate hat sich unser Leben sehr verändert. Verschiedenste Gesichtspunkte der Alltagsbewältigung sind nun vermehrt in den Blickwinkel getreten, wie etwa der öffentliche Verkehr im eigenen Land und auch zwischen Ländern und Kontinenten. Damit verbunden war auch der Transport von helfenden Kräften in der Erntearbeit und vor allem in der häuslichen Alten- und Krankenpflege. Somit möchte ich heute eine natürliche Gabe beschreiben, die auch diesen erwähnten Bereich tangieren kann: der Kalmus (Acorus calamus). Ursprünglich war er in Asien beheimatet, wo sehr alte Quellen bereits aus der Antike von einem wirkungsvollen gesundheitsfördernden Gebrauch sprechen. Man kann davon ausgehen, dass die Sumpfpflanze im 17. Jahrhundert auch auf dem europäischen Kontinent heimisch war, da sie über den Handel immer weiter nach Westen ausgebreitet wurde. Der Kalmus liebt die Nähe des Wassers, was ihn auch dazu geeignet macht, ihn ins Sortiment jener Gewächse aufzunehmen, die man an ein Biotop im eigenen Garten pflanzt. In den Rhizomen, die dieses Heilkraut etwa daumenstark ausbildet, sind wertvolle Bitterstoffe, ätherische Öle und u. a. auch Terpene enthalten. So gesehen kann man die Wirkstoffe auf verschiedene Bereiche der Physis hin adressieren. Das betrifft etwa die Verdauung mit Magen und Darm, die schmerzlichen Symptome, die etwa bei Rheuma auftreten oder eben auch die Haut. Zu den häufigen Sorgen, die rund um bettlägerige und somit wenig bis gar nicht mobile Personen entstehen, zählt das so genannte Wundliegen. Um dieses möglichst lang hintanzuhalten, gilt es einerseits, die Konstitution der Haut zu festigen und zugleich deren Durchblutung zu fördern. Genau zu diesen oft drängenden Fragen möchte ich ein Hausmittel aufzeigen, das man als begleitende Maßnahme zu Hilfe nehmen kann.

Die Durchblutung der Haut steigern

In 1 Liter naturreines Olivenöl gibt man ca. 250 g von geschälter und kleingeschnittener Kalmuswurzel. In einem verschlossenen Gals 14 Tage an einen sonnigen Platz am Fenster stellen. Täglich einmal durchschütteln. Zuletzt abseihen und die Wurzelrückstände zusätzlich auspressen. Das Kalmusöl in Fläschchen füllen, kühl und lichtgeschützt lagern. Das so gewonnene Öl kann man als vorbeugende Einreibung der durch etwaiges Wundliegen gefährdeten Hautpartien anwenden. Ebenfalls geeignet bei Rheuma- und Muskelschmerzen. www.kraeuterpfarrer.at

Kalmuswurzel und Blütenstand (Acorus calamus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verborgener Schatz

Die Wurzel der Schwertlilie

Immer wieder werden in unserem Heimatland so genannte Gartentage ausgerufen. Diese laden alle Interessierten ein, sich in öffentlichen und privaten Grünanlagen umzusehen, die blühende Pracht visuell auszukosten oder einen Kulturevent unter Gottes freiem Himmel zu erleben. Aber die Hauptakteure sind dabei meines Erachtens sowieso die Pflanzen. Ein spezielles Gewächs, das momentan die Beete ziert, ist die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica). Sie ist ein dankbares mehrjähriges Gartengeschöpf. Schon die heilige Hildegard von Bingen wusste, dass es nicht bloß genügt, die schönen Blüten zu bestaunen, sondern bei deren Wuchsgestalt zwei Stockwerke tiefer zu gehen. Somit gelangen wir zur Wurzel der Schwertlilie, die durchaus kräftig ausgebildet ist. Sie enthält vor allem ätherische Öle, Flavonoide und pflanzliche Schleimstoffe. Für äußerliche Anwendungen ist sie auch im 21. Jahrhundert noch anwendbar. Über die Haut werden oft innere Organe beeinflusst und stimuliert. Somit kann man mit der Wurzel der Schwertlilie ein erhöhtes Wohlbefinden ansteuern, das sich auf mehrere Bereiche günstig auszuwirken vermag. Einmal mehr möchte ich betonen, wie wichtig es ist, die Haut selbst bei der Gesundheitspflege nicht außer Acht zu lassen. Immerhin braucht auch sie so etwas wie einen Schutzschirm gegen Entzündungen und Irritationen. Und da ist eine Unterstützung mithilfe der Gaben aus der Natur allemal angesagt. Auch wenn man die Wurzeln sinnvollerweise im Frühjahr und im Herbst ausgräbt, ist es jetzt an der Zeit, sich der bereits getrockneten Droge aus dem Fachhandel zu bedienen. Und das Vorhandensein einer Badewanne ist zusätzlich von Vorteil.

Badezusatz aus der Wurzel

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Schwertlilie nimmt man ca. 100 g. Diese Menge setzt man in 2 Liter kaltem Wasser 2 Stunden lang an, bevor man das Ganze kurz aufkocht und dann abseiht. Dann erst dem Badewasser beigeben und 20 Minuten in der Wanne bleiben. Mit einem derartigen Bad wird die Haut gestärkt und deren Immunkraft erhöht. Indirekt wird auch die Bauchspeicheldrüse in ihrer wichtigen Funktion mit dieser Anwendung unterstützt. www.kraeuterpfarrer.at

Schwertlilie (Iris germanica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Praktischer Gartentipp

Mit Brennnesseln Blattläuse einbremsen

Der Wunsch nach Harmonie und Frieden steht wohl in der Liste der Wünsche und Sehnsüchte von vielen Zeitgenossen ganz oben. Und zurecht dürfen wir tagtäglich unseren persönlichen Beitrag dazu liefern, damit das auf dieser Welt zumindest ein Stück weit möglich wird. Gott sei Dank wird hierzulande nicht für eine kriegerische Auseinandersetzung gerüstet. Im eigenen Garten sollte so etwas ebenfalls nicht nötig sein, möchte man meinen. Doch leider muss man auch hier mit ähnlichen Überfällen rechnen. Die Brennnesseln (Urtica) sind von Natur aus mit einem Abwehrmechanismus ausgestattet, der es zumindest uns sensiblen Zweibeinern schwer macht, sie mit bloßer Haut niederzwingen zu wollen. Das ist genau genommen kontraproduktiv. Es lässt sich ja durchaus auch der Gedanke anstellen, diese zumindest taktil unwirtlichen Pflanzen für die eigenen Interessen einzuspannen und mit ihnen eine natürliche Koalition zu bilden. Abgesehen davon, dass Brennnesseln eine gute Wirts- und Kinderstube für manch prächtige Schmetterlingsarten abgeben, lassen sie sich zudem strategisch zur Verteidigung des eigenen Gemüses und der sommerlich angestrebten Blütenpracht in der grünen Oase rund ums Haus verwenden. Gewiss reagieren Blattläuse, die sich oft mehr als uns lieb ist, auf den Pflanzen niederlassen, anders auf die Nesselhaare eines Brennnesselblattes als unsere sensiblen Hautzellen. Dennoch ist es auf andere Weise möglich, einen berechenbaren Ansturm an einer Vielzahl der invasiven Insekten erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Angesichts der aktuellen erschreckenden Nachrichten über die Folgen des Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft liegt es wohl auf der Hand, dass allein schon die bloße Vernunft sämtliche Naturliebhaber dazu animiert, nach rein pflanzlichen Alternativen zu suchen, die ein Gedeihen des Gartens nach Möglichkeit unterstützen und fördern können. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Spritzmittel aus Brennnesseln

Bei einem geringen Befall von Gartenpflanzen jedweder Art durch Blattläuse kann man ein biologisches Spritzmittel selbst herstellen. Dazu nimmt man eine größere Menge frischer Brennnesseltriebe, die man zerkleinert und in einem Eimer voll kalten Wassers 24 Stunden lang ansetzt. Danach abseihen und unverdünnt auf die befallenen Gewächse aufsprühen. Die günstigste Zeit dafür sind die frühen Abendstunden. Man kann davon ausgehen, dass dies den Blattläusen gar nicht schmeckt! www.kraeuterpfarrer.at

Brennnessel (Urtica) mit Schmetterling und Marienkäfern ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Fitmacher für Leib und Seele

Odermennig und Goldrute

Es ist wirklich etwas Schönes, wenn man unbelastet und unbeschwert die Freiheit auskosten kann. Wir alle haben doch in irgendeiner Weise jemanden oder etwas, der oder das uns bindet und in Beschlag nimmt. Verpflichtungen und nicht zuletzt die Verlässlichkeit leiten uns an, unsere Aufgaben zu erfüllen. Im Organismus herrscht übrigens auch keine Willkür. Dort sitzt jedes Organ und jede Drüse an ihrem Platz, um stets das durchzuführen, was letztendlich dem ganzen Leib zugutekommt. Und dennoch lässt sich auch dort eine Erleichterung anstreben, die wir physisch und mental zu spüren bekommen. Der Odermennig (Agrimonia eupatoria) etwa ist ein Heilkraut, das schon unsere Vorfahren sehr geschätzt haben. Dadurch, dass es einen hohen Anteil an Gerbstoffen in sich birgt, kann man von einer verdauungsfördernden Wirkung des Gewächses ausgehen, was von vielen positiven Erfahrungen auch bestätigt werden kann. Die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) wiederum bringt als Vorzug Bitterstoffe und ätherische Öle ins Spiel. Bei deren Gebrauch kann man die Nieren fördern und dazu beitragen, dass durch einen aktivierten Stoffwechsel das Blut besser gereinigt wird. Diese Aspekte sind somit ein Verweis darauf, dass der Körper durch die Verwendung der beiden Kräuter fitter und von manch Belastendem, das von einer einseitigen Ernährung herrührt, freier werden kann. Gewiss ist es außerdem noch wichtig, sich ausreichend zu bewegen und somit für eine beständige Ertüchtigung der Gelenke und des Muskelapparates zu sorgen. Zusätzlich dürfen aber auch die guten Wirkstoffe der Kräuter das Ihre beitragen, damit wir rundum ein gesteigertes Wohlbefinden erlangen. Und dass in der Folge eine höhere Lebensqualität einhergeht, muss ich meines Erachtens nicht noch extra betonen.

Belebender und reinigender Tee

Das getrocknete und zerkleinerte Kraut des Odermennigs und der Echten Goldrute mischt man zu gleichen Teilen. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Aufguss 15 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen und auf das zusätzliche Süßen verzichten. Ab und zu kann man davon an einem Tag 2 bis 3 Tassen trinken. Das hilft mit, die Verdauung zu unterstützen, die Nierentätigkeit zu erhöhen und somit den gesamten Organismus fitter zu machen. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Goldrutenzweiglein (Solidago virgaurea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya