Stärkt die Haut

Pfennigkraut verwenden

Dieser Sommer hat es in sich. In letzter Zeit können wir uns wohl kaum darüber beklagen, dass es zu wenig an Niederschlägen gibt. Das Gegenteil war der Fall. Von den zurückliegenden Wochen dürfen wir wohl behaupten, dass sie wettermäßig eher durchwachsen waren. Das gereicht der Natur nicht unbedingt zum Nachteil. Leider vermehrten sich dadurch auch stechende Insekten, die sich über uns herstürzen, sobald wir ihnen ein wenig bloße Haut zugänglich machen. Mit dem Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) möchte ich mich ebenfalls der physischen Außenschicht zuwenden, jedoch nicht, um in irgendeiner Weise einen Blutzoll einzufordern. Ganz im Gegenteil! Denn dieses am Boden entlang wachsende pflanzliche Geschöpf ist eher dazu angetan, der Haut pflegende und stärkende Wirkungen entgegenzubringen. Flavonoide, Schleimstoffe und vor allem Gerbstoffe zeichnen dieses Gewächs aus, das man früher des Öfteren heranzog, um damit dem Leib etwas Gutes zu tun. Es scheint mittlerweile jedoch eher in Vergessenheit geraten zu sein. Vor allem für eine äußerliche Anwendung steht es aber bis heute zu Verfügung. Wenn sich auf der Haut eine Rötung zeigt oder sich gar ein Ekzem festsetzt, so ist es sicher vernünftig, dies von ärztlicher Seite diagnostizieren und wenn nötig therapieren zu lassen. Generell möchte ich in diesem Zusammenhang wieder einmal darauf hinweisen, dass man sich nach einem intensiven Sonnentanken – was gerade in der gegenwärtigen Zeit beim Relaxen sowie bei oft anstrengenden und schweißtreibende Arbeiten unter freiem Himmel vollzogen wird – Veränderungen auf der Haut ohne viel Zögern einem prüfenden dermatologischen Blick unterziehen lassen sollte, weil z. B. maligne Melanome eine für den ganzen Körper bedrohliche Erkrankung darstellen können. Ein ganz anderes Thema sind hingegen entzündliche Herde und Ekzeme. Zum Begleiten der dadurch ausgelösten Symptome kann ein Kräuterbad eine entspannende Möglichkeit bereitstellen.

Pfennigkraut-Bad

Vom Pfennigkraut nimmt man im Stadium der Blüte die frischen Triebe und zerkleinert sie, indem man sie mit einem Messer fein schneidet bzw. auch hackt. Eine Menge von 100 g übergießt man mit 3 Liter kochendem Wasser. 30 Minuten lang ziehen lassen und dann abseihen. In einer Wanne dem Badewasser beifügen und ca. 20 Minuten mit dem gesamten Körper darin baden. Das bringt für die Haut eine zusammenziehende Wirkung mit sich, die somit gestrafft und gestärkt wird. Tut vor allem bei Ekzemen gut. www.kraeuterpfarrer.at

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gesunde Zuspeise

Den Grünen Salat schätzen

In den Bemühungen, nach Möglichkeit seine Gesundheit zu wahren, suchen viele so manch ausgefallene Wege oder gar exotische Weisen, sich körperlich und auch seelisch zu festigen bzw. vital zu halten. Gottlob gibt es gerade im Bereich der pflanzlichen Natur einiges, das diesem Ansinnen dienlich ist. Viele Kräuter hier vor Ort und eben auch auf fernen Kontinenten bergen eine breit aufgefächerte Wirkkraft, die Menschen seit Anbeginn ihrer Existenz stets in Anspruch genommen haben. Das Einfache, ja das oft zu Unrecht als banal Bezeichnete, sollte jedoch auch nie zu kurz kommen. Dafür ist der Grüne Salat oder Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata), der in Österreich gerne auch als Häuptlsalat bezeichnet wird, ist wohl das beste Beispiel. Denn man könnte meinen, was ist das schon Besonderes? Diese Frage kommt sicher all jenen nicht in den Sinn, die im Garten selbst die kleinen Pflänzchen dieser Art heranziehen und dann zu Recht voller Stolz sind, wenn man eine durchaus als knackig zu bezeichnende Ware ernten und bei den Mahlzeiten zu sich nehmen darf. Im Hinblick auf unser physisches und psychisches Wohlergehen hat der Salat einiges zu bieten. Zu seinen Inhaltsstoffen zählen nämlich neben Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten auch wertvolle Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Phosphor sowie noch Vitamine. Wer regelmäßig Salat konsumiert, der trägt darüber hinaus etwas dazu bei, die Nerven zu stärken, einen erholsamen Schlaf zu fördern und überdies im Bereich des Muskelapparates sowie der Organe vorbeugend etwas gegen Krämpfe zu tun. Wer sich dessen bewusst ist, wird wohl seine Meinung in eine Richtung ändern, die dem Salat wieder mehr Ehre zukommen lässt. In den Smalltalks ist doch nach wie vor häufiger als angebracht das Gegenteil der Fall.

Einfallsreichtum mit Salat

Grüner Salat (= Häuptlsalat) ist ganz fein zu konsumieren, wenn ein gut abgeschmecktes Dressing als Ergänzung dabei ist. Doch dienen die fleischigen Blätter gleichzeitig als Dekoration für verschiedenste Gerichte. Bei einer Jause lässt sich übrigens auch ein Salatblatt auf eine Schnitte Brot legen, um so zu einer erfrischenden Zwischenmahlzeit zu werden. Die Verdauung und die Gesundheit profitieren in weiterer Folge auf jeden Fall davon.  www.kraeuterpfarrer.at

Kopfsalat bzw, Hauptlsalat oder Gruener Salat (Lactuca sativa var. capitata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der Haut zuliebe

Die Beeren der Ebereschen aufbereiten

Wenn sich nun das Jahr bereits in Richtung Herbst bewegt – ohne den vorherrschenden Sommer damit kleinreden zu wollen – so ist es für mich immer wieder beeindruckend, wie sich die Landschaften unter jeweilig unterschiedlichen Lichtverhältnissen präsentieren, vor allem am Abend wirft nun die Sonne wieder vermehrt Schatten, da sie ihre Strahlen vor dem Untergehen seitlich über Waldränder und Architekturstrukturen legt, die somit verstärkt hervortreten. Und die Pflanzen liefern so manchen Farbtupfer dazu. Ein ganz besonderes Rot erstrahlt in Form der Beeren in den Kronen der Ebereschen (Sorbus aucuparia). Dieses Rosengewächs kommt ohnehin häufig in unseren Wäldern vor und muss dort nicht extra kultiviert werden. Nichtsdestotrotz gibt es auch die gezüchteten Arten wie etwa die der Mährischen Eberesche. Ich empfehle stets, die Eberesche bei Gartengestaltungen mit einzubeziehen, weil diese nicht nur eine Zier darstellt, sondern gleichzeitig eine Futterquelle für zahlreiche Vogelarten liefert, die vor allem im Winter dankbar die noch an den Zweigen übrig gebliebenen Beeren als Mahlzeit annehmen können. Die Ebereschenfrüchte können auch kulinarisch auf verschiedene Weise aufbereitet werden. Nicht zu vergessen ist ebenso der köstliche Brand, der mit Namen Vogelbeerschnaps einen willkommenen Aperitif abgibt. Da die Beeren einen hohen Gerbstoffgehalt aufweisen, ist es günstig, die Früchte eine Zeitlang in Wasser einzuweichen, ehe man darangeht, ein Mus oder eine Marmelade damit zu machen. Und hierbei kommt es zu einem Nebenprodukt, das durchaus für die Pflege der Haut von Interesse sein kann. Gott sei Dank haben wir die Erfahrungsberichte unserer Ahnen, die sich als brauchbares Archiv erweisen, in das es immer wieder gilt, hineinzusehen und in die Praxis umzusetzen.

Ebereschen-Fruchtwasser

Zuerst sollte man völlig reife und geerntete frische Ebereschenbeeren über Nacht in kaltem Wasser ansetzen. Man kann auch einen Schuss Apfelessig hinzufügen. Am nächsten Tag abseihen. Der so entstandene Ansatz eignet sich hervorragend, um die gesamte Körperhaut damit einzureiben. Das strafft die Haut und hält sie gesund. Dadurch ist sie widerstandsfähiger und wehrhafter gegenüber verschiedensten Erkrankungen. So schützt sie dann auch besser die ganze Physis. www.kraeuterpfarrer.at

Eberesche oder Vogelbeere, Fruechte (Sorbus aucuparia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Segen aus dem Garten

Brombeeren stärken auch die Nerven

Was sollen wir jemandem mitbringen, wenn uns eine besondere Einladung ereilt, wir diese annehmen und uns dem Gastgeber gegenüber als dankbar erweisen wollen? Um hierfür ein Mitbringsel auszusuchen, bedarf es eines guten Einfühlungsvermögens und einer liebevollen Phantasie, damit das offerierte Geschenk auch dem Anlass entspricht. Ich möchte das heute in gewisser Weise auf den Garten übertragen. Dort kehrt sich der eben geschilderte Sachverhalt jedoch um, weil der Schöpfer selbst es ist, der uns in seine Natur einlädt und gleichzeitig jeweils neu beschenkt. Die Brombeeren (Rubus fruticosus) zählen zu den alljährlich reifenden Annehmlichkeiten, die wir in Empfang nehmen dürfen. Botanisch gesehen, gehört dieses fruchttragende Gewächs zur großen Familie der Rosengewächse. Nahe verwandt mit den Brombeeren sind die im Wald und an Wegböschungen oft anzutreffenden Kratzbeeren, die ebenfalls ein genießbares Obst liefern. Ganz klar, dass in den Beeren viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten sind, die prinzipiell einen kostbaren Beitrag für unsere Gesundheit darstellen. Solange also die reifen Gaben an den stacheligen Trieben (es gibt auch extra gezüchtete Sorten ohne diese wehrhaften Wuchsteile) zum Greifen nahe sind und wir ihrer leicht habhaft werden können, sollten wir die damit ausgesprochene Einladung der Natur auch kräftig in Anspruch nehmen. Ein Aspekt, der beim Genuss der Brombeeren neben der Aufbesserung des Bedarfs an Vitaminen und Ballaststoffen noch hinzukommt, ist eine stärkende Unterstützung der Nerven. Wenn wir dies mit pflanzlicher Hilfe bewirken können, ist das sicher von großem Vorteil. Wenn nun also die Brombeeren nach und nach heranreifen, dürfen wir ganz konkret etwas für die Gesunderhaltung von Leib und Seele unternehmen.

Brombeeren am Abend und am Morgen

Von reifen, frisch gepflückten Brombeeren kann man am frühen Abend ca. 1 Handvoll verspeisen, um damit eine beruhigende und nervenstärkende Wirkung entgegenzunehmen. Gewiss sollte man das nur dann tun, wenn auch die Verdauung den Genuss des frischen Obstes verträgt. Am Morgen vor dem Frühstück wiederum ist es möglich, 1 Glas reinen Brombeersaftes zu genießen, um so ausgeglichener in den neuen Tag zu gehen. www.kraeuterpfarrer.at

Brombeerranken mit Blüten und Früchten (Rubus fruticosus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Mundhöhle pflegen

Mit Honig und Zitronensaft

Um eine gute Atmosphäre zu schaffen, bedarf es meines Erachtens in allererster Linie einer guten persönlichen Verfassung. Zusätzlich wirkt sich die Offenheit gegenüber anderen Menschen, die möglichst ohne Vorurteile auskommt, äußerst positiv im täglichen Miteinander aus. In der Urlaubszeit tut es uns ja allen gut, wenn wir – egal wo – freundlich aufgenommen und herzlich willkommen geheißen werden. Um mich in meiner eigenen Haut wohl zu fühlen, kommt noch ein Aspekt hinzu: eine gepflegte Physis. Was haben in diesem Zusammenhang nun der Honig (lat. Bezeichnung: Mel) und die Zitronen (Citrus limon) damit zu tun? Gewiss stehen uns doch Kosmetika, Waschlotionen, Duschgels, Parfums und dergleichen gedanklich näher als natürliche Gaben, die wir eher auf einem reich gedeckten Tisch wähnen als im Badezimmer? Um das zu beantworten, will ich mich heute bemühen. Vorab: ein großer Dank an alle Imker, die oft nicht wenig Mühe aufwenden, um ihre beflügelten Staaten und Völker gesund zu erhalten und über die Wintermonate zu bringen. Das Ergebnis dieser verantwortungsvollen Sorge ist ein hochwertiges Naturprodukt, das aus den Wabenwänden geschleudert wird und dann den vielen Gesundheitsbewussten zur Verfügung gestellt werden kann. Unter anderem steckt im Honig auch eine entzündungshemmende und heilfördernde Wirkung. Ein Saft aus Zitronen wiederum, der ganz leicht aus schadstofffreien Früchten gepresst werden kann, enthält u. a. Vitamin C, Zitronensäure und Pektin. Wenn man um diese Vorteile weiß, darf man ein ganz einfaches Hausmittel zubereiten, das vor allem dann verwendet werden kann, wenn Geschwüre und Entzündungsherde rund um Gaumen, Kiefer und Zahnfleisch einen unangenehmen Mundgeruch zur Folge haben. Und das wollen wir uns doch selbst und schon gar nicht anderen zumuten, auch wenn die Wahrung der nötigen Distanz ein Gebot der gegenwärtigen Zeit darstellt.

Stärkung für die Mundhöhle

Bei Geschwüren bzw. Entzündungen im Mund kann man zu Honig und Zitronensaft greifen. 1 Esslöffel voll Bienenhonig und 1 Esslöffel Zitronensaft mischt man gut miteinander ab. In einem verschlossenen Glasgefäß in den Kühlschrank stellen. Früh und abends nimmt man 1 Teelöffel voll davon ein und bewegt die Mischung so lange mit der Zunge auf und ab, bis die ganze Mundhöhle davon erfasst wird. Dann längere Zeit im Mund halten, ohne zu schlucken. Danach unbedingt ausspucken. Das begleitet wirksam einen Prozess der Heilung. www.kraeuterpfarrer.at

Honigwabe mit Bienen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Zitronenhälfte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erfrischung und Beruhigung

Quittenblätter in Teeform

Beschäftigt man sich mit Heilkräutern, so kann dies auf sehr verschiedene Art und Weise geschehen. Vorrangig wird das Interesse der meisten wohl zu einer praktischen Verwertung all dessen hin tendieren, was der Herrgott unter freiem Himmel im Garten, auf den Wiesen und im Wald wachsen lässt. In den vergangenen Jahrzehnten bekommt jedoch auch die Erforschung der historischen Quellen rund um die Traditionelle Medizin auf unserem Kontinent und in fernen Landen immer mehr Gewicht. In diesem Sinne möchte ich heute eine Frucht herausgreifen, die viele gar nicht mehr zu kennen scheinen: die Quitte (Cydonia oblonga). Ich selbst entsinne mich, dass meine Eltern in unserem Garten einen Quittenstrauch hegten, dessen Früchte nach erreichter Reife in eine Obstschale gelegt wurden, um dem Raumklima in den Zimmern ein besonderes Aroma zu verleihen. Die Quitten waren in der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern weit mehr verbreitet und bekannt, als dies heute der Fall ist. Berühmt ist wohl immer noch ein feines Quittengelee, das zu den besonderen Delikatessen einer Speisekammer zählt. Durch den hohen Schleimgehalt aller Pflanzenteile der Quittenpflanze kann man z. B. aus den frischen Quittenblüten einen Tee aufgießen, der bei Husten hilft und darüber hinaus eine leidliche Schlaflosigkeit zu lindern vermag. Gewiss sucht man nach diesen schön geformten Blühwerken momentan vergeblich. Dennoch kann man gegenwärtig auf die Blätter der Quitten zurückgreifen, sofern man diese in weiser Voraussicht sammelt und für den späteren Gebrauch aufbereitet. Dazu zählt in erster Linie das gründliche Trocknen des Erntegutes. Die Blätter enthalten eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe wie etwa Gerb- und Mineralstoffe, die der Verdauung, der Haut und schließlich auch den Nerven gut tun. Wäre schön, wenn sich wieder mehr für das liebenswerte Gewächs Quitte interessieren würden.

Quittenblätter aufkochen

Um ein Tagesgetränk daraus zuzubereiten, nimmt man 10 g der getrockneten und zerkleinerten Blattdroge und stellt diese in 1 Liter kaltem Wasser zu. 10 Minuten lang aufkochen lassen und dann abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Wenn man diesen Tee tagsüber trinkt, wirkt er beruhigend und nervositätsmindernd. Zudem tut dies der Verdauung und der Haut gut. www.kraeuterpfarrer.at

Quitte (Cydonia oblonga) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erinnerung an den Frühling

Den Löwenzahn nicht vergessen

Unser gegenwärtiges Jahr 2020 hat uns allen wohl schon einiges an Herausforderungen geboten. Aufgrund so vieler abgesagter Veranstaltungen, dessen Grund hierfür sicher allen bekannt ist, meint man womöglich, dass es gar noch nicht so richtig stattgefunden hat. Und doch läuft die Zeit unerbittlich dahin. Wenn wir also aus dem Hochsommer noch einmal zurück in den Frühling blicken, möchte ich das im Sinne der Kräuterkunde verstanden wissen. Denn immerhin sind in dieser Jahreszeit sehr viele wertvolle Pflanzen auf dem Plan gestanden, da sie frisch aus dem Boden sprießten. Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) gilt sicher als einer der Favoriten für die Phase nach den frostigen und nasskalten Monaten des Winters. In ihm stecken vor allem wertvolle Bitterstoffe, die sehr gut mithelfen können, den gesamten Stoffwechsel im Körper zu aktivieren und zugleich in ein ausgewogenes Maß zu bringen. Darüber hinaus liefert der Korbblütler dem Körper sogar Vitamine und Mineralstoffe, die prinzipiell ja auch nicht zu verachten sind. So sehr der Sommer dazu angetan ist, sich vermehrt im Freien zu bewegen und durch sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen und ausgedehntes Wandern fit zu halten, so oft lädt auch ein gedeckter Tisch nebst angeheiztem Griller ein, es sich gut gehen zu lassen. Gemütliche Abende mit Freunden und Einladungen zu einem guten Essen tragen das Ihre dazu bei, dass der Organismus im wahrsten Sinne gar nicht wenig zu verdauen und aufzuarbeiten hat. Dabei sind die inneren Organe am meisten gefordert. Das ist meiner Meinung nach Grund genug, um sich erneut des Löwenzahns zu erinnern, der sowieso das ganze Jahr über ein brauchbarer Begleiter unserer Gesundheit sein darf.

Löwenzahn-Tee hält fit

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Löwenzahns nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und auf Trinktemperatur auskühlen lassen. Obwohl dieser Aufguss bitter schmeckt, sollte man sich nicht davor scheuen, ihn gleich am Morgen auf nüchternen Magen schluckweise zu trinken. Auch am Abend tut eine Tasse des Tees ganz gut. Das fördert die Tätigkeit der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Nieren. www.kraeuterpfarrer.at

Löwenzahn mit Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Vitamine für die Zähne

Liefern die Hagebutten

Eine Tätigkeit, die aufgrund der Zurückgezogenheit auf den privaten Bereich während des Lockdowns vermehrt durchgeführt wurde, war das Ordnen des eigenen Haushaltes. Darunter fiel wohl auf jeden Fall das Sichten all jener Sachen und Dinge, die man noch brauchen kann. Lagert man im eigenen Haushalt getrocknete Kräuter oder Früchte, die von der Ernte des Vorjahres stammen, so ist es ebenfalls angesagt für neue Ware Platz zu machen. Das heißt aber noch lange nicht, dass das Vorhandene wertlos ist. Schauen wir unter diesem Blickwinkel doch einmal auf die Hagebutten (Rosae fructus). Die Früchte der Wildform unserer beliebten Rosen sind wohl den meisten bekannt. Gewiss ist ihre hohe Saison erst in den Herbstmonaten anzusiedeln, da sie in kräftigem Rot die Sträucher an Waldrändern, Hohlwegen und Feldrainen zieren. Sie werden dann erst so richtig weich, wenn sie mit Frost und Reif Bekanntschaft geschlossen haben. Immerhin sind sie reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Aber nun geht es wie gesagt um die getrocknete Ware, die eben auch jetzt noch vorhanden ist und einer Verwendung zugeführt werden sollte. In diesem Zusammenhang möchte ich einladen, doch die Zähne und das Zahnfleisch wieder zu bedenken. Ihre Pflege und Gesunderhaltung dürfen uns jederzeit am Herzen liegen. Vorsätze dieser Art werden sicherlich nach jedem Besuch in einer zahnärztlichen Praxis heraufbeschworen, klingen aber öfter und früher, als uns lieb ist, wieder ab. Also, warum nicht mit Hagebutten einen konkreten Schritt in diese Richtung setzen? Es geht eigentlich ganz einfach. Vergessen wir übrigens nicht, dass der ganze Körper einen Vitaminstoß erhält, wenn regelmäßig ein Tee aus getrockneten Hagebutten getrunken wird.

Hagebutten-Tee für die Zähne

Von getrockneten Hagebutten, die man zuvor nach Möglichkeit zerkleinert, nimmt man 2 Teelöffel voll. Diese gibt man in 1/4 Liter bereits kochendes Wasser und lässt sie dann noch einen Augenblick lang aufwallen. Dann von der Herdplatte nehmen und 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und schluckweise trinken. Das kann im Zuge des Frühstücks und des Abendessens geschehen. Am besten 3 Wochen lang durchführen, um so bewusst Mundhöhle, Zahnbett und Zähne zu stärken. www.kraeuterpfarrer.at

Heckenrose oder Hundsrose (Rosa canina) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gesundes Gemüse

Artischocken kann man entsaften

Es ist nur recht und gut, wenn wir auf unsere Gesundheit achten. Viele Einrichtungen sind in unserem Land darauf spezialisiert, um sowohl jene, die sich fit und vital fühlen als auch jene, die nach einer schweren Krankheit bzw. Verletzung den Weg zurück ins eigenständige Leben beschreiten, zu begleiten, zu kurieren und letztendlich auch zu trainieren. Das Angebot hierfür darf ruhig als reich und mannigfaltig bezeichnet werden. Die pflanzliche Schöpfung tut das Ihre, um uns in Freud und Leid zu stützen und den Körper zu stärken. Daher will ich heute die Artischocke (Cynara scolymus) näher beleuchten. Dieser Korbblütler zählt wohl zu den Spezialitäten unter den vielen Gemüsesorten. In eingelegter Form kann man die Artischocken im Handel erhalten. Vielerorts sieht man auch unter den Landwirten, die mit alternativen Kulturen neue Wege des Wirtschaftens beschreiten, erfolgreiche Versuche, um eben auch die Artischocken vermehrt zu produzieren und in der Folge anzubieten. Es gibt verschiedene Arten des Gewächses, die entweder ein- oder mehrjährig gezogen werden können. Als Erntegut zählen vor allem die schuppenartig angeordneten Blätter der noch geschlossenen Blüten. Darin befinden sich Bitterstoffe wie etwa das Cynarin, pflanzliche Säuren, Flavonoide und auch Inulin. Diese können sich sehr förderlich auf unsere Verdauung auswirken, darüber hinaus auf die Tätigkeit der Leber, der Gallenblase sowie der Bauchspeicheldrüse. All jene, die im Hinblick auf ihre Cholesterinwerte, die etwa bei einem Blutbefund aufscheinen, eine ärztliche Empfehlung im Hinblick auf zu ändernde Ernährungsweise erhalten, sind ebenfalls gut beraten, wenn sie die Artischocke vermehrt auf ihren Speisezettel setzen. Auf eine unterschiedliche Art der Aufbereitung des bitteren Gemüses habe ich schon hingewiesen. Sollte jemand die Artischocken sogar im eigenen Garten stehen haben, ist es dann leicht möglich, die Blätter des Blütenkopfes zu entsaften.

Artischockensaft frisch genießen

Von den Knospen und noch geschlossenen Blüten nimmt man die Hüllblätter und den Blütenboden, zerkleinert und entsaftet diese Teile mit einem geeigneten Gerät. Um nun die Tätigkeit der Leber und der Galle sowie der Bauchspeicheldrüse zu unterstützen, kann man 3-mal täglich 1 Esslöffel voll des frischen Pflanzensaftes zu sich nehmen. Tut auch gut, um den Bruder Leib im fortgeschrittenen Alter fit zu halten. Überdies gibt es in den Apotheken und im Fachhandel aufbereitete Saftpräparate der Artischocken, die somit für jedermann erhältlich sind. www.kraeuterpfarrer.at

Artischocke (Cynara scolymus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Schlafen fördern

Mit Dill unterstützen

Jetzt im Sommer kann man die Gelegenheit nutzen, um bei annehmbaren Temperaturen des Nachts das Fenster im Schlafzimmer gekippt zu lassen. So atmet man auch während der nötigen Ruhephase die frische Luft, die von draußen kommt, ein und tut sich damit etwas Gutes. Was aber gleichzeitig passieren kann, ist, dass der Lärm von der Straße ebenfalls ungehindert in die Wohnung dringt und man daher ganz schlecht ein Auge zudrücken mag. Doch gibt es auch andere Umstände, die es einem schwerfallen lassen, sich dem Schlummer hinzugeben. Pflanzen sind in diesem Falle eine mögliche Hilfe. In der Familie der Doldenblütler gibt es einige, die uns als Gewürz gut anstehen. Dazu zählt sicherlich auch der Dill (Anethum graveolens). Seine fein gegliederten Blätter ähneln sehr denen des Fenchels, wobei das Dillkraut nicht unbedingt die Wuchshöhe erreicht wie jener. Denke ich an meine Kindheit zurück, so war es eigentlich selbstverständlich, im Garten den Dill zu ziehen, um ihn für seine Verwendung in der Küche griffbereit zu halten. Immerhin gab es etliche Anlässe dieser Art, etwa, um eine Soße mit seinem charakteristischen Geschmack zu verfeinern. Beim Einlegen von Gurken z. B. sollte man ebenfalls nicht auf ihn verzichten. Und noch einmal möchte ich betonen, dass vor allem das frische Kraut für all das herangezogen werden sollte, da es reich an ätherischen Ölen ist. Diese wiederum wirken sich nicht nur positiv auf die Verdauung aus. Es profitieren darüber hinaus auch die Nerven davon. Wenn ich heute also im speziellen den Schlaf zum Thema mache, dann will ich in diesem Zusammenhang dezidiert auf den Dill verweisen. Wer dieses Kraut ohnehin vor der Haustür stehen hat, kann mit einem Hausmittel dazu beitragen, eine allenthalben vorliegende häufige Schlaflosigkeit zu reduzieren.

Tee mit frischem Kraut

Vom Dill pflückt man die feinen Blätter bzw. die Triebspitzen, reinigt sie unter kaltem fließendem Wasser und schneidet das Grün ganz klein. Davon nimmt man 2 bis 3 Teelöffel voll und übergießt die duftenden Pflanzenteile mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Am frühen Abend trinkt man diesen Aufguss schluckweise, um so die Nerven zu entspannen und besser zu einem tiefen Schlaf zu finden. www.kraeuterpfarrer.at

Dill (Anethum graveolens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya