Schutzschild verstärken

Mit Salbei baden

Vorsorge ist ein Thema, das einen ein Leben lang begleiten kann. Schon die neugeborenen Babys bekommen über die Eltern seitens der Bankinstitute ein Angebot zugesandt, das ihnen helfen soll, mithilfe des Sparens von Geld eine finanzielle Reserve anzulegen. Ich möchte aber die Aufmerksamkeit vielmehr auf die körperliche Gesundheit hinlenken, die ja ebenfalls nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint. Der Salbei (Salvia officinalis) ist ein Heilkraut, dessen Wirkkräfte immer wieder von einer hohen Aktualität sein können. Deswegen wird er in dieser Kolumne auch je neu vorgestellt. Durch seine ätherischen Öle und die Gerbstoffe, die in den Blättern des Lippenblütlers enthalten sind, kann eine Verwendung des Salbeis u. a. angebracht sein, um übermäßigen Schweiß zu reduzieren. Andererseits geben entzündete Atemwege einen Anlass, um sich des Gewächses zu bedienen. Dann ist es meist ein Tee, der zur Linderung der Beschwerden etwas beitragen kann. In der Winterszeit werden wir vermehrt der Gefahr ausgesetzt, uns bei bereits erkrankten Menschen „anzustecken“, wie die Übertragung einer Infektion in der alltäglichen Umgangssprache bezeichnet wird. Die Haut ist dabei der Landeplatz von Keimen, die weiter in das Innere des Organismus einzudringen suchen. Daher ist es nicht das Schlechteste, sich auf dem größten Organ des Körpers, das den gesamten Leib umfängt, zu stärken und zu wappnen. Die Inhaltsstoffe des Salbeis haben dort eine ideale Adresse. Und es ist gar nicht so schwer, sie dorthin zu bringen.

Badezusatz mit Salbei

150 g getrocknete und zerkleinerte Salbeiblätter werden mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser übergossen. Danach 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe man den Salbei-Teeauszug wieder abseiht und dem Badewasser beifügt. 15 Minuten in der Wanne bleiben. Das trägt übrigens auch sehr gut zu einer wohltuenden Entspannung bei. Das Salbeibad besitzt eine keimtötende Kraft und verbessert die Konsistenz der äußeren Schicht des Körpers. Gerade in Erkältungszeiten eine Möglichkeit, um eine schützende Vorbeugungsmaßnahme zu treffen.

Salbei blühend (Salvia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verleiht Wärme und stärkt

Das Rosmarinkraut

Wir verbrauchen alljährlich sehr viel Energie, um unsere Gebäude und Wohnungen zu heizen. In der gemäßigten Klimazone, in der wir unser Leben verbringen, war das seit jeher notwendig. Das können sich all jene, die in tropischen Gegenden wohnen, zur Gänze ersparen. Suchen wir nach einem Heilkraut, das wir mit einem wärmenden Effekt in Verbindung setzen, so landen wir dabei nicht unbedingt bei einem äußerst scharfen Gewürz. Vielmehr ist es ein liebenswerter Lippenblütler namens Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Obwohl auch diese Pflanze dazu angetan ist, einen ganz eigenen Geschmack in verschiedenste Speisen einzubringen, liegt mir hier an dieser Stelle mehr daran, seinen heilenden und stärkenden Wert hervorzuheben. Grund dafür liefern das ätherische Öl, Thymol, Terpene, Kampfer, Gerb- und Bitterstoffe und einige andere Inhalte mehr, die der Rosmarin im Zuge seines Heranwachsens und Gedeihens für uns aufbereitet. Wer nach einem sommerlichen und mediterran anmutenden Balkon- und Gartengewächs sucht, das man in einem Topf ziehen kann, ist gut beraten, sich den duftenden Pflanzenfreund anzuschaffen. Gewiss bedarf es eines maßvollen Geschickes, ihn im Inneren des Hauses zu überwintern. Denn ein Stock Rosmarin verträgt weder ein Zuviel an Gießen noch einen totalen Entzug des kostbaren Nasses. Viel unkomplizierter ist es hingegen, die getrocknete Kräuterdroge zu verwenden. Doch wird in dem begonnenen Winter noch mehr die Rede davon sein, dass jemand eine Krankheit in Form einer Grippe oder einer starken Erkältung durchzumachen hat. Dabei gibt es auch ein Danach, das einen wieder endgültig in die volle Gesundheit führt. Auf diesem Weg ist der Rosmarin ein guter Begleiter. Er dient aber darüber hinaus auch als ein Festiger der Gesunderhaltung.

Tee aus Rosmarin

Von den getrockneten Blättern des Rosmarins nimmt man 1 1/2 Telöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kaltem Wasser. Dann auf einer Herdplatte langsam bis zum Sieden erhitzen und gleich wieder vom Herd wegnehmen. Danach abseihen. Schluckweise trinken. Bei Erschöpfungszuständen und in Rekonvaleszenzphasen nach Infektionskrankheiten und Grippe. Wirkt auch einem vorübergehenden Frösteln entgegen. Jeweils morgens und mittags eine Tasse zu sich nehmen.

Rosmarin mit Blütendetails (Rosmarinus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Husten und Heiserkeit

Die Klettenwurzel ansetzen

Wenn der Frost endgültig Einzug hält, dann verschließt sich gleichsam der Boden. Er wird hart und undurchdringlich, weil eben die in der Erdoberfläche gebundene Feuchtigkeit vereist. Jeder, der dann noch mit der Schaufel in tiefere Schichten vordringen möchte, hat das Nachsehen. Das weiß wohl jeder aus seiner persönlichen Erfahrung in der Gartenarbeit. Die Natur sorgt auf diese Weise, dass somit eine notwendige Ruhephase für die Vegetation beginnen kann. Wer klug ist, hat sich schon davor so manchen naturheilkundlichen Schatz ergraben und eingelagert. Die Klettenwurzel ist eine derartige wertvolle Reserve, die ich heute ansprechen möchte. Sie gehört zur Großen Klette (Arctium lappa), die ihrerseits ein Mitglied der botanischen Familie der Korbblütler ist. Dieser Wuchsteil enthält ätherisches Öl genauso wie Gerbstoffe und Fettsäuren. Darüber hinaus lassen sich sogar antibiotische Substanzen darin nachweisen. In der Regel nutzt man die Klettenwurzel aufgrund ihres harntreibenden Effektes, um u. a. rheumatische Beschwerden zu begleiten. Darüber hinaus zieht man sie in der Pflege der Kopfhaut und der Haare heran. Was aber in frostigen und feuchtkalten Zeiten nicht übersehen werden sollte, ist die Tatsache, dass man sie auch zur Linderung von Husten und Heiserkeit wirksam zum Einsatz bringen kann. Es ist gar nicht so schwer, sich ein Hausmittel dieser Art zuzubereiten, vorausgesetzt, man hat die Klettenwurzel zur Verfügung. Auf eine natürliche und schonende Weise ist es dann möglich, dem Körper eine Unterstützung auf dem Weg einer Heilung zu bieten. Denn nimmt man eine Erkältung auf die leichte Schulter, so kann leicht eine langwierige Krankheit daraus hervorgehen, die sogar chronische Beeinträchtigungen zeitigen könnte.

Tee aus Klettenwurzeln

Von der gesäuberten, getrockneten und zudem zerkleinerten Klettenwurzel nimmt man 3 Esslöffel voll. In einem 3/4 Liter kaltem Wasser setzt man diese Droge 5 bis 8 Stunden an. Danach gut erwärmen, ohne jedoch zu kochen. Abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Den Tee mehrmals am Tag trinken. Dabei mit etwas Honig und Zitronensaft ergänzen. Das lindert die Beschwerden bei Husten und Heiserkeit. Tut dem Rachen und den Bronchien gut.

Große Klette mit Blüten und Wurzel (Arctium lappa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erleichterung im Bad

Mit Fichtennadeln erzielen

Das Leben bürdet vielen von uns etwas auf. Es gilt, sich den Herausforderungen zu stellen, selbst wenn sie von schwerer Natur sind. Dazu braucht es einen realistischen Blick und vor allem gute Nerven. Kein Wunder, wenn sich bei nicht wenigen das Gefühl von Müdigkeit und zeitweiliger Erschöpfung einstellt. Die Auswege aus solch misslichen Lagen sind mannigfaltig. Hier an dieser Stelle möchte ich jeweils auf die Kraft der Natur hinweisen, die wir nicht brach liegen lassen sollten. Und im Speziellen darf alles Vorrang haben, was in unserer unmittelbaren Umgebung wächst und gedeiht. Die Fichte (Picea abies) ist ein wertvoller Waldbaum, der den jahreszeitlichen Rhythmus genauso durchmacht wie wir. Der Unterschied besteht nur darin, dass er sich nicht in einen geschützten Raum zurückziehen kann und vor allem auf den Niederschlag angewiesen ist, den der Himmel freigibt. Dort wo er gut gedeihen kann, sind auch seine Nadeln kräftig und gehaltvoll. Die ätherischen Substanzen, die dieses Gewächs auszeichnen, sind ebenso für uns Menschen von Vorteil. Wer sich diesen Inhalt mithilfe einer verdampfenden Methode zugänglich macht, fördert durch das Einatmen des ätherischen Öles der Fichtennadeln den gesamten Stoffwechsel und hilft mit, dass sich ein übermäßiger Schleim in den Atemwegen wiederum besser löst. Nicht zu übersehen ist des weiteren die ausgleichende und nervenstärkende Kraft, die in den Fichten steckt. Wer also auf sich etwas hält und darüber hinaus die nötige Zeit investieren möchte, um mit dem Alltag besser zurecht zu kommen, kann sich in den eigenen vier Wänden eine Wohltat anrichten. Solange eine Badewanne vorhanden ist, sollte diesem Unterfangen eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Badezusatz aus dem Wald

150 g frische oder getrocknete grüne Fichtennadeln gibt man in einen Topf mit ca. 2 Liter kaltem Wasser. Dann gut aufkochen und zum Schluss abseihen. Dem Badewasser in der Wanne beifügen. 20 Minuten im Wasser bleiben, ehe man wieder heraussteigt. Bei nervösen Störungen oder Überarbeitung, bei Wechselbeschwerden und Entzündungen der Luftwege erweist sich diese Anwendung als sinnvoll und erleichternd. Trägt auch zur Festigung der Nerven etwas bei.

Fichtenzweig und Fichtenzapfen (Picea abies) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Ruhe und Gelassenheit

Ein Kräutertee mit Hanf

Der Startschuss für den Advent wurde längst schon gegeben. Denn wo man hinblickt, leuchtet und blinkt es an den Häuserfassaden und in den Geschäftsmeilen, kurzum: Weihnachten kommt anscheinend wieder einmal früher als erwartet. Aus dem Getriebe dieser Tage gelingt es nur schwer auszusteigen, um der Besinnlichkeit den Vorrang zu geben. Und doch müssen wir das nicht alleine schaffen. Immerhin stehen uns seit Menschengedenken die Pflanzen zur Seite, die uns nach göttlichem Willen als Mitgeschöpfe so manches abnehmen können. Im Hanf (Cannabis sativa) haben schon unsere Vorfahren seit Jahrtausenden einen Partner gefunden, mit dem sich das Leben durch die Herstellung von Seilen, Tüchern und Bekleidung gestalten lässt. Wenn hier vom Kulturhanf die Rede ist, dann ist automatisch jeder Missbrauch durch Drogenkonsum ausgeschlossen. Wir konzentrieren uns ganz im Gegenteil auf die gesundheitsfördernden Kräfte, die in diesem wertvollen Gewächs drinnen stecken. Der Wirkstoff CBD (Cannabidiol) hat nicht nur beruhigende und ausgleichende Folgen, sondern er zeigt sich ebenso als antiseptisch und wundheilend. Weiters hat er eine äußerst positive Wirkung für den Hormonhaushalt, die Nerven und das Immunsystem. So gesehen ist es also nur vernünftig, die verantwortungsvolle und biologische Produktion aus kontrollierten heimischen Betrieben für das eigene Wohlbefinden in Anspruch zu nehmen. Übrigens auch eine Neuigkeit hierzu: im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein gibt es ab jetzt eine Bio-Teemischung mit Hanf, die in Teepyramiden abgepackt ist. Diese kann man direkt in die Tasse hängen und nach der vorgeschlagenen Zeit ganz praktisch herausnehmen. Gewiss schmeckt der Hanf noch bekömmlicher, wenn andere Kräuter dazugemischt werden. Die Melisse ist mit dabei, die zusätzlich für eine Stärkung der Nerven sorgt, der Anis-Ysop, der eine gedrückte Stimmung hebt und die Apfelminze, die auch den Magen unterstützt. Also mein Tipp: Aus dem Alltag aussteigen und sich Zeit für eine herrliche Tasse Tee nehmen.

Teemischung zum Entspannen

Die Mischung von Kulturhanf (Cannabis sativa), Melisse, Anis-Ysop und Apfelminze (jeweils das getrocknete und zerkleinerte Kraut) in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und ca. 7 Minuten lang ziehen lassen. Dann die Teepyramide einfach herausnehmen und den Tee schluckweise trinken. Am besten mit ein wenig Honig süßen. Das trägt nach einem stressigen Arbeitsalltag zur Entspannung bei und stärkt die Nerven für alles Kommende. Der Tee hilft auch beim Einschlafen und sorgt für einen tiefen, erholsamen Schlaf. Den Kräutertee „Für Ruhe und Gelassenheit“ in praktischen Teepyramiden erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070 bzw. E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop www.kraeuterpfarrer.at.

Freutee für Ruhe und Gelassenheit ⓒ Foto: Reinhard Podolsky





Für die verstopfte Nase

Lavendelpulver als Ausweg

Bevor das Jahr zur Neige geht, dürfen wir heute noch einmal Rückschau halten. Denn am Abend widmen wir uns schon dem Advent und somit dem Zugehen auf das Weihnachtsfest. Bedenkenswert war vor allem der Fall des Eisernen Vorhanges vor genau 30 Jahren. Wir können dem Herrgott nicht genug für das damit mögliche Zusammenrücken Europas danken. Sicher müssen wir daran noch vieles dazutun. Im Hinblick auf die Heilkräuter war 2019 in Österreich der Lavendel (Lavandula angustifolia) der Jahresregent. Gar vieles hat sich also rund um den beliebten Lippenblütler gedreht, der auch in Zukunft wohl nichts an Aktualität verlieren wird. Das liegt an seinem angenehmen Wesen, das der Lavendel besitzt. Seine gute Ausstrahlung verdankt er u. a. seinem Duft, der schon einen Verweis darauf gibt, dass in den Blüten und Blättern ätherische Substanzen eingelagert sind. Darüber hinaus sind es auch Gerbstoffe und Cumarin, die zu den Wirkstoffen des Lavendels zählen. Auf vielfache Weise lässt sich dieses Heilkraut aufbereiten. Egal, ob als Tee oder als Ölansatz. Immer kommt die beruhigende und entspannende Wirkung des Gewächses zum Tragen. Ein altes Hausmittel sei darüber hinaus auch wieder einmal in Erinnerung gerufen. Dieses bezieht sich auf die Zeiten der Erkältung. Nur allzu leicht kann sich ein Schnupfen einstellen, der das freie Atmen mehr oder weniger einschränkt. Daher ist es sinnvoll, diesem leidigen Umstand etwas entgegenzusetzen. Dafür sollte man auf jeden Fall die getrockneten Blüten des Lavendels zu Hause auf Lager haben. Andernfalls stehen diese im Fachhandel sicher zur Verfügung.

Blütenpulver aufschnupfen

Bei starkem Schnupfen oder einem Nasenkatarrh nimmt man getrocknete Blüten des Lavendels und reibt sie am besten in einem Mörser so lange, bis ein Pulver daraus entsteht. Gut verschlossen lagern. 3-mal pro Tag nimmt man dann jeweils 1 Prise davon, um sie in die Nase aufzuziehen. Das hilft mit, dass sich der festsitzende Schleim besser löst und das Atmen wieder ungehindert möglich wird.

Lavendel (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Magen durchwärmen

Mit der Engelwurz

Die Suche nach Energiequellen, die kaum oder gar nicht die Umwelt belasten, läuft Gott sei Dank auf Hochtouren. Wir haben im wahrsten Sinne auf „Teufel komm raus“ in den letzten Jahrzehnten die fossilen Ressourcen an Brennstoffen in einem Maße verbraucht, wie es unserem Planeten schlicht und einfach nicht zumutbar ist. Das Erwachen aus dieser scheinbaren Gedankenlosigkeit wird uns noch einiges an Besinnung und unverzüglichem konkreten Handeln abverlangen. Pflanzen spielen bei diesem Prozess eine wesentliche Rolle. Denn sie sind ebenfalls imstande, Energie zu liefern. Mit der Echten Engelwurz (Angelica archangelica) möchte ich das verdeutlichen. Gewiss ziele ich damit nicht darauf ab, Motoren und Maschinen auf Touren zu bringen. Ich möchte bei unserem Bruder Leib bleiben, der ja auch nicht nur von Luft und Liebe lebt. Der Organismus muss ja ebenfalls von irgendwoher seine Kraft beziehen. Dies geschieht am spürbarsten mithilfe der Verdauung. Die Wurzel der Engelwurz enthält vor allem ätherisches Öl, Flavonoide und Cumarin. Diese Wirkstoffe haben einen stärkenden und unterstützenden Effekt auf die Tätigkeit des Magens und des Darmes. Wenn dort eine Schwäche vorliegt, so fühlen wir uns unwohl. Es ist – mit einem Bild gesprochen – als ob der Ofen nicht genügend Brennstoff hätte und wir in der Folge auch leicht zu frösteln beginnen. Da ist es sicher ganz vernünftig, nach einer Möglichkeit zu suchen, durch welche wir von innen heraus durchwärmt und somit vitaler werden können. In der Engelwurz finden wir einen pflanzlichen Partner vor, der sicher etwas Naturgegebenes zu diesem Wunsch beisteuern kann. In einem alten Hausmittel wird die Droge dementsprechend aufbereitet.

Angelika-Wein zubereiten

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Echten Engelwurz nimmt man 2 Esslöffel voll. Diese Menge setzt man in 1 Liter Rotwein 4 Tage lang in einem verschlossenen Glasgefäß bei Zimmertemperatur an. Danach abseihen und kühl lagern. Von diesem Wurzelwein trinkt man dann täglich vor der Hauptmahlzeit 1 Likörglas voll. Das durchwärmt den Magen und spendet somit dem ganzen Organismus neue Energie.

Echte Engelwurz oder Angelika (Angelica archangelica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Tinktur zur Pflege

Dostkraut für die Nägel

Du musst auf dich schauen! – das hören wir wohl öfter als uns lieb ist, wenn wir über eine gestresste Phase in unserem momentanen Leben klagen. Nun, dieser Appell hat sicher seine Berechtigung. Immerhin ist das Leben wichtiger als alles Streben nach Geld und Reichtum. Eine Übung, die uns im Getriebe zwischen Sorgen, Pflichten und Erwartungen einen Freiraum schaffen kann, ist die Bestrebung, sich in einem vertretbaren Maß zu pflegen und sich dafür zumindest ein wenig Zeit zu nehmen. Der Dost (Origanum vulgare) kann hierbei übrigens behilflich sein. Dieser sympathische Lippenblütler, den man auch als Wilden Majoran oder einfach nur als Oregano bezeichnet, zählt zu den wertvollen Gewächsen der heimischen Flora des Flach- und Hügellandes. Um bei einer Kräuterwanderung auf Nummer sicher zu gehen, ob es sich wirklich um dieses Kraut handelt, braucht man bloß ein Blättchen abzupfen und zwischen den Fingern zerreiben, dann findet man durch das entströmende Aroma eine Bestätigung. Das verdankt der Dost den ätherischen Substanzen, die sich in seinen Wuchsteilen befinden. Ebenso sind dort noch Gerb- und Bitterstoffe sowie geringe Anteile an Thymol eingelagert. Somit kann man den Wilden Majoran dazu verwenden, um die Verdauung zu unterstützen. Doch auch für die Nagelpflege kann von diesem Heilgewächs etwas abgeschöpft werden. Pflanzliche Kosmetik steht ohnehin hoch im Kurs und somit ist es nur gut, das Wertvolle aus der uns direkt umgebenden Natur heranzuziehen und aufzubereiten. Eben: auf sich selbst zu schauen, muss nichts mit Überheblichkeit oder einem schädlichen Narzissmus zu tun haben. Immerhin sind wir als gereifte Persönlichkeiten selbst für die Pflege unseres Körpers zuständig.

Dost-Tinktur verwenden

Von einem Gemisch aus getrockneten Blüten und Blättern des Dostkrautes nimmt man eine Menge von ca. 50 g. Diese setzt man in einem verschließbaren Glasgefäß zusammen mit einem 1/2 l sehr hochprozentigen Obst- oder Kornbrand 14 Tage lang in einem warmen Raum an. Danach abseihen, den Rückstand mit 1/8 l abgekochtem und ausgekühlten Wasser auswaschen, abseihen und filtrieren. Der Restflüssigkeit hinzugeben und nochmals 14 Tage stehen lassen. In dunkle Fläschchen abfüllen und kühl lagern. Am Morgen jeweils die Finger- und Zehennägel damit einmassieren.

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gesunde Würze

Brennnesseln sind dafür geeignet

Wer sich zu einem Einkauf aufmacht und in den Supermärkten mit seinen Blicken die einzelnen Regale abgeht, wird gleich merken, welche Überfülle an Angeboten es gibt. Da ist es nicht so leicht, sich für ein bestimmtes Produkt zu entscheiden. Immerhin bedarf es noch der Kontrolle von Herkunft, Qualität und Preis. Manchmal sticht einem dabei etwas ins Auge, was man womöglich schon längere Zeit übersehen hat. So darf ich heute einladen, im reichen Schatz der heimischen Kräuter bei etwas ganz Biederem und dennoch äußerst Wertvollem stehen zu bleiben. Es ist die Brennnessel (Urtica dioica), die durchaus unsere Beachtung verdient. Denn sie wurde sehr lange als so genanntes Unkraut bezeichnet, was überhaupt nicht ihrem eigentlichen Wert entspricht. Sie hat im Gegenteil sehr vieles zu bieten. Gewiss ist das Betasten der Unterseite ihrer Blätter aufgrund der schmerzverursachenden Nesselhaare äußerst unangenehm. Das wird jedoch durch die Tatsache aufgewogen, dass sich in den Blättern der Brennnessel viele wichtige Mineralstoffe und sogar Vitamine als Inhaltsstoffe finden lassen. Und daher ist es vor allem im Frühjahr und Sommer möglich, die frisch geerntete Ware für Suppen, Spinate und Tees zu verwenden, um so die Gesundheit des Körpers zu unterstützen. Die Brennnessel gilt vor allem als blutreinigend, harntreibend und als hilfreich für Haut und Haar. So ist es nur folgerichtig, dieses Heilkraut vom zeitigen Frühjahr an bis in den späten Sommer hinein immer wieder zu verarbeiten und zu nutzen. Das bedeutet aber nicht, dass diesem Gewächs gegenwärtig eine geringere Bedeutung zukäme. Vergessen wir nämlich nicht die Möglichkeit, gehaltvolle Pflanzen als Würze zum Einsatz zu bringen. Auch hiervon profitiert der gesamte Organismus.

Getrocknete Blätter zerreiben

Nimmt man getrocknete Blätter der Brennnessel, so lassen sie sich ganz einfach in einem Mörser oder auf einem Brett zu einem Pulver zerreiben. Dieses eignet sich während des ganzen Winters als wertvolles Gewürz. Vor allem kommen dafür Suppen, Eintöpfe, Soßen, Salate, Sauer- und Buttermilch infrage. Man kann aber auch andere Gerichte und Speisen je nach dem eigenen Geschmack mit der gesundheitsfördernden Beigabe ergänzen.

Große Brennnessel (Urtica dioica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für ein frisches Gesicht

Birkenblätter und Lavendel

Im menschlichen Antlitz steht vieles geschrieben. Neben einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung, ausreichender Nachtruhe, befriedigender Arbeit und einem harmonischen menschlichen Umfeld tragen gezielte Pflegemaßnahmen etwas dazu bei, um das Aussehen des Gesichtes frisch und ansprechend zu erhalten. Immerhin kommunizieren wir zum größten Teil mit unserer Mimik, die sich auf der Vorderseite des Kopfes vollzieht. So gesehen ist es sicherlich berechtigt, auch nach natürlichen und vor allem pflanzlichen Mitteln Ausschau zu halten, die letztendlich unser gesamtes Wohlbefinden fördern. Heute möchte ich dafür die Birkenblätter (Betula pendula) und den Lavendel (Lavandula angustifolia) näher in Betracht ziehen. Beide Gewächse sind weder exotisch noch ausgefallen. Die Birke ist als Pionierbaum recht häufig anzutreffen. Im Hinblick auf großflächige Schädigungen der heimischen Wirtschaftswälder, die im Zuge ständig steigender Temperaturen und unregelmäßig verteilten Niederschlags zu konstatieren sind, gewinnt die Birke wahrscheinlich schon sehr bald wieder mehr an Bedeutung. Ihre Blätter enthalten Wirkstoffe, die den Kreislauf ankurbeln und die Reinigung des Blutes unterstützen können. Sie besitzen darüber hinaus einen erfrischenden Effekt. Der Lavendel wiederum tut den Nerven gut und kann mit seinen ätherischen Substanzen die Haut in ihrer Durchblutung unterstützen. Um sich also ein Gesichtswasser zuzubereiten, bedarf es bloß der notwendigen Geduld, um sich selbst ein Hausmittel anzurichten, das man dann gleich vor Ort verwenden kann. Immerhin schadet es nicht, wenn wir darum wissen, welche Qualität all jenes hat, das wir an unsere Haut heranlassen.

Kräuter in Essig ansetzen

Um einen belebenden Essig aufzubereiten, benötigt man 15 g getrocknete Birkenblätter und 15 g getrocknete Lavendelblüten. Beides zusammenmischen und mit 1/2 Liter naturreinem Obstessig übergießen. In einem verschließbaren Glasgefäß 8 Tage auf der Fensterbank im Zimmer stehen lassen. Dann abseihen und filtrieren. 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzufügen. Ein wenig von diesem Essig auf einen feuchten Waschlappen geben und die Haut damit abreiben. Erfrischt und durchblutet das ganze Gesicht.

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Lavendel-Blütenzweig (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya