Die Heilkraft der Weide

Das Ohr kann davon profitieren

Wenn man den Frühling in all seinen Details und Schattierungen erkunden möchte, stellt einem der eigene Körper all die vorhandenen Sinne zur Verfügung. Auf der Haut tut ein warmer Lufthauch ganz gut, die Augen sind von den prächtigen Blüten beeindruckt und die Nase saugt so manch lieblichen Duft auf, der den zahlreichen Blumen entströmt. Wer bei all dem nicht zu kurz kommt, ist das Ohr. Immerhin melden sich die einzelnen Vogelstimmen aus der Winterpause wohl hörbar zurück. Die Weiden (Salix), die uns bereits am Palmsonntag zur Seite standen, um dort in Form von kätzchenbedeckten Zweigen den Schmuck abzugeben, haben auch weiterhin viel Gutes für uns übrig. Denn nun sind die Blätter an der Reihe, die nach und nach für die grüne Belaubung der Äste an den Ufern der Gewässer sorgen. Die Pflanzenteile der Weiden sind bekannt dafür, dass sie Salizylsäureverbindungen in sich bergen. Somit dürfen wir dem heilsamen Gewächs durchaus eine entzündungshemmende Wirkung zuschreiben. Da nun die Ohren als sensibler Teil des Kopfbereiches auch anfällig für Entzündungen und Schmerzen sein können, stellt sich für viele die Frage nach einer wirksamen natürlichen Hilfe bei eben diesen Beschwerden. So kann eine Maßnahme eine probate Begleitung darstellen, bei der die Weiden gleichsam zu Lieferanten einer Wohltat werden können. In diesem Falle sind es die Blätter, die wirkungsvoll zum Tragen kommen dürfen. Gerade dann, wenn sie sich noch in einem jugendlichen und frischen Stadium befinden, sind sie besonders wertvoll.

Saft aus Weidenblättern

Hat man genügend frische und junge Blätter von einem Weidenzweig abgezupft, kann man nach dem Reinigen derselben unter kaltem Wasser darangehen, diese auszupressen. Den gewonnenen Saft träufelt man am besten am Abend sogleich auf einen Wattebausch, den man bei Ohrenschmerzen zur Linderung der Beschwerden in das Ohr einführen kann. Nach dem Erwachen am nächsten Morgen nimmt man den Pfropfen einfach wiederum heraus.

Weide ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Haarboden stärken

Die Wurzeln der Brennnessel nutzen

Kaum hat man sich daran gewöhnt, die flauschige und schützende Kopfbedeckung der Winterszeit einzumotten, kommen erneut die Tage, wo es ratsam ist, zum Hut oder zur Kappe zu greifen, ehe man das Haus verlässt. Schuld daran sind gewiss nicht mehr die tiefen Temperaturen, sondern vielmehr die Bestrahlung, die man samt Wärme von der Sonne geliefert bekommt. Die milden Temperaturen locken gleichzeitig die Brennnesseln aus ihrer unterirdischen Geborgenheit, die sie seit dem letzten Spätherbst ausgekostet haben. Durch ihre tiefgrünen jungen Triebe leiten sie uns an, für unseren Körper so manch reinigende Kur durchzuführen, die uns ab und zu sehr gut tut. Doch auch abseits von Tee und jungem Spinat, die man aus den Brennnesseln ganz einfach zubereiten kann, gibt es darüber hinaus eine Unterstützung, die auf unser Äußeres abzielt. Hierfür dürfen wir auf die Wurzeln des oft unter seinem Wert geschlagenen Krautes zurückgreifen, die sich ja nun ohnehin aufgrund des frischen Blattwerks leicht eruieren lassen. Genauer gesagt will ich diesmal einen Tipp für die Kopfhaut verraten. Dort lagern die Haarwurzeln, die durchaus dankbar sind, wenn sie von einem Heilkraut eine Unterstützung erlangen. Immerhin wissen wir, was passiert, wenn der Untergrund der einzelnen Haare an Kraft verliert. Die schützende Pracht kann sich dann leicht auf Nimmerwiedersehen verabschieden. Mit der Brennnesselwurzel darf man gleichsam eine praktisch durchgeführte Einladung zum Verbleib der Haare auf dem Kopf zum Ausdruck bringen.

Haarwasser mit Brennnessel

Jetzt ist es immer noch möglich, Wurzeln der Brennnesseln auszugraben. Diese reinigt man gründlich unter fließendem kalten Wasser. 5 Esslöffel von kleingeschnittenen Wurzeln werden in 3/4 Liter Apfelessig gekocht und noch 1 Stunde ziehen gelassen. Dann zusammen mit 1/4 Liter Obstbrand 1 Monat lang in einer Flasche kühl ruhen lassen. Nach dieser Zeit gleich verwenden. Abends den Kopf damit einreiben und den Haarboden kräftig durchmassieren.

Brennessel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wertvolles haltbar machen

Die Schlüsselblumen unterstützen die Atmung

Der heutige Sonntag macht seinem Namen alle Ehre. Die vergangenen Tage schon durften wir in reichem Maß den ungetrübten Schein der Sonne in Empfang nehmen. Kein Wunder, wenn die Blüten auf den Wiesen, Sträuchern und Bäumen nun wetteifern, um ebenfalls reichlich die Strahlen vom Himmel zu tanken. Es macht den Eindruck, als habe die Schlüsselblume dazu beigetragen, das Firmament für alle zu öffnen. Nun, die Zeit, da dieses liebenswerte Primelgewächs uns in voller Pracht zur Verfügung steht, wird bald vorüber sein. Drum ist es nur recht, daran zu denken, auf welche Weise die Schlüsselblume dem Organismus etwas Gutes weiterschenken kann. Der Inhalt an Schleimstoffen, der sich in allen Pflanzenteilen wiederfindet, trägt dazu bei, dass nach der kalten Jahreszeit vor allem die Atemwege wieder freier ihren steten Dienst tun können, die womöglich nach einer Erkältung selbst verschleimt und dadurch verlegt sind. Generell ist es gut, sich in den gegenwärtigen Monaten der reichen Fülle an natürlichen Hilfen in Pflanzenform zu bedienen, damit der Körper mit dem korrespondiert, was eben gerade vor Ort seine Saison hat. Doch die Klugen bauen vor und heben sich auch für später noch etwas auf. Bei der Schlüsselblume kann man dahingehend auf verschiedene Weise vorgehen. Gewiss ist es empfehlenswert, die kostbaren Blüten zu trocknen und sorgfältig zu lagern. Es gibt darüber hinaus noch die Möglichkeit, dieses Heilkraut mit Alkohol zu kombinieren und so für die Zukunft haltbar zu machen.

Schlüsselblumen-Schnaps

Die Generationen unserer Groß- bzw. Urgroßeltern bedienten sich häufig der Destillation, um die Gaben aus dem Garten zu verwerten. Und so steht uns auch ein altes Hausmittel mit Schlüsselblumen überliefert zur Verfügung. 100 g frischgepflückte Blütenköpfe werden demnach 14 Tage in 1 Liter Obstbrand (vulgo Obstler) bei Zimmertemperatur angesetzt. Dann abseihen und 1 Esslöffel voll kleingeschnittener Zitronenschale dazugeben. Nochmals 14 Tage ziehen lassen und zuletzt filtrieren. Vor Gebrauch 3 Monate lagern.

Schlüsselblume ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gerbstoffträger nutzen

Einen Tee mit Haselnussblättern

Im Reichtum der Schatzkiste, die uns Mutter Natur gerade jetzt im Frühling so freizügig öffnet, finden sich nicht nur schön anzusehende Gewächse, die sich mit Blüten schmücken und in Form von Bäumen und Sträuchern das ganze Land zieren. Es steckt auch wortwörtlich etwas dahinter oder besser gesagt drinnen. Ich meine damit die Inhaltsstoffe, die von uns ganz gezielt abgerufen werden dürfen. Als Beispiel sollen heute dafür die Haselnusssträucher dienen. Sie hüllen sich nun mehr und mehr nach vollbrachtem Blühen in ihr grünes Blattkleid. Für die tierischen Genießer der Haselnüsse wie etwa Eichelhäher, Eichkätzchen, Spechte & Co ist das wohl kaum von Interesse. Wir hingegen können darin sehr wohl eine Hilfe entdecken, die in den Haselnussblättern gespeichert ist. Wenn manchen von uns z. B. das Sitzen schwer fällt, so liegt das weniger an den schwachen Nerven, die eine Unruhe mit sich brächten. Vielmehr sind es lästige Hämorrhoiden, die im Bereich des Afters für ein unangenehmes Gefühl sorgen und sogar zu Schmerzen führen können. Da ist guter Rat teuer. Neben den medizinischen Therapien, die in diesem Fall angeraten sind, kann man zusätzlich auch eine naturheilkundliche begleitende Maßnahme ergreifen. Die Gerbstoffe, die in den Blättern der Haselnuss enthalten sind, tragen dazu bei, dass sich die blutgefüllten Ausstülpungen wiederum verkleinern und zurückbilden. In diesem Fall sollte man sich das Sitzen leisten, auch mindestens einmal am Tag.

Sitzbad und Kräuteröl

Von geernteten und getrockneten Haselnussblättern nimmt man ca. 3 Handvoll und schneidet sie fein. Dann stellt man sie mit 2 Liter Wasser zu und kocht sie gut auf. Danach abseihen und in eine Sitzwanne gießen. Das Sitzbad sollte ungefähr 15 Minuten dauern. Anschließend trocknet man das Gesäß mit einem Frottiertuch ab. Zudem ist es sinnvoll, den After noch mit etwas Johanniskrautöl abzutupfen.

Haselnuss ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sodbrennen eindämmen

Tausendguldenkraut und andere Kräuter

Das Osterfest liegt nun schon einige Zeit zurück und somit nimmt das Jahr seinen gewohnten Lauf. Das Fasten geriet dadurch ebenso bereits wieder in Vergessenheit. So langt man am Tisch durchaus genussvoll zu und gönnt sich einen guten Schluck in froher Runde. Das üppige Essen hat aber auch seine Folgen. Fett und Zucker werden manchmal in zu hoher Menge dem Magen zugeführt. Es kann dann vorkommen, dass die Magensäure in der Folge vermehrt produziert wird und sich ihren Weg in die Speiseröhre oder gar bis in den Mund bahnt. Das Tausendguldenkraut ist z. B. eines der Kräuter, das uns beim Thema Sodbrennen zur Seite stehen kann. Gewiss sollte grundsätzlich die Vernunft die Herrschaft übernehmen, wenn es um die täglichen Mahlzeiten geht. Achten Sie daher auf eine basische Ernährung mit viel Vollwertkost, um den Magen samt Verdauungsgehilfen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Darüber hinaus sollte man durchaus die Apotheke der Natur in Anspruch nehmen. Rasche Wirkung erzielt man bei Sodbrennen auch durch das Trinken von Majoran-Tee oder einer Mischung von 1 Teelöffel zerkleinertem Melissenkraut und 1/2 Teelöffel zerstoßenen Aniskörnern, die man mit 1/4 Liter Wasser abbrüht und 15 Minuten zugedeckt ziehen lässt. Den Tee dann ungesüßt einnehmen. Länger andauerndes Sodbrennen sollte unbedingt vom Hausarzt untersucht werden.

Tausendguldenkraut-Tee als Gegenwehr:

Gerade dieses Bitterkraut hilft, die Verdauung wieder auf Vordermann zu bringen. Am besten setzt man 1/2 Teelöffel getrocknetes und zerkleinertes Kraut in 1/4 Liter Wasser die Nacht über an. Am nächsten Morgen abseihen und bloß zimmerwarm schluckweise und langsam einnehmen.

Tausendguldenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der Haut schmeicheln

Am besten mit Seifenkraut

Mit dem Aussuchen eines Heilkrautes, das mich in meiner Sorge um den Leib unterstützt, verhält es sich oft so ähnlich wie mit der Suche nach Osternestern, die erst vor knapp drei Wochen stattfand. Denn so mancher naturheilkundliche Schatz verbirgt sich vor unseren Augen, so dass wir erst einmal auf eine Erkundungstour gehen müssen. Gerade jetzt im Frühling gilt es, noch auf das eine oder andere zu warten. Das hindert mich jedoch nicht, ein Heilkraut wie das Seifenkraut (Saponaria officinalis) heute näher zu beleuchten. Im Sommer ist es ein Leichtes, des Seifenkrautes ansichtig und fündig zu werden, da diese Pflanze recht hübsche und gut duftende Blüten als Bekrönung ihres Wuchses am jeweiligen Standort aufweist. Entlang der Fluss- und Bachläufe breitet sich das Seifenkraut gerne aus. Im eigenen Garten jedoch weiß man um seinen Standort und braucht daher nicht lange auf die Suche gehen. Wie schon der wissenschaftliche Name des Nelkengewächses kundtut, besteht der maßgebliche Inhaltsstoff des Seifenkrautes aus Saponinen. Für äußerliche Anwendungen kann man dieses Heilgewächs sicherlich bedenkenlos heranziehen, mit einer Ausnahme, wenn jemand allergisch auf den Kontakt mit derlei Substanzen reagiert. Also, nehmen wir das Seifenkraut gleich beim Namen. Es ist sicher ratsam, die Haut mit herkömmlichen Waschsubstanzen sauber zu halten. Dann und wann darf es zusätzlich passieren, dass wir mit rein Naturgegebenem unsere äußere Schutzschicht unterstützen. So können wir u. a. auch besser den wärmeren Zeiten entgegengehen.

Milde Waschung für die Haut

Zu diesem Zweck bedient man sich der getrockneten und zerkleinerten Wurzeln des Seifenkrautes. Diese nimmt man und setzt sie je nach beliebigem Maß 3 Stunden lang in kaltem Wasser an. Danach nur erwärmen und auf keinen Fall kochen. Mit dem Ergebnis, das bei der Anwendung ohnehin aufschäumt, kann man bei einem empfindlichen Hauttyp ab und zu eine Gesamtkörperwaschung durchführen. Das tut der Körperoberfläche gut und wirkt sich auf den ganzen Organismus positiv aus.

Seifenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Wurzel für den Mund

Die Nelkenwurz als heimischer Schatz

Hermann-Josef Weidinger, der wohl den meisten noch als Kräuterpfarrer in guter Erinnerung ist, hätte heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert. Seine Zeit, die er als junger Mann in China verbrachte, nutzte er u. a. auch dafür, sich praktisch-medizinische Kenntnisse anzueignen. Doch als er die Naturheilkunde mit pflanzlichen Hilfen hierzulande propagierte, warb er dafür, das Heimische zu schätzen und zu verwenden. So hat uns der Herrgott z. B. in der Echten Nelkenwurz (Geum urbanum) ein Gewächs geschenkt, das wir nicht erst lange suchen oder gar importieren müssen. In seiner bescheidenen Art wächst es gerne an den Wegrändern in lichten Wäldern zwischen anderen Pflanzen. Sie zählt zur großen Familie der Rosengewächse. In den Schriften des berühmten Arztes Paracelsus finden sich Hinweise, die raten, bei Verdauungsproblemen und Magenkatarrhen auf die Nelkenwurz zurückzugreifen. Diesmal wollen wir uns jedoch einer körperlichen Zone zuwenden, die ebenfalls unsere stete Fürsorge braucht. Es ist der Mund mitsamt unseren Zähnen. Er stellt mit seinen Schleimhäuten und Muskelpartien einen neuralgischen Bereich dar, der allein schon durch die Nahrungsaufnahme vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt ist. Im Bezug auf dessen Gesund- und Reinerhaltung dürfen ruhig ganz kleine, aber regelmäßige Schritte umgesetzt werden, die nicht erst einer langen Planung bedürfen. Da reicht es schon, wenn man die getrocknete Wurzel der Nelkenwurz in greifbarer Nähe hat. Am besten gräbt man sie in den Monaten April und Mai aus, um sie für später zu trocknen.

Ein Tee als Mundwasser

Um einen Nelkenwurz-Tee zuzubereiten, nimmt man 2 Esslöffel der getrockneten und zerkleinerten Wurzel und übergießt sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Man kann diesen Aufguss durchaus tagsüber warm und schluckweise trinken. Aber ebenso ist er geeignet, um als Mundwasser die oben angesprochenen Schleimhäute in ihrer Struktur und in ihrer Funktion gesund zu erhalten.

Echte Nelkenwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zur Unterstützung der Milz

Der Löwenzahn steht zur Verfügung

Vergesslichkeit kann man nicht unbedingt als Tugend bezeichnen. Vielmehr ärgert es uns, wenn wir draufkommen, etwas oder jemanden übersehen zu haben. Und wer kennt das nicht, dass auch Termine verstreichen können, ohne von uns wahrgenommen zu werden. Damit genau das nicht mit den Heilkräutern passiert, möchte ich einmal mehr den Namen Löwenzahn (Taraxacum) nennen. Damit will ich in Erinnerung rufen, welchen Vorteil der üblicherweise zum Unkraut degradierte Korbblütler mit sich bringt. Leber und Galle stehen da an erster Stelle der vom Löwenzahn profitierenden Organe. Bei rheumatischen Beschwerden und bei Gicht finden die darunter Leidenden einen guten und schmerzlindernden Begleiter. Viel zu oft kommt es bedauerlicherweise vor, dass sich im Bereich der Galle, aber auch der Blase lästige Steine oder Sande bilden, die gerade mit dem Löwenzahn hintangehalten werden können. Und es gibt auch ein Organ, das wir kaum beachten und daher leicht vergessen. Es ist die Milz, deren Tätigkeit eng mit der Bildung und Speicherung des Blutes zusammenhängt. Sie kann bei Erkrankungen der Leber leicht anschwellen und somit mithelfen, einem bedrohlichen Leiden als eines der Symptome auf die Spur zu kommen. Wie auch immer, der Löwenzahn würde mehr Beachtung verdienen, weil er eben unsere Gesundheit ganz gut in Schuss halten kann. Oft bedarf es nur ganz wenig, um für das Wohl des Leibes Sorge zu tragen. Daher ist es gut, auch einmal der Milz etwas Gutes zu tun.

Bittertee vor dem Essen

In 1/4 Liter kaltem Wasser setzt man 5 g zerrebelte frische Blätter des Löwenzahns zusammen mit 5 g zerkleinerter Wurzel desselben 1 Stunde lang an. Danach kocht man den Ansatz kurz auf, lässt ihn noch 15 Minuten ziehen und seiht zum Schluss ab. Den Tee einige Tage hintereinander jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten trinken. So kommen die Wirkstoffe des Löwenzahns besser zum Tragen und fördern gleichzeitig eine gute Verdauung des später eingenommenen Essens.

Löwenzahn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Blutbahnen und Darm

Den Knoblauch verwenden

Die Gaben der Natur hier vor Ort sind in den wenigsten Fällen spektakulär und noch weniger exotisch. Vielmehr gehören sie einfach zum Alltag einer Küche bzw. der daran angrenzenden Speisekammer. Das heißt aber noch lange nicht, dass ihr Wert deswegen ein geringer sein muss. Ich selbst bin da genau vom Gegenteil überzeugt. Der Knoblauch (Allium sativum), den wir alle gut kennen, bedarf keines hohen Aufwandes, um diesen zu erwerben oder mit einiger Sorge im eigenen Gemüsebeet selbst zu ziehen. Einmal mehr möchte ich ihn quasi vor den Vorhang eines gesundheitsinteressierten Publikums bitten, um ihn nicht zu vergessen. Immerhin birgt er eine große Kraft in sich, die mithilft, Leib und Geist fit zu halten. Überdies wirkt sich sein Genuss sehr positiv auf alle im Körper befindlichen Gefäße aus, die sich nur allzu leicht durch lästige Ablagerungen verengen und damit verlegen können. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, zusammen mit dem Knoblauch dem Sinnspruch gemäß zu agieren, der da heißt: Steter Tropfen höhlt den Stein! Nun, es ist sicher nicht nötig, sich ständig mit Knoblauch „vollzustopfen“ und somit eine Last für die engste menschliche Umgebung zu werden, die dann den untrüglichen Geruch, der vom Knoblauch ausgeht, ertragen müsste. Es genügt, den Knoblauch in einem Glas mit Öl einzulegen, damit auf längere Frist die Gesundheit einen Gewinn davon hat. Gerade jetzt im Frühling profitieren die Blutbahnen und der Darm vom maßvollen Genuss des Knoblauchs.

Rückstand für Salate

In ein pflanzliches Öl, das man individuell auswählen kann, legt man in einem geeigneten Glasgefäß geschälte Knoblauchzehen ein. Von dort aus kann man den Knoblauch regelmäßig zu verschiedenen kulinarischen Gelegenheiten verwenden. Das Öl hilft mit, den Knoblauch frisch zu halten. Sind die Zehen aufgebraucht, bleibt ein aromatisches Öl zurück, das dem Dressing eines Salates wiederum ein gutes Aroma verleiht.

Knoblauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Entschlackung auf blumige Art

Die Blüte der Schlehen nutzen

Die Schlagzeilen weisen uns tagtäglich darauf hin, dass wir in keiner heilen Welt leben. Das war übrigens zu keiner Zeit so. Immer gab es Konflikte und Kriege, die auch gleichzeitig auf Kosten unzähliger Unschuldiger gingen. Dennoch versuchte man mit Mauern und Wällen so manche Bedrohung abzuwehren. In der Natur gibt es Pflanzen, die mit ihrem dichten Wuchs und den wehrhaften Ästen einen schier undurchdringlichen Schutz bieten können. Zu ihnen zählt auf jeden Fall der Schlehdorn (Prunus spinosa), der sich gleichsam dafür verantwortlich fühlt, die Waldränder und so manche Böschung an Feldwegen zu befestigen. In der Tat ist dieser dornenbesetzte Strauch eine Zufluchtsstätte für viele Vögel und Kleintiere, die im Dickicht des Schwarzdorns, wie die Schlehe u. a. heißt, gerne ihre Kinderstuben errichten und sich darunter vor Greifvögeln sicher wähnen. Bald wird der Schlehdorn aber alle Register ziehen, so dass er in der Landschaft durch seine unzähligen weißen Blüten gar nicht mehr übersehen werden kann. Nach dem langen Winter laben sich nun die ausgehungerten Bienen daran, um wiederum an wertvollen Nektar und nutzbringenden Pollen zu gelangen. Für uns Zweibeiner werfen die Schlehenblüten ebenfalls etwas ab. Es bedarf nur der nötigen Geduld, um diese Art von Heildroge händisch einzubringen und dementsprechend aufzubereiten. Gerade jetzt, wo noch die richtige Zeit ist, sich von mancher Folge einer ungesunden und oft auch übermäßigen Ernährung wieder durch entschlackende Maßnahmen zu verabschieden, ist es vielleicht gar nicht schlecht, die zarten Blüten am Wegrand zu Hilfe zu nehmen.

Reinigender Tee

Wenn der Schlehdorn blüht, kann man die Kronblätter der Blüten von den Zweigen pflücken und an einem zugigen Ort trocknen. Aus dem Ergebnis sollte man dann im Heißaufguss-Verfahren einen Tee kochen, der einerseits den Stuhlgang fördert, andererseits aber auch das Blut reinigen hilft und bei Krampfbeschwerden Linderung verschaffen kann. Dazu nimmt man 2 Teelöffel der getrockneten Ware, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt beides zusammen vor dem Abseihen 15 Minuten ziehen. 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.

Schlehdorn oder Schwarzdorn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya