Die Zufriedenheit wiederherstellen

Mit der Unterstützung des Heidekrautes

Viele von uns erwarten sich von Heilkräutern wahre Wunder, die sich im Handumdrehen vollziehen und all jene, die sie verwenden, auf irgendeine Art und Weise unverwundbar machen. Mit dieser Sichtweise landen wir jedoch bald im Bereich der Mythen und Märchen. Was ich persönlich aber ablehne, ist die ebenso äußerst fragwürdige Tendenz, den naturgegebenen Pflanzen jede Kraft abzusprechen. Dazu lassen sich sogar Wissenschaftler hinreißen, die das dann wohl aber nur am Papier sind, wie ich meine. Mit dem heutigen Gewächs, dem Heidekraut (Calluna vulgaris) möchte ich einmal mehr die begleitende Funktion der natürlichen Gaben des Schöpfers herausstreichen, die seit jeher in der Geschichte der Erfahrungspraxis über Jahrhunderte – ja, Jahrtausende – hinweg ihren positiven Niederschlag gefunden hat und uns auch heute noch weiterhelfen kann. Im Heidekraut sind Wirkstoffe wie Gerbstoffe, Gerbsäure, Schleimstoffe, Kieselsäure und Glykoside enthalten. Diese Heilpflanze kann mithelfen, die Nerven zu stärken und manche Schmerzen zu lindern. Zudem ist es möglich, das eigene Gemüt zu festigen. In der gegenwärtigen Zeit mag so manche und mancher eine niedergedrückte Stimmung mit sich herumtragen, wofür einerseits äußere Umstände wie etwa Sorgen um den Arbeitsplatz oder Ängste um die Aufrechterhaltung der eigenen Gesundheit ausschlaggebend sein können. Oder es gibt innere seelische Ursachen für eine derartige Verfasstheit. Mit dem Heidekraut kann man danach trachten, wieder innerlich gefestigter die einzelnen Tage zu gestalten und in eine positive Zukunft zu lenken. Man soll es auf jeden Fall nicht unversucht lassen, den Pflanzen Vertrauen zu schenken.

Heidekraut-Tee fürs Gemüt 

Von getrockneten und zerkleinerten blühenden Triebspitzen des Heidekrautes nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen. Jetzt noch ein wenig Honig dazugeben, ein bisschen Zitronensaft und wenn möglich auch einen Schuss Karottensaft und dann schluckweise trinken. Das tut dem ganzen Körper gut und hilft mit, das Gemüt zu festigen, um so auch ein wenig zufriedener mit sich selbst und der Welt ringsherum zu werden. www.kraeuterpfarrer.at

Heidekraut oder Besenheide (Calluna vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Haarpflege einmal anders

Zum Beispiel mit Blutweiderich

Was momentan von einem Großteil unserer Bevölkerung gefordert wird, ist schlicht und einfach Geduld. Es bedarf meiner Meinung nach unbedingt einer charakterlichen Festigkeit, um diese Tugend zum Tragen bringen zu können. Das gilt übrigens nicht bloß für kleine Kinder. Trotzdem wünschen wir uns alle einen abwechslungsreicheren Tagesablauf, als dieser gegenwärtig mit dem Lockdown nur schwer möglich ist. Wir dürfen aber dieses Bedürfnis auf die Beachtung und Pflege unseres Körpers umlenken. Im Blutweiderich (Lythrum salicaria) steht uns ein vielseitig einsetzbares Heilkraut zur Verfügung, das uns während des ganzen Jahres gut ansteht und Abwechslung in den Alltag bringen kann. In ihm sind u. a. Gerbstoffe, ätherisches Öl und auch Anthocyanin enthalten. Für gewöhnlich wird der Blutweiderich daher herangezogen, um dem Magen eine Hilfe zukommen zu lassen oder bei verstärkt auftretenden Blutungen den Körper zu unterstützen. Aber es gibt noch eine Variante, die dem Thema der Pflege des physischen Äußeren eine Erweiterung der Möglichkeiten liefern kann. Diese bezieht sich speziell auf die Haare, die – wenn wir es genau nehmen – ja auch einem täglich gleichbleibenden Trott unsererseits unterliegen können. Unter der Dusche gibt es eben nur ein Shampoo. Das muss aber nicht so bleiben. Kräuter tun den Haaren ja auch gut. Also ist der Blutweiderich sicher ein gutes Angebot, mit dem man sich der jeweils vorhandenen Pracht am Kopf zuwenden kann.

Ansatz für die Haare

Vom getrockneten blühenden und zusätzlich zerkleinerten Kraut des Blutweiderichs nimmt man 4 Esslöffel voll. Diese Menge übergießt man mit 1 Liter heißem – aber nicht kochendem – Wasser. 3 Stunden lang zugedeckt stehen lassen. Dann abseihen und noch einmal ein wenig anwärmen. Anschließend die Haare damit gründlich durchwaschen. Zum Schluss föhnen oder am besten an der Luft trocknen lassen. Diese Methode festigt die Haare samt der Kopfhaut und verleiht den Haaren ein frischeres Aussehen. www.kraeuterpfarrer.at

Blutweiderich (Lythrum salicaria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Dem Zahnfleisch zuliebe

Den Kalmus nicht vergessen 

Trotz aller bestehenden Nöte, die oft im Verborgenen bleiben und leider kaum Beachtung finden, leben wir als Gesellschaft hierzulande in einer Zeit des Überflusses. Das zeigt sich unter anderem auch daran, dass durch die technischen Errungenschaften seit dem späteren 19. Jahrhundert, die damit verbundene Industrialisierung und das steigende Verkehrsaufkommen die Umwelt belastet wird. Zudem stellen sich so genannte Zivilisationskrankheiten ein, die auch an gewissen Symptomen abgelesen werden können. Daher will ich mich heute mit dem Kalmus (Acorus calamus) dem Zahnfleischbluten widmen. Diese Erscheinung deutet wohl auf einen Mangel hin, der z. B. in einer einseitigen und vor allem auch vitaminarmen Ernährung seinen Grund haben mag. Nun, dies genau zu beschreiben, steht wohl den kompetenten Medizinern zu, deren Dienst es gerade auch gegenwärtig hoch zu schätzen gilt. Aus der traditionellen Erfahrung wissen wir sehr gut, dass naturgeschenkte Gaben, die uns seit Beginn des menschlichen Daseins auf Erden treu zur Seite standen, für uns sehr viel Gutes parat halten. Beim Kalmus sind das die Inhaltsstoffe wie etwa ätherisches Öl, zusätzlich kampferartiges Öl und Bitterstoffe (Acorin), zudem ein geringer Anteil an Gerbstoffen. Damit steht ein zusammenziehender Effekt in Verbindung, der einerseits die Struktur des Zahnfleisches stärken kann und andererseits auch eine entzündungshemmende bzw. keimwidrige Wirkung zeitigt, die gerade im Bereich des Kiefers und der gesamten Mundhöhle dazu beiträgt, dass dort gleichsam geordnete Verhältnisse herrschen. Als Hausmittel kann der Kalmus durchaus Verwendung finden, wenn man den Umstand des Zahnfleischblutens minimieren und letztlich ganz abstellen möchte. Zusätzlich sollte aber genauso die tägliche Mund- und Zahnhygiene nicht vernachlässigt und eine ausgewogene Ernährung angestrebt werden. 

Das Zahnfleisch stärken

Bei häufig auftretendem Zahnfleischbluten bzw. einer unangenehmen Entzündung desselben, die auch bei Zahnprothesenträgern leicht auftreten kann, empfiehlt es sich, Folgendes zu versuchen: Von einer getrockneten Kalmuswurzel nimmt man täglich ein Stück und kaut es gut durch, sodass die darin enthaltenen Wirkstoffe über den Speichel im Mund gut verteilt werden und die Schwachstellen effektiv erreichen können. Auf diese Weise hilft man mit, das Zahnfleisch wieder zu festigen. www.kraeuterpfarrer.at

Kalmuswurzel und Blütenstand (Acorus calamus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Bei wechselndem Gemüt

Den Beifuß aufgießen

Mit unserer Tagesverfassung bzw. mit unserer damit verbundenen Stimmung verhält es sich wie mit dem Wetter. Einmal gibt es lange Phasen eines Hochs und dann wiederum trübere Tage, die mit einem Tief zusammenhängen. Da kann es auch sein, dass sich beides in recht rascher Folge abwechselt, was dann wiederum die Mitmenschen mehr oder weniger heftig zu spüren bekommen. Kräuter können uns dabei aber begleiten. Sie leisten schließlich einen guten Beitrag für die Einheit von Leib und Seele. Speziell möchte ich mich daher dem Beifuß (Artemisia vulgaris) zuwenden. Dieser erweist sich als äußerst genügsam, wenn es um dessen Standort geht. Er besiedelt gerne sandige und schotterhaltige Halden und ist ebenso auf mageren Böden an den Wegrändern lichter Wälder zu entdecken. Der Beifuß wird übrigens auch als Wilder Wermut bezeichnet, da er mit dem bekannten Bitterkraut der Gartenbeete eng verwandt ist. Seine Inhaltsstoffe werden vor allem vom Vorhandensein von ätherischem Öl und einem hohen Anteil an Bitterstoffen bestimmt. Das macht z. B. fetthaltige Speisen, die man damit würzt, leichter verdaulich, weil durch sie die Tätigkeit der Leber und der Gallendrüsen angekurbelt wird. Aber es gibt noch andere Effekte, die von diesem Heilkraut ausgehen. Das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit des Gehirns können gefördert werden, wenn man bittere Substanzen zu sich nimmt. In weiterer Folge wird dadurch das Gemüt wach und ausgeglichen. Wenn es also stimmungsmäßig bergauf und bergab geht, darf man den Leib und den Geist durchaus mit dem Beifuß unterstützen. Niemand sollte sich jedoch vor dem bitteren Geschmack scheuen, der mit dem Trinken eines Beifuß-Tees einhergeht.

Tee für eine gute Verfassung 

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Beifußpflanze nimmt man bloß 1 gehäuften Teelöffel voll und übergießt diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Schluckweise trinken. Dabei ist zu beachten, dass man einen bitteren Tee immer pur konsumiert, ohne ihn zu süßen, um die Wirkung nicht abzuschwächen. Oft reicht von diesem Aufguss schon 1 Tasse pro Tag. www.kraeuterpfarrer.at

Beifuß mit Wurzel und Blütendetails (Artemisia vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Süße orientalische Früchte

Datteln sind kräftigend

Als Kräuterpfarrer beschäftige ich mich nicht nur theoretisch mit den grünen Freunden aus der Natur. Ganz klar, dass ich mich ihrer Kräfte auch bediene, gerade dann, wenn ich diese z. B. nötig habe, um einen kränklichen Zustand zu begleiten und letztendlich zum Besseren zu führen. Kräuter in Teeform haben mir schon oft geholfen, den Körper zu unterstützen. Doch mein persönlicher Appetit führt mich vor allem im Winter zu den Früchten des Nahen Ostens hin, wie sie mir u. a. in Datteln zugänglich sind. Der Baum, der diese köstlichen Früchte hervorbringt, ist die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera). Irgendwie animiert mich allein schon der wissenschaftliche Name dieses Palmengewächses dazu, mich nicht den wie auch immer gearteten Krankheiten willenlos zu überlassen, sondern es ganz im Gegenteil dem griechischen Fabelwesen des Phoenix gleichzutun, der sich aus der Asche erhob, um dem Licht entgegenzustreben. Gerade in physischen Situationen der Niedergeschlagenheit können Datteln etwas zur Verbesserung des Allgemeinzustandes beitragen. Sie unterstützen vor allem angeschlagene Nerven, den Erneuerungsprozess des Blutes und verringern eine allenfalls vorhandene Stuhlträgheit, die in der Folge zu einer Verzögerung der Entgiftung des Körpers führt. Auch wenn wir das heimische Obst und Gemüse niemals gering schätzen dürfen, spricht doch nichts dagegen, gerade in der kalten Jahreszeit zu Datteln zu greifen. Sie eignen sich übrigens auch hervorragend zum Naschen und helfen überdies mit, auf ein Zuviel an Fleischprodukten zu verzichten, das oft gedankenlos im Vorübergehen hinuntergeschlungen wird. Da ist es doch viel besser, die Vernunft walten zu lassen und sich selbst etwas Gutes zu tun, der Gesundheit zuliebe.

Kraftquelle zwischendurch 

Hier ein kleiner Tipp für Phasen der Rekonvaleszenz: ab und zu kann man dann ein paar Datteln essen, um sich selbst zu stärken. Sie sind im Handel erhältlich und somit für jedermann hierzulande zugänglich. Datteln sind reich an Fruchtsäuren und natürlichem Fruchtzuckergehalt, darauf sollten Diabetiker achten. Die Früchte bringen zudem einen Reichtum an Faser- und Zellulosebestandteilen in die Verdauung ein. www.kraeuterpfarrer.at

Dattelpalme mit Früchten (Phoenix dactylifera) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Spannkraft halten

Am besten mit Bohnenkraut

Wie beim Essen so gibt es auch beim Betrachten von Landschaften ganz verschiedene Vorzüge und Geschmäcker. Lieben es die einen, wenn ganz in der Nähe eine steile und felsige Bergwand gegen den Himmel ragt, so bevorzugen die anderen wiederum eine weite Aussicht in ebenen oder nur leicht hügeligen Zonen. Jede Gegend hat sozusagen auch ihren eigenen Charakter. Das lässt sich durchaus mit unseren Gesichtern in Verbindung bringen, wo auch keines dem anderen gleicht, selbst bei Zwillingen nicht. Um genau dort aber die Haut zu pflegen, möchte ich heute das Bohnenkraut (Satureja) allen, die diese Zeilen lesen, ans Herz legen. Gewiss wird man sich eher im Erwachsenenalter Gedanken darüber machen, wie man die Spannkraft der Haut im eigenen Antlitz aufrecht erhält. Denn in der Jugend spielen ganz andere Probleme eine Rolle wie etwa das Auftreten der meist vorübergehenden Akne oder das richtige Makeup bei den Mädchen, wenn sie einmal ausgehen dürfen. Aber das steht auf einem anderen Blatt Papier. Bleiben wir bei den Geschenken der Natur. Im Bohnenkraut (sowohl im Berg- als auch im Gartenbohnenkraut) finden sich in den Blättern und in den blühenden Triebspitzen neben ätherischem Öl noch Gerb- und Bitterstoffe, weiters Kampfer, Thymol und sogar Vitamine. In erster Linie wird dieses Lippenblütengewächs in den Gärten gezogen, um es als Würze zu verwenden. Es gibt aber darüber hinaus die Möglichkeit, das Heilkraut für die eigene Körperpflege zum Einsatz zu bringen. Ganz klar, dass hierbei mit einer äußerlichen Anwendung die gewünschte Wirkung angestrebt wird. Das Bedarf jedoch keines großen Aufhebens, um hier konkret vorzugehen. Das althergebrachte Hausmittel ist leicht bereitzustellen.

Ins Gesicht sprühen 

Von getrocknetem und zerkleinertem Bohnenkraut nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Nach dem Auskühlen füllt man den Aufguss in eine Sprühflasche, um ihn damit auf der Gesichtshaut zu verteilen. Die Haut an der Luft eintrocknen lassen, damit die Wirksubstanzen des Bohnenkrauts dazu beitragen können, die Spannkraft der Haut zu erhöhen. Das Ganze hat überdies einen erfrischenden Effekt. www.kraeuterpfarrer.at

Bohnenkraut (Satureja) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für Geist und Leib

Die Wurzel der Wegwarte

Seit Beginn des neuen Jahres gehört es verstärkt zur Tagesordnung, in den Kalender zu blicken und Termine für die Zukunft festzulegen. Immerhin möchten bestimmt nur wenige planlos in die kommende Zeit hineingehen. Vorbehalte bleiben dabei ohnehin nicht ausgeschlossen, wie wir das wohl alle wissen. Dennoch: eine Ausschau auf die Zukunft darf ruhig mit Hoffnung und Zuversicht bestückt sein. Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist ein Heilkraut, das dies durch das gesamte Wesen darstellt. Die Pflanze bildet nämlich während ihrer größten Entfaltung im Sommer täglich neue Blüten, die sie beim Aufgang der Sonne öffnet und dem lichtspendenden Himmelskörper entgegenstreckt. Daher hat man früher gesagt, die Wegwarte sei eine Sonnenbraut, die sich in steter wacher Erwartung einer Schicksalswende entlang der Straßen positioniert. Als besonders wertvoll erweist sich die Wurzel des Korbblütlers, die kräftig ausgebildet ist und tief in den Boden hinunterreicht. Das macht sie auch in Zeiten längerer Trockenheit fähig, an ihrem Standort ohne den fehlenden Regen zu gedeihen. Die Hauptkomponente, die in den Wurzeln steckt, ist das Vorhandensein von Bitterstoffen. Diese wiederum fördern die Verdauung, stärken die Tätigkeit der Leber, unterstützen die Galle und haben darüber hinaus eine gute Wirkung auf die Haut. Zudem wird der Geist durch Bitterstoffe angeregt und das Gemüt aufgebaut. So ist es vielleicht ganz gut, über den Körper auch die seelisch-geistigen Prozesse für die Zukunft zu unterstützen. Und dafür gilt es eine Zeitlang, auf die Wegwarte zurückzugreifen. Sie ist eine geeignete Begleiterin, wenn es gilt, die Hoffnung zu stärken und positiv in die Zukunft zu blicken.

Tee mit Wegwartewurzel

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Wegwarte nimmt man 3 Esslöffel voll. Mit 3/4 Liter kaltem Wasser übergießen und über Nacht stehen lassen. Am Morgen kurz aufkochen, noch 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. In eine Thermosflasche gefüllt, kann man diesen Tee über den Tag verteilt trinken, um so die Verdauung zu unterstützen und auch den Geist zu erfrischen. Am besten 3 Wochen lang täglich durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

Wegwarte mit Wurzel (Cichorium intybus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Mit der Kraft der Natur

Ein stärkendes Nervenbad

Irgendwo auf Grenzen zu stoßen, ist meistens unangenehm. Momentan tritt die Diskussion darüber wieder in den Vordergrund, selbst in Europa zwischen den Ländern die Trennlinien fester zu schließen, um besser der grassierenden Pandemie Herr werden zu können. Viele Fragen tun sich in diesem Zusammenhang auf. Aber bleiben wir vorerst einmal bei uns selbst und unserer momentanen Verfassung. Da spüren wir vielleicht, dass in irgendeiner Art auch unsere Nerven ihre begrenzte Verfügbarkeit signalisieren. Heublumen, Melisse (Melissa officinalis) und Thymian (Thymus vulgaris) bieten eine Unterstützung, die wir gerade in Zeiten wie diesen nicht ausschlagen sollten. Immerhin sollen wir uns Kräfte aufheben, um auch für all das, was wir noch durchstehen müssen, gerüstet zu sein. Ganz bewusst möchte ich daher auf das hinweisen, was nicht aus Menschenhand stammt. Die Natur hat so vieles zur Verfügung, was wir nur allzu oft brachliegen lassen. In den Heublumen, die man gerne auch für viele andere Beschwerden einsetzt, ist eine Fülle von Kräuterbestandteilen enthalten, die eine dementsprechend hohe Anzahl an Inhaltsstoffen und Wirkkräften wie Flavonoide, Gerbstoffe, ätherische Öle und Cumarin aufweisen. Und dieses breite Band an positiven Effekten kann dazu angetan sein, die Physis zu stärken und somit eine spürbare Entspannung zu erzielen. Von der Melisse wissen wir ohnehin, dass sie sehr ausgleichende und die Nerven unterstützende ätherische Öle besitzt. In ähnlicher Weise ist das beim Thymian der Fall, der im Allgemeinen auch als stärkend für die Atemwege gilt. Dazu möchte ich noch bemerken, dass intakte Atemwege einen guten Einfluss auf die Nerven ausüben. Vielleicht ist es daher nicht das Schlechteste, beim häuslichen Relaxen gleichzeitig neue Energie zu sammeln, die Heilkräuter auf ideale Weise vermitteln können.

Heublumenbad mit Melisse und Thymian 

Um sich ein nervenstärkendes Bad anzurichten, ist es gut, auf folgende Hilfe zurückzugreifen: 200 g Heublumen werden mit 25 g zerkleinertem Melissenkraut und ebenso viel Thymian abgemischt und mit 3 Liter kaltem Wasser übergossen. 1 Stunde stehen lassen, dann kurz aufkochen. Danach abseihen und dem Badewasser in der Wanne hinzufügen. 10 Minuten darin baden, dabei den Körper abreiben und massieren. Das tut vor allem den Nerven gut. www.kraeuterpfarrer.at

Blumenwiese für Heublumen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Hausmittel für Haut und Hals

Den Odermennig heranziehen

Es stellt je neu ein interessantes und spannendes Unterfangen dar, wenn man sowohl als Historiker oder eben als aufgeschlossener und erkundender Laie mittelalterliche Quellen studiert. Durch die Zurverfügungstellung dieser Dokumente im Internet und deren Veröffentlichung in wissenschaftlichen Arbeiten hat man heutzutage einen guten Zugang dazu. Ein Forschungsbereich, der immer wieder neue Erkenntnisse liefert, ist z. B. die Klostermedizin. Dort spielen unzählige Kräuter eine wichtige Rolle, nicht zuletzt auch der Odermennig (Agrimonia eupatoria). Er taucht übrigens auch bereits in antiken Aufzeichnungen auf. Dieses Rosengewächs hat man in vielerlei Hinsicht als brauchbar erachtet und dementsprechend verwendet. Aus heutiger Sicht wissen wir, dass die Inhaltsstoffe des Heilkrautes letztendlich dafür ausschlaggebend sind. Gerbstoffe, Flavonoide, Kieselsäure, Triterpene und auch ein geringer Anteil an ätherischem Öl zeichnen den Odermennig dahingehend aus. Sowohl der Hals als auch die Haut sind Bereiche, die man mit den Vorteilen des heimischen Gewächses versorgen kann. Halsschmerzen, Entzündungen im Mund- und Rachenbereich aber auch Verletzungen, Geschwüre, Venenleiden und Krampfadern können ein konkreter Anlass dafür sein. Um den Odermennig aufzubereiten, kann man auf verschiedene Art und Weise vorgehen. Eine althergebrachte Empfehlung ist es, das Kraut mit Wein zu übergießen. Für eine Menge von 50 g benötigt man 1 Liter Rotwein. Beides zusammen gut aufkochen, dann abseihen und in dunkle Flaschen abgefüllt im Kühlen lagern. Dieses Produkt eignet sich für Waschungen bei Beschwerden mit Krampfadern und Venen, aber auch bei Verstauchungen und Prellungen. Für den Mund und Rachen gibt’s noch einen anderen Tipp.

Abkochung mit Odermennig 

2 Handvoll von getrocknetem blühenden Odermennigkraut werden mit 1 Liter kaltem Wasser übergossen. Dann solange kochen, bis ca. 1/4 des Wassers verdunstet ist. Danach abseihen und temperieren. In der nicht mehr zu heißen Flüssigkeit löst man zusätzlich 2 Esslöffel Honig auf. Bei Mund- und Halsentzündungen nimmt man diese Abkochung, um damit kräftig zu gurgeln und die Mundhöhle auszuspülen. Kann auch vorbeugend angewandt werden, um damit Halsweh und Angina nach Möglichkeit fernzuhalten. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Tugendhafte Pflanze

Die Ringelblume für das neue Jahr

Begabungen sind etwas sehr Wertvolles. Das können wir an Menschen ablesen, die irgendeine Kunst besonders beherrschen, sei es etwas Darstellendes in Form von Bild bzw.  Musik oder eben eine technisch praktische Fähigkeit, die in einem Handwerk zur Entfaltung gebracht wird. Nicht vergessen möchte ich natürlich jene, die mathematisch und in den Verwendungsmöglichkeiten der digitalen Hilfestellungen viel drauf haben. Bei den Heilkräutern ist es wohl die Ringelblume (Calendula officinalis), die uns Respekt abringen kann. Sie zählt zu den Korbblütlern und sollte eigentlich in keinem Kräutergarten fehlen. All jenen, die dahingehend ihren so genannten grünen Daumen im kommenden Frühling und Sommer mehr betätigen wollen, sei dieses Gewächs besonders anempfohlen. Die Ringelblume ist nämlich äußerst leicht zu ziehen und sät sich von Jahr zu Jahr dann selbst aus. Flavonoide, Saponine, Bitterstoffe und selbst ätherisches Öl finden sich in den Blütenblättern. Die goldgelb blühende Pracht ist dazu geeignet, um mit ihrer Verwendung u. a. die Funktion der Leber zu stärken und die Verdauung zu unterstützen. Darüber hinaus gilt die Ringelblume als wundheilend und schmerzlindernd. Diesen Effekt kann man sich wiederum auf der Haut zunutze machen. Im Übrigen werden ihr auch leicht abführende und ebenso harntreibende Wirkungen nachgesagt. Um die Hausapotheke also mit pflanzlicher Unterstützung zu bestücken, ist es nicht schlecht, die getrockneten Blütenblätter des Heilkrautes immer auf Vorrat zu haben. Dann ist es einem ganz leicht möglich, bei Bedarf einen Tee aufzubrühen, der dem Leib gut tut und gleichfalls der Seele. Denn immerhin bilden wir eine Einheit von beiden. Diese wird ganz besonders durch die Verwendung der Ringelblume gestärkt.

Tee aus Blütenblättern 

Von getrockneten abgezupften Blütenblättern der Ringelblume nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Danach in eine bereitgestellte Tasse leeren und auf Trinktemperatur abkühlen lassen. 2- bis 3-mal am Tag trinkt man davon je 1 Schale voll am besten 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten. Das unterstützt die Verdauung, stärkt die Tätigkeit der Leber und stellt eine innerliche Anwendung für die Hautpflege dar. www.kraeuterpfarrer.at

Ringelblume mit botanischen Details (Calendula officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya