Wenn’s schmerzt und reißt

Kartoffel als Hilfe

Karsamstag – Tag der Grabesruhe des Herrn. Mit dem Blick auf den vom Kreuz genommenen und bestatteten Jesus gehen die Gedanken vielleicht an die eigene zeitliche Begrenztheit des Lebens. Und der Leib bzw. seine Asche wird einst in die Erde kommen. Irgendwie ist das wie ein Einswerden mit der Welt. Und dieser unser Planet besteht eben nicht nur aus Oberfläche und Fassade. Vieles, was wir nicht sehen, existiert und schenkt uns Kraft. Das plakativste Beispiel hierfür sind wahrscheinlich die Kartoffeln (Solanum tuberosum), die man hierzulande wohl besser als Erdäpfel bezeichnet. Solange sie heranwachsen, sich vermehren und schließlich zur vollen Größe heranwachsen, bleiben sie unter der Oberfläche der eigens in niedrigen Reihen angehäuften Agrarfläche. Erst bei der Ernte wird man dann des Erfolges nach dem Anbau ansichtig. Als Nahrungsmittel sind die Erdäpfel aus unserem Kulturkreis nicht mehr wegzudenken. Entsinnen wir uns nur all der Zeiten der Not der vergangenen Jahrzehnte seit dem 19. Jahrhundert, da es jeweils galt, die Bevölkerung mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Die ursprünglich aus Amerika stammenden Kartoffeln enthalten u. a. viel pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Durch deren Genuss wird man eben nicht bloß satt, sondern versorgt den ganzen Organismus mit basischer Kost, sofern die Erdäpfel nicht zu viel mit Fett beim Zubereiten bestückt werden, wie etwa beim Frittieren. Einen Aspekt möchte ich heute von der auch als Grundbirne bezeichneten Knolle herausgreifen. Es ist die rohe Frucht, die ebenso schon früher als Hausmittel zum Einsatz kam. Es geht dabei um eine rein äußerliche Anwendung in Zusammenhang mit Schmerzen verschiedenster Art. So kann man sich z. B. bei Kopfschmerzen die Stirn mit einer halben aufgeschnittenen rohen Kartoffel einreiben. Oder man führt ein Bad durch.

Rohe Erdäpfel in der Badewanne

Zuerst benötigt man ca. 2 kg rohe Erdäpfel. Gut abwaschen und reinigen. Danach reiben und in ein Leinensäckchen geben. Zugebunden legt man es in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Wanne. Ca. 20 Minuten darin baden, ehe man wieder heraussteigt. Dieses Bad hilft mit, um mit rheumatischen Gliederschmerzen und gichtischen Gliederanschwellungen besser zurechtzukommen. Überdies geht damit auch eine Festigung des Hautgewebes einher. www.kraeuterpfarrer.at

Kartoffeln oder Erdäpfel (Solanum tuberosus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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