Nährend und reinigend

Leinsamen für Magen und Haut

In einem Museum bewahrt man wertvolle Exponate auf, die Auskunft über die Lebenskultur vergangener Epochen geben können. Vieles davon ist staunenswert, ganz egal ob es sich dabei um höchste Kunstwerke oder Gegenstände des alltäglichen Handwerks handelt, die dennoch liebevoll ohne Hilfe von Maschinen geschaffen wurden.
Was jedoch nicht in eine Einrichtung dieser Art gehört, das sind alte Kulturpflanzen, die als Alternativen zu herkömmlichen Agrarprodukten stetig an Beachtung und Interesse zulegen. Dazu zählt sicher auch der Gemeine Lein (Linum usitatissimum). Die Fasern, die aus den Stängeln dieser Pflanze gewonnen werden, stellen einen wertvollen Rohstoff dar, der vielfach und vor allem regional verarbeitet werden kann. Angesichts sozialer Schieflagen, die im Zuge weltweiter Baumwollproduktion entstehen, ist dieser Aspekt durchaus bedenkenswert. Doch an dieser Stelle geht es mir heute mehr um die Frucht des Leins, dem so genannten Leinsamen. Er enthält viele gute Substanzen, so z. B. pflanzliches Fett und wasserquellende Faserstoffe, die vom Organismus gern aufgenommen und verwertet werden. Gerade was eine geregelte Verdauung betrifft, sollte der Leinsamen immer wieder in die Nahrungsaufnahme mit Maß und Ziel integriert werden. Denken wir hierbei nur an die Trägheit des Darmes, die so gemindert werden kann. Doch vergessen wir ebenso die Haut nicht, die sich vor allem im Gesicht mannigfaltigen Herausforderungen wie Sonneneinstrahlung, Wind, Wetter und auch der trockenen Zimmerluft stellen muss. Weist sie zudem noch einen überdurchschnittlichen Gehalt an Fett auf, so neigt sie leicht zu verstopften und verunreinigten Poren. Diesem Umstand kann Abhilfe geleistet werden. Leinsamen ist durchaus dafür geeignet.

Maske aus Leinsamen

Von Leinsamenkörnern nimmt man eine genügende Menge, die man im Mörser zerquetscht und anschließend mit warmem Wasser zu einem Brei rührt. Diesen legt man dann auf die Gesichtshaut auf und lässt ihn 20 Minuten lang einwirken. Das reinigt und nährt die äußerste Schicht unseres Antlitzes. Danach einfach mit Wasser wieder abwaschen. Das ist eine natürliche Weise der Kosmetik, die sich jeder leisten kann.

Leinpflanze mit Samen (Linum usitatissimum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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