Früchte aus dem Süden

Feigen für Leber und Galle

Die generelle Urlaubszeit, wo Familien es sich leisten können, in einer Destination ihrer Wahl über mehrere Tage und Wochen die Seele baumeln zu lassen, ist nun schon längere Zeit vorüber. Die Verpflichtungen in Schule und im Beruf leiten uns an, das Leben in den gewohnten Bahnen zu führen. Und das ist auch gut und recht so. Wir wollen ja hier vor Ort gestalten und etwas weiterbringen, was ebenfalls seine schönen Seiten hat. Dennoch will ich heute eine Frucht vor den Vorhang bitten, die zwar auch hier in milden Klimazonen geerntet werden kann, die jedoch vor allem rund um das Mittelmeer so richtig gut gedeiht und zur vollen Süße gelangt. Es sind die Feigen (Ficus carica), die ich mit diesen Zeilen im Geiste auf das häusliche Obsttablett legen möchte. Damit gehen meine Gedanken gleichzeitig zurück in die Zeit, da man sich als Kind noch darauf freute, dass es endlich Winter wird, weil damit die Möglichkeit einherging, Orangen, Mandarinen und eben auch getrocknete Feigen kaufen und verspeisen zu können. Das ist zwar aufgrund eines ganzjährlichen Angebotes der genannten Früchte längst vorüber, nicht jedoch der gesundheitliche Wert dieser exquisiten Gaben. In den Feigenfrüchten befinden sich eine Reihe von wertvollen Spurenelementen und Mineralstoffen, die den ganzen Organismus unterstützen. Zudem nimmt man beim Genuss Zellstoffe zu sich, durch deren Präsenz die Tätigkeit des Darmes angekurbelt wird. Wer aber dazu noch von den Feigen profitiert, das ist die Leber. Dieses wichtige Organ bedarf immer wieder einer Unterstützung. Am besten wird dieses Ansinnen durch eine vernünftige Ernährung gewährleistet. Mit den Feigen kann man einen zusätzlichen Beitrag zur persönlichen Gesundheit leisten.

Hausmittel für die Leber

Man nimmt 5 getrocknete Feigen und schneidet sie in kleine Stücke, die man in 1/4 Liter kaltem Wasser über Nacht ansetzt. Am Morgen dann auslöffeln. Über einen längeren Zeitraum durchgeführt, unterstützt man die Leber und die Galle damit, besonders dann, wenn sich dort Erkrankungen einstellen. Diese Maßnahme jedoch mit dem behandelnden Arzt abklären.

Feigenzweig mit Früchten (Ficus carica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Gemüt und Nerven

Kräuter in einem Likör

Wer sich auf den einziehenden Herbst einstellt, für den gehört es zum Selbstverständlichen, dass sich eine Nebeldecke – hoch oder niedrig – über das Land legt und uns die Präsenz der Sonne bloß erahnen lässt. Es mag dann nicht verwundern, wenn sich gleichzeitig die persönliche Stimmung Richtung Schwerfälligkeit und Trübsinnigkeit hin verändert. Das kann auch zur Folge haben, den Mitmenschen gegenüber gereizter und schlecht gelaunt zu sein. Gott sei Dank gibt es die Kräuter und die Früchte, die uns in solchen Phasen begleiten können. Der Reihe nach aufgezählt, sind das Äpfel, Clementinen und Haferstroh sowie Baldrian, Fichtenwipferl, Hopfen und Passionsblume. Diese haben aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Mineralsubstanzen, pflanzliche Farbstoffe und nicht zuletzt Vitamine und herzunterstützende Glykoside für sich allein gesehen schon einen Wert, den man durch eine dementsprechende Aufbereitung abschöpfen kann. Ich selbst verlasse mich jedoch auf die Erfahrungen, die mit einem Likör namens „Frohes Gemüt“ seit vielen Jahren gemacht wurden und den einst Hermann-Josef Weidinger aus den oben genannten Ingredienzien zusammenkomponiert hat. Und ich weiß sehr wohl, wie es einem geht, wenn die sprichwörtliche Laus über die Leber läuft oder wenn man sich im Inneren fühlt, als wäre auf die Seele ein Bleigewicht angehängt. Obst und Kräuter sind einfach ganz wertvolle Hilfen, um zu einer physischen Ausgeglichenheit zu gelangen, die sich dann ebenso auf der Psyche ablesen lässt. Übrigens möchte ich hinweisen, auch den Schlaf als Zeit zum Kraftholen nicht zu vergessen. Desgleichen kann hier dieser Likör vor dem Zubettgehen eine Entspannung einleiten, die uns leichter ins Reich der Träume sinken lässt.

Löffelweise einnehmen

Den Likör, der Kräuter- bzw. Fruchtauszüge enthält, nimmt man am besten löffelweise ein. Sein Name ist „Frohes Gemüt“, und er enthält neben Äpfeln und Clementinen auch die Wirkstoffe von Baldrian, Passionsblume, Haferstroh, Fichtenwipferln und Hopfen. Die Anwendung kann erfolgen, wenn man sich sehr anstrengen musste oder vielmehr noch dann, wenn die Nerven fast zum Zerreißen gespannt sind und man wieder ein ausgeglichenes Gemüt erlangen möchte. Leidet man unter Schlafstörungen, so ist ebenso angeraten, ein Stamperl voll zu sich zu nehmen. Den wohlschmeckenden Likör „Frohes Gemüt“ erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop: shop.kraeuterpfarrer.at

Frohes Gemüt-Llikör vom Kräuterpfarrer ⓒ Foto: Reinhard Podolsky





Für Magen und Darm

Die Rinde der Kornelkirsche

Um ein wirtschaftliches Überleben eines Betriebes zu sichern, muss man sich oft auf neue Produkte besinnen, die beim Kunden gut ankommen und somit auch gekauft werden. Das ewig Althergebrachte und immer Dagewesene zieht einfach nicht so gut wie eben Innovatives und Trendiges. Im Ausloten der Gaben der Natur sind viele in Landwirtschaft und Gartenbau ihrer Zeit überaus angepasst oder sogar um eine Nasenlänge voraus. In diesem Sinne möchte ich auf einen Strauch hinweisen, der in den letzten Jahren neu entdeckt und geschätzt wird. Es ist die Kornelkirsche (Cornus mas). Bedeutend populärer ist die Bezeichnung Dirndl oder Dirndlstrauch. Bei diesem Gewächs handelt es sich um den so genannten Gelben Hartriegel, womit ich einen weiteren Namen der Pflanze ins Spiel bringe. Der Schnaps, der aus den Früchten des Dirndlstrauches gebrannt wird, zählt wohl zu den äußerst feinen Spezialitäten, die sich ganz gut als Aperitif eignen. Doch wollen wir uns heute auf die Rinde konzentrieren, die in der Geschichte der Naturheilkunde eine eigene Rolle spielt. In ihr sind wertvolle Gerbstoffe enthalten, die gleichzeitig einen gesundheitsfördernden Effekt mit sich bringen. Es kommt ja manchmal ganz plötzlich, dass aus unterschiedlichen Gründen der Magen verstimmt ist. Im Darm kann es ebenso zu einer beschleunigten Verdauung kommen, die sich in einem unangenehmen Durchfall äußert. Überdies werden manche unserer Zeitgenossen innerhalb des Ablaufes einer Grippeerkrankung von hohem Fieber geplagt. In all diesen Fällen kann eine Maßnahme ergriffen werden, mit der ein altes Hausmittel wirksam zum Tragen kommt und die oben genannten widrigen Umstände mit der Kraft der Natur begleitet werden können. Dies steckt im heutigen Falle in der Rinde der Kornelkirsche.

Ein altes Hausmittel

Den ganzen Winter hindurch können nicht zu dicke Zweige vom Dirndlstrauch abgeschnitten werden. Davon schält man in weiterer Folge die Rinde streifenweise ab und lässt sie gut durchtrocknen. Die Rindendroge fein zerkleinern, 2 Teelöffel davon mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und 3 Stunden stehen lassen. Dann kurz aufkochen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen, hernach abseihen. Dieser Tee eignet sich bei hohem Fieber, bei Magenverstimmung und Durchfall als begleitendes Getränk, um die Beschwerden zu mindern.

Kornelkirsche (Cornus mas) ⓒ wikimedia.commons





Beruhigend und stärkend

Frauenmantel in Teeform

Die Natur hat eine reiche Vielfalt, die wir im Laufe unseres Lebens sicher nicht ganz kennenlernen und noch weniger ausschöpfen können. Das ist auch gar nicht notwendig. Denn oft genügt das Einfache, das Naheliegende, um damit gut über die sprichwörtlichen Runden zu kommen. Viel wichtiger ist es, zu den Pflanzen und vor allem zu den Heilkräutern eine gute Beziehung aufzubauen. So will ich mich in diesem Sinne heute auf den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) beschränken. Man sieht dem Gewächs auf den ersten Blick gar nicht an, dass es zur Familie der Rosengewächse zählt. Denn auf dem Wiesengrund nimmt es sich nur ganz bescheiden aus. Die grünen Blätter sind mit ihrer Umgebung praktisch farbident, so dass man bei einer Kräuterwanderung im Sommer schon aufmerksam schauen muss, will man die wilde und ursprüngliche Form des Frauenmantels in freier Natur entdecken. Die Zuchtformen dieser Heilpflanze sind uns allen aus dem eigenen Garten sowie von Parks und Gehsteigrändern wohl bekannt, da sie als Bodendecker und schmückendes Element gerne herangezogen werden. Die Blätter des Frauenmantels enthalten u. a. Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Salicylsäureverbindungen, Kieselsäure und Saponine. Daraus lässt sich schließen, dass man das Heilkraut mit einer breiten Wirkpalette in Verbindung bringen kann. Durch die jahrhundertelange Praxis der angewandten pflanzlichen Heilkunde finden wir dafür genug Bestätigung. Für den Hausgebrauch ist es daher bloß notwendig, die getrockneten Blätter des Frauenmantels zur Verfügung zu haben. Benötigt man eine beruhigende und gleichzeitig den Organismus stärkende Anwendung, so kann man versuchen, mit dem Wiesenkraut zu einem Erfolg zu kommen.

Tee aus Frauenmantel

Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Frauenmantels nimmt man 2 Teelöffel voll. Diese übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Am besten ungesüßt trinken. Um zu einem tiefen und durchgehenden Schlaf zu gelangen, trinkt man am frühen Abend 1 Tasse dieses Tees. Bei Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schnupfen nimmt man über den Tag verteilt 3 Tassen schluckweise zu sich.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Zähne und ein Baum

Eichenrinde für den Mund

Sucht jemand nach einem Symbol der Stärke, so wird man dieser Person eventuell ein Tier wie einen Löwen, einen Stier oder einen Elefanten vorschlagen. Wir finden dafür genügend Beispiele auf dem Gebiet der Heraldik sowie im Reich der Mythen und Sagen. Doch gibt es auch eine andere Möglichkeit, diese Tugend sinnbildlich zum Ausdruck zu bringen. Unter den Bäumen ist es wohl die Eiche (Quercus), die allein schon durch ihren Stammumfang und ihr hartes wertvolles Holz zeichenhaft für ein unerschütterliches Bestehen gesehen werden kann. In der Natur trifft man Gott sei Dank noch etliche alte Exemplare davon an, die manchmal schon einige hundert Jahre an Alter und Wuchs verzeichnen können. Hoffentlich können diese Riesen auch in Zukunft den geänderten klimatischen Bedingungen trotzen. In der Naturheilkunde nimmt die Eiche einen hohen Stellenwert ein. Doch hierbei greift man eher auf die zarten Teile wie Blätter und Rinde zurück. Die Vorzüge der Eiche – im Speziellen der Stieleiche (Quercus robur) – liegen im hohen Gehalt an Gerbstoffen. Diese besitzen einen zusammenziehenden und zugleich auch einen keimwidrigen Effekt, den man für verschiedene Bereiche unseres Körpers zur Wirkung bringen kann. In erster Linie ist die Haut der große Profiteur dieser Tatsache. Zur Unterstützung des Knochenaufbaus ist ebenso das Vorhandensein von Kalk in der Eichenrinde ein Positivum. Heute möchte ich gezielt einen Tipp weitergeben, der die Unterstützung unseres Zahnfleisches zum Inhalt hat. Nur allzu oft können viele von uns gerade dort eine Schwäche feststellen, die sich nicht selten in Zahnfleischbluten und einer Lockerung der Zähne bemerkbar macht. Dem lässt sich aber entgegenwirken.

Eichenrinde in Pulverform

Von der getrockneten Eichenrinde, die von fingerdicken Zweigen stammt, nimmt man ein wenig und reibt sie zu Pulver. Oder man besorgt sich diese Droge in den Apotheken bzw. im Fachhandel. Vom Eichenrindenpulver nimmt man 1 Teelöffel voll ein und verteilt ihn mit der Zunge und dem Speichel in der ganzen Mundhöhle. Nach einigen Minuten mit lauwarmem Wasser nachgurgeln und ausspülen. Eichenrinde reinigt und festigt das Zahnfleisch im Zuge dieser Anwendung.

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wertvoller Ansatz

Goldmelissen-Schnaps für die Haut

In Zeiten der Veränderung kommt etwas wieder mehr zum Tragen, nach dem sich viele von uns im Inneren sehnen: das Bewahren. Angesichts einer altersmäßig sich wandelnden Bevölkerungsstruktur, einer fortschreitenden Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche und einer bedrohlichen klimatischen Prognose ist das wohl nur allzu verständlich. Nun, der Herbst läutet auch ein Ende der Vegetationsperiode ein, wo sich als sichtbares Zeichen dafür die Blätter in bunten Farben von den Bäumen verabschieden. Die hohe Zeit der Goldmelisse (Monarda didyma) ist wohl auch vorüber. Sie hat in den heißen Monaten als Zierde im Garten gedient und war mit ihrem sympathischen Wesen in vielen Kräuterbeeten anwesend. Der ursprünglich aus Amerika stammende Lippenblütler kann hierzulande bereits eine lange Tradition der Anwesenheit und der Verwendung vorweisen. Die Blüten, meist rot bis violett gefärbt, stellen eine wertvolle Droge dar, die auf dem Gewächs zu finden ist. Sie enthalten ätherische Substanzen, die beruhigend auf unseren Organismus und unsere Psyche wirken können. Diesen Effekt sollte man sich zunutze machen, indem man die einzelnen länglichen Blütenkelche von der Goldmelisse abzupft und in den Mund nimmt, um sie zu zerkauen. Sie schmecken übrigens äußerst angenehm und erfrischend. Die Heilkräfte lassen sich darüber hinaus auch für die kommenden Monate bewahren. Dazu muss man sie jedoch dementsprechend aufbereiten. Übrigens hat ebenso die Haut etwas davon, wenn man die Monarde (anderer Name für Goldmelisse) als Hausmittel zum Einsatz bringt. Oft sind kleine und kleinste Poren verlegt oder verstopft, so dass man gerade bei fetten Hauttypen eine natürliche Unterstützung gut gebrauchen kann. Heute möchte ich daher einen Ansatz mithilfe von Alkohol vorstellen.

Alkoholischer Ansatz

Von getrockneten oder frischen Blütenblättern der Goldmelisse nimmt man 50 g. Diese werden in einem dafür geeigneten weißen Glasgefäß mit 1 Liter 40%igem Obstbrand übergossen. Danach verschließen und 14 Tage lang im Fenster stehen lassen. Zuletzt bloß abseihen. Somit ist der Goldmelissen-Schnaps gebrauchsfertig. Nach dem Duschen oder einem Vollbad im noch nassen Zustand damit die Haut abreiben und einziehen lassen. Das dient der Reinigung der Poren. Gleichzeitig hat diese Anwendung auch einen beruhigenden Effekt.

Goldmelisse mit Schmetterlingen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Abwehrkräfte stärken

Holunderblüten im Herbst

In der öffentlichen politischen Diskussion rund um die Aufgaben, die eine neue Regierung in unserem schönen Land angehen wird müssen, steht das ökonomische Bestehen und dessen Absicherung oft zur Debatte. Gott geb‘s, dass hierbei gute Schritte für eine stabile Zukunft gesetzt werden können. Unabhängig von Geld und Arbeitsplätzen gilt es jedoch vorrangig ins Auge zu fassen, wie jeder seine geschenkte Gesundheit pflegen und erhalten kann. Denn das ist immerhin ein ganz hohes Kapital. Daher möchte ich einladen, die vorhandenen Ressourcen hierzulande wertzuschätzen, die uns in Form der Pflanzen zur Verfügung stehen. Der Holunder (Sambucus nigra) gehört zu jenen Heilgewächsen, die sehr häufig im menschlichen Umfeld von Siedlungen anzutreffen sind. An ihm sind sowohl die Blüten als auch die Früchte sehr wertvoll. Jetzt im Herbst ist es sicher klug, unsere ganze Physis zu stärken, denn mit den tieferen Temperaturen stellen sich auch gleichzeitig sehr leicht Erkältungen und grippale Infekte ein. In den Blüten des Holunders sind etliche Inhaltsstoffe gespeichert, die den ganzen Organismus stärken können. Dazu zählen u. a. ätherisches Öl, Glykoside und organische Säuren. Es gibt verschiedene Anleitungen, um diese Droge so aufzubereiten, dass wir auch einen Profit daraus ziehen können. Heute möchte ich zu einer sehr angenehmen und entspannenden Anwendung einladen, die uns gerade in Zeiten gut anstehen, da das Tageslicht weniger wird und die bergende Häuslichkeit wieder mehr an Zuspruch gewinnt. Die Haut, die unser größtes Organ am Körper bildet, ist diesmal die erste Empfängerin der Vorzüge des Holunders. Und eine Badewanne darf ebenfalls zur Verfügung stehen.

Bad mit Holunderblüten

Von getrockneten Holunderblüten nimmt die Menge von ca. 100 g. Diese werden mit 2 Liter kochendem Wasser übergossen. 1 Stunde lang zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Ins Badewasser als Beigabe leeren und ca. 20 Minuten in der Wanne bleiben. Die Haut nimmt die gute Wirkung der Holunderblüten entgegen. Somit wird der Gesamtorganismus in seiner Abwehrkraft gestärkt. Tut der Haut selbst ebenso gut.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Durstlöschen und reinigen

Am besten mit Birkenblättern

Vom Altweibersommer ist nun vermehrt die Rede. Hierbei handelt es sich um eine herbstliche Wärmeperiode, die ganz gerne zum Wandern und zum Aufenthalt in Gärten sowie Parks einlädt. Es ist ja nicht das Schlechteste, noch einmal in einem uns möglichen Ausmaß Sonnenlicht aufzutanken, damit man auch in späteren nebelig-kühlen Phasen davon zehren kann. Zusätzlich sollte man nicht vergessen, den Leib mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Da nun von den Bäumen die Blätter fallen, möchte ich einladen, über so manches Brauchbare nachzudenken, was die großgewachsenen Pflanzen für unsere Gesundheit übriglassen. Bleiben wir doch gleich bei den Birken (Betula pendula). Sie sind wahre Schönheiten, wenn sie nach dem herbstlichen Blattverlust ihre weiße Rinde für unsere Blicke freigeben und damit ganze Landschaften zieren. Sie gehören einfach zur Vielfalt unserer Wälder und Kulturflächen dazu. Darüber hinaus tun sie sich leicht, sich in ihre Umgebung mithilfe der luftig beflügelten Samenkörner zu verbreiten, die den Wind quasi als Taxi in Anspruch nehmen. Unser Augenmerk gilt jedoch den Blättern der Birke. Diese hat man günstiger Weise bereits im frühen Sommer geerntet und getrocknet. Sie enthalten neben Gerbstoffen auch Harze und vor allem harntreibende Substanzen. Wenn man also die Birkenblätter verwendet, um einen Tee damit aufzugießen, kommen mehrere Aspekte infrage, die man im Hinblick auf die eigene Gesundheit bedenken kann. Um die Tätigkeit der Blase intakt zu halten, erweist sich diese Maßnahme als förderlich. Überschüssige Harnsäure wird zudem aus dem Körper abgeleitet. Das hat wiederum zur Folge, dass die Struktur der Haut verbessert wird und das Blut in einem höheren Maß von vorhandenen Giftstoffen befreit werden kann. Will man also den Durst auch im ausgehenden Herbst tagsüber vernünftig stillen, so sollte man auf einen nutzbringenden Tee nicht vergessen.

Birkenblätter aufgießen

Von getrockneten und zerkleinerten Birkenblättern nimmt man 2 Teelöffel voll und überbrüht sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Als Tagesmenge trinkt man davon 2 Tassen, um den reinigenden und ableitenden Effekt entgegennehmen zu können, der in den Birkenblättern steckt. Am besten mehrere Tage hindurch praktizieren.

Birkenzweige mit Blättern und Blüten (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein verlässliches Kraut

Die Käsepappel

Schön, dass heute wieder Sonntag ist! Freie Zeit und wenig Arbeitsdruck zeichnen diesen Tag aus, sofern nicht jemand gerade jetzt seine Dienstzeit im Kalender stehen hat. Andernfalls kann man sich mit Freunden treffen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. In den Gottesdienstgemeinden ist es ebenfalls wohltuend, wenn genügend Leute da sind, die ein erbauliches und mitreißendes Feiern der Liturgie möglich machen. Dazu muss man sich jedoch auf die Präsenz der Einzelnen verlassen können. In der Natur finden wir viele Lebewesen vor, die einfach da sind. Hierbei sollten sicherlich die Voraussetzungen gegeben sein, damit die Pflanzen sich in ihrem Wuchs entfalten können. Wer dazu nur relativ wenig braucht, das ist wohl die Käsepappel (Malva neglecta). Sie wächst an kargen Stellen wie etwa am Randbereich ausgetretener Wege oder entlang von Mauern. Sie breitet sich vor allem flach am Boden aus. Wie alle Malvengewächse enthält ebenso die Käsepappel (auch Wegmalve genannt) viele pflanzliche Schleimstoffe, die sehr gut eingesetzt werden können, sollte man im inneren oder im äußeren Bereich der Physis eine Unterstützung benötigen. Das kann z. B. eintreten, wenn man unter Entzündungen auf der Haut oder in den Nagelbetten leidet. Genauso gereicht es zum Vorteil, die Käsepappel zur Linderung von Katarrhen und Verschleimungen der Atemwege heranzuziehen. Dasselbe gilt für Probleme im Magen- und Darmbereich. Sehr oft darf ich mich mit Zeitgenossen unterhalten, die den Wert der natürlichen Kräfte, die in den Pflanzen stecken, sehr hochhalten. Da sind nicht wenige darunter, die viele gute Erfahrungen mit der Käsepappel gemacht haben. So möchte ich am heutigen Sonntag einmal mehr dieses liebenswerte Gewächs hervorheben, weil es einfach auf wirksame Weise für uns da ist und wir uns auf den Partner vom Wegrand verlassen können.

Käsepappel-Tee anwenden

Von einem Gemisch getrockneter, zerkleinerter Blüten und Blätter nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und 8 Stunden stehen lassen. Dann abseihen und bei Bedarf leicht erwärmen. Der Tee eignet sich als Gurgelwasser bei Mund- und Halsentzündungen, darüber hinaus als Waschung für entzündete Nagelbette und Geschwüre. Als Badezusatz benötigt man 1 Liter Käsepappel-Tee. Dieses Bad hilft u. a. mit, um Schmerzen bei inneren Krämpfen zu lindern.

Käsepappel (Malva neglecta) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein pflanzlicher Beruhiger

Dem Hafer etwas zutrauen

Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen man mühevoll alles bewerkstelligen musste, ist es mit den heutigen Möglichkeiten relativ einfach, eine Arbeit durchzuführen, Kontakte aufzunehmen, die Landwirtschaft zu betreiben und vieles andere mehr. Grund dafür sind die technischen Errungenschaften und die daraus entstehenden Produkte. Für das Wohl des Leibes wiederum greift man auf speziell entwickelte Präparate zurück, die nicht immer nur zum Segen werden. Beim Thema Schlaf etwa kann es auch leicht zu Abhängigkeiten kommen. Daher will ich heute etwas äußerst Biederes aus der Schatzkiste der Natur herausgreifen, nämlich den Hafer (Avena sativa). Dieses Getreide zählt botanisch gesehen zur Familie der Süßgräser und dürfte ursprünglich aus der westlichen Hälfte des asiatischen Kontinents stammen. Archäologische Zeugnisse belegen, dass der Hafer bereits vor urdenklichen Zeiten in unserer Heimat kultiviert und verwendet wurde. Bis heute gilt die Tatsache, dass dieses Korn eine äußerst gesunde Nahrungsergänzung darstellt. Viele Mineralstoffe sind darin enthalten wie auch Eiweiß, Vitamine und Aminosäuren. In der Regel ist der Hafer leicht verdaulich und zugleich auch stärkend. Darüber hinaus wirkt er beruhigend und ausgleichend. Genau das strebt man an, wenn man mit dem Schlaf seine Schwierigkeiten hat. Es kann durchaus von Nöten sein, diesen Umstand mit der Einnahme von Medikamenten abzufangen. Die entscheidenden Informationen hierfür liefern an erster Stelle Arzt und Apotheker. Doch gibt es auch genügend Fälle, in denen jemand auf eigene Faust agiert und dabei übers Ziel hinausschießt. Da ist es dann gut, die Physis mithilfe natürlicher Mittel zu reinigen und eine Ausgewogenheit herzustellen, die einem das Schlafen wiederum besser gelingen lässt. Mit dem Hafer kann ich heute dazu einen konkreten Tipp weitergeben.

Trunk für guten Schlaf

1 voller Esslöffel Haferflocken wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Danach noch 1 Faden Safran hineinlegen und 15 Minuten ziehen lassen, hernach abseihen. Günstig ist es, wenn man zusätzlich 2 Tropfen Arnikatinktur hinzufügt. Dann schluckweise trinken. Am besten tut man das am frühen Abend. Dieses Hausmittel besitzt eine ableitende, ausgleichende und beruhigende Wirkung.

Hafer (Avena sativa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya