Kühlung vom Baum

An der Rotbuche finden

Unlängst wurde über die Medien eine Erkenntnis verbreitet, welche die Schweizer Wissenschaftler durch intensive Forschungen erreicht und in der Folge auch publiziert haben. Demnach gibt es eine wirkungsvolle Methode, um der globalen Erderwärmung quasi eine Bremse anzulegen. Und diese heißt schlicht und einfach Aufforstung in einem großen Stil. Denn die Wälder können seit eh und je Kohlenstoff binden, der ohne unsere grünen Pflanzenriesen zu sehr die Atmosphäre belasten würde. Nun gut, wir müssen nicht die ganze Zivilisation dafür aufgeben, um auf die Bäume zurückzukehren. Aber dennoch gilt es, diese Pflanzen vernünftig wertzuschätzen, ohne sie jedoch zu vergöttern. In unserer Heimat sind es die Rotbuchen (Fagus sylvatica), die meinen und unseren Respekt abfordern können. Ihre feine und edle Rinde wirkt auf mich sehr nobel, ebenso die zarten Äste, die sie am Rande ihrer Krone nach außen streckt und in den Himmel wachsen lässt. Übrigens war auch schon die große heilige Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen von den Buchen sehr angetan. Sie erkannte in den einzelnen Teilen des Baumes die heilenden Kräfte und empfahl die Verwendung der Buche bei Krämpfen, Fieber und Gelbsucht. Bis heute kann man z. B. die Rinde der fingerdicken Buchenäste abschälen und trocknen, um in weiterer Folge einen Tee damit aufzukochen, den man wiederholt an einem Tag trinken darf, um stark erhöhtes Fieber zu senken. Nun aber möchte ich mich speziell den Blättern der Rotbuche zuwenden, die ihren eigenen Wert besitzen. Übrigens handelt es sich hierbei um einen grün belaubten Baum. Die tiefrote Form der Buche nennt man Blutbuche (Fagus sylvatica atropunicea). In den Blättern der Rotbuche sind vor allem Gerbstoffe enthalten, die für einen entzündungsmindernden Effekt sorgen. Es geht von ihnen gleichzeitig eine Kühlung aus, die auch nicht zu verachten ist.

Auflage bei Gerstenkorn

Bei einem entzündeten Lidrand unseres Auges spricht man für gewöhnlich von einem Gerstenkorn. In diesem Falle kann man sich einen Tee aus frischen oder getrockneten grünen Buchenblättern zubereiten, den man nutzt, um damit eine Kompresse zu tränken, die man auf das geschlossene Auge auflegt. Das hilft mit, das infizierte Augenlid zu kühlen und gleichzeitig eine Heilung desselben zu unterstützen.

Buche oder Rotbuche (Fagus sylvatica) ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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