Für Mund und Augen

Den Spitzwegerich nutzen

Hält jemand nach einer langen Phase seines Lebens Rückschau, so wird er oder sie die Höhen des Glücks sowie die Täler des oft unausweichlichen Leids überblicken können. Zu so einem Resümee werden meist auch die tragenden Fundamente dazugerechnet, die man als Stütze für die jeweils eigene Persönlichkeit benötigt hat. Und dabei fällt sicher nicht selten das Stichwort „Freundschaft“. Menschen, auf die man zählen kann und mit denen man sprichwörtlich Pferde stehlen kann, sind und bleiben ein äußerst wertvolles Geschenk. Im Pflanzenreich dürfen wir jedoch auch auf Individuen zählen, die uns Jahr für Jahr die Treue halten. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist sicherlich so ein Gewächs, dem wir einen derartigen Stellenwert zubilligen dürfen. Denn ihn kann im wahrsten Sinne des Wortes kaum etwas aus der Bahn werfen, da er mit Vorliebe entlang der Spurrinnen erdiger und sandiger Wege gedeiht. Es macht ihm einfach nichts aus, wenn das Erdreich durch Vorüberfahrende komprimiert und verdichtet wird. Sein wuschelkopfartiges Wurzelwerk schafft es, genau derartige Bodenverhältnisse für die darauf sitzende Pflanze aufzulockern und sie mit der notwendigen Feuchtigkeit zu versorgen. Gott sei Dank kennen sehr viele den Spitzwegerich, weil er im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten und deren Behandlung oft genannt wird. Die Heilwirkungen des bescheidenen und gleichzeitig starken Gewächses können wir als zusammenziehend, entzündungshemmend und schleimlösend bezeichnen. Sobald die frischen Blätter zu wachsen beginnen, sollte man diese an sauberen Stellen pflücken und im Schatten gründlich trocknen, um sie für die eigene häusliche Pflanzenapotheke einzulagern. Und es müssen übrigens nicht unbedingt ein Husten oder verschleimte Bronchien den Anlass geben, damit man auf den Spitzwegerich zurückgreift. Denken wir bloß an Infekte, die sich unerwünschter Weise in der Mundschleimhaut festsetzen. Darüber hinaus bereitet vielen ein geschwächtes Zahnfleisch manch Sorge. Genau dann ist es gut, den Spitzwegerich in greifbarer Nähe zu haben.

Ein Tee zum Spülen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Spitzwegerichs nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie in einem geeigneten Gefäß mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen, bevor man den fertigen Tee abseiht. Bei Entzündungen im Mund- und Zahnfleischbereich eignet sich der Aufguss für regelmäßige Spülungen. Desgleichen dient er auch für öftere Waschungen bei Augenentzündungen. Dazu verwendet man den warmen Tee.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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