Ein verjüngendes Bad

Klatschmohnblüten als Zusatz

Prognosen sind täglich gefragt. Die Wirtschaft benötigt sie, um sich auf zu erwartende Entwicklungen rechtzeitig einstellen zu können. Und schließlich möchten wir doch alle wissen, wie das Wetter in den nächsten Tagen sein wird. Dann können wir viel besser alles Anstehende planen. Eine Voraussicht trifft ausnahmslos für uns alle zu: wir werden von Tag zu Tag älter. In Anbetracht dessen ist es wohl gut, die Zukunft darauf einzurichten. Ich möchte heute den Klatschmohn (Papaver rhoeas) in den Fokus unseres Interesses stellen. Die Überschrift dieser Kolumne scheint zu all dem, was ich bisher geschrieben habe, gegenläufig zu sein. Nun, die Jugend kann man sich rein physisch nicht mehr zurückerobern, wenn einmal ein gewisses Alter erreicht wird. Dennoch ist es die Sorge und die rechte Wertschätzung für unseren Bruder Leib, die mithelfen kann, den jeweils gegebenen Zustand zu wahren und einen Prozess der Alterung zu verlangsamen. Die Haut ist in diesem Hinblick die Zone des Körpers, der wohl in jenem Zusammenhang die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. An der Außenschicht der Physis spielt sich ein permanenter Austausch zwischen dem Leib und der ihn umgebenden Umwelt ab. Dort wird auch vieles entgegengenommen, was oft mit dem Auge nicht wahrgenommen werden kann. In den Blütenblättern des Klatschmohns befinden sich nicht nur Gerb- und Bitterstoffe, sondern auch so genannte Saponine, die gerne als Seifenstoffe bezeichnet werden. Diese inhaltlichen „Zutaten“ sind geeignet, um die sich ständig vollziehende Regeneration der Hautzellen zu begleiten und zu unterstützen. Wenn es also auch auf der Haut keine ewige Jugend gibt, so spricht nichts dagegen, die Vitalität derselben zu fördern. Ein altes Hausmittel, das vielen bei diesem Ansinnen gut anstehen kann, sind eben die roten Blütenblätter des Klatschmohns.

Ein Bad für die Haut

Von getrockneten und mäßig zerkleinerten Blütenblättern des Klatschmohns nimmt man 50 g und übergießt sie mit 2 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Die Badewanne wird nun mit warmem Wasser gefüllt und der Absud hinzugegeben. 20 Minuten darin baden, ehe man wieder aus der Wanne steigt. Dieses spezielle Kräuterbad kann mithelfen, die Haut jung und geschmeidig zu erhalten und deren Teint aufzuhellen.

Klatschmohn (Papaver rhoeas) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Freude steigern

Ysop erhellt die Stimmung

Ostern ist endlich da! Halleluja! Waren bis vor Kurzem das Fasten und das damit verbundene Maßhalten das Thema, so darf man jetzt wieder über die Stränge hauen. Gewiss muss das nicht unbedingt beim Essen sein. Denn den meisten von uns geht es doch ohnehin gut. Schauen wir jedoch auch auf die Gesamtverfassung jedes Einzelnen von uns. Da hapert es vielerorts am Zufriedensein mit dem, was man hat. Um einen Weg zum Glück zu finden, dürfen wir alle etwas von den Pflanzen lernen. Der Ysop (Hyssopus officinalis) ist ein ausgesprochenes Pflanzenkind des sonnenreichen Südens unseres Kontinentes. Schmal und hoch strebt der Ysop-Spross empor. Dicht besetzt mit feinlanzettlichen Blättern. Oben gleichsam gekrönt mit einer sich nach einer Seite wendenden bläulichen oder rotvioletten Scheinähre an Blüten. Dieses sympathische Gewächs birgt in den einzelnen Pflanzenteilen eine reiche Zahl an winzigen Öldrüschen. Aus der praktischen Erfahrung der überlieferten Naturheilkunde wissen wir, dass sich die Verwendung des Lippenblütlers einerseits positiv auf die seelische Verfasstheit auswirkt und gleichzeitig die Physis dabei auch nicht zu kurz kommen lässt. Der allgemein krampflösende Effekt, der vom Ysop ausgeht, hat z. B. zur Folge, dass die Niere gut arbeitet und damit eine geregelte Harnabgabe besser vonstatten gehen kann. In der Lunge wiederum löst sich dadurch festsitzender Schleim. Und generell profitiert der gesamte Verdauungstrakt vom Einsatz des Ysops. Wer also nun zum Fest der Auferstehung Christi noch eine Unterstützung benötigt, die ein wenig Sonne in das Innere des Leibes und der Seele zu bringen vermag, ist gut beraten, sich den Ysop als Freund zu wählen. Die ganze Schöpfung ist mit inbegriffen in den Jubel, dass Gott diese Welt nicht ihrem Schicksal allein überlässt, sondern Jesus als Sieger über den Tod uns allen an die Seite stellt. Immerhin sind wir ja Teil alles Erschaffenen auf der Erde und somit auf eine eigene Art und Weise mit dem Ysop verwandt. Freuen wir uns schlicht und einfach darüber! Halleluja!

Ysop-Tee trinken

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Ysopkraut nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt diese mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 1 Tasse des Tees wird am besten morgens auf nüchternem Magen getrunken und die zweite dann am Abend einige Zeit vor dem Schlafengehen. Das hellt das Gemüt auf. Bei Magen- und Darmschmerzen trinkt man einen Tee, der zu gleichen Teilen aus Ysop und Fenchel gemischt und wie oben zubereitet wird.

Ysop-Blütenzweig (Hyssopus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Seelenpflege mit Kräutern

Unter anderem mit dem Dost

Brechen nun die wärmeren Zeiten wiederum an, so fühlen sich viele von uns mehr als im Winter dazu angeregt, in Haus und Garten aktiv tätig zu werden. Vieles muss repariert, hergerichtet oder überhaupt neu installiert werden. Dazu benötigt man das geeignete Werkzeug. Für unser Leben als Menschen haben wir auch seelisches Gerät auf die Reise zwischen Geburt und Sterben mitbekommen. Eines davon ist der Wille. Gerade dann, wenn wir durch eine Krankheit daran gehindert werden, in voller Stärke zu agieren, heißt es, da wieder raus zu kommen. Die Heilkräuter – wie eben auch der Dost (Origanum vulgare) – wirken sich nicht bloß auf die Physis aus. Seit Langem weiß man ebenso um seine Kräfte, die sich auf das Gemüt, die inneren Regungen und auf den Geist positiv auswirken können. Man darf eben nicht den Körper von der Seele trennen. Beides zusammen macht den ganzen Menschen aus. Der Dost ist zu allererst ein Würzkraut. Fragt man Schüler um ihre Lieblingsspeise, so wird in einem hohen Prozentmaß die Pizza genannt. Und genau auf dieser landet sehr oft der Wilde Majoran, wie der Dost auch gerne bezeichnet wird. Sein gutes Aroma, für das ätherische Substanzen verantwortlich zeichnen, bringt einen belebenden Effekt mit sich. Ist man womöglich entmutigt oder niedergeschlagen, weil man sich mit einem Leiden geringerer oder größerer Natur abzumühen hat, ist es ganz gut, einen Beistand zu haben, der einem wieder weiterhilft. Durch den aufbereiteten Dost wird übrigens nicht nur der Gaumen erfreut. Die Verdauung erhält zusätzlich eine Anregung. Das bringt in weiterer Folge mit sich, dass der Cholesterinspiegel gesenkt werden kann. Was einem hilft, die Gesundheit wiederzuerlangen, sind aber vorrangig die Tugenden der Konsequenz und der Geduld. Der Dost ist gut dafür geeignet, um beides in uns zu fördern.

Tee für Leib und Seele

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern und Triebspitzen des Dosts nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Am besten 1 Woche lang jeweils 1 Tasse davon in der Früh und am Abend trinken, um die Physis nach einer Krankheit zu stärken. Damit unterstützt man auch den Willen zur Besserung und zu einer konsequenten Lebensweise, die der Vernunft den Vorrang einräumt.

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein ganzes Kraut auspressen

Bringt beim Löwenzahn viele Vorteile

Um in der Industrie Produkte sowohl für die Infrastruktur in Verkehr und Bauwesen herstellen zu können und schließlich auch kleinste Teile in technischen Geräten bereitzustellen, bedarf es der Grundmaterialien, die meist von den auf der Erde vorhandenen Ressourcen stammen. Wir sprechen dabei von Bodenschätzen, die oft nur in begrenztem Maß zur Verfügung stehen. Für mich persönlich gibt es das vergleichsweise ebenso im Reich der Pflanzen. Eine ganz besondere Spezies dieser Art stellt meiner Meinung nach der Löwenzahn (Taraxacum) dar. Er ist ein Schatz, der aus dem Boden wächst und in der Verbindung mit der Erde heilsame Kräfte entwickelt und uns zur Verfügung stellt. Gerade im Hinblick auf den Stoffwechsel, der alle Vorgänge in unserem Organismus aufrecht hält, erweist sich der Löwenzahn als ganz wertvolle Unterstützung. Das bestätigen auch neueste Forschungen, die u. a. in einem eigenen Institut für Klostermedizin in Würzburg in Deutschland durchgeführt werden. Für alle nachvollziehbar und verständlich sind es vor allem die Bitterstoffe, die den Löwenzahn kennzeichnen. Diese animieren die Tätigkeit der Leber, der Galle und der Bauchspeicheldrüse und kräftigen im Besonderen diese Organe. Um an jene Vorteile des Löwenzahns heranzukommen, kann man verschiedene Wege beschreiten. Der einfachste davon ist wohl, die getrockneten Blätter aufzugießen und sie in Form eines Tees zu sich zu nehmen. Wenn nun jedoch der Frühling Anlass dazu gibt, die neu gewachsenen Pflanzen des Korbblütlers mit goldgelber Blüte in reichem Maße zu finden, dann gelingt es mit einigem Aufwand ebenso, den Saft des Gewächses im wahrsten Sinne des Wortes auszukosten. Gewiss darf man sich dabei nicht vor dem bitteren Geschmack schrecken. Doch im Leben bedarf es wohl nicht nur beim Löwenzahn der geübten Überwindung, um an das Gute und Heilsame heranzukommen.

Presssaft aus Löwenzahn

Zuerst versucht man den Löwenzahn als Ganzen aus dem Boden zu heben. Ein Distelstecher erweist dabei gute Dienste. Nach dem gründlichen Reinigen unter kaltfließendem Wasser zerkleinern und entweder mit einem Mixer oder einem Fleischwolf zu einem Brei verarbeiten. Diesen kräftig auspressen. 3-mal am Tag 1 Esslöffel voll des frischen Saftes einnehmen. Am besten 3 Wochen lang durchführen. Das unterstützt den Stoffwechsel und kann auch bei Rheuma, bei arthritischen Beschwerden und bei Gicht eine Erleichterung mit sich bringen.

Löwenzahn (Taraxacum officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Frisches Grün fürs Blut

Wildgemüse macht fit

Wir wissen alle von Kindesbeinen an, was die Farben einer Ampel bedeuten. Hält man sich an diese Lichtsignale, so kann der Verkehr flüssig ablaufen. Zusätzlich werden Gefahren von Unfällen und Zusammenstößen vermieden. Sobald die Farbe Grün aufleuchtet, kann man sich in Bewegung setzen. In der aufkeimenden und wachsenden Natur verstärken gegenwärtig die verschiedensten Pflanzen diese Farbe in der ganzen Landschaft. Das mag für uns bedeuten, dass die Gesundheit freie Fahrt bekommt. In der Tat erweist sich so genanntes Wildgemüse als förderlich und stärkend. Besonders Brennnessel und Gänseblümchen können nun aus der Hand des Schöpfers entgegengenommen werden. Dort wiederum, wo der Frühling aufgrund kälterer Temperaturen oder höherer Schneemengen verzögert startet, kann man noch den Bärlauch verwenden, der andernorts schon wieder zum Blühen neigt und somit seine Saison für die Küche hinter sich gebracht hat. Was ist nun der hohe Wert, den das Wildgemüse allgemein und gesondert in seinen einzelnen Arten und Individuen mit sich bringt? Konkret ist es der hohe Mineralgehalt, der im frischen Grün eingespeichert ist. Was leider auch oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass sich in den Blüten und Blättern ebenso wie in vielen Obstsorten Vitamin C vorfindet. Überdies trägt das Chlorophyll in den Pflanzen sehr viel zur Erneuerung und Bildung der Blutzellen bei. So ist es nur sinnvoll und folgerichtig, jetzt rund um das Osterfest die einzelnen grünen Angebote der Natur nicht nur dazu zu verwenden, um etwas im Vorgarten oder in den Wohnungen zu dekorieren, sondern vielmehr daran zu denken, den Körper fit und die Seele wach und froh zu halten. Beides gehört zusammen und wird durch den positiven Effekt verstärkt, der durch den Einsatz von frischem Grün in der Küche und auf dem Tisch zur Geltung kommt.

Brennnessel & Co

Frische junge Brennnesselblätter soll man vor dem Rohgenuss kurz abbrühen und erst dann fein hacken. Entweder streut man das Ergebnis dann auf ein Brot mit Topfenkäse oder rührt es beim Servieren in die Suppe. Das Gänseblümchen wiederum, von dem Blüten und Blätter in gleicher Weise dienlich sind, wird ebenfalls nach dem Waschen mit kaltem Wasser zerkleinert und z. B. zu Salaten gemischt. Dessen Genuss fördert übrigens einen geregelten Stuhlgang. Die Verwendung von frischem Bärlauch ist ebenfalls sehr zu empfehlen.

Brennesselzweig (Urtica dioica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Gänseblümchen Blüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Innenflächen des Körpers

Eibisch pflegt die Schleimhäute

Wer sich ein Haus bauen lässt, nimmt sich damit viel vor. Da gilt es von vornherein alles zu bedenken, das Fundament genauso wie das Dach. Durch eine so genannte Fertigteil- Bauweise geht der Prozess des Errichtens natürlich viel schneller voran als früher, wo einem nichts anderes übrig blieb, als Ziegel auf Ziegel zu legen. Nun darf man aber auch das Innere mit den Installationen und Einrichtungen nicht vergessen. Ein Malvengewächs namens Eibisch (Althaea officinalis) hilft uns heute, diesen Gedankengang auf den Körper zu übertragen. Gewiss hat dieser seine Aufbau- bzw. Wachstumsphase schon durch die Zeit der Schwangerschaft und der Entwicklung nach der Geburt bis zum physischen Erwachsenwerden hinter sich. Das Wunderwerk des Leibes bedarf aber ständig der Pflege, umso mehr dann, wenn ein Mangel oder eine Erkrankung vorliegt. Der Eibisch besitzt als Malvengewächs sehr viele gute Inhalte wie Flavonoide, Gerbstoffe und auch ätherische Substanzen. Vor allem aber birgt er ein hohes Maß an schleimigen Pflanzensekreten in sich. Diese korrespondieren im Falle einer Anwendung sehr gut mit den stets feuchten und ebenfalls zähflüssigen Innenwänden einzelner Zonen bzw. Organe des Körpers. Das sind der Reihe nach aufgezählt Mund, Nase, Kehlkopf, Bronchien, Speiseröhre, Magen-Darm-Trakt, Gallenblase, Harnröhre, Blase, Harnleiter und Nierenbecken. Im Besonderen merken wir das, wenn sich z. B. bei einem Katarrh der Bronchien Schleim bildet und dann das freie Atmen behindert. Um nun die Vorteile der Eibischwurzel in diesem Falle zum Tragen zu bringen, ist es naheliegend, einen Tee zuzubereiten und eine Zeitlang zu konsumieren. Die Art der Zubereitung dieses Getränks unterscheidet sich aber von einem Heißaufguss, was eben an der Beschaffenheit der vorhandenen Kräuterdroge liegt.

Eibischtee für entzündete Schleimhäute

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel des Eibischs nimmt man 2 Teelöffel voll, die man bloß mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießt und ca. 1 bis 2 Stunden lang stehen lässt. Währenddessen gelegentlich umrühren. Danach abseihen und leicht erwärmen. Man kann noch ein wenig Honig und Zitronensaft beifügen, wenn man entzündete Bronchien hat. Der Ansatz alleine eignet sich auch als Gurgelmittel für Mund und Rachen.

Eibisch mit Wurzel (Althaea officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nachtschweiß verringern

Mit Labkraut und Salbei

Noch haben wir eine Schonfrist. Dabei denke ich weniger an finanzielle Abgaben oder einen bevorstehenden unangenehmen Termin, sondern eher an das Wetter. Die Temperaturen entsprechen derzeit nämlich durchaus der Jahreszeit. Der Frühling hat ja doch das Recht, zeitweise etwas kühler auszufallen, wie eben gegenwärtig. Aber die Erfahrungen der letzten Jahre lassen im Hinblick auf Hitze und Trockenheit nichts Gutes ahnen. So wird es bald wieder angenehm sein, ein kühles und schattiges Platzerl als Zufluchtsort zu haben. Mit dem Echten Labkaut (Galium verum) und dem Salbei (Salvia officinalis) möchte ich heute ein Thema anschneiden, das einerseits von warmen Temperaturen abhängig sein kann, andererseits aber auch persönliche physische Veranlagungen als Ursache hat. Konkret meine ich dabei das Schwitzen, zu dem die einen mehr neigen und andere dankenswerter Weise eher weniger. Zur Plage kann die übermäßige Transpiration dann werden, wenn sie während des Schlafes auftritt. Ein wahrlich durchnässtes Aufwachen ist die Folge daraus. Im Echten Labkraut haben wir ein Gewächs vor uns, das mit seinen Inhaltsstoffen besonders die Tätigkeit der Drüsen im Leib und unter der Haut positiv – d. h. ausgleichend – beeinflussen kann. Im Salbei wiederum bergen sich mit seinem hohen Anteil an Gerbstoffen und ätherischen Ölen zusammenziehende Substanzen, die zusätzlich mithelfen, den Schweiß in geringerer Menge ausfallen zu lassen. Wir können von Glück sprechen, dass die Natur in den beiden geschilderten Kräutern ganz natürliche Unterstützungen bereitstellt, die sich in keiner Weise schädlich auf die Physis auswirken, solange wir sie mit Maß und Ziel verwenden. Das gilt auch dann, wenn jemand danach trachtet, den Nachtschweiß in den Griff zu bekommen. Und eine Waschung bedarf keines großen Aufwandes. Lediglich Konsequenz ist vonnöten, um ein spürbares Resultat zu erreichen.

Aufguss als Waschung

1 Esslöffel voll getrockneter und zerkleinerter blühender Triebe des Echten Labkrautes und 1 Esslöffel voll ebenso beschaffener Salbeiblätter werden vermischt und mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und mit der Flüssigkeit den ganzen Körper vor dem Schlafengehen abreiben. Ebenso am Morgen nach dem Aufstehen. Bei lästigem Nachtschweiß ca. 10 Tage lang durchführen.

Labkraut Echtes oder Gelbes, Blütenzweig (Galium verum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Salbeizweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Hilfe bei Fieberschüben

Apfelrinde als Linderung

Je mehr wir uns dem bevorstehenden Vollmond nähern, desto mehr kann es sein, dass wir die Auswirkungen des von Nacht zu Nacht heller werdenden Himmelskörpers zu spüren bekommen. Das äußert sich meist auf verschiedene Weise. Den einen gelingt es kaum, tief und fest zu schlafen, die anderen tun sich schwer, sich auf eine bestimmte Angelegenheit zu konzentrieren und wieder andere neigen dazu, in vermehrtem Maße gereizt und aufbrausend zu sein. Dann kann es im Handumdrehen im wahrsten Sinne des Wortes heiß hergehen. Eine „Abkühlung“ tut hernach auf jeden Fall gut. Wahrscheinlich wirkt sich der Lauf des Mondes auch auf den Apfelbaum im Garten aus. Schade, dass diese liebenswerte Pflanze dieses Verhältnis zu dem die Erde umkreisenden Rund nicht mit Worten beschreiben kann. Stattdessen sind wir froh darüber, wenn alles den Jahreszeiten gemäß abläuft. So dürfen wir uns im Frühjahr über das prächtige Blühen der Apfelbäume freuen, worauf der volle Austrieb des Laubes folgt. Die Naturheilkunde weiß sowohl mit den Blütenblättern als auch mit dem frischen und saftigen Grün des Obstbaumes etwas anzufangen. Darüber hinaus darf ich aber auch noch ein Detail beleuchten, das meist bei den Gedanken rund um den Apfellieferanten unter den Tisch fällt. Hierbei handelt es sich um die Rinde, welche die dünnen Zweige schützt und ihnen das Wachstum ermöglicht. Die Schutzschicht über den verholzten Teilen enthält sehr viele gute Substanzen. Es sind Stoffe, die den gesamten Baum nähren und ihn in seiner gesunden Konstitution festigen. Darüber hinaus sind es die Gerbstoffe, die dem menschlichen Körper wiederum einen hohen Profit eintragen, wenn man sie bewusst zum Einsatz bringt. Nun kann es zu Krankheiten kommen, die es notwendig machen, dass unser Immunsystem dafür sorgt, mittels Fieber eindringende Keime und Erreger schadlos zu machen. Wir kennen das von jedem gröber verlaufenden grippalen Infekt. Doch gibt es auch andere plötzlich auftretende Leiden, die mit Fieber einhergehen. Damit unser Bruder Leib dann besser damit zurecht kommt, kenne ich eine Möglichkeit, den Apfelbaum samt seiner Rinde zu Hilfe zu nehmen.

Rinde aufkochen

Von fingerdicken Zweigen des Apfelbaumes schält man die frische Rinde und trocknet sie gründlich. Danach zerkleinern und gut aufbewahren. Davon nimmt man 1 Esslöffel voll und übergießt sie am Abend mit 1/4 Liter kaltem Wasser. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen kurz aufkochen. 15 Minuten ziehen lassen, ehe man den fertigen Tee abseiht. Ungesüßt schluckweise trinken. Das eignet sich vor allem, um vorübergehende Fieberschübe zu begleiten.

Apfelblütenzweig mit Schmetterling ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Vitalität rund um Ostern

Mit sieben Osterkräutern stärken

Das Erwachen der Natur bringt immer auch ein gutes Stück Hoffnung mit sich. Denn jedes zarte Grün verheißt Wachstum, Schönheit und nicht zuletzt auch das Fruchtbringen, von dem wir seit Menschengedenken profitieren. Und jetzt, wo es auf Ostern zugeht, sind doch die meisten von uns froh, das Leben neu in Angriff nehmen zu dürfen. Dazu gilt es natürlich genauso wie in der Fastenzeit weiterhin auf die Gesundheit Bedacht zu nehmen. Sieben ausgewählte Kräuter stehen dazu zur Verfügung. Ihre Namen sind in alphabetischer Reihenfolge aneinandergereiht: Brennnessel, Gänseblümchen, Gundelrebe, Löwenzahn, Schafgarbe, Schlüsselblume und Wohlriechendes Veilchen. Diese heilige Zahl ist ganz bewusst ausgewählt, weil wir gerade rund um das Fest der Auferstehung Christi erkennen dürfen, dass das Leben nicht bloß aus einer rein biologischen Funktion besteht, die sich früher oder später einmal abnützt und erübrigt. Doch bleiben wir jetzt bei den Pflanzen und ihren Vorzügen. Die Brennnessel wirkt entwässernd und ausschwemmend. Das bedeutet, dass sie den Körper von innen her reinigt. Das Gänseblümchen kann ebenso als Helferin bezeichnet werden, wenn es gilt, das Blut sauber zu halten. Die Gundelrebe wiederum bringt eine stärkende und heilende Kraft in unseren Verdauungstrakt ein und besitzt eine hustenstillende Wirkung. Im Löwenzahn befinden sich wertvolle Bitterstoffe, die der Leber, der Galle und insbesondere der Bauchspeicheldrüse gut anstehen, um die Physis von Giftstoffen frei zu halten und die aufgenommene Nahrung gut zu verarbeiten. In der Schafgarbe finden wir einen krampflösenden und den Blutdruck regulierenden Partner, der vor allem auch die Frauen in mancher Unpässlichkeit unterstützen kann. Die Schlüsselblume stärkt Lunge, Herz und Nerven und besitzt eine leicht harntreibende Wirkung. Die Veilchen sind zu guter Letzt eine Hilfe für die Atemwege und ebenfalls nervenstärkend. Wie viele andere Kräuter sind auch sie vitaminhaltig. Die genannten sieben Kräuter lassen sich jeweils frisch verwenden und verarbeiten. In getrocknetem Zustand kann man sie mischen, um sie nach der lange überlieferten Weisung der Kräuterpfarrer-Tradition zu einem Tee aufzugießen.

Aufbauen und entgiften

Zu gleichen Teilen mischt man die getrockneten und zerkleinerten Blätter bzw. Blüten von Brennnessel, Gänseblümchen, Gundelrebe, Löwenzahn, Schafgarbe, Schlüsselblume und Wohlriechendem Veilchen. Davon nimmt man 2 Teelöffel und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Waser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse davon trinken. Konsequent 3 Wochen lang durchführen, um den Organismus zu entgiften und ihn gleichzeitig auf eine natürliche Art zu stärken. Die fertige Teemischung „Sieben Osterkräuter“ erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein/Thaya: Tel. 02844 7070, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop www.shop.kraeuterpfarrer.at

Kräutertee “žSieben Osterkräuter” ⓒ Foto: Reinhard Podolsky/mediadesign





Für Mund und Augen

Den Spitzwegerich nutzen

Hält jemand nach einer langen Phase seines Lebens Rückschau, so wird er oder sie die Höhen des Glücks sowie die Täler des oft unausweichlichen Leids überblicken können. Zu so einem Resümee werden meist auch die tragenden Fundamente dazugerechnet, die man als Stütze für die jeweils eigene Persönlichkeit benötigt hat. Und dabei fällt sicher nicht selten das Stichwort „Freundschaft“. Menschen, auf die man zählen kann und mit denen man sprichwörtlich Pferde stehlen kann, sind und bleiben ein äußerst wertvolles Geschenk. Im Pflanzenreich dürfen wir jedoch auch auf Individuen zählen, die uns Jahr für Jahr die Treue halten. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist sicherlich so ein Gewächs, dem wir einen derartigen Stellenwert zubilligen dürfen. Denn ihn kann im wahrsten Sinne des Wortes kaum etwas aus der Bahn werfen, da er mit Vorliebe entlang der Spurrinnen erdiger und sandiger Wege gedeiht. Es macht ihm einfach nichts aus, wenn das Erdreich durch Vorüberfahrende komprimiert und verdichtet wird. Sein wuschelkopfartiges Wurzelwerk schafft es, genau derartige Bodenverhältnisse für die darauf sitzende Pflanze aufzulockern und sie mit der notwendigen Feuchtigkeit zu versorgen. Gott sei Dank kennen sehr viele den Spitzwegerich, weil er im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten und deren Behandlung oft genannt wird. Die Heilwirkungen des bescheidenen und gleichzeitig starken Gewächses können wir als zusammenziehend, entzündungshemmend und schleimlösend bezeichnen. Sobald die frischen Blätter zu wachsen beginnen, sollte man diese an sauberen Stellen pflücken und im Schatten gründlich trocknen, um sie für die eigene häusliche Pflanzenapotheke einzulagern. Und es müssen übrigens nicht unbedingt ein Husten oder verschleimte Bronchien den Anlass geben, damit man auf den Spitzwegerich zurückgreift. Denken wir bloß an Infekte, die sich unerwünschter Weise in der Mundschleimhaut festsetzen. Darüber hinaus bereitet vielen ein geschwächtes Zahnfleisch manch Sorge. Genau dann ist es gut, den Spitzwegerich in greifbarer Nähe zu haben.

Ein Tee zum Spülen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern des Spitzwegerichs nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie in einem geeigneten Gefäß mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Danach 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen, bevor man den fertigen Tee abseiht. Bei Entzündungen im Mund- und Zahnfleischbereich eignet sich der Aufguss für regelmäßige Spülungen. Desgleichen dient er auch für öftere Waschungen bei Augenentzündungen. Dazu verwendet man den warmen Tee.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya