Aperitif selbst gemacht

Kümmel fördert die Verdauung

Schaut man in die Lebenskultur der verschiedenen Völker und Stämme, die bisher die Humangeschichte unseres Planeten geprägt haben, so können wir diverse Gemeinsamkeiten entdecken. Eine hierarchische Ordnung und Verfasstheit etwa, eine je eigene Weise, die Toten zu bestatten oder eben die Art, das tägliche und das außerordentliche Essen zu gestalten. Zu verschiedenen Anlässen hat man ein Mahl abgehalten. Die Aufnahme der Nahrung hatte und hat einen hohen Stellenwert. Mit dem Kümmel (Carum carvi) möchte auch ich mich heute der Fähigkeit zuwenden, wie wir mit Speisen umgehen. Und ein bisschen möge dabei auch die Kultur mitschwingen, die das Essen nicht bloß zu einer puren Nahrungsaufnahme herunterstuft, sondern durchaus zu einem Vollzug werden lässt, bei dem auch zwischenmenschliche und gesellschaftliche Komponenten mitschwingen. Aber vorerst zu dem Guten, das der Kümmel imstande ist, im Leib zu bewirken. Dieses Gewürzkorn birgt u. a. eine Menge an ätherischem Öl, das mithilft, die Drüsen rund um Magen, Leber und Darm zur Produktion ihrer Sekrete anzuregen. Ferner wissen wir, dass dieses Samenkorn eines zur Familie der Doldenblütler zählenden Gewächses imstande ist, Gärungsprozesse zu minimieren bzw. ganz zu unterbinden. Ähnlich wirken ja ebenso Anis und Fenchel. Um nun den Kümmel auf eine ganz eigene Weise aufzubereiten, so dass er in Form eines Aperitifs eingenommen werden kann, braucht es weder viele Zutaten noch eine komplizierte Vorgehensweise. Es ist lediglich ein bisschen Geduld angesagt, ehe man zum Genuss desselben schreiten kann. Wessen Verdauung gut funktioniert, der hat damit auch bessere Chancen, ein ausgeglichenes Gemüt zu bewahren. Und in der Folge wird man wiederum für die Mitmenschen im wahrsten Sinne des Wortes genießbarer. So möchte ich heute dazu einladen, ein altbewährtes Hausmittel selbst herzustellen.

Kümmel ansetzen

Eine leere Glasflasche füllt man zu einem Viertel mit Kümmelkörnern, die man zuvor in einem Mörser leicht angestampft hat. Den Rest ergänzt man mit einem guten Obstbrand oder Kornbrand. 4 Wochen in der Wärme stehen lassen und täglich einmal gut durchschütteln. Danach alles abseihen und zusätzlich filtrieren. Den fertigen Kümmelgeist lässt man am besten noch 3 Monate lang in einem Keller lagern, ehe man ihn verwendet. Geeignet als Aperitif zum Anregen des Appetits und zur Stärkung der Verdauung.

Carum carvi ⓒ wikimedia.commons





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