Kraftreserve in Blüten

Königskerze für Leib und Gemüt

Gleichbleibende Ausgewogenheit seiner selbst – das kennen wir wohl nur aus unseren Wunschvorstellungen. Gewiss werden die meisten von uns mit zunehmendem Alter gelassener, ein Stück mehr besonnen und dazu im Idealfall noch weise, doch bleiben wir in der Regel einem Auf und Ab unserer Stimmungen verhaftet. Das muss man einem von außen gar nicht ansehen, aber in der geschützten Kammer des Herzens kann es schon ganz anders sein. Da tut die Erkenntnis gut, dass Kräuter einiges abfangen bzw. fördern können. Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) etwa ist für mich eine Pflanze, die es versteht, mit ihrem aufrechten Wuchs gleichsam eine heitere Anmut auszustrahlen, die sich letztendlich allein schon beim Erblicken derselben auf den Betrachter überträgt. Und so freue ich mich, wenn ich die Königskerze Sommer für Sommer in Gärten und auf so manchen Arealen mit kargem Boden entdecken darf. Seit jeher hat man dieses Heilkraut in der Bevölkerung geschätzt und zum Wohle von Leib und Seele verwendet. Und aus diesem Erfahrungsschatz kommt mir ein Detail in den Sinn, das ich hier ausführen möchte. Die Königskerze liebt die Sonne und sammelt ihre Strahlen, um diese wiederum für ihr Wachstum und Gedeihen umzuwandeln. Übrigens enthalten die Pflanzenteile der Wollblume (ein anderer Name für die Königskerze) auch einen nicht zu geringen Anteil an Schleimstoffen und weiterer Substanzen, die entzündeten Atemwegen helfen, festsitzenden Schleim zu lösen und besser abhusten zu können. Die Königskerzenblüten, die voller Energie des Sommers stecken, wirken sich zudem im wahrsten Sinne erhellend auf das Gemüt aus. Nach längeren Spitalsaufenthalten oder langwierigen Krankheiten kann man sich dieses Vorteils ganz praktisch bedienen.

Suppenbeigabe

Um bei gedrückter Stimmung und Schwächezuständen in einer Zeit der Rekonvaleszenz wieder besser auf die Beine kommen zu können, gibt man beim Zubereiten einer Suppe als zusätzlichen Bestandteil pro Person 1 Esslöffel voll getrockneter Königskerzenblüten in den Kochtopf. Am besten serviert man dann die Suppe mit den Blüten, die man ruhig mitessen kann. Andernfalls seiht man sie extra vorher ab. Das stärkt die Physis und hebt eine niedergeschlagene Stimmung.

Großblütige Königskerze (Verbascum thapsiforme) oder Wollblume ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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