Griffbereit zum Ernten

Die Blütenblätter der Sonnenblumen

Feld um Feld verschwindet nun förmlich unter den Mähdreschern und untrüglich kündet die Getreideernte, dass der Hochsommer Einzug gehalten hat. Irgendwo erfüllt das gar nicht so wenige mit Wehmut, hat man sich doch erst an das Grün der Vegetation gewöhnt und letztendlich sollte die Zeit gerade in den Ferien nicht gar so rasch dahineilen. Trotzdem gibt es auch Versöhnliches. Wie schön ist es nämlich anzusehen, wenn sich vor den Augen die Sonnenblumen (Helianthus annuus) in Reih und Glied am Acker ausbreiten. Diese Pflanze findet sich ja oft zwischen den goldgelben Getreideäckern und sorgt dadurch für eine willkommene Abwechslung. Wenn auch die Landwirte, die diese Sonderkultur ziehen und ernten, den Ertrag aus den schalentragenden Körnern des Korbblütlers abschöpfen, so sind doch ebenso die Schönheit und die Erhabenheit dieses zierenden Gewächses von hohem Wert. Das wissen jene, die mit den Sonnenblumen lediglich kleine Flächen zwischen den Gemüsebeeten oder im Vorgarten bestücken. Wir dürfen uns eines Nutzens bedienen, der oft ganz übersehen wird. Denn solange die Sonnenblumen am Blühen sind, stehen uns die kranzförmig angeordneten Blütenblätter zur Verfügung. Ihre schmückende Eigenschaft ist nicht der einzige Vorteil dabei. Sie tun nämlich unserem Organismus wohl, wenn man sie dementsprechend aufbereitet und einsetzt. Jetzt noch kann die frische Ware zu diesem Zweck gute Dienste erweisen. Für später sollte man sich aber eine Reserve anlegen. Dies geschieht ganz einfach, indem man die goldgelbe Pracht behutsam abzupft und gründlich im Schatten trocknet. Danach bewahrt man am besten die getrocknete Ware vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf.

Blütenblätter aufbrühen

Die ganz entfalteten Blütenblätter kann man frisch von den Sonnenblumen ernten und damit im Heißaufguss einen Tee zubereiten. Dieser erweist sich für die oberen Atemwege als entzündungsmindernd. Darüber hinaus kann man den Tee auch bei Blähungen oder bei Durchfall trinken. Die getrockneten Blütenblätter der Sonnenblume wiederum kann man zu einem Pulver zerreiben und ebenfalls bei den letztgenannten Beschwerden in kleinen Mengen zu sich nehmen und etwas Wasser nachtrinken.

Sonnenblume ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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