Die Haut umsorgen

Die Wilde Karde nutzen

Warum kann mir das eine oder andere Kraut helfen? – Diese Frage ist besser geeignet, um sich einer Pflanze zu nähern, als zu sagen: Was nützt mir dieses Gewächs? Denn immerhin lässt es dem wurzelnden Geschöpf mehr Platz für Respekt und Achtung unsererseits. Andernfalls bestimmt zu sehr mein momentanes Bedürfnis den Wert eines Heilkrautes. Dabei kann man sehr leicht noch andere vorhandene Vorzüge übersehen. Wenn ich so meinen Blick in meinem Pfarrhofgarten schweifen lasse, dann fällt er unausweichlich auf einen stacheligen Gesellen, der sich dort sehr wohl fühlt: die Wilde Karde (Dipsacus fullonum). Diese Pflanze der Familie der Geißblattgewächse kann bis zu 2 Meter hoch werden. Im ersten Jahr bildet sich eine Grundrosette aus Blättern, erst im zweiten Jahr treiben verzweigte Blütenstängel. Auf den walzenförmigen Blütenständen schiebt sich von Juli bis August ein Kranz von kleinen violetten Blüten von unten nach oben. Die Schmetterlinge schaffen es mit ihren langen Rüsseln, an den darin verborgenen Nektar zu gelangen, um so mitzuhelfen, dass sich Samen bilden können. Die Blätter der Karde sind lanzettförmig und rau behaart. Werden die frisch blühenden Pflanzenteile von der Homöopathie gerne zum Herstellen von Präparaten verwendet, hat die Volksheilkunde mehr Erfahrung in der Verwendung der Wurzel der Karden. Diese werden im Herbst des ersten Wuchsjahres der anmutigen Schmuckpflanzen geerntet. Nachdem man sie ausgegraben hat, trocknet man die Wurzeln, um sie anschließend in zerkleinertem Zustand in gut verschlossenen Gefäßen aufzubewahren. Obwohl die Wilde Karde ein sehr wehrhaftes Äußeres besitzt, darf ich sie ruhig an meine Haut heranlassen. Dies ist vor allen dann ratsam, wenn sich Entzündungen einstellen oder Akne vorübergehend zum Problem wird.

Ein Tee für innen und außen

4 volle Esslöffel getrockneter und zerkleinerter Kardenwurzeln werden in 1 Liter kaltem Wasser zugestellt, 10 Minuten aufgekocht und abgeseiht. 1/4 Liter davon morgens auf nüchternen Magen trinken. Den Rest in eine Thermosflasche füllen und 1/4 Liter abends vor dem Schlafengehen einnehmen. Mit dem verbleibenden Tee wird bei Akne das ganze Gesicht bzw. entzündete Hautstellen gründlich und langsam gewaschen. Lauwarm nachwaschen und mit verdünnter Arnikatinktur einreiben.

Wilde Karde ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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