Der Magen als Adressat

Den Kren dorthin schicken

In unserer postmodernen Zeit stellt sich kaum mehr die Frage nach einer möglichst schnellen Übermittlung von Nachrichten. Wer noch kein Mobiltelefon oder keinen wie immer gearteten PC besitzt, bleibt schlichtweg auf der Strecke. Und dennoch haben es die Erdenbürger anscheinend immer noch nicht gelernt, was es heißt, menschengerecht miteinander zu kommunizieren. In der Pflanzenheilkunde stellen sich ähnliche Fragen wie beim Transport von Briefen und Paketen. Der Kren (Armoracia rusticana), dem man außerhalb der Grenzen Österreichs eher unter dem Namen Meerrettich kennt, ist ein äußerst scharfer Zeitgenosse, der jedoch viel wertvolle ätherische Öle in sich birgt, die wiederum unserer Gesundheit zu Diensten stehen können. Darüber hinaus finden sich in der Wurzel des Krens viel Vitamin C sowie wichtige Mineralstoffe. Nun, diese Tatsache alleine reicht noch nicht, um ihn auch nutzbringend zu verwenden. Gewiss ist er als Gewürz bzw. als Gemüse aus der traditionellen Küche unseres Landes kaum wegzudenken, inklusive aller Würstelstände auf heimischem Boden. Und dennoch wissen nur wenige mit ihm mehr anzufangen, als ihn zu reiben und als Beigabe auf den Teller und in den Topf zu geben. Generell dürfen wir festhalten, dass über die Verdauung der gesamte Organismus sehr wohl vom Verzehr des Krens profitiert. Aber es ist auch möglich, die gute Wirkung der scharfen Wurzel ganz gezielt an einzelne Organe, wie z. B. den Magen zu „verschicken“. Der Verdauungsmuskel des Menschen hat ohnehin tagaus und tagein eine Menge aufzunehmen und weiterzugeben, so dass er damit manchmal überfordert sein kann. Hin und wieder äußert sich das in Geschwüren, die ihre unangenehmen Folgen zeitigen. Gerade dann ermuntert ihn ein gesunder Gruß!

Kren-Wein für den Magen:

So wird er angerichtet: 50 g frisch gerissener Kren wird in 1 Liter Weißwein in einem nicht zu warmen Raum 8 Tage lang angesetzt. Danach einfach abseihen und kühl im Dunkeln lagern. Leidet jemand z. B. unter Magengeschwüren, so kann man vom Kren-Wein neben der ärztlichen Therapie dieses Übels pro Tag in der Früh und am Abend je ein Gläschen davon trinken und so die wertvolle Wirkung des Krens direkt an den Krankheitsherd bringen. Bei jeglicher Art von Alkoholunverträglichkeit ist jedoch darauf zu verzichten!


Kren oder Meerrettich ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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