Winter und Depressionen

Die Hagebutte bringt einen Lichtblick

Ein Szenario, das eigentlich nicht verwunderlich ist: Wolken, Nebel, Schnee und Regen. Das hat der Winter nun einmal an sich. Wenn früher auch der Boden für längere Zeit gefroren war, müssen wir uns anscheinend darauf einstellen, mit weicherem Untergrund in Folge fehlenden Frostes zurechtzukommen. Aufgrund einer meist geschlossenen Wolkendecke drückt dieses Wetter jedoch auf das Gemüt. Die kalte Jahreszeit erscheint bildlich gesprochen wie ein Hohlweg ohne ergiebige Aussicht. In natura wächst aber oberhalb einer eingefurchten Fahrrinne inmitten der Hügel so manch wertvolles Gewächs. Dazu zählt auf jeden Fall die Hundsrose (Rosa canina), die eine hohe Bedeutung in sich birgt, wenn von Naturheilkunde die Rede ist. Ihre Früchte sind ohnehin den meisten unter der Bezeichnung Hagebutte oder Hetscherl ein Begriff. Manche von ihnen haben es bis jetzt geschafft, noch auf den Zweigen der stacheligen Büsche zu bleiben. Die meisten aber wurden schon geerntet oder von hungrigem Vogelvolk als willkommener Leckerbissen verzehrt. Der Instinkt unserer gefiederten Freunde aus dem Reich der Fauna geht sicher nicht irr. Denn in den Hagebutten verbirgt sich nicht nur eine hohes Maß am Vitamin C, sondern auch Mineralstoffe, Fruchtsäuren und nicht zuletzt in den Kernen die bekannte Geschmackssubstanz Vanillin. Alles in allem haben Hagebutten eine immunstärkende Wirkung auf unseren Organismus. Darüber hinaus geben sie unserem Gemüt einen angenehmen Schubs, um aus so manchem Hohlweg einer winterlich bedingten Gemütsverfinsterung herauszukommen. Doch auch außerhalb dieser kalten Monate kann man immer wieder auf die Hetscherl zurückgreifen.

Gemütserheller Hagebutten-Tee:

2 Teelöffel voll getrockneter, zerstoßener Hagebuttenfrüchte gibt man in 1/4 Liter bereits kochendes Wasser und lässt dieses noch ein wenig aufwallen. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und zuletzt durch einen Papierfilter gießen. Damit vermeidet man, dass die feinen Härchen, die auf den Kernen der Hagebutten drauf sind, den Hals und den Kehlkopf reizen. Mit ein wenig Honig samt frisch gepresstem Zitronensaft abschmecken. Am besten 3-mal am Tag eine Schale voll davon trinken, um so das Gemüt zu heben und durch die Kraft der Hagebutte Licht in den grauen Alltag zu bringen.

Hagebuttenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya3

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