Blütenpracht und guter Duft

Der Flieder erfreut Auge und Leib

Gehen Sie gern zu einem Konzert? Also ich tue das sehr gern. Jahrelang durfte ich selbst in einem Chor singen. So weiß ich, was es bedeuten kann, durch stimmige Töne Vielfaches zum Ausdruck zu bringen. Im Orchester wiederum besitzt jedes Instrument eine eigene Klangfarbe, die dazu dient, ein Ereignis oder ein Geheimnis dementsprechend zu „untermalen“. Der Flieder gehört nun bereits zu den dominierenden Sträuchern, die unsere Gärten und Parks zieren. Wenn die blütentragenden Äste im Wind hin und her wiegen, fühlt man sich an die Wellen eines Sees erinnert, die durch die bewegte Luft nach und nach ans Ufer wandern. Das Staunen ist das eine, das Nutzen das andere. Unzählige Heilpflanzen lassen sich für den Rest des Jahres durch Trocknen konservieren. Dazu zählen auch die Fliederblüten. Im Lauf der Geschichte lernten die Bewohner Mitteleuropas den duftenden Maienstrauch immer mehr zu schätzen. Die Mauren brachten ihn im Mittelalter nach Spanien. Ab dem 16. Jahrhundert verbreitete er sich zusehends über den ganzen Kontinent und über das britische Festland. Botanisch betrachtet zählt der Flieder zu den Ölbaumgewächsen (Oleaceae). Mit ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl kann man sich den Flieder auch über Jahre so zurechtschneiden, dass ein kleiner Baum daraus wird, der solitär im Garten oder am Zaun platziert einen richtigen Blickfang abgeben kann, wenn er in voller Blüte steht. Es zahlt sich auf jeden Fall aus, im Garten selbst die Flora liebevoll zu gestalten. Wer nicht das Talent besitzt, auf dem Notenblatt eine eigene Komposition niederzuschreiben, der kann sich auf jeden Fall drübertrauen, im grünen Reich vor der Haustür eine jedes Jahr neu erscheinende „Melodie“ aus Blüten und Pflanzen aufscheinen zu lassen.

Flieder als Magentonikum:

Die voll entfalteten Fliederblüten werden von der Rispe gezupft und rasch an einem schattigen Platz getrocknet, damit sie ihre Farbe nicht verlieren. Durch die in ihnen gespeicherten Bitterstoffe unterstützen sie die Verdauung. Der Tee, der im Heißaufguss zubereitet wird, kann dann ab und zu getrunken werden, jedoch nie mehr als 3 Tassen pro Tag.

Fliederzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Kommentare geschlossen.