Kleine Sticheleien

Durchaus gesund für die Kopfhaut

Unlängst unterhielt ich mich mit meinem Abt Michael über dessen botanische Vorlieben. Als Freund Griechenlands stehen ihm die Zypressen sehr nahe. Nun, schaut man in unserem Waldviertler Stift Geras aus dem Fenster, sind weit und breit keine Zypressen in Sicht. Das liegt natürlich am Klima, das von vielen Nicht-Waldviertlern als sibirisch, von den Gebürtigen dieser liebenswerten Region als frisch und etwas rau bezeichnet wird. Für die schlanken Säulenzypressen ist das böhmische Massiv wahrlich nicht der idealste Standort. In den Gärten kann man der Sehnsucht nach Zypressen ein bisschen Abhilfe schaffen, indem man die eine oder andere Art von Scheinzypressen aus Nordamerika oder dem Fernen Osten als zierendes Element pflanzt. Zum Erstaunen vieler gibt es aber dennoch ein Zypressengewächs, das durchaus auch im Waldviertel daheim ist und um das sich zu wissen lohnt. Wer das Grab des verstorbenen Chorherren und Kräuterpfarrers Hermann-Josef Weidinger am Konventfriedhof besucht, sieht ein Exemplar davon direkt neben dem Grabkreuz in einer geschützten Mauerecke stehen: einen Wacholderbaum. Mit seinem stechenden Nadelgewand ist dieser immergrüne Freund gut ausgestattet und hält auch den witterungsmäßigen Unbilden des mitteleuropäischen Bereichs stand. Auf kargen Böden kommt er gut zurecht und kann längere Trockenperioden überdauern. Die blauen Beerenzapfen sind als Gewürz hinlänglich bekannt und beliebt. In diesen sind auch wertvolle ätherische Öle enthalten, die nicht nur über die Verdauung aufgenommen werden können. Die Haare auf dem Kopf verdienen ebenfalls eine Pflege mit den durchaus wirkkräftigen Inhaltsstoffen des Wacholders.

Wacholderbeeren-Wasser:

Zur Herstellung nimmt man am besten 75 g Wacholderbeeren, zerdrückt diese und setzt sie über Nacht in einem 3/4 Liter Wasser kalt an. In der Frühe dann 10 Minuten lang aufkochen. Abkühlen lassen und in eine Literflasche gießen. Mit Ansatzalkohol den restlichen Inhaltsraum auffüllen. Damit ist eine Lotion gewonnen worden, mit der man täglich den Haarboden am Kopf massieren und die Durchblutung fördern kann.

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