Diskussion um Pestizide

Umdenken in der Praxis

Als Kleiner hat man es leicht, auf die Großen zu schimpfen. Aus der Anonymität einer selbst geschmiedeten und zurechtgelegten Gerechtigkeit lässt es sich leicht auf andere feuern. Mir ist auch vieles zuwider, was im Bereich der groß angelegten Kultur von Pflanzen und Tieren passiert. Wenn nun die Bienen vom jahrelangen Verwenden der schädlingsbekämpfenden Pestizide einen Schaden davontragen, kassieren sie gleichsam die Rechnung vom Fehlverhalten oder von der Unwissenheit gar Vieler und nicht nur einiger Weniger. Damit im missachtenden Umgang mit der uns anvertrauten Natur etwas zum Positiven gesteuert werden kann, braucht es das jeweilige persönliche Umdenken und Handeln. Die Behauptung: „Das wird ja nicht so schlimm sein!“ öffnet gerade dem Verwenden schädlicher Substanzen im eigenen Garten Tür und Tor. Seien wir ehrlich: da machen wir doch alle zu einem großen Prozentsatz mit. Heute möchte ich daher daran erinnern, dass die Pflanzen selbst die Kraft haben, ihren Artgenossen zu helfen. Man muss nur dementsprechend Bescheid darum wissen. Ein Dauerthema für den Hobbygärtner ist z. B. der Mehltau. Mit ein wenig Zeit und Geduld lässt sich das Zinnkraut – oder besser bekannt als Acker-Schachtelhalm – so ansetzen, dass damit ein Spritzmittel hergestellt werden kann, das keine künstliche Chemie benötigt. So leicht kann es gehen, Schädlingsbekämpfung und Rücksicht auf den Kreislauf der Natur unter einen Hut zu bringen.

Bio-Spritzmittel gegen Mehltau:

Man nehme 70 g getrocknetes und zerkleinertes Zinnkraut und setzte dieses in 2 Liter kaltem Wasser 3 Stunden lang an. Danach den Ansatz noch 30 Minuten leicht köcheln lassen. Zum Schluss wird alles abgeseiht, gefiltert und nach dem Auskühlen verwendet. Am besten besprüht man die befallenen Blumen oder das Gemüse bei praller Sonne damit. Den Vorgang öfters wiederholen. Die im Schachtelhalm enthaltene Kieselsäure tut dann ihre Wirkung.

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