Fruchtbar bleiben

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Im Psalm 85 des Alten Testamentes der Bibel finden wir den Vers: „Der Herr spendet seinen Segen, und die Erde bringt ihre Frucht hervor.“ Für uns heutige Mitteleuropäer sind darin zwei wichtige Begriffe enthalten, die wir einerseits kaum in Frage stellen, die andererseits aber oft vermisst oder in weite Ferne gerückt scheinen. Wenn wir den Segen einmal näher betrachten, so bedeutet er so viel wie eine bedingungslose Zusage Gottes zu uns Menschen. Das lateinische Wort benedicere (= segnen) heißt wörtlich übersetzt „Gutes sagen“. Wenn also Gott hinter mir steht, liegt gleichzeitig die Zukunft vor mir. Das lässt mich persönlich auch fruchtbar und für andere dienstbereit werden. Unser Kontinent braucht meiner Meinung nichts dringender als physische und geistige Fruchtbarkeit. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) am Wegesrand und mitten auf der Wiese bildet einen Blütenschirm aus, der mit seinen weiß bis hell rosa gefärbten Blüten froh nach der Sonne Ausschau hält und nach unten hin den Schutz Gottes verkörpert. Die feinnervig geformten Blätter wiederum sind ein Symbol für die oft so notwendige Sensibilität, die uns denkenden Zweibeinern das Richtige zur rechten Zeit tun oder lassen hilft. Schwester Schaftgarbe, hilf uns allen, zum Leben in allumfassender Weise in diesem Advent „Ja“ zu sagen.

Schafgarbe als Gewürz:

Gesundheitsförderndes lässt sich auch beim Genießen einbringen. Die Schafgarbe, die sich u. a. positiv auf alle Bereiche der menschlichen Fortpflanzung auswirkt, kann man ebenso als Gewürz verwenden. Besonders bei fetten Speisen, wie z. B. Gänsebraten, Wurstwaren oder Eintopfgerichten, sollte der bittere Korbblütler „mit an Bord sein“. Die Schafgarbe verbreitet dabei nicht nur ihr feinherbes Aroma, sondern fördert gleichzeitig die Verdauung.

Schafgarbe

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Worin sich der Himmel spiegelt

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Unter den wertvollen Paramenten, die unser altehrwürdiges Kloster Geras seit der Barockzeit ihr Eigen nennen darf, gibt es einen ganz besonderen Ornat. Er stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist mit Garben aus Getreide und mit Kornblumen bestickt. Oft habe ich mich schon gefragt, was denn diese Blumen in der Symbolsprache bedeuten würden. Abgesehen davon, dass die Kornblume (Centaurea cyanus) im 19. bzw. 20. Jahrhundert manch unheilvollen nationalistischen Bewegungen als Erkennungszeichen diente, steht der himmelblaue Korbblütler aber vor allem für die Abwehr des Bösen, für Jesus Christus und für die Gottesmutter Maria. Heute wird in Österreich der Tag des geheimnisvollen Beginns des irdischen Lebens der Jungfrau aus Nazareth gefeiert. Wie bei einem klaren Tropfen reinsten Wassers hat sich das Licht Gottes und der Himmel in ihr und auf ihr gespiegelt. Das heißt konkret, dass Maria das Göttliche nicht nur für sich selbst beansprucht hat, sondern es in einer nie zuvor gekannten Fülle auch weitergegeben hat. Sie hat uns durch die Geburt des Erlösers und einzigen Mittlers Jesus Christus einen Zugang zum Himmel geöffnet. Den reinen und wolkenlosen Himmel symbolisiert auch die Kornblume, die mir heute mitten im Winter zulächelt.

Kornblume als Heilpflanze:

In ihrer Wirkung gilt die getrocknete Droge der Kornblumenblüten als leicht harntreibend, zudem als appetitanregend, verdauungsfördernd und blutreinigend. Die Kornblume enthält nämlich den blauen Farbstoff Cyanin (wodurch sie als Schmuckdroge zum Färben von Teemischungen herangezogen wird), den Bitterstoff Centaurein, Gerbstoffe und Schleim.

Kornblume

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Der kahle Eichenbaum

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Qualität, Robustheit, Dauerhaftigkeit, Erhabenheit: Sind das nicht Begriffe, die wir mit dem Baum bzw. dem Holz einer Eiche verbinden? Von daher mutet es vielleicht seltsam an, wenn in der lieblichen und von mancher Gefühlsduselei übertünchten Adventszeit der Kräuterpfarrer anscheinend die Romantik stört. Wenn es auch vermeintlich ein Kampf gegen Windmühlen ist, möchte ich es dennoch nicht unterlassen, dazu aufzurufen, die heilige Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest weder dem Kitsch noch einer rücksichtslosen Konsumwelle zu überlassen. So wirft der Blick auf eine Eiche durchaus eine herausfordernde Alternative zu Punschständen und Vanillekipferln ab. Menschen, die sich mit Eichenbäumen geistig verwandt fühlen oder im Sinnbild der Eiche (21. März) geboren wurden, sind beharrlich. Sie haben ein großes Durchhaltevermögen, in das aber auch gleichzeitig die Fähigkeit zum Lernen integriert ist. Ich denke mir, dass gerade diese Tugenden wichtig sind, damit sich etwas auf der Welt ändert. Auf welche Art oder Weise würden wir denn heute sonst dem Herrgott auf der Erde eine Ankunft vorbereiten, wenn er – rein hypothetisch gedacht – heute vorhätte, einer von uns und daher Mensch zu werden? Ist es nicht so, dass wir leider oft genug Mitmenschen begegnen, die nach dem Motto leben: „Hinter mir die Sintflut!“? Bei Jesus hieß es auf jeden Fall: nach mir das Leben. Wenn ich über die alten Stufen aus Eichenholz in meinem Pfarrhof ein Stockwerk höher steige, trägt mich das Holz der Eichen immer noch, trotzdem sie lange schon gefällt wurden.

Magengeschwüre auskurieren:

Das Jahr über kann man von kleinen Eichenzweigen die Rinde abschälen, trocknen und aufbewahren. Von der getrockneten und zerkleinerten Droge nimmt man 2 schwache Teelöffel voll und setzt diese 1 Stunde lang in 1/4 Liter kaltem Wasser an. Dann kurz aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Öfters diesen Tee bei Magengeschwüren schluckweise trinken.

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde

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Die Blaumeise am Futterhäuschen

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Rechtzeitig zum Wintereinbruch haben schon viele die Futterhäschen für die Standvögel in unserer Heimat vorbereitet und gefüllt. Ein reges Treiben spielt sich da oft direkt vor den Fenstern unserer Wohnungen ab, und es ist einfach eine Freude, den kleinen gefiederten Freunden bei der Nahrungsaufnahme zuzuschauen. Ganz entzückend sind z. B. die Blaumeisen zu beobachten, die in ihrer Farbe und Gestalt auch im adulten Stadium etwas vom so genannten Kindchenschema behalten. Sie animieren uns daher allein schon durch ihr Aussehen, stets eine gute Gabe für die Wintervögel bereit zu haben. Darin kann unter anderem auch ein Dankeschön zum Ausdruck kommen, das den kleinen Meisen zusammen mit ihren verwandten Arten gebührt. Den ganzen Sommer über fällt es nämlich kaum auf, welch wertvolle Arbeit von den geflügelten Kobolden verrichtet wird. Sie sollten einmal aufmerksam zusehen, wenn die Baumkronen der verschiedensten Bäume von den Blaumeisen regelrecht durchkämmt werden, um diese von Raupen, Wanzen und vor allem unzähligen Blattläusen zu befreien. Was viele von uns wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen können, ist die Tatsache, dass selbst Spinnen in den Augen der Meisen eine Delikatesse darstellen. Wenn in den gegenwärtigen Zeiten die Vernunft immer mehr Platz greift, indem auf Pestizide in unseren Gärten und auf unseren Feldern größtenteils verzichtet wird, so bedeutet das gleichzeitig einen reicher gedeckten Tisch für unsere Vogelwelt, die ohnehin besser als jedes chemische Mittel arbeitet. Liebe Blaumeise, hilf uns also, besser mit der Schöpfung in Verbindung zu treten!

Winterfutter vor dem Fenster:

Sonnenblumenkerne sind die Nummer 1 unter allen angebotenen Sorten. Für Weichfresser wie z. B. Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig und Star sind vor allem Haferflocken, Rosinen, Mohn und Kleie als Futter geeignet. Grundsätzlich gilt ein Ablaufdatum auch für diese Produkte. Man soll also den Vögeln niemals gesalzene oder verdorbene Nahrung anbieten. Unsere gefiederten Freunde sind keine Müllschlucker.

Blaumeisen

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Respekt und Furcht

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Um die Weihnachtsbäckerei herzustellen, braucht es einige Zutaten. Genauso verhält es sich mit unserem Herzen, das sich für Gott und die Menschen am Weihnachtsfest ein Stück weit öffnen darf. Wie in einem Gewürzladen stehe ich nun vor einem Regal voller Eigenschaften und Zuständen und frage mich, wie ich mit dem Vorhandenen umgehen soll. Da gibt es als erstes den Respekt. Das ist ein seelisches Gewürz, mit dem ich ohne Bedenken jeden Tag versehen kann. Die vielen kleinen Dinge um mich herum verdienen den Respekt. Ja, bei genauerem Hinsehen finde ich vieles großartig. Ich bewundere die mannigfaltigen Zusammenhänge, in denen alles auf Erden steht. In einer geheimnisvollen Weise ist jedes Detail auf dieser Welt abhängig vom anderen. Nichts steht isoliert da. Die Furcht wiederum verdient nichts und niemand. Jeder Mensch hat nur so viel Macht über mich, soweit ich ihm diese zubillige. Es ist vielleicht besser, die Furcht, die mich einengt, mit Hilfe der Vernunft in die Vorsicht umzuwandeln. So kann ich behutsam einen Schritt um den anderen in meinem Leben setzen. Die Erfahrung und die Weisheit wachsen dann in gleichem Maße Tag für Tag. Es ist einfach nicht unwesentlich, welches geistige „Gewürz“ ich dem Leben hinzufüge, wenn ich möchte, dass es dementsprechend schmeckt und Lust auf mehr macht.

Advent mit Zimt und Gewürznelken:

Auf der Suche nach einem einfachen und gesunden Abendessen soll ich den Freund Apfel nicht vergessen. Den kann man so einfach dünsten und als Kompott anrichten. Zimtrinde als Zutat stärkt den Magen samt dem vegetativen Nervensystem. Für die gesamte Verdauung leisten wiederum die beigefügten Gewürznelken einen wertvollen Beitrag.

Zimt und Gewürznelke

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Der blühende Kirschbaum

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Pflanzen haben einen Nutzen für mich. Sie sind schön, sie schenken mir Sauerstoff und sie nähren mich. Sie haben aber zudem auch noch einen Sinn, der durch ihre Beschaffenheit in einer je eigenen Sprache von mir wahrgenommen werden kann. Seit alters her ist es Sitte, am heutigen Tag, der dem Gedenken der heiligen Barbara gewidmet ist, von einem Kirschbaum ein paar Zweige abzuschneiden, um sie dann in einer Vase in der warmen Stube am Fenster stehen zu lassen, damit diese bis zum Weihnachtsfest hin aufblühen. Da diese weißen Blüten aber nicht mit einer Biene in Berührung kommen, kann keine Frucht aus ihnen reifen. Dennoch schenken sie Freude und Hoffnung. Und das hilft mir wiederum weiter, um für andere verständnisvoll und hilfsbereit da zu sein. Wenn der Kirschbaum im späten Frühjahr blüht, scheint er seine Blütenpracht geradezu verschwenderisch über seine Krone auszubreiten. Ein Bruchteil davon wird dann zu köstlichen Kirschen, die unseren Gaumen erfreuen. Verhält es sich nicht auch so mit unserer Liebe, die wir herschenken? Ja, mit ihr brauchen wir nicht allzu knausrig sein. Echte und beständige Liebe ist ohnehin Mangelware auf dieser Welt. Wen wundert‘s dann, wenn sich kaum was ändert um uns herum?

Ein Rezept für den kommenden Frühling:

Zur Zeit der Kirschblüte nimmt man ein paar Hände voll frisch gepflückter Blüten vom Kirschbaum und überbrüht sie mit einem 3/4 Liter kochendem Wasser. Bis zum Erkalten ziehen lassen und dann abseihen. 1/2 Liter hochprozentigen Alkohol dazugeben und 14 Tage in einem gläsernen Gefäß ins sonnige Fenster stellen. Das gewonnene Quantum wird dann dunkel und kühl gelagert. Es reicht für Bäder mit einer Wassertemperatur von ca. 36 °C. Den Ansatz erst dem Wasser beimengen, wenn man schon darin sitzt. Dieses Bad verbessert die Hautstruktur und somit das Aussehen.

Kirschen Knospen Blüten und Früchte

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Erinnerung an den Sommer

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gibt einige „Werkzeuge“, um sich den Weg ins Leben zu bahnen. Dazu gehören unter anderem meine Talente, meine Herkunft und Familie und meine schulische, handwerkliche oder universitäre Ausbildung. In allen Phasen meines Daseins und Reifens brauche ich aber gleichsam als Grundinstrument den Willen. Dieser kann sich aber nur entwickeln, wenn ich eine gewisse Treue zu verschiedenen Entscheidungen vorgelebt bekomme. Erst dann kann ich mit der je größer werdenden Freiheit auch dementsprechend umgehen. Meines bescheidenen Erachtens verwechseln immer mehr Zeitgenossen die Freiheit mit Willkür, die immense Zentrifugalkräfte entwickeln kann. Bewusst oder unbewusst leiden wir alle bereits unter den Folgen in kleinen und großen gesellschaftlichen Einheiten. Wer krank ist, muss zuerst seinen Willen voranstellen, um in den Genesungsprozess überhaupt eintreten zu können. Die große Frau des Advents ist Maria. Sie hat mit ihrem freien Willen die Tür zum Heil aufgemacht, indem sie sich für Gott entschieden hat. Ihr Wort: „Dein Wille geschehe!“ ist alles andere als eine Kapitulation. Es war Voraussetzung, dass Gott respektvoll seine aus Liebe geschaffene Welt betreten und Mensch werden konnte. Wenn ich an den getrockneten Lavendelblüten des letzten Sommers rieche, erinnere ich mich gern an die schönen Zeiten. Mit einer Brise des angenehmen Duftes wird mir ganz warm ums Herz und die Sonne geht in meinem Innern auf, egal, wie das Wetter draußen ist. Das wiederum hilft mir, leichter „Ja“ zum Guten zu sagen und auch etwas dafür zu tun.

Tee aus Lavendelblüten:

Morgens und abends dürfen vor allem Menschen, die gemütvoll und empfindsam sind, 1 Schale dieses Tees trinken. Die Witterung und die Termine vor Weihnachten fordern ja einiges von uns ab. Daher ist es nicht schlecht, gerade im Advent drei Wochen lang eine derartige Kur mit Tee aus Lavendelblüten durchzuführen.

Lavendelblütentee in Schale

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Der Esel Balduin

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gab Heilige, die mit den Tieren sprachen und der Schöpfung eine Predigt hielten. Die prominentesten Vertreter sind hierin wohl der heilige Franziskus und der heilige Antonius von Padua. Angeregt durch diese Vorbilder des christlich umgesetzten Glaubens möchte ich ab heute versuchen, Details der Sprache in der belebten Natur zu nutzen, um mit meinen Lesern auf Weihnachten zuzugehen. Es ist vielleicht ein wenig verwegen, in dieser Weise die Türen des Glaubens (vgl. das Apostolische Schreiben Papst Benedikts XVI. zum Jahr des Glaubens „Porta fidei“) gleich einem Adventkalender zu öffnen. Dennoch möchte ich das probieren. Mein erster Helfer ist der Esel Balduin. Heute darf er im Naturpark Geras als „Regent“ des Streichelzoos alle Besucher begrüßen. Dereinst aber wurde er liebevoll von der gräflichen Familie Gudenus in Waidhofen an der Thaya betreut. Bis heute hat er nichts an Stimmgewalt verloren, wenn er sein frohes oder manchmal auch protestierendes „Iih-Aah“ erschallen lässt. Ein Esel ist ein weises und intelligentes Lasttier, das genau weiß, wann es genug ist. So will ich meinem langohrigen Freund bildhaft jeden Tag eine Erkenntnis mehr aufladen, bis wir an der erleuchteten Krippe des Weihnachtsfestes ankommen.

Knoblauch für Haustiere:

Wenn man dem Huftier einmal in der Woche ein wenig rohen Knoblauch verabreicht, reinigt das seinen Darm. Doch zurück zum geistigen Inhalt des Langohrs: Das sogenannte „Störrisch-Sein“ hat beim Esel eine guten Grund. Er spürt instinktiv, wann es ihm wortwörtlich reicht. Leider brauchen wir als wache Menschen das aufmerksame Hirn, um unseren Körper und unsere Seele vor Überforderung zu schützen. Genau in diesem Sinne aber dürfen wir ruhig öfters ein Esel sein! Ihnen allen einen gesegneten ersten Adventsonntag!

Esel Balduin im Naturpark Geras

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Eine Zeit geht zu Ende

Heute endet das Kirchenjahr

Sang- und klanglos vollzieht sich an diesem Samstag der Abschluss des liturgischen Jahres der römisch-katholischen Kirche. In dieser Gemeinschaft des Glaubens ist wie auch in den anderen Kirchen des Ostens und Westens die Zeitrechnung gegenüber dem profanen Kalender etwas verschoben. So war der vergangene Sonntag der Tatsache gewidmet, dass Christus ein König ist, der wiederkommen wird. Morgen beginnt der neue Zyklus des Heils durch die Feier der frohen Erwartung des Geburtsfestes Christi. An und für sich sind das ja Banalitäten, die ich da schildere, doch stelle ich immer wieder neu fest, dass selbst geringstes Wissen über das Kirchenjahr gleichsam im Handumdrehen verdunstet ist. Leider ist viel zu wenigen bewusst, dass damit gleichzeitig auch der wichtigste Bestandteil einer gesunden Identität verlorengegangen ist. Wie auch immer, jedes Mal wenn eine Frist oder eine Zeit zu Ende geht, heißt es loszulassen. Nicht immer gelingt uns das im jeweils geforderten Maß. Gottlob hat die Natur vorgesorgt, um uns ganz sanft und unaufdringlich die nötige Hilfe anzubieten, um gelassener zu werden. Spontan fällt mir da das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) ein. Otto von Brunfels (1488 – 1534), ein gelehrter Theologe und Mediziner, hat einmal über dieses Kraut, das er noch „Genserich“ nennt, geschrieben: „Die Glyder damit gerieben kräftiget und stärket sie. Strecket das Hirn und reinigt es.“ Vielleicht ist es ja nicht das Schlechteste, heute die Glieder bewusst eine Weile ruhen zu lassen und unnötige Gedanken aus dem Hirn zu verbannen.

Krampf-Milch trinken:

In 1/2 Liter Milch gibt man 3 Esslöffel voll Gänsefingerkraut und 1 Esslöffel voll Kümmel. Der Ansatz wird dann gut erwärmt. Anschließend abseihen und 1/4 Liter davon gleich am Morgen trinken, den Rest über den Tag verteilt. Dieser Trunk kann schmerzhafte Wadenkrämpfe mindern helfen.

Gänsefingerkraut

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