Ausschau halten

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Das Waldviertler Land liegt weit ausgebreitet vor mir. Ich genieße es, über die weiten Flächen Richtung Mähren zu blicken. Ganz bescheiden ducken sich die einzelnen Dörfer in die Mulden, da unsere Altvorderen sehr wohl wussten, dass der kalte Wind den Häusern keinesfalls gut tut und durchziehende kriegerische Heere nicht schon von weitem die Aussicht auf Beute präsentiert bekommen sollten. Wie wichtig war es daher gerade in unruhigen Zeiten, Wachposten zu haben, die von einem erhöhten Punkt aus das Nahen einer schlecht gesonnenen Gruppe meldeten. Ich kenn da jemand, die in guter Absicht aufs Dach steigt, um dort an einem sonnigen Platz mit dem zufrieden zu sein, was der eine oder andere Niederschlag an Feuchtigkeit mit sich bringt. Meine besagte Freundin heißt Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum). Bei meinen Großeltern am Bauernhof war ein ganz großes Knäuel an Blattrosetten auf einem niedrigen Stalldach direkt auf den Ziegeln zu Hause. Ab und zu wurde davon ein Blatt abgebrochen, um es zum Bekämpfen von Warzen zu gebrauchen. Jetzt vor Weihnachten soll mir die Hauswurz dabei helfen, auch in Bescheidenheit mein Leben dafür zu verwenden, um hoffnungsvoll nach dem Ausschau zu halten, was vom Himmel kommt. Beim Dickblattgewächs ist das der Regen und bei mir als Gläubigen die sich immer neu offenbarende Liebe und Herrlichkeit Gottes.

Bevor die Zähne kommen:

Jedes Kind ist ein Geschenk des Himmels. Das erste Lächeln eines putzigen Erdenbürgers entschädigt die Eltern für viele durchwachte und schlafarme Nächte. Schon gestern war vom Zahnen die Rede. Aus den Blättern der Dach-Hauswurz kann man einen Ölauszug herstellen, der übrigens auch im Naturladen in Karlstein/Thaya erhältlich ist. Mit diesem Hauswurzöl werden bereits vorbeugend die Zahnfleischpartien des Kleinkindes 2-mal täglich einmassiert, an denen die ersten Zähne durchstoßen werden. Auch äußerlich kann man das Kinn damit einreiben, um es nach einigen Stunden mit Kamillentee abzuwaschen.

Dach-Hauswurz

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

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