Auf die Wurzel kommt’s an

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Überall gibt es jetzt Adventkränze. Dieser ursprünglich protestantische Brauch ist rund um den Erdball zur Selbstverständlichkeit geworden. Oft wird jedoch dieser grüne Reif aus Nadelholzzweigen zum schmückenden Accessoire degradiert. In einer meiner Pfarrkirchen habe ich deshalb seit Jahren eine alte Fichtenwurzel aufgestellt, die mit vier Kerzen geschmückt den Gläubigen Sonntag für Sonntag den Weg zur Krippe weist. Ein Wurzelstock ist gerade für Botaniker ein starkes und aussagekräftiges Zeichen. Ohne eine dementsprechende Verankerung im Erdreich kann kaum eine Pflanze auf unserem Planeten existieren. Ich mag vor allem jene Pflanzen sehr gerne, die mit einer kräftigen Wurzel den Untergrund erobern und selbst so manchen Stein in kaum zugetrauter Zähigkeit zur Seite schieben. Eine ganz besondere Freundin meinerseits ist die Wegwarte (Cichorium intybus). Sie schafft es, selbst auf den unwirtlichsten Böden am Straßenrand Fuß zu fassen und unbeeindruckt von Verkehr, Abgasen und Staub Tag für Tag neue Blüten zu treiben. Sie hält beständig nach der Sonne Ausschau und bezieht gleich uns Menschen vom Licht die Kraft für ihre Existenz. Jetzt im Advent hilft mir die Erinnerung an die Wegwarte, mit Wachsamkeit nach dem Guten zu suchen und mit beständigem Vertrauen auf Gottes Vorsehung durch den Glauben eine feste Wurzel im Geiste auszubilden, die mir Halt und Identität verleiht.

Gefühle und Sorgen verarbeiten:

Viele Gedanken und Grübeleien rauben uns in so mancher Nacht den Schlaf. Um diesem unangenehmen Zustand zu wehren, kann man auch die Hilfe der Wegwarte in Anspruch nehmen. Dazu werden 10 g Wegwarte-Wurzel fein geschnitten und in 1/4 Liter kaltem Wasser 1 Stunde lang angesetzt. Dann kurz aufkochen, abseihen und trinken. Das ist gerade am Abend zu empfehlen.

Wegwarte

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

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