Manche Kräuter muss man einfrieren

Der Borretsch zählt dazu

Immer wieder werde ich gefragt, wie man Heilkräuter haltbar machen kann. In den meisten Fällen ist es angezeigt, die Blüten, die Blätter oder auch die Wurzeln eines Gewächses zu trocknen, um sie über längere Zeit griff- und einsatzbereit haben zu können. Bei manchen ist es aber nötig, sie nach der Ernte in die Gefriertruhe zu geben. So ist gerade das Kraut vom Borretsch entweder frisch zu verwenden oder eben bald, nachdem man die tiefgefrorene Droge aufgetaut hat. Der Borretsch (Borago officinalis) ist nun einmal ein Gemütserheller und vertreibt die Traurigkeit. Diese Wirkkräfte benötigt man zunehmend dann, wenn die Tage kürzer, die Temperaturen niedriger und die Nebel mehr werden. In der sonnigen Sommerszeit, da die emsigen Bienen mit Vorliebe die himmelblauen fünfblättrigen Blüten des Borretschs aufsuchen, ist unsere allgemeine Stimmung meist besser als im Spätherbst oder im Winter. Mithilfe seiner Inhaltstoffe, vor allem der Schleimstoffe, der ätherischen Öle und der Mineralien, erzielt dieses Heilkraut die eben beschriebene Wirkung. Wenn vielleicht auch viele wissen, dass man den Borretsch in der warmen Jahreszeit frisch vom Beet gepflückt in der Küche den einzelnen Gerichten beifügen kann, ist mitunter weniger bekannt, dass das Kraut der nach Gurken schmeckenden Pflanze auch Bestandteil verschiedener Teemischungen sein kann.

Ein Tee, der das Herz stärkt:

Für die vielteilige Mischung benötigt man: 5 Teile Veilchenblüten und -blätter, 4 Teile Weißdorn, je 3 Teile Borretschkraut, Waldmeister und Melissenblätter und 2 Teile Herzgespann. 2 Teelöffel der Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen und abschließend abseihen. Diesen Tee trinkt man über längere Zeit entweder als Morgen- oder Abendtee.

Foto: Flickr, yamada

Hoch vom Berg bis auf den Teller

Preiselbeeren schmecken gesund

Es ist eine Kunst, in rechter Weise etwas zu genießen. Auf diesem Wege kann man durchaus auch den Geschmacksinn einsetzen, um so mancher gesunden Substanz auf die Spur zu kommen. So gibt es zu manchen Fleischgerichten eine Zutat, die sehr wohl auch Vitamine dem Körper zuführen kann. Heute darf daher die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) vor den Vorhang treten, um uns Appetit zu machen. Dennoch sind wir wahrscheinlich kaum erpicht darauf, die Beeren roh zu genießen, denn ihr herbsaurer Geschmack ist doch eher gewöhnungsbedürftig und hat seinen Grund im hohen Fruchtsäuregehalt der roten Beeren. Daher wird es vorgezogen, sie in verarbeiteter Form als Marmelade oder als Kompott so manchem Wildgericht beizufügen. Wie die Heidelbeeren zählen die Preiselbeeren zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). In der freien Natur wählen die Preiselbeeren gerne als Standort den Unterwuchs von trockenen Kiefernwäldern und in gebirgigen Lagen findet man sie auf humusreichen Böden in Hoch- und Zwischenmooren. Je nach Witterung kann man die begehrten Früchte der Preiselbeeren ab Juli bis in den späten September hinein ernten. Bei gezüchteten Gartensorten darf man bis Mitte Oktober mit Erträgen rechnen. Neben den oben schon angesprochenen Vitaminen finden sich in den Preiselbeeren auch noch Gerbstoff, Pektin, Zucker, Apfel-, Oxal- und Bernsteinsäure.

Preiselbeermarmelade als Stärkung:

Wie jeden Herbst und Winter wird unser Immunsystem erneut auf die Probe gestellt. Um die vielen Herausforderungen meistern zu können, ist es angezeigt, den Organismus zu stärken, indem man 3-mal täglich nach dem Essen je einen Löffel voll Preiselbeermarmelade zu sich nimmt.

Preiselbeere

Schneeglöckchen und Katechismus

Gedanken zum Jahr des Glaubens

Vor kurzem nahm ich mir aus meinem Bücherregal ein dickes Buch heraus, um mich auf eine Radiosendung vorzubereiten. Es war der „Katechismus der Katholischen Kirche“. Dieses für katholische Christen bedeutende Werk zur Vertiefung des Glaubenswissens wurde vor fast genau 20 Jahren vom seligen Papst Johannes Paul II. allen Gläubigen überreicht. Wer jetzt meint, dieser dicke Wälzer hat nichts mit Kräutern zu tun, der irrt meiner Meinung nach. Denn als ich mein Buch ein wenig intensiver durchblätterte, fielen aus den Seiten zwei getrocknete Schneeglöckchen heraus, die ich im vergangenen Frühjahr als Lesezeichen eingelegt habe. Ich möchte mit meinen Lesern diese private Begebenheit durchaus teilen, um die Erinnerung, die mir meine zwei Schneeglöckchen geschenkt haben, einfach weiterzugeben. Denn wer den Glauben an den Schöpfer mit dem täglichen Leben vereint, bei dem kommt so manches zum Erblühen. Wie vieles ist durch unsere hochnäsig zelebrierte Ratio doch schon missachtet worden? In meinem Katechismus entdecke ich durchaus Lehrsätze, die unsere Würde als Menschen auf eine schöne Weise neu aufleuchten lassen. Wenn wir uns mit der Schöpfung befassen, dann entdecken wir auch neu unsere Rolle darin. Ja, ich danke dem Herrgott, dass ich leben und ein wichtiger Teil seines Bildes hier auf Erden sein darf!

Nach dem Bilde Gottes:

Im Katechismus der Katholischen Kirche findet sich folgendes Zitat der hl. Katharina von Siena: „Was war der Grund, weshalb du den Menschen zu einer so großen Würde erhoben hast? Die unschätzbare Liebe, mit der du dein Geschöpf in dir selbst angeblickt und dich in es verliebt hast, denn du hast es aus Liebe erschaffen, aus Liebe hast du ihm eine Natur gegeben, die an dir, dem ewigen Gut, Freude zu empfinden vermag.“ (KKK. S. 122)

Schneeglöckchen

Ein Tee, den man nicht kocht

Eibischwurzeln setzt man lediglich an

Was soll man denn im nächsten Jahr in den Garten setzen? Haben Sie es schon einmal mit dem Eibisch (Althaea officinalis) probiert? Ja, dieses Malvengewächs hat einen hohen Wert für die Naturheilkunde. Zudem erfreuen die Blüten, die entlang der aufrechten Gestalt dieses Krautes wachsen, das Auge des vorübergehenden Betrachters. Die Eibischpflanzen lieben einen tiefgründigen Boden, den man immer wieder etwas feucht halten sollte. Das ganze Jahr über kann man die einzelnen Teile ernten, um sie anschließend zu trocknen. Zuerst kommen die Blüten dran. Dann folgt das Abzupfen der Blätter, die nach der Blütezeit etwas mehr Schleimstoffe enthalten als davor. Und schließlich ist es die Wurzel, die als natürliche Hilfe in die eigene Pflanzenapotheke eingelagert werden soll. Nach dem Ausgraben wird diese fein säuberlich gereinigt und danach rasch getrocknet, damit die Droge nicht von einem zerstörerischen Schimmelpilz befallen wird. Wer also zur rechten Zeit die Heilkräuter aus dem eigenen Garten erntet, der hat für den kommenden Winter oder für plötzlich auftretende gesundheitliche Beschwerden in rechter Weise vorgesorgt. Einen Tee aus der Wurzeldroge des Echten Eibischs darf man nur mit kaltem Wasser herstellen.

Magengeschwüre und Darmstörungen lindern:

Zirka 1 Stunde lang werden 2 Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Eibischwurzeln mit 1/4 Liter Wasser angesetzt. In dieser Zeit rührt man ein paar Mal um. Zum Schluss das Ganze durch einen Filter abseihen und erst jetzt auf Trinktemperatur erwärmen. 3-mal täglich je eine Schale dieses Tees trinken. Übrigens: Bei Halsweh kann man auch ein Stück der Wurzel im Mund kauen.

Eibisch

Nicht nur schön anzuschauen

Die Eberraute ist auch wirkkräftig

Zu viel Fleischkonsum ist ungesund. Das mag zwar unser Intellekt ansatzweise akzeptieren, doch unser Hunger spricht da oft eine andere Sprache. Wenn auch immer mehr Bewohner unserer Heimat ihre Ernährung bewusst gestalten, so wird der Schweinsbraten oder das Grillhendl häufig oben auf der Hitliste unzählbarer Gaumen stehen. Wer schon vom Fleisch kaum Abstand nehmen kann, der achte wenigstens auf ein gutes Würzen der einzelnen Gerichte. Früher war z. B. die Eberraute (Artemisia abrotanum) viel mehr in Verwendung, wenn es galt, fettes Fleisch mit einem Kraut geschmacklich aufzubessern. Heute kommt dieses Beifußkraut wieder mehr zum Einsatz. Die ursprüngliche Heimat des zur Familie der Korbblütler zählenden Gewächses liegt in Zentralasien. Bei uns wird es gerne in den Gärten gepflanzt, wobei es kaum Samen ausbildet, sondern durch Wurzelstockteilung vermehrt werden kann. Gerade jetzt im Herbst ist die richtige Zeit dafür. Für das Auge ist es jeweils eine Freude, auf die feinfiedrigen und grazil ausgebildeten Blätter und Triebe zu blicken. So kann man die Eberraute natürlich auch zur Zierde in ein Beet setzen. Ab und zu ein Blatt abgezupft, zerrieben und daran gerochen, erfreut natürlich den Geruchsinn bei gelegentlichen Aufenthalten im Garten.

Krafttonikum Eberrauten-Wasser:

In 1 Liter Wasser bei Zimmertemperatur wird 1 Esslöffel voll zerkleinertes Eberrauten-Kraut am Abend angesetzt. Am nächsten Tag kann man den fertigen Trunk den Tag über verteilt zu sich nehmen. Das stärkt die körpereignen Abwehrkräfte und lindert Verdauungsbeschwerden. Dieses Getränk hilft ebenso bei Blähungen und Durchfall.

Eberraute

Ein Heilkraut vermehrt sich

Das Herzgespann sät sich selbst aus

Auf den Lebenswillen kommt es an! Wenn jemand krank ist, tragen Medikamente oder chirurgische Eingriffe das Ihre zur Heilung bei. Doch wenn der Betroffene selbst nicht heil werden will, „nutzt des goar nix“. Es ist uns gleichsam der Drang nach Gesundheit des Körpers und der Seele von Mutterleib an mit auf den Weg gegeben worden. Dazu kommt noch das instinktive Bestreben, die eigene Art nicht aussterben zu lassen. Dieses zukunftsweisende Verhalten teilen wir uns mit Tier und Pflanze. Unter den Heilkräutern möchte ich als Beispiel heute das Herzgespann (Leonurus cardiaca) erwähnen. Morgen für morgen begrüßt es mich schon, sobald ich das Tor zum Pfarrhofgarten öffne, um die Hühner und Gänse ins Freie zu lassen. Ich trage um diese Pflanzen kaum Sorge. So weiß ich, dass sie sich ohne mein Zutun im Garten ausbreiten. Der Monat Oktober ist die Zeit der Samenreife beim Herzgespann und gleichzeitig die Frist, wo sich die ausfallenden Körner einen Platz im Erdreich suchen, um im Frühjahr wieder zur Stelle zu sein. Ich möchte heute dieses Bild einmal positiv beleuchten und die Fragte nach unserem Lebenswillen stellen. Es ist doch wirklich signifikant, wie wenig Kinder gerade in den materiell abgesicherten Ländern Europas zur Welt kommen. Welche Angst vor der Zukunft mag wohl da dahinterstecken? Oder begnügen wir uns zu sehr mit uns selbst? Das Herzgespann stärkt das Herz und löst die Krämpfe. Es kann mithelfen, auch dem Herrgott mehr zu trauen, der die Zukunft in seinen Händen hält, die meine und die unseres Kontinents, ja, der ganzen Welt.

Dankbar in den Tag gehen:

Ein Frühstückstee kann unser Gemüt und unseren Willen positiv beeinflussen. So kann man z. B. ein Gemisch von Melisse und Herzgespann zu gleichen Teilen im Maß von 1 Teelöffel mit einer Tasse kochendem Wasser aufgießen und den abgeseihten Tee anschließend schluckweise trinken, um besser in die Zukunft des einzelnen Tages zu starten.

Herzgespann

Ein Baum in Gefahr

Die Esche steht derzeit unter Stress

Verschiedene Holzarten haben eine durchaus fühlbare unterschiedliche Struktur auf ihrer Oberfläche. Das können meines Erachtens vor allem blinde Menschen bezeugen, die sozusagen über ihren Tastsinn die Welt und ihre Gegebenheiten in ihrem Inneren oft besser wahrnehmen können als so mancher Erdenbürger, der sich glücklich schätzen darf, seine Augen einigermaßen einsetzen zu können. Ich selber nehme ganz gerne ab und zu verschiedene gedrechselte Gegenstände in die Hand, um mit den Fingern darüber zu gleiten, um so das jeweilige Holz bewusster zu spüren. Wenn ich also in diesem Sinne ein Stück aus Eschenholz streichle, dann erleben meine Fingerspitzen eine Fahrt wie über eine wellige Wasseroberfläche. Grund dafür ist eben das abwechselnd fein und grob strukturierte Eschenholz. Die Esche (Fraxinus excelsior) zählt im botanischen Sinn zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und ist somit auch mit dem Flieder oder den Forsythien verwandt. Als wichtiger Laubholzbaum ist er in fast ganz Europa verbreitet und kommt auch mit feuchteren Standorten gut zurecht. Seit Ende des vorigen Jahrhunderts breitet sich aber eine Gefahr für die Eschen aus, die dieser Baumart zusehends zu schaffen macht. Es ist dies ein gefährlicher Pilz, der sich in die den Baum versorgende Zone der Rinden einnistet und den lebenserhaltenden Saftfluss der Eschen zum Erliegen bringt. Wir kennen dieses Krankheitsphänomen leider auch in ähnlicher Weise von den Feldulmen, deren Bestand sich auf unserem Kontinent dadurch ziemlich reduziert hat. Ja, wir haben mit dem Eschensterben eben wiederum einen Fingerzeig mehr, um verstärkt das ökologische Gleichgewicht vor unserer Haustür erneut zu ermöglichen.

Eschenrinden-Tee:

Will man das Fieber senken oder den Magen stärken, kann man versuchen, von Eschenzweigen geerntete und getrocknete Rinde für einen Tee heranzuziehen. Dazu nimmt man von der zerkleinerten Droge 2 Teelöffel, übergießt sie mit 1/4 Liter kaltem Wasser und kocht den Ansatz kurz auf. Danach 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Früh und abends je eine Tasse ungezuckert uns schluckweise trinken.

Eschenbätter von Adolf Blaim

Weißer Blütenschleier und herb-saure Frucht

Der Schlehdorn hat seinen Wert

Es gibt Pflanzen, die machen viel Aufsehen um sich. Entweder beeindrucken sie durch ihre Größe oder die Farbe ihrer Blüten und manchmal durch die Überfülle an Früchten. Der Schlehdorn (Prunus spinosa) kann mit all dem nur zum Teil aufwarten. So hüllt er die Feldraine und Wegränder, an denen er mit Vorliebe wächst, im späten Frühjahr durch seine vielen weißen Blüten in ein prachtvolles Festgewand. Den Rest des Jahres über gibt er sich eher bescheiden, so dass man bei einer Kräuterwanderung schon genau hinsehen muss, um dieses Steinobstgewächs zu erkennen. Jetzt im Herbst ist es jedoch wiederum einfacher, den Schwarzdorn – wie er auch genannt wird – mit den Augen von seinen Nachbarn zu unterscheiden, da seine Früchte stahlblau in der Sonne aufleuchten. Hat sich der Schlehdorn an einem Hang oder am Waldrand einmal etabliert, dann gibt er seinem Untergrund einen festen Halt. Denn mit seinen zahlreichen Wurzeln befestigt er das Erdreich. Gleichzeitig nützt er die unterirdischen Triebe, um sich in seine Nachbarschaft auszubreiten und mit den Zweigen ein schier undurchdringbares Dickicht zu bilden. Andere kleinere Pflanzenarten haben dann eher das Nachsehen. Schlehenfrüchte sind seit langer Zeit eine begehrte Köstlichkeit. Das erstaunt vielleicht, da der Versuch, eine Schlehenkirsche gegenwärtig zu kosten, mit Sicherheit in einer verzerrten Grimasse unseres Gesichts endet. Ja, es braucht eben den ersten Frost, der die reifen Schlehen einigermaßen genießbar macht. Mag sein, dass er bald auf den Außenthermometern abzulesen sein wird.

Durchfall stoppen:

Nach ausgiebigen Frostnächten sammelt man im Herbst die Schlehen von den Büschen. Zu Hause werden sie dann getrocknet und aufbewahrt. Von den trockenen Früchten nimmt man 2 Teelöffel voll, zerschlägt sie vorsichtig mit einem Hammer und übergießt sie dann mit ¼ Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen. Am Tag trinkt man am besten 3 Schalen davon, um durch die zusammenziehende Wirkung des Tees unangenehmen Durchfall zu beenden.

Schlehenfrüchtezweig

In die nahe Zukunft blicken

Der Thymian hilft vorbeugen

Das Gedächtnis meiner Nase kann sich noch gut an die sonnenbeschienenen Hänge entlang der Thaya in meiner näheren Heimat erinnern, auf denen der Quendel den Sommer über sein angenehmes Aroma verströmte. Diese von ihrem Wuchs her äußerst bescheidene Pflanze lässt mich aber gleichzeitig an den etwas größeren Verwandten denken, der zur selben Zeit in unseren Gärten die warmen Monate genießen durfte. Die Rede ist vom Echten Thymian (Thymus vulgaris), der seine eigentliche Heimat rund um das Mittelmeer hatte und heute gerne als Gewürz in den grünen Oasen ums Haus gezogen wird. Frisch verwendet, harmoniert das Thymiankraut sehr gut mit Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch, wenn man auch jeweils darauf achten sollte, den Anteil dieses Gewürzes gering zu halten. Blicken wir in die reiche Erfahrungsgeschichte unserer Urgroßelterngeneration mit Hausmitteln, dann entdecken wir dort vielleicht so manchen Hinweis darauf, dass der Thymian bei Nervenschwäche, bei Krämpfen aller Art, bei Kopfschmerzen und auch bei Erkältungskrankheiten helfen kann. In diesen Fällen wurde und wird ein Aufguss mithilfe des frischen oder getrockneten Krautes hergestellt. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, um den Absud aus den Gewächsteilen des Thymians zu verwenden.

Herbstliches Fußbad:

Die wertvollen Stoffe einer Heilpflanze über den Verdauungstrakt aufnehmen, ist eine Möglichkeit. Eine andere besteht darin, sich mithilfe eines herkömmlichen Heißaufgusses aus getrocknetem Thymiankraut ein Fußbad anzureichern, das man in den Abendstunden ca. 15 Minuten lang genießt. Damit wird der ganze Organismus gestärkt und ist somit vorbeugend gegen die mit großer Wahrscheinlichkeit anrückenden Erkältungskrankheiten besser gewappnet.

Thymian

Wurzeln ausgraben

Das Jahr des Glaubens feiern

Der Herbst ist da. Das ist die große Zeit der Wurzeln. Egal, von welchem Heilkraut diese nun gesammelt werden: die Wurzeln sind voller Kraft und Inhalt, da die Gewächsteile der Pflanzen nun zum Teil abgeworfen werden, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wenn wir also diesen Vorgang betrachten und für unsere private Heilkunde nutzen, dürfen wir gleichzeitig das Bild dankbar annehmen, das uns hierbei mitgeliefert wird. Ich meine ganz konkret das Bedacht-Sein auf die geistige und geistliche Substanz, auf der unser Leben steht. Es ist doch so, dass wir alle uns oft den wechselnden Verhältnissen unserer Gegenwart aussetzen, ohne zu beachten, dass wir verborgene Grundlagen haben, aus denen wir Kraft schöpfen können. Das kann z. B. die Familie oder das Land unserer Herkunft sein. Viel stärker aber ist noch der Glaube, mit dem und aus dem die Generationen vor uns ihr Leben gestaltet haben. Für die katholische Kirche unseres Erdkreises hat Papst Benedikt XVI. mit dem gestrigen Tag das Jahr des Glaubens eröffnet. Wir sollen dadurch den Glauben nicht nur feiern, sondern ganz bewusst die Wurzeln unseres Glaubens ausgraben, damit dieser unser Leben bereichern möge, genauso, wie sich Kren, Karotten oder Nelkenwurz heilend auf unseren Organismus auswirken können.

Gott erschafft in Weisheit und Liebe

Es ist 20 Jahre her, dass der selige Papst Johannes Paul II. den Katechismus der katholischen Kirche den Gläubigen übergeben hat. Darin lesen wir über die Schöpfung: „Wir glauben, dass Gott die Welt nach seiner Weisheit erschaffen hat. Sie ist nicht das Ergebnis irgendeiner Notwendigkeit, eines blinden Schicksals oder des Zufalls. Wir glauben, dass sie aus dem freien Willen Gottes hervorgeht, der die Geschöpfe an seinem Sein, seiner Weisheit und Güte teilhaben lassen wollte.“ Vielleicht ist es durchaus heilsam, sich über diese Feststellung einmal Gedanken zu machen.

Krenwurzel