Was von den Rosen übrig bleibt

Rot leuchten nun die Hagebutten

Die Farben des Herbstes sind meiner Meinung nach ganz eigen. Es ist, als würde die Natur sich noch einmal schön kleiden wollen, bevor sie sich in den Winter hinein verabschiedet. Vor dem ersten Schnee gibt es also ein visuell rauschendes Fest voller bunter Eindrücke. Wenn dann alle Blätter der Bäume und der Sträucher am Boden liegen, bleiben jedoch bis weit in den Winter hinein einige Früchte wie ein vergessener Schmuck an den Zweigen. Dazu zählen vor allem die Früchte der Hecken- oder Hundsrosen, die Hagebutten. Wie korallenrote Edelsteine sind sie anzusehen und ermuntern uns, sie zu nutzen. Denken wir einmal an längst vergangene Zeiten zurück, in denen es nicht selbstverständlich war, dass der Genuss von Zitrusfrüchten aus südlichen Ländern den Bedarf an notwendigem Vitamin C für unsere Vorfahren abdecken konnte. Da waren es in erster Linie die Hagebutten, die mit ihrem Inhalt dafür sorgten, dass die Menschen dementsprechend beliefert wurden. Ja, wer macht sich heute noch die Mühe, die Fülle der Natur ganz in unserer Nähe zu gebrauchen und zu nutzen? Eine Marmelade aus Hagebutten kann z. B. mithelfen, Erschöpfungszustände zu lindern, das Blut zu stärken und bei Rekonvaleszenz wiederum zu Kräften zu kommen. Es gibt gerade dann, wenn der erste Frost die Hagebutten „behandelt“ hat, eine Möglichkeit, um direkt die wertvollen Substanzen der Rosenfrüchte zu genießen.

Hagebuttensaft richtig zubereitet:

Die „Hetscherl“, wie wir die Früchte der Heckenrose auch gerne nennen, werden abgepflückt und sorgfältig gereinigt. Die weichen Beeren feuchtet man danach mit lauwarmem Wasser an und gibt sie über Nacht in ein irdenes Gefäß. Am Morgen presst man die Hagebutten aus und trinkt noch am selben Tag die gewonnene Menge des Saftes, da er sonst verdirbt.

Hagenbuttenzweige

Aufnehmen und abgeben

Nicht zu schlecht über die Harnblase denken

Der menschliche Körper ist etwas Wunderbares. Je mehr Möglichkeiten die moderne Medizin hat, um unser physisches Leben zu unterstützen und in vielen Fällen zu retten, so sehr bleibt aber auch das Geheimnisvolle und das Staunenswerte im Zusammenspiel der Organe erhalten. So betrachtet gibt es keine geringere oder wertvollere Stelle des Körpers. Wir dürfen allem mit Achtung begegnen. Dazu zählen auch die Prozesse der Reinigung und der Ausscheidung.

Wir bemerken aber deren Wichtigkeit oft erst, wenn es irgendwo zwickt oder etwas nicht nach unserer Gewohnheit funktioniert. Gerade bei der Harnblase fühlen wir uns im Fall einer Entzündung oder Schwächung derselben äußerst gehandicapt und beeinträchtigt. Es liegt durchaus auch an unserem Willen, von Jugend an etwas für unsere Blase zu tun. In direktem Zusammenhang stehen hier ebenfalls die Nieren, die ihren wertvollen Dienst am Sauberhalten des Blutes leisten. Angefangen von einer vernünftigen Ernährung über das regelmäßige Trinken bis hin zu einer gesundheitsfördernden Kleidungskultur gibt es hier genügend Möglichkeiten, um der Beeinträchtigung der Harnausscheidung im Alter vorzubeugen. Nicht zuletzt ist es die Mutter Natur, in deren Kammer das eine oder andere wertvolle Kraut heranwächst, um unserer Blase wiederum die nötige Kraft für ihren „Klärungsauftrag“ zu geben.

Harnblasenentzündung mindern:

In diesem Fall kann man auf die Blätter der Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) zurückgreifen. 6 Teelöffel der Droge übergießt man mit einem 3/4 Liter kaltem Wasser. Über Nacht stehen lassen und am Morgen dann gut umrühren, abseihen und leicht anwärmen. In einer Thermosflasche bereitstellen und vor jeder Mahlzeit je eine Schale voll trinken. Zusätzlich kaut man am besten noch zwischendurch ein paar geschälte und getrocknete Kürbiskerne. Diese Anwendung 3 Wochen lang durchführen.

Bärentrauben

Hört und spürt die Signale!

Den eigenen Körper respektieren

Das wäre noch zu erledigen, und das, und das …. ! Ich hab jetzt keine Zeit! Schnell noch unterwegs etwas essen und dann zum nächsten Termin! Ja, vielen von uns geht es so. Doch irgendeinmal wird alles Arbeiten zu viel und das permanente Hetzen ungesund. Keineswegs möchte ich dazu animieren, sich auf die faule Haut zu legen und den anderen die Arbeit zu überlassen. Mir geht es heute vielmehr um einen Haushalt mit der Zeit. Wer aufmerksam in der Heiligen Schrift liest, bekommt immer erneut Hinweise darauf, dass unser Leben nur kurz ist. Die geschenkte Zeit ist allein aus dieser Warte betrachtet sehr wertvoll. Es wäre also jammerschade, sich abzurackern und mitten im Schuften „die Patschen zu strecken“. Wer aufmerksam auf seinen Körper hört, der weiß selbst, wann es wieder einmal zu viel war. Man darf sich also ruhig auf den Schädel greifen, wenn es darin schmerzt, hämmert und dröhnt. Durch diese Beeinträchtigung sind wir angehalten, die nötige Ruhe zu suchen, um Kraft zu tanken und auszuspannen. Jäh wiederkehrende Müdigkeit zeigt uns an, dass unser Organismus auf Sparflamme fährt, weil an einer Stelle etwas fehlt. Oft sind nur ganz kleine Schritte notwendig, um im Alltag etwas zu ändern. Die frische Luft, an der wir uns z. B. bewegen dürfen, wartet direkt vor unserer Haustür, um eingeatmet zu werden. Werden wir also sensibel und gönnen wir doch uns selbst mehr Respekt, allein schon um der Gesundheit willen. Überdies erträgt jemand die Mitmenschen besser, wenn er sich selbst achtet und schätzt.

Hausmittel bei hartnäckigen Kopfschmerzen:

Aus Roggenmehl und Apfelessig mischt man einen Brei, den man erwärmt und auf ein entsprechend großes Leinentüchlein streicht. Auf dem Bauch liegend, wird dem Betroffenen das Tuch samt Brei auf den Nacken und die Schultern gelegt. Längere Zeit mit möglichst warmen Füssen so liegen bleiben. Nach zwei Stunden die Auflage erneuern.

Apfelessig und Roggenmehl

Die Gesundheit „befestigen“

Mit Heilkräutern einen Wall errichten

Mit einem gesunden Maß an Liebe und Stolz blicke ich auf meine Heimat. Der Ort, in dem ich als Kind heranwachsen durfte, liegt zwar fernab von wichtigen Verkehrsrouten direkt an der Grenze zu Mähren, hat aber eine touristische Besonderheit. Meine Heimatstadt Drosendorf an der Thaya hat eine Stadtmauer, die in ihrer gesamten Länge bis auf den heutigen Tag erhalten ist. Kriegerische Heere hatten es also zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert äußerst schwer, diese Ansiedlung zu erobern. Jetzt, wenn bald der Winter Einkehr halten wird, braucht auch unser Körper vermehrt Schutz vor herannahenden Erkältungen und Krankheiten. Mutter Natur ist durch die vielen Heilkräuter, die den Sommer über wuchsen, blühten und reiften, durchaus mit einer vielseitig einsetzbaren „Waffenkammer“ ausgerüstet, auf die wir jederzeit zurückgreifen dürfen. Es wäre meiner Meinung nach ziemlich fahrlässig, diese Kräfte nicht zu nutzen. Manche Gewächse haben gleichsam die richtige „Munition“ in ihren Früchten, wie z. B. der Sanddorn, aus denen man einen Saft gewinnen kann, der die Abwehrkräfte stärkt. Vergessen wir auf die emsigen Bienen nicht, deren wertvoller Propolis auch den Menschen stärken kann.

Ein Tee „verwehrt Keimen den Zutritt“:

Die Mischung dieses Tees besteht aus Brombeerblättern, Kamille, Holunderblüten, Wacholderbeeren, Lavendel, Ringelblumenblüten und Thymian. Im richtigen Verhältnis zueinander abgestimmt, kann dieser Tee mithelfen, Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Im herkömmlichen Heißaufguss-Verfahren zubereitet, trinkt man am besten 3-mal täglich eine Schale schluckweise und das 3 Wochen lang. Dann eine Woche aussetzen und danach 3 Wochen lang wiederholen. Die fertige Mischung ist erhältlich beim Verein „Freunde der Heilkräuter“ in Karlstein. (Adresse siehe Rahmen oder unter: www.kraeuterpfarrer.at)

Sanddornfrüchte und Blüten

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Das Unkraut im Kopf ausmerzen

Das Verborgene auch bei den Kräutern schätzen

Gerne würde ich mir bei Gelegenheit eine Statistik anschauen, in der Paare davon berichten, dass ihre sprichwörtliche „Liebe auf den ersten Blick“ ein Leben lang gehalten hat. Ich bin überzeugt davon, dass das bei einigen Beziehungen der Fall ist. Doch in jedem Fall wird dabei der innere und eigentliche Wert des Partners erst im Lauf der Zeit von seinem Gegenüber festgestellt und geschätzt worden sein. Wenn wir Heilpflanzen beurteilen, kann uns die äußere Wahrnehmung oft zum Gegenteil von Sympathie hinleiten. Eine Brennnessel brennt nun einmal auf der Haut. Eine Distel lässt sich ganz schwer mit bloßer Hand angreifen. Das Ruprechtskraut wird nicht zu Unrecht auch Stinkender Storchschnabel genannt. Das wären eigentlich doch stichhaltige Argumente, um an diesen Pflanzen in einem weiten Bogen vorüberzugehen. Aber jede Heilpflanze hat nun ihren Wert als aller erstes aus der Tatsache heraus, dass sie existiert und mithilft, durch eine dementsprechende Vielfalt der Arten das Gleichgewicht in der uns gottgeschenkten Natur auszutarieren. Hoch zu schätzen sind ebenfalls ihre für die Augen unsichtbaren Wirkkräfte, die durch unser Zutun dem Körper zugeführt werden. Ja, es stellt sich immer neu die Frage, wie wir auf Heilpflanzen zugehen. Vielleicht können wir dabei auch lernen, anders über unsere Mitmenschen zu denken. Denn das Verborgene ist nun einmal eine heilsame Realität.

Dem weisen Laotse zugeschrieben:

„Der Reifen eines Rades wird gehalten von den Speichen, aber das Leere zwischen ihnen ist das Sinnvolle beim Gebrauch. Aus nassem Ton formt man Gefäße, aber das Leere in ihnen ermöglicht das Füllen der Krüge. Aus Holz zimmert man Türen und Fenster, aber das Leere in ihnen macht das Haus bewohnbar. So ist das Sichtbare zwar von Nutzen doch das Wesentliche bleibt unsichtbar.“

Brennnesseln mit Wurzeln

Ein heilender Klassiker

Die Kamille begleitet behutsam

Mittlerweile sind die Gärten wiederum ausgeräumt und die Beete schauen mit einer schutzlosen Erdschicht zum Himmel. Der Winter soll nun das Seine tun, damit im Frühjahr erneut die Pflanzen unserer Wahl heranwachsen und gedeihen können. Doch was kann ich im nächsten Jahr aussäen, um auch Heilkräuter an meiner Seite zu haben? Da hätte ich einen guten Tipp: Vergessen Sie auf die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) nicht. Die Auspflanzung dieses beliebten und bekannten Heilkrauts ist sehr einfach. Hat man sie einmal angesät, so sorgt sie Jahr für Jahr selber dafür, dass es rundherum Nachkommen gibt. Sollten die kleinen Kamillenpflänzchen dort aufgehen, wo man sie nicht haben möchte, kann man sie im zeitigen Frühling ausgraben und versetzen. Natürlich ist es sehr bequem, die im Handel erhältlichen Teebeutel mit Kamillendroge zur Hand zu nehmen. Von einer anderen Qualität ist es aber, wenn man selbst den prominenten Korbblütler zieht und erntet. Will man die Blüten der Echten Kamille lagern, soll darauf geachtet werden, dass die Droge ganz durchgetrocknet ist. Andernfalls leiden der Geschmack und die Wirkung. Durch die ätherischen Öle der Kamille profitiert der Organismus in allen heilenden Prozessen.

Kamillenöl selbst gemacht:

In einem Verhältnis von einem Teil Kamillenblüten und 4 Teilen kaltgepresstem Olivenöl wird beides zusammen in einem weithalsigen Glas angesetzt. Gut verschlossen bleibt es 14 Tage lang in einem warmen Raum abseits der prallen Sonne stehen. Danach wird das Öl durch ein Leinentuch abgeseiht und der Blütenrückstand ausgepresst. Dieses Öl wirkt krampflösend und stillt innere Schmerzen. Den Bauch der Kleinkinder kann man damit einreiben, wenn sie unter Blähungen leiden.

Kamille

Das Blut sauber halten

Mit Hilfe der Kleinen Bibernelle

Es kann schon einmal vorkommen, dass man manche Leute, denen man öfter begegnet, nur mit ihrem Spitznamen kennt und oft gar nicht weiß, wie ihr Familienname lautet. Ein ähnliches Phänomen kennen wir im Umgang mit den Pflanzen. Ein jedes Heilkraut unserer Heimat hat oft sehr viele volkstümliche Bezeichnungen, die eben von der Erfahrungsgeschichte der Menschen mit der jeweiligen Pflanze herrühren. Sehen wir uns diese Tatsache im Zusammenhang mit der Kleinen Bibernelle (Pimpinella saxifraga) einmal an. Dieser bescheidene Doldenblütler hat eine Reihe von Namen. Hier ein paar Beispiele: Pfefferwurz, Blutskraut, Steinbrechwurz, Steinpeterlein, Bockspetersilie und Pinellkraut.

Die Kleine Bibernelle ist ein einheimisches Heilkraut. Es gilt aber schon genau hinzuschauen, will man diese Pflanze in freier Natur bestimmen. Denn viele Doldenblütler sehen einander ähnlich. Die Große Bibernelle (Pimpinella major) ist von der Wuchshöhe um einiges stattlicher, hat aber die gleiche Heilwirkung. Während der ganzen Vegetationsperiode kann man die frischen Blätter der Bibernelle pflücken und als Küchengewürz verwenden. Die Wurzel wiederum wird entweder im Frühjahr oder im Oktober ausgegraben und an der frischen Luft zum Trocknen aufgehängt. Nach einer Woche kann man sie zur Sicherheit auch bei künstlicher Wärme nachtrocknen.

Bibernellen-Wurzel als Hausmittel:

Die Bibernelle hilft mit, dass ungesunde Stoffe aus dem Blut und aus dem gesamten Körper entfernt werden. Dazu ist es ratsam, über eine gewisse Zeit einen Absud aus der Wurzel zu trinken. Es gibt auch Berichte, dass man bei Asthma durch das Kauen der Wurzel eine gewisse Linderung erfährt, wenn man dabei den Speichel mitsamt dem Saft schluckt.

Bibernelle

Der europäische Lebensbaum

Dem Wacholder gebührt Respekt und Ehre

Wenn es auf Allerheiligen zugeht, strömen wie jedes Jahr viele Leute auf die Friedhöfe, um die Gräber ihrer lieben Verstorbenen in Ordnung zu bringen. Die Ruhestätten der Verewigten werden dabei nicht nur geschmückt, sondern meist auch winterfest bepflanzt. In unmittelbarer Nähe des Grabes von Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger hab ich einst einen Wacholder (Juniperus communis) gesetzt, der sich mittlerweile prächtig entwickelt hat. Dieses Zypressengewächs ist durchaus ein Zeichenbaum für das Waldviertel. Als edler Kleinbaum trägt er jahraus und jahrein sein spitznadeliges grünes Kleid. Mir ist aufgefallen, dass man den Wacholder so, wie er bei uns in der Natur vorkommt, nicht leicht in Reih und Glied setzen kann, da jedes Exemplar eine eigenwillige Wuchsform entwickelt. Darin unterscheidet er sich sehr wohl von seinen ausländischen Verwandten, den verschiedenen Thujenarten, die leider immer noch in viel zu großer Zahl rund um unsere Gärten als sterile Hecken gepflanzt werden. Die Wacholderbeeren eignen sich nicht nur zum Würzen und zum Gewinnen eines schmackhaften Destillates. Sie besitzen auch eine Heilkraft, die wir durchaus zu Hilfe nehmen können. Während der Schwangerschaft und bei angeschlagenen Nieren soll man jedoch Produkte aus Wacholderbeeren meiden.

Tropfen und Salbe aus Wacholder:

Vielleicht gibt es bei jemand Probleme mit Blähungen und Gasansammlungen im Verdauungstrakt. Da kann man versuchen, je 5 Wacholdertropfen vor jeder Mahlzeit einzunehmen. Bei Gelenksschmerzen und Rheuma verdünnt man 15 Tropen mit 3 Esslöffeln warmem Wasser und schluckt das Ganze. Die Wacholdersalbe wiederum, in der auch Dachsfett enthalten ist, lindert Blasenschwäche und Blasenentzündung und kann ebenso bei einem Leistenbruch verwendet werden. Wacholdertropfen und Wacholdersalbe können Sie bei unserem Verein „Freunde der Heilkräuter“ erwerben. (Telefonnummer im Rahmen der Kolumne oder www.kraeuterpfarrer.at)

Wacholderzweig

Auf Leistung schauen

Der Verdauung keinen Stress machen

Wie lautet die Diagnose bei vielen Menschen, die in immer kürzerer Zeit ihre Arbeit erledigen müssen? Ganz klar dürfen wir leider bei immer mehr Betroffenen eine Überforderung konstatieren. Es geht hier natürlich nicht darum, die Schwächen der einzelnen Arbeitnehmer hervorzukehren, sondern es sollte sich vielmehr die Erkenntnis durchsetzen, dass vieles einfach nicht machbar ist und wir als zeitliche Erdenbürger unsere Grenzen haben. Und wie gehen wir z. B. mit unserem Magen um? In den gegenwärtig gottlob noch andauernden Jahren des Wohlstandes muten wir unserem Verdauungsmuskel auch bei vielen Gelegenheiten mehr zu als er erledigen kann. Manches geht dann eben unverdaut in die nächste Station des Darmes und gibt diesem wiederum mehr Aufgaben als notwendig. So ist es also angezeigt, mehr auf den eigenen Bauch zu hören und dem Magen schon einiges an Arbeit durch die Auswahl der Speisen und durch gutes Kauen abzunehmen. Dieses konsequente Verhalten entlastet in direkter Folge das Herz, die Galle und die Leber. Und sind wir uns doch ehrlich: ein gesunder und entlasteter Magen sorgt im Handumdrehen für ein viel besseres Wohlbefinden. Es sollte uns auf jeden Fall etwas wert sein, gerade dafür im alltäglichen Verhalten einiges zu ändern, sofern es an unserem eigenen Willen liegt. Nicht auf morgen verschieben, sondern schon heute damit beginnen!

Magensäuremangel beheben:

Zu allererst hilft viel Bewegung an der frischen Luft. Eine weitere Hilfe kann es sein, wenn man von pulverisierten Fenchelsamen täglich 3-mal einen Teelöffel voll einnimmt und ein paar Schluck Schwarzen Johannisbeer-Saft nachtrinkt.

Fenchel

Die letzten Chancen nutzen

Den Magen direkt aus dem Garten beschicken

Als ich vor kurzem durch das Marchfeld fuhr, musste ich mich samt meinem Auto ein wenig gedulden, ehe ich einen Traktor, auf dessen Anhänger Kisten voller Karotten gestapelt waren, überholen konnte. Während ich so hinterdrein fuhr, purzelte eine frische orangegelbe Wurzel auf die Straße. Da hinter mir noch mehrere Verkehrsteilnehmer eine kleine Kolonne bildeten, war es mir unmöglich, anzuhalten. Im Nachhinein möchte ich aber diese kleine Begebenheit als Einladung an alle meine Leser weitergeben, die nun im Herbst vielleicht schon daran denken, wie sie wohl den Winter gesund überstehen werden können. Jetzt gibt es mancherorts nämlich noch die Möglichkeit, das letzte Obst, das an den Bäumen hängt und das restliche Gemüse, das sich im Beet befindet, direkt dem Verzehr zuzuführen. Warum immer auf einen „Zwischenhändler“ warten? In den letzten Herbsttagen kann ruhig das Motto gelten: Iss dich gesund, direkt von der Hand in den Mund! Vielleicht entdecken wir dabei unseren eigenen Garten als ein kleines Stück Schlaraffenland, wo uns die Früchte gleichsam vor der Nase hängen und wir uns selbst etwas Gutes tun können, indem wir gleich vom Baum weg so manche gesunde Köstlichkeit genießen. Es ist doch wirklich jammerschade, wenn man zusehen muss, wie viel Obst in unseren Gärten ungenützt verdirbt. Sparsamkeit bedeutet für mich auch, so manch ungenutzte Ressource in der Natur zu nutzen, die uns wieder ein Stück weiterhilft.

Die Natur hat den Tisch reich gedeckt:

Wenn mich jemand fragt, wozu das gut sein soll, wenn man viel frisches und schadstofffreies Obst und Gemüse konsumiert, gibt es eine eindeutige Antwort: der Körper benötigt einige Reserven an Vitaminen und Mineralsalzen, die dann vonnöten sind, wenn das Immunsystem einwandfrei arbeiten soll, um uns die eine oder andere Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes vom Leibe zu halten. Frisches Obst und Gemüse liefert diese wichtigen Inhaltsstoffe zusammen mit den für Magen und Darm so wertvollen Ballaststoffen.

Karotten