Sich auf den Kopf greifen

Und das Hirn durch Nachdenken trainieren

Funktionieren – leisten – liefern – erfüllen – ausfüllen – programmieren – laufen – hetzen – unterbringen – Profit anstreben – etwas darstellen, und, und … und wann kommen wir zum Nachdenken? Unsere gegenwärtige Lebenskultur zwingt die meisten Zeitgenossen doch förmlich, äußerst oberflächliche Menschen zu bleiben. Da ist es doch gut, die eine oder andere Gelegenheit zu nutzen, um die grauen Zellen in der obersten Etage zum Nachdenken zu verwenden. Eben habe ich ein Buch von Marie von Ebner-Eschenbach aufgeschlagen und kann mich schier nicht satt lesen an ihren köstlichen Aphorismen. Da kann man nicht so einfach drüberlesen. Diese Verse sind so köstlich und zugleich gekonnt formuliert, dass man einfach die Grütze einsetzen muss, um ihren Sinn zu erfassen. Hier gleich ein konkretes Beispiel: „Manche Tugenden kann man erwerben indem man sie lange Zeit heuchelt. Andere zu erringen, wird man umso unfähiger, je mehr man sich den Anschein gibt, sie zu besitzen. Zu den ersten gehört der Mut, zu den zweiten die Bescheidenheit.“ Und an anderer Stelle schrieb einst die weise Schriftstellerin: „Man muss schon etwas wissen, um zu verbergen, dass man nichts weiß.“

Die Walnuss schaut unserem Hirn ähnlich:

Wer heuer frische Walnüsse ernten kann, muss angesichts des Spätfrostes im Mai schon Glück haben. Vom Inhalt der geknackten Nüsse wird das Fruchthäutchen abgezogen. Erst danach essen, gut kauen und mit dem Speichel vermengen. Das unterstützt das Konzentrationsvermögen und stärkt die Denkfähigkeit.

Wallnuss

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